Data Navigator

Dr. Martin Schirmbacher, Dr. Hubertus von Roenne

Der EU Data Act verändert die Rahmenbedingungen für den Zugang zu und den Umgang mit Daten in der gesamten EU. Er betrifft Unternehmen nahezu aller Branchen – vom Hersteller vernetzter Produkte und Cloud-Dienstleistern zu deren Nutzern. Der Data Act schafft die Grundlage für datengetriebene Geschäftsmodelle. Dieser Podcast beleuchtet Chancen und Compliance Temen, die sich aus dem Data Act ergeben.

  1. Neues aus Berlin und Brüssel: Wohin fährt der Data Omnibus?

    -6 ДН.

    Neues aus Berlin und Brüssel: Wohin fährt der Data Omnibus?

    Folge 40 des Data Navigator Podcast ist eine Sonderfolge ohne Gast: Hubertus von Roenne und Martin Schirmbacher ordnen die aktuellen regulatorischen Entwicklungen rund um den Data Act ein. Es gibt Neues aus Berlin und aus Brüssel. Teil 1: Das Data-Act-Durchführungsgesetz Wir beginnen mit dem Blick nach Berlin: Das Durchführungsgesetz zum Data Act hat dann jetzt doch überraschend schnell den Bundestag passiert. Wir erklären, warum es überhaupt ein nationales Begleitgesetz braucht und was die beiden Schwerpunkte sind: die Zuständigkeit der Bundesnetzagentur als zentrale Aufsichtsbehörde und die Ausgestaltung der Bußgelder. Dabei schauen wir auf die vier Bußgeldstufen – von fünfzigtausend bis fünf Millionen Euro – und erklären, warum die hohen Beträge nur für Gatekeeper nach DSA und DMA relevant sind. Besonders diskutieren wir die überraschende Herausnahme von Art. 4 Abs. 13 Data Act aus dem Bußgeldkatalog – einer Kernvorschrift, die regelt, unter welchen Voraussetzungen Hersteller IoT-Daten ihrer Kunden weiternutzen dürfen. Wir erörtern, ob das mit der europarechtlichen Pflicht zu wirksamen Sanktionen vereinbar ist und was die Bundesnetzagentur alternativ an Durchsetzungsinstrumenten hat – insbesondere Anordnungen und Zwangsgelder. Teil 2: Der Digitale Omnibus Im Hauptteil widmen wir uns dem Digitalen Omnibus der EU-Kommission. Wir erläutern die Hintergründe: den Draghi-Bericht, den Druck der Mitgliedstaaten und das Versprechen der Kommission, die europäische Digitalregulierung zu vereinfachen. Kern des Vorhabens ist die Konsolidierung von Data Act, Data Governance Act und Open Data Directive in einem einzigen Datengesetz – dem Data Act. Wir analysieren die wesentlichen Stoßrichtungen des Omnibus: Widersprüche zwischen bestehenden Gesetzen beseitigen, Definitionen schärfen, Ausnahmen für KMUs erweitern und die Überschneidungen zwischen Datennutzung und DSGVO klarer adressieren. Anschließend schauen wir auf die Konsultationsphase und die rund 170 eingegangenen Stellungnahmen. Auf Herstellerseite reichen die Forderungen von einer Ausnahme für B2B-Daten über die Beschränkung auf reinen Lesezugang bis zur sektoralen Herausnahme etwa von Batteriedaten. Wir ordnen ein, warum viele dieser Extrempositionen keine Chance haben werden. Auf Nutzerseite registrieren wir einen erfreulichen Trend: Mehr Nutzer melden sich zu Wort, liefern konkrete Use Cases – etwa aus dem ÖPNV – und fordern die Einbeziehung historischer Daten aus der Zeit vor dem 12. September 2025. Wir diskutieren, warum diese Altdaten für Predictive Maintenance und für die Bewertung und Finanzierung von Bestandsanlagen essentiell sein können. Zum Abschluss werfen wir einen Blick auf den weiteren Zeitplan, die zu erwartenden Trilogverhandlungen und die beteiligten Akteure – von Axel Voss über die irische Council-Präsidentschaft bis zur DG Connect. Außerdem geben wir konkrete Tipps: Jetzt mit Herstellern und Nutzern in den Dialog treten, die Bundesnetzagentur im Blick behalten und auf sektorale Standardisierungsinitiativen achten.

    52 мин.
  2. Data Act und Windenergie aus Verbandssicht

    23 МАР.

