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ist der zweiwöchentliche Podcast von Irmtraud Gutschke, Literaturkritikerin und beheimatet in Bücherbergen. In jeder Folge zieht sie ein neues Buch heraus und stellt es den Hörer*innen vor: interessante Neuerscheinungen, wieder auftauchende Perlen oder Evergreens, die mit der Zeit nur besser werden. Nachzuhören auf dasnd.de/buecherberge

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ist der zweiwöchentliche Podcast von Irmtraud Gutschke, Literaturkritikerin und beheimatet in Bücherbergen. In jeder Folge zieht sie ein neues Buch heraus und stellt es den Hörer*innen vor: interessante Neuerscheinungen, wieder auftauchende Perlen oder Evergreens, die mit der Zeit nur besser werden. Nachzuhören auf dasnd.de/buecherberge

    Frau Shibatas geniale Idee

    Frau Shibatas geniale Idee

    Ein wunderbar witziger Roman aus Japan, der indes auch jede Menge Kritik an herrschenden Verhältnissen enthält: »Frau Shibatas geniale Idee« von Emi Yagi. Das Titelbild zeigt eine schwangere Frau, in deren Körper sich eine moderne Großstadt abbildet. Der Roman handelt auch in Tokyo. Zu Recht wird die junge Autorin für ihr Erstlingswerk als Shootingstar der japanischen Literaturszene gefeiert. In Japan gibt es, wie wir lesen, zwar Badewannen mit digitaler Temperaturwahl und Toiletten, die jedes Geräusch schlucken, was die Geschlechterrollen betrifft, ist es mit der Modernisierung indes noch nicht so weit her. Als Frau Shibata in ihrer Firma wieder einmal ermahnt wird, für alle die Kaffeetassen wegzuräumen und abzuwaschen, hat sie eine geniale Idee. sagt sie zum Abteilungsleiter, »Könnten Sie das Aufräumen heute für mich übernehmen? Ich bin schwanger.« Wie soll es nun mit ihr weitergehen? Lasst euch überraschen.




    Emi Yagi: Frau Shibatas geniale Idee. Aus dem Japanischen von Luise Steggewentz. Atlantik Verlag, 204 S., geb., 21 €.

    • 12 min
    Das Ende der Illusionen

    Das Ende der Illusionen

    Dieses Buch habe ich griffbereit auf meinem Regal: »Das Ende der Illusionen. Politik, Ökonomie und Kultur in der Spätmoderne« von Andreas Reckwitz durchleuchtet die Klassenstruktur unserer Gesellschaft, die sich seit den 1970er Jahren verändert hat. Neben der traditionellen Mittelklasse hat sich eine neue akademische Mittelklasse herausgebildet, die, oft sogar in schwierigerer ökonomischer Lage als ihre bürgerlichen Herkunftsfamilien, kulturelle Deutungsmacht beansprucht. Im Sinne des Fortschritts – doch sollte man nicht die Augen verschließen, dass nicht nur die »service class« der Niedrigqualifizierten, sondern auch die Angehörigen der traditionellen Mittelklasse, gerade im ländlichen Milieu, ganz andere Erfahrungen haben. Damit sich die Kluft zwischen Arm und Reich nicht weiter vertieft, brauchen Linke starke und breite Bündnisse und eine Vision, die über das urbane akademische Milieu hinausweist.




    Andreas Reckwitz: Das Ende der Illusionen. Politik, Ökonomie und Kultur in der Spätmoderne. Edition Suhrkamp. 306 S., br., 18 €.

    • 13 min
    Einschlafbücher

    Einschlafbücher

    Vier »Einschlafbücher« für Kinder, wobei auch Kinderbücher ja von Erwachsenen geschrieben, illustriert, verlegt, verkauft und natürlich gekauft werden.




    In dem Bändchen »Und jetzt du« von William Cole, mit Illustrationen von Tomi Ungerer im Diogenes Verlag erschienen (32 S., geb., 16 €) wir ein Einschlaftrick verraten: »Gesichter-Machen«. Vielleicht funktioniert das ja sogar.




    In »Mein Buch zur guten Nacht« von Ludvik Glazer-Naudé (Ars Edition, 96 S., geb., 22 €) sind Schlaflieder gesammelt, von denen man viele kannte, aber oft vergessen hat. »Kinderlieder sind Schätze, die man sein Leben lang mit sich führt«, meint der Autor zu Recht.




