Männer und Frauen berichten ähnlich häufig davon, in ihren Beziehungen körperliche Gewalt erfahren zu haben. Das belegt eine Dunkelfeldstudie des Bundeskriminalamtes. Wie kann das sein, denken wir bei Partnerschaftsgewalt doch vor allem an Männer als Täter? »Wir sehen Frauen oft nicht in ihrer Ganzheit, in ihrer Destruktivität, in ihrer Wut«, erzählt die Soziologin und Gewaltforscherin Rebecca Gulowski den Podcasthosts Melanie Büttner rund Sven Stockrahm. Gewalt, die von Frauen ausgehe – egal, ob psychisch, physisch oder sexualisiert –, werde oft kleingeredet oder pathologisiert: »Das Bild von der verrückt gewordenen Furie«, sagt Rebecca, sei aber »eher konstruiert«. Und gleichzeitig gehöre zur Wahrheit, dass männliche Partnerschaftsgewalt meist intensiver und folgenschwerer sei und größere Angst oder sogar Todesangst auslöse als weibliche. In dieser Folge geht es um Frauen, die übergriffig werden, welche Rolle Scham, Geschlechterstereotype und eigene Gewalterfahrungen dabei spielen. Und wie sich die Gewalt verhindern lässt. Mehr zu unserer Gästin und weitere Infos - Rebecca Gulowski ist Professorin für Sozialwissenschaften, wissenschaftliche Referentin für Familienhilfe und Kinderschutz am Deutschen Jugendinstitut und psychosoziale Beraterin mit Schwerpunkt Trauma und Gewaltprävention. Sie forscht unter anderem zu Partnerschaftsgewalt und weiblicher Täterinnenschaft. - Wir zitieren aus der Dunkelfeldstudie Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag – kurz LeSuBiA – des Bundeskriminalamtes von 2026. Sie liefert Daten zu Gewalterfahrungen in Deutschland, insbesondere zur psychischen und körperlichen Gewalt in Partnerschaften. - Weitere erwähnte Studien und Forschungsarbeiten: Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche (Deutsches Ärzteblatt: Dreßing et al., 2025), Partnerschaftsgewalt durch Frauen (in Handbuch Häusliche Gewalt: Rebecca Gulowski, 2020), Beratung für Frauen, die Partnerschaftsgewalt ausüben (in Handbuch Häusliche Gewalt: Gulowski & Schünemann-Homburg, 2020), Das Fremde in mir. Gewaltdynamiken in Liebesbeziehungen zwischen Frauen. Soziologische Perspektiven auf ein Tabuthema (Constance Ohms, 2015) - Rebecca Gulowski war selbst lange für violenTia in München tätig, eine Fachberatungsstelle speziell für Frauen, die in ihrer Partnerschaft Gewalt ausüben. Eine spezialisierte Psychotherapie kann dabei helfen, die Folgen von sexueller Gewalt und anderen Traumatisierungen zu bewältigen. Psychotherapeuten mit einer traumaorientierten Zusatzausbildung sind hier zu finden: - Traumaambulanzen: in verschiedenen Städten - Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT) - Fachverband für Anwender der psychotherapeutischen Methode Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDRIA) Alle Folgen vom Sex- und Beziehungspodcast auch auf www.zeit.de/istdasnormal Kennst du unser Buch? »Ist das normal? Sprechen wir über Sex, wie du ihn willst« Folge den Hosts, der Ärztin und Sexualtherapeutin Melanie Büttner und dem ZEIT-Ressortleiter Wissenschaft, Sven Stockrahm, auf Instagram unter @dr.melanie.buettner und @svensonst. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.