    Data Act und Windenergie aus Verbandssicht

    Thema von Folge 39 des Data Navigator Podcast ist - mal wieder - die Bedeutung des Data Act für die Windenergie. Unser Gast ist Stefan Grothe, Fachreferent Technik beim Bundesverband Windenergie (BWE), dem mit über 17.000 Mitgliedern größten Verband im Bereich der erneuerbaren Energien. Wir starten mit einem Überblick über das Windenergie-Ökosystem: Wer sind die typischen Beteiligten – von Betreibern und Betriebsführern über Hersteller und freie Serviceanbieter bis hin zu Direktvermarktern und Netzbetreibern? Stefan Grothe erklärt, warum die Betreiberstruktur in Deutschland besonders heterogen ist – von der Bürgerenergiegesellschaft bis zum großen Energieversorger. Ein Schwerpunkt liegt auf den Daten, die an Windenergieanlagen anfallen: Leistungsdaten, Wetterdaten, Temperatur, Schwingungsüberwachung und Spannungsdaten – üblicherweise als Zehn-Minuten-SCADA-Daten . Besonders spannend: Der Datenfluss ist bidirektional – Netzbetreiber und Direktvermarkter können Anlagen auch aktiv steuern, etwa bei Netzengpässen oder negativen Strompreisen. Wir diskutieren, welche neuen Möglichkeiten der Data Act eröffnet: höher aufgelöste Daten für besseres Condition Monitoring, präzisere Vorhersagen zur Lebensdauer von Großkomponenten und neue Geschäftsmodelle rund um Predictive Maintenance. Dabei spielen auch Subsysteme eine wichtige Rolle – etwa Condition-Monitoring-Systeme an Getriebe, Lagern und Rotorblättern, deren Daten bisher oft beim Hersteller oder Dienstleister verbleiben. Beim Thema Geschäftsgeheimnisse und IP-Schutz zeigt sich Stefan Grothe differenziert: Reverse Engineering über Datenanalysen sei grundsätzlich denkbar, aber in der Praxis erst nach langer Betriebszeit relevant, wenn unabhängiger Service überhaupt möglich wird. Deutlich wird auch, dass die Kenntnis über den Data Act in der Branche noch lückenhaft ist. Zum Abschluss wirft Stefan Grothe einen Blick auf wirtschaftliche Treiber: Sinkende Haftungscaps in Wartungsverträgen, steigende Anforderungen an Stromgestehungskosten und die zunehmende Bedeutung besserer Datenanalysen für Versicherer und Finanzierer machen den Data Act für die Branche strategisch relevant.

    47 мин.
  3. Data Act aus Sicht eines Maschinenherstellers

    9 МАР.

    Data Act aus Sicht eines Maschinenherstellers

    Thema von Folge 38 des Data Navigator Podcast ist die Bedeutung von Daten in der modernen Landwirtschaft – und was der Data Act konkret für Landmaschinenhersteller und Landwirte bedeutet. Unser Gast ist Georg Larscheid, Vice President Global Digital Business bei Claas, einem der weltweit führenden Landtechnikhersteller. Wir schauen darauf, welche Daten auf modernen Landmaschinen entstehen - von Maschinendaten über Prozess- und Produktionsdaten bis hin zu agronomischen Daten wie Ertrags- oder Proteinkarten. Georg Larscheid gibt dabei einen Einblick, wie über 100 Sensoren auf einer modernen Maschine arbeiten und welche davon tatsächlich für nachgelagerte Analytik und Entscheidungsunterstützung genutzt werden. Ein Schwerpunkt liegt auf der Frage, wer welche Daten braucht und welchen Mehrwert daraus zieht: Hersteller nutzen Maschinendaten zur Weiterentwicklung ihrer Produkte, Landwirte profitieren von Prozess- und agronomischen Daten zur Optimierung ihrer Betriebsführung – von der standortspezifischen Düngung bis zur gezielten Pflanzenschutzapplikation. Die Sicht des Herstellers: Landwirte wollen keine Rohdaten, sondern Lösungen und Entscheidungshilfen. Im zweiten Teil sprechen wir über die zentralen Spannungsfelder beim Datenteilen. Georg Larscheid erklärt anschaulich, warum der Schutz von Geschäftsgeheimnissen und geistigem Eigentum für Hersteller wie Claas essentiell ist: Über den Zugang zu Regeldaten automatisierter Systeme sei ein Reverse Engineering von Algorithmen möglich. Daneben diskutieren wir das Spannungsfeld zwischen Innovation und Standardisierung: Interoperabilität ist für Landwirte unverzichtbar, doch Standardisierung hinkt der Innovation naturgemäß hinterher. Zum Abschluss berichtet Georg Larscheid, wie Claas den Data Act konkret umgesetzt hat – von der internen Klassifizierung sensibler und nicht-sensibler Daten über die Zusammenarbeit zwischen Rechtsabteilung und Entwicklerteams bis hin zur Liveschaltung einer Datenexport-Schnittstelle im Kundenportal. Seine ehrliche Bilanz: Die Nutzung der Exportfunktion durch Landwirte ist bisher noch sehr verhalten. Sein Wunsch an die Weiterentwicklung des Data Act: mehr Klarheit beim IP-Schutz und eine stärkere Berücksichtigung der Wertschöpfungskette. Daten seien ein Betriebsmittel, das selbst einen Wert hat.