    »Kleine Gutenachtgeschichten« von Kitty Crowther (Kunstmann Verlag, 73 S., geb., 15 €) enthält drei kurze, liebenswerte Märchen. Ein richtig schönes Vorlesebuch.




    Und »Wie süß das Mondlicht auf dem Hügel schläft!« (Prestel Verlag, 160 S., geb., 26 €) ist ein Hausbuch für alle Generationen, das seinen Platz im Bücherschrank behält. Die Sammlung von Gedichten, Liedern, Geschichten, prachtvoll bebildert mit Reproduktionen berühmter Gemälde, dürfte immer wieder inspirierend sein.

    • 15 min
    Das Buch der Nacht

    Das Buch der Nacht

    Millionen Sterne und ein leuchtender Mond – der Bucheinband aus nachtblauem Leinen ist mit winzigen Glitzerpartikeln übersäht. Und für den gedruckten Text wurde eine Gestaltung gefunden, wie es sie vorher womöglich noch nie gab: In der Farbe der Seiten veranschaulichen sich Abenddämmerung, Nacht und Morgengrauen.




    »Das Buch der Nacht« von Bernd Brunner (Galiani Berlin, 192 S., geb., 28 €) ist etwas zum Staunen. In 35 Kapiteln nimmt uns der Autor mit auf eine wundersame Reise durch die Nacht – mit vielen Einzelheiten, kreuz und quer durch verschiedene Zeiten, Länder und Kulturen. Geräusche in der Nacht und gute Einfälle, Schlaflosigkeit und nächtliche Vergnügungen, der Segen und der Fluch des Lichts. Das Buch macht Lust, mal abends nicht vor der Flimmerkiste zu sitzen. Ein Spaziergang unterm Mond? Sollte man viel öfter machen, meint Irmtraud Gutschke in ihrem neuen, unterhaltsamen Podcast, der unter dasnd.de/buecherberge zu hören ist.

    • 11 min
    Im Menschen muss alles herrlich sein

    Im Menschen muss alles herrlich sein

    Man hätte diesen Roman auch »Amphibienmenschen« nennen können, in Anlehnung an den sowjetischen Film »Der Amphibienmensch«, der auf Seite 374 vorkommt. Es geht darin um einen jungen Mann, dem sein Wissenschaftler-Vater Kiemen einpflanzte, der also im Wasser wie auch auf dem Lande leben kann, aber immer nur eine bestimmte Zeit.




    Sasha Marianna Salzmann, 1985 in Wolgograd geboren und seit 1995 in Deutschland lebend, bezeichnet sich als »genderfluid«. Auf packende Weise wird in diesem Roman vom schwierigen Leben zwischen verschiedenen Identitäten erzählt, was Geschlecht und Herkunft betrifft. Was es bedeutet für Juden aus Russland, in der deutschen individualisierten Gesellschaft zu leben? Wie steckt ihnen das Ende der UdSSR noch in den Knochen? Selten ist davon so eindringlich erzählt worden wie hier, meint Irmtraud Gutschke.




    Sasha Marianna Salzmann: Im Menschen muss alles herrlich sein. Roman. Suhrkamp, 381 S., geb., 24 €

    • 11 min
    Naturwunder

    Naturwunder

    Wusstet ihr, dass es 2,2 bis 3,8 Millionen Pilzarten auf Erden gibt und dass wir gerade mal fünf Prozent davon kennen? »Das Museum der Pilze« von Esther Gaya, wunderschön illustriert von Katie Scott, ist so fasslich, unterhaltsam geschrieben, dass es auch wissensdurstigen Kindern gefällt, und Erwachsene wird es noch mehr faszinieren. Einblicke in ein verborgendes Reich: Das betrifft ebenso das Buch von Dominik Eulberg, der eigentlich Techno-DJ ist, aber als Hobby-Biologe verblüffende Sachkenntnis mit einer geradezu ansteckenden Begeisterung verbindet. »Mikroorgasmen überall«:




    Mit den Kranichen beginnt der Band und endet mit den Libellen, die seit 320 Millionen Jahren unseren Luftraum erobert haben. Florfliegen und Glühwürmchen, Biber und Maulwürfe, Schnecken und Spitzmäuse – was alles man hier erfährt lässt aufmerksamer dafür werden, dass wir Menschen nur Lebewesen unter vielen anderen sind.




    Esther Gaia: Das Museum der Pilze: Eintritt frei. Prestel Verlag, 72 Seiten, geb., 26 €




    Dominik Eulberg: Mikroorgasmen überall. Eichborn, 350 S., geb., 25 €

    • 16 min

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