Am Mikro

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Hinter jedem Buch stecken Geschichten. Verlegerin Nikola Richter lädt Autorinnen und Autoren ihres Verlags mikrotext zum Gespräch ein.

  1. Mit Dora Kaprálová über Winterschlaf, Sehnsucht und das Verspielte der mitteleuropäischen Tradition

    12/08/2024

    Mit Dora Kaprálová über Winterschlaf, Sehnsucht und das Verspielte der mitteleuropäischen Tradition

    „Vielleicht ist es eine Katastrophe für meine Zukunft, aber ich denke, dass Ironie uns nicht rettet, aber doch etwas Sentimentalität und Pathos." Einen Winter lang hat die tschechische Autorin Dora Kaprálová einen Text über die Sehnsucht zu einem anderen geschrieben. In Winterbuch der Liebe dreht sie den Blick um, der bei Péter Esterházy in seinem Buch Eine Frau auftaucht, wartet nicht auf die Liebe, sondern schaut mit beiläufiger Sehnsucht auf die Nähe zu anderen, sei es ein Müllmann, Jamie Oliver, eine Jugendliebe ... In gewitzter, liebevoller Sentimentalität entsteht ein Reigen über Vorstellungen von Männlichkeit, Beziehung, Weiblichkeit. Eine fragmentarische Sprache der Liebe. „Hier schreibt eine Feministin – aber eine, die ihre Position nicht verteidigen muss und deshalb auch Nachsicht üben kann. Und die sich zu wilder Weiblichkeit bekennt: ,Wir sind Sklaven unserer Sehnsucht.’“ Irmtraud Gutschke, der Freitag Dora Kaprálová wurde 1975 in Brno, Tschechien, geboren, und lebt mit ihren zwei Töchtern in Berlin. Die Journalistin und Autorin studierte Dramaturgie und Drehbuch an der Janáček Akademie für Darstellende Künste in Brno. Ihre Arbeiten wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet, davon zweimal mit dem deutsch-tschechischen Journalistenpreis (2016, 2017). Winterbuch der Liebe (2024) ist ihr Debüt bei mikrotext in der Übersetzung von Nataša von Kopp.

    21 min
  2. Mit Isobel Markus über die guten Geschichten beim Dating, Erwartungen und das Schreiben für Freundinnen

    07/28/2024

    Mit Isobel Markus über die guten Geschichten beim Dating, Erwartungen und das Schreiben für Freundinnen

    "Alle erleben solche Geschichten und das ist wahrscheinlich gar nichts Neues, dachte ich, aber als es dann hieß, das musst du unbedingt aufschreiben, dachte ich, ok." Seit Corona ist das Online-Dating mehr in der Mitte der Gesellschaft angekommen, findet die Autorin Isobel Markus. Im mikrotext-Podcast erzählt sie davon, wie ihr ihr Dating-Roman entstanden ist. Wie im 19. Jahrhundert habe man sich während der Pandemie zum Spazierengehen im Park verabredet und es seien auch Freundschaften entstanden. Mit einem "lachenden Augen", sagt Isobel Markus, habe sie die skurrilen und seltsamen Begegnungen in eine Romanform überführt. Das Besondere ist: Der Roman schafft, eine typische Erlebensform des digitalen und analogen Kennenlernens des 21. Jahrhunderts zu erzählen, und dabei neben der Suche nach Liebe, heraus aus der Einsamkeit, auch Freundschaften und erzählte Chats in die Handlung organisch einzubauen. „Aus glitzernd komischen, dramaturgisch gut getimten Szenen, interessanten Informationen über die Verdauungsprodukte von Wombats und der richtigen Portion Beziehungsphilosophie hat Isobel Markus einen rasant unterhaltsamen Roman gebastelt, der ganz ohne die Klischees des Genres auskommt.“ Felix Müller, Berliner Morgenpost Isobel Markus ist freie Autorin und lebt in Berlin. Sie schreibt für die Berliner Szenen und weitere Rubriken der taz. Ihre Kurzgeschichten wurden in Literaturzeitschriften und Anthologien veröffentlicht und ins Arabische übersetzt. Bisher erschienen von ihr Stadt der ausgefallenen Leuchtbuchstaben (2021), Der Satz (2022) und Neues aus der Stadt der ausgefallenen Leuchtbuchstaben (2023), alle im Quintus Verlag. Dating-Roman ist ihr zweiter Roman und 2024 bei mikrotext erschienen. In der Lettrétage veranstaltet sie die senatsgeförderte Veranstaltungsreihe Berliner Salonage.

    18 min
  3. Mit Mely Kiyak über das Gärtnern, biologischen Schnellkompost und den Klang der Klosterpforte in Fulda

    05/07/2024

    Mit Mely Kiyak über das Gärtnern, biologischen Schnellkompost und den Klang der Klosterpforte in Fulda

    „Egal über welchen Aspekt des Klosters wir sprechen wollen, wir werden immer bei Wertschätzung landen.“ Die Autorin Mely Kiyak hat vor vielen Jahren das Gärtnern bei den Benediktinerinnen der Abtei zur Heiligen Maria in Fulda gelernt. Als Geschenk für ihre Lehrerinnen und mittlerweile Freundinnen, die Schwestern dort, schrieb sie die Geschichte des Klostergartens auf. In ihrem Buch DIESER GARTEN erzählt sie von den unglaublich erfinderischen Nonnen, dem Jahrhunderte alten Klostergarten, dem Beobachten und Aufschreiben, sowie von der Pflege des Diesseitigen. Für Mely Kiyak ist die ökologische Landbewirtschaftung eine der ältesten Kulturtechniken, und einen Garten zu gestalten, ist eine Kunst. Ihr Buch reiht sich ein in die Gartenliteratur, ein moderner Klassiker. Ein Gespräch über das Lernen, das Klosterleben und den Umgang mit der Erde. Mely Kiyak ist Autorin von Büchern und Theatertexten. Bei Zeit Online erscheint ihre Serie „Gute Momente“, für das Gorki-Theater schreibt sie „Kiyaks Theater Kolumne“. Für ihre Arbeit wurde Mely Kiyak vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Theodor-Wolff-Preis und dem Kurt-Tucholsky-Preis. Zuletzt erschienen bei Hanser Frausein (2020), Werden sie uns mit FlixBus deportieren? (2022) und Herr Kiyak dachte, jetzt fängt der schöne Teil des Lebens an (2024). Dieser Garten (2024) ist ihre aktuelle Neuerscheinung bei mikrotext.

    31 min

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