Helle Panke

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  1. −4 h

    Die Spaltung der deutschen Sozialdemokratie in und nach dem Ersten Weltkrieg

    Dr. Uli Schöler bei einem Vortrag im Willy Brandt Haus Foto: privat Die Spaltung der deutschen Sozialdemokratie in und nach dem Ersten Weltkrieg beeinflusst in ihren (auch internationalen) Auswirkungen die Parteienlandschaft bis heute. Eine häufig anzutreffende Deutung sieht die Verantwortung dafür bei den verschiedenen Gruppen der innerparteilichen Linken. Dies betrifft das "marxistische Zentrum" um Haase, Hilferding, Ledebour und andere. Gleichermaßen gilt es für den Spartakusbund um Liebknecht und Luxemburg. Neben den nur schwer zu vereinbarenden und auseinander driftenden Haltungen zur Kriegsfrage steht dabei vor allem das strenge organisatorische Gebot der Fraktionsdisziplin im Mittelpunkt. Dieses sei durch das Verhalten der Linken gröblich verletzt worden. Dabei gerät aus dem Blick, dass die Spaltung eine längere Geschichte hat. Sie wurde von einer innerparteilichen "pressure group" um den Reichstagsabgeordneten Eduard David und einige Gewerkschaftsvertreter generalstabsmäßig vorbereitet und erfolgreich umgesetzt. Dieser "erfolgreichen" Spaltung von rechts folgte wenige Jahre später eine ebensolche von links - mit gleichermaßen verheerenden Auswirkungen. Bestürzend muss zur Kenntnis genommen werden, dass die rigiden Methoden wie die unduldsame Diffamierung anderer Auffassungen in beiden Prozessen ähnlichen Charakter hatten. Kann man daraus Lehren für heute ziehen? Referent: Dr. Uli Schöler, Rechts- und Politikwissenschaftler; er lehrte bis 2019 als außerplanmäßiger Professor am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin. Seit 2015 ist er Vorstandsvorsitzender der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung. In der "Zeitschrift für Geschichtswissenschaft" ist zuletzt ein dreiteiliger Aufsatz zum Thema erschienen, der dritte Teil kann hier gelesen werden. Moderation: Holger Czitrich-Stahl

    Die Spaltung der deutschen Sozialdemokratie in und nach dem Ersten Weltkrieg
  2. −1 d

    Widerstand in Recht und Literatur - Lesung und Gespräch zwischen dem Schriftsteller Mesut Bayraktar und dem Rechtswissenschaftler Tim Wihl

    Widerstand unterhält ein spannungsreiches Verhältnis zum Recht, aber auch zur Literatur. Das Recht hegt Widerstand vielfach ein, ermöglicht ihn aber zugleich durch Grundrechte auf Protest und Gelegenheiten zur Negation. Moderne Verfassungen sehen gar ein Widerstandsrecht der Bevölkerung als letztes Mittel gegen die eigene Regierung vor, so auch das Grundgesetz. Die Literatur dagegen kann Widerstand historisieren, heroisieren und verurteilen, zu ihm anstiften oder seine Ambivalenz aufzeigen. Vor allem kann sie auch reflektieren, unter welchen Bedingungen Widerstand überhaupt materiell und geistig möglich wird, wann und wie er scheitert und in welchen subtilen Formen er auftritt, ohne überhaupt ins Blickfeld des Rechts zu rücken. In diesem Gespräch denken ein Schriftsteller und ein Dozent, beide Juristen und Philosophen, gemeinsam darüber nach, inwiefern Recht und Literatur hier und heute Spiegel, Instrumente oder Bremsen des Widerstands sind. Mesut Bayraktar, geboren 1990 in Wuppertal und Kind türkischer Arbeitsmigranten, hat Jura und Philosophie studiert. Als Schriftsteller schreibt er Romane und Gedichte, Erzählungen, Theaterstücke sowie Essays für diverse Zeitungen und Magazine. Er hat das Kollektiv nous – konfrontative Literatur 2013 mitgegründet und ist dort Redakteur. 2024 erschien sein Erzählband Die Lage. 2025 erschien sein Lyrikdebüt Linke Melancholie. Tim Wihl hat Politik- und Rechtswissenschaft studiert und zu Aufhebungsrechten promoviert. Er war Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Gastprofessor an der Humboldt-Universität mit Aufenthalten an der Sorbonne und in Princeton sowie Fellow am The New Institute in Hamburg. Derzeit ist er Vertretungsprofessor für Öffentliches Recht und Grundlagen des Rechts an der Universität Erfurt. Von ihm erschien 2024 das Buch Wilde Demokratie. Das Recht auf Protest. Moderation: Johanna Bröse

    Widerstand in Recht und Literatur - Lesung und Gespräch zwischen dem Schriftsteller Mesut Bayraktar und dem Rechtswissenschaftler Tim Wihl
  3. −1 d

    Verdrängte Philosophie - Zur Bedeutung einer Metatheorie von Marx' Kritik der politischen Ökonomie

    Norbert Walz unternimmt in seinem Vortrag eine Rekonstruktion der Beziehung von Karl Marx zur Philosophie von den Anfängen bis zum "Kapital". Im Gegensatz zum traditionellen Marxismus sieht der Autor in der "marxistischen Philosophie", die vor allem auf Friedrich Engels zurückgeht, keine Entsprechung mit dem, was Marx unter Philosophie verstand. Allerdings blieb das Verhältnis von Marx zur Philosophie ambivalent: Einerseits bezieht er sich positiv auf sie, andererseits lehnt er sie seit der "Deutschen Ideologie" schroff ab. Unter der Oberfläche seiner Antiphilosophie verbergen sich philosophische Inhalte, die aufgrund einer Verdrängung nicht in der manifesten Theorie adäquat erscheinen konnten. Es enstanden Leerstellen der Theorie (Theorien des Individuums, der Geschichte, der Natur und des Wissens), die mit einer Metatheorie bzw. Postphilosophie aufzufüllen sind. Walz' Ansatz integriert mehrere unorthodoxe Lesarten von Marx, insbesondere die Wert- und Arbeitskritik, die Neue Marx-Lektüre und die Kritische Theorie. Referent: Dr. Norbert Walz ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Erlangen-Nürnberg tätig und beschäftigt sich insbesondere mit Kritischer Theorie, philosophischer Anthropologie und Ethik. 2025 erschien sein Buch Verdrängte Philosophie. Zur Bedeutung einer Metatheorie von Marx' Kritik der politischen Ökonomie beim Schmetterling Verlag.

    Verdrängte Philosophie - Zur Bedeutung einer Metatheorie von Marx' Kritik der politischen Ökonomie

Om

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