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ist der zweiwöchentliche Podcast von Irmtraud Gutschke, Literaturkritikerin und beheimatet in Bücherbergen. In jeder Folge zieht sie ein neues Buch heraus und stellt es den Hörer*innen vor: interessante Neuerscheinungen, wieder auftauchende Perlen oder Evergreens, die mit der Zeit nur besser werden. Nachzuhören auf dasnd.de/buecherberge

Bücherberge nd

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ist der zweiwöchentliche Podcast von Irmtraud Gutschke, Literaturkritikerin und beheimatet in Bücherbergen. In jeder Folge zieht sie ein neues Buch heraus und stellt es den Hörer*innen vor: interessante Neuerscheinungen, wieder auftauchende Perlen oder Evergreens, die mit der Zeit nur besser werden. Nachzuhören auf dasnd.de/buecherberge

    Im Menschen muss alles herrlich sein

    Im Menschen muss alles herrlich sein

    Man hätte diesen Roman auch »Amphibienmenschen« nennen können, in Anlehnung an den sowjetischen Film »Der Amphibienmensch«, der auf Seite 374 vorkommt. Es geht darin um einen jungen Mann, dem sein Wissenschaftler-Vater Kiemen einpflanzte, der also im Wasser wie auch auf dem Lande leben kann, aber immer nur eine bestimmte Zeit.




    Sasha Marianna Salzmann, 1985 in Wolgograd geboren und seit 1995 in Deutschland lebend, bezeichnet sich als »genderfluid«. Auf packende Weise wird in diesem Roman vom schwierigen Leben zwischen verschiedenen Identitäten erzählt, was Geschlecht und Herkunft betrifft. Was es bedeutet für Juden aus Russland, in der deutschen individualisierten Gesellschaft zu leben? Wie steckt ihnen das Ende der UdSSR noch in den Knochen? Selten ist davon so eindringlich erzählt worden wie hier, meint Irmtraud Gutschke.




    Sasha Marianna Salzmann: Im Menschen muss alles herrlich sein. Roman. Suhrkamp, 381 S., geb., 24 €

    • 11 min
    Naturwunder

    Naturwunder

    Wusstet ihr, dass es 2,2 bis 3,8 Millionen Pilzarten auf Erden gibt und dass wir gerade mal fünf Prozent davon kennen? »Das Museum der Pilze« von Esther Gaya, wunderschön illustriert von Katie Scott, ist so fasslich, unterhaltsam geschrieben, dass es auch wissensdurstigen Kindern gefällt, und Erwachsene wird es noch mehr faszinieren. Einblicke in ein verborgendes Reich: Das betrifft ebenso das Buch von Dominik Eulberg, der eigentlich Techno-DJ ist, aber als Hobby-Biologe verblüffende Sachkenntnis mit einer geradezu ansteckenden Begeisterung verbindet. »Mikroorgasmen überall«:




    Mit den Kranichen beginnt der Band und endet mit den Libellen, die seit 320 Millionen Jahren unseren Luftraum erobert haben. Florfliegen und Glühwürmchen, Biber und Maulwürfe, Schnecken und Spitzmäuse – was alles man hier erfährt lässt aufmerksamer dafür werden, dass wir Menschen nur Lebewesen unter vielen anderen sind.




    Esther Gaia: Das Museum der Pilze: Eintritt frei. Prestel Verlag, 72 Seiten, geb., 26 €




    Dominik Eulberg: Mikroorgasmen überall. Eichborn, 350 S., geb., 25 €

    • 16 min
    Weiße Rentierflechte

    Weiße Rentierflechte

    Ein erstaunliches Buch: »Weiße Rentierflechte« von Anna Nerkagi ist die erste Veröffentlichung einer Autorin der Nenzen, eines der kleinen Völker im hohen Norden Russlands, das vornehmlich von der Jagd, dem Fischfang und der Rentierzucht lebt. Ein Mann wird gegen seinen Willen verheiratet. Er liebt eine Andere, die er sieben Jahre lang nicht gesehen hat. Und was wird nun aus seiner Angetrauten?




    Der Roman ist auch deshalb so spannend, weil man viel über das Leben dieser Nomaden in der Sowjetunion und heute erfährt, über ihre Weltsicht, die in ferner Vergangenheit wurzelt und dabei Zukunftsweisendes enthält.




    Anna Nerkagi: Weiße Rentierflechte. Aus dem Russischen von Rolf Junghanns. Mit Fotos von Sebastião Salgado. Faber & Faber, 192 S., geb., 22 €

    • 17 min
    Donnerstagsmordclub

    Donnerstagsmordclub

    In der neuen Folge von »Bücherberge«, dem nd-Podacst ( dasnd.de/buecherberge) bespricht Irmtraud Gutschke »Der Donnerstagsmordclub« , ein witzig-spannender Bestseller-Krimi aus Großbritannien: über eine Million verkaufter Bücher . Für einen Roman, der im Seniorenheim spielt und gekonnt dem Erfolgsrezept des klassischen englischen Krimis folgt. Dabei kommt es ja vor allem auf die Lösung von Rätseln an. In diesem Sinne, zur eigenen Unterhaltung, beschäftigt sich der »Der Donnerstagmordclub« mit alten Kriminalfällen. Doch dann geschieht im Heim der erste Mord. Elizabeth, die als Geheimdienstagentin diverse Erfahrungen und Verbindungen mitgebracht hat, Ibrahim, ein Psychiater, der immer noch Patienten empfängt, Ron, ein einstiger Gewerkschaftsführer, und die zupackende Krankenschwester Joyce beginnen zu ermitteln und finden sogar Partner bei der örtlichen Polizei. Ein Buch voller Wortwitz und Situationskomik, in dem sich immer wieder neue spannende Zusammenhänge auftun.


    Richard Osman: Der Donnerstagsmordclub. Kriminalroman. Aus dem Englischen von Sabine Roth. List Verlag, 453 S., br. 15,99 €.

    • 10 min
    Der Brand

    Der Brand

    Die einsame Almhütte ist abgebrannt, wo Rahel und Peter ohne Fernsehen und Internet ihre Ferien verbringen wollten. Sie hatte gehofft, dort ihrer Ehe neuen Schwung zu geben. Wird das auch auf dem Hof in der Uckermark gelingen, wo sie sich um Garten und Tiere zu kümmern haben? Und was ist überhaupt das Problem dieser beiden gut situierten Leute im mittleren Alter?




    Daniela Krien, 1975 in Mecklenburg-Vorpommern geboren, erzählt nicht nur eine unterhaltsame Sommergeschichte, sondern leuchtet dabei unterschwellig in die Tiefen unserer Gesellschaft hinein, in der viele sich irgendwie unglücklich fühlen, obwohl es ihnen doch eigentlich gut gehen müsste. »Die Last des guten Lebens«, wie Rahel es ausdrückt, was ist damit gemeint?




    Daniela Krien: Der Brand. Roman. Diogenes Verlag, 272 S., geb., 22 €.

    • 14 min
    Sonia meldet sich

    Sonia meldet sich

    Was hat eine junge Frau im heutigen Rumänien noch mit Nicolae Ceauşescu zu tun? Eigentlich nichts. Als der rumänische Staatspräsident und seine Frau Elena 1989 vor laufenden Kameras erschossen wurden, war Sonia gerade erst geboren. Doch nicht nur, weil sie als Freiberuflerin in ständigen Geldnöten ist, reizt sie der Auftrag, für einen Film über die Tochter der Ceauşescus ein Drehbuch zu schreiben. Sie will verstehen. Hautnah lässt uns die Autorin miterleben, wie Sonia in alle Richtungen recherchiert. Wie offen sie sich dabei selber preisgibt in ihrem »Durcheinander der Gefühle«, macht die Lektüre so packend. Dass der Roman in Rumänien Furore machte, lässt sich denken, indes sind darin Probleme angesprochen, die vielen auch hierzulande bekannt vorkommen dürften.




    Lavinia Branişte: Sonia meldet sich. Aus dem Rumänischen von Manuela Klenke. Verlag Mikrotext, 320 S., br., 19.99 €.

    • 18 min

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