    52 мин.
  4. Was macht die Bundesnetzagentur mit dem Data Act?

    23 ФЕВР.

    Was macht die Bundesnetzagentur mit dem Data Act?

    Thema von Folge 37 des Data Navigator Podcast ist die Bundesnetzagentur als künftige Aufsichtsbehörde für den Data Act. Unser Gast ist Andrea Sanders-Winter, Leiterin der Digitalabteilung bei der BNetzA. Wir sprechen darüber, warum gerade die Bundesnetzagentur die geeignete Behörde für die Durchsetzung des Data Act ist – und welche Erfahrungen sie aus über fünf Jahren Digitalregulierung mitbringt, von Netzneutralität und Geoblocking über elektronische Vertrauensdienste bis hin zur KI-Verordnung. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Stand des nationalen Gesetzgebungsverfahrens: Wie weit ist das Durchführungsgesetz, welche Rolle spielen die BfDI und sektorale Fachbehörden – und wie realistisch ist die geplante Personalausstattung? Außerdem ordnen wir die Diskussion um die Bußgeldhöhe ein und erfahren, wie die Bundesnetzagentur ihre Durchsetzungsstrategie zwischen Unterstützung, Verwaltungsverfahren und Sanktionen ausbalancieren will. Im zweiten Teil geht es um die konkreten Vorbereitungen der Bundesnetzagentur: Aufbau von IT-Systemen für Beschwerdeverfahren, ein umfangreiches Informationsangebot auf der Website, FAQ-Formate und geplante Veranstaltungsreihen für Unternehmen und Verbände. Andrea Sanders-Winter erläutert, wie die Abstimmung mit der EU-Kommission und den europäischen Competent Authorities funktioniert und warum eine konsistente Auslegung über Ländergrenzen hinweg entscheidend ist. Zum Abschluss blicken wir auf die Marktreaktionen: Welche Fragen stellen Unternehmen bereits, wo liegen die größten Unsicherheiten – etwa beim Schutz von Geschäftsgeheimnissen oder den Auswirkungen des Digitalen Omnibus – und was wünscht sich die Bundesnetzagentur von den Unternehmen? Die klare Botschaft: Informiert euch, erkennt die Chancen des Data Act und nutzt die Unterstützungsangebote der Behörde.

    50 мин.
  5. Data Act im Öffentlichen Nahverkehr

    26 ЯНВ.

    Data Act im Öffentlichen Nahverkehr

    Thema von Folge 35 des Data Navigator Podcast ist die Rolle des Data Act für den öffentlichen Nahverkehr. Gast in der ersten Folge 2026 ist Kilian Spuck, Head of Digital Law, IT-Vergaberecht, Datenschutzrecht & Energierecht bei der Berliner BVG. Wir schauen darauf, welche Daten bei den Berliner Verkehrsbetrieben heute schon entstehen, welche davon besonders kritisch oder wertvoll sind, wer sie erzeugt und wer sie wie nutzt. Ein Schwerpunkt liegt auf Datenzugang und Abhängigkeiten in komplexen Systemen: Wie kommt die BVG an Maschinendaten, was erhebt sie selbst – und wie transparent ist eigentlich, wer welche Daten bekommt? Dazu besprechen wir, ob und wie Daten zentral ausgewertet werden und welche konkreten Schlüsse sich daraus für Betrieb, Planung und Service ableiten lassen. Im zweiten Teil ordnen wir den EU Data Act aus Nutzerperspektive ein: erste Reaktionen, Erfahrungen im Umgang mit Herstellern und die Bedeutung für den Verkehrssektor insgesamt. Aus unserem Data Navigator Forum greifen wir zentrale Punkte auf – fairer Zugang zu Maschinendaten, Datennutzung als Innovationstreiber sowie mögliche Rollen von Drittanbietern – und beleuchten typische Herstellerbedenken (z.B. Geschäftsgeheimnisse, personenbezogene Daten). Zum Abschluss geht es um Umsetzung und Praxis: Stand im Sektor, größte Hürden, Unterstützungsbedarf und Erwartungen an Politik, Behörden und Verbände. Kilian gibt außerdem konkrete Empfehlungen für andere ÖPNV-Unternehmen – und wir werfen einen Blick nach vorn: Welche Veränderungen könnte der Data Act bei der Datennutzung auslösen, und was wäre in den nächsten Jahren wünschenswert?

    53 мин.

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Der EU Data Act verändert die Rahmenbedingungen für den Zugang zu und den Umgang mit Daten in der gesamten EU. Er betrifft Unternehmen nahezu aller Branchen – vom Hersteller vernetzter Produkte und Cloud-Dienstleistern zu deren Nutzern. Der Data Act schafft die Grundlage für datengetriebene Geschäftsmodelle. Dieser Podcast beleuchtet Chancen und Compliance Temen, die sich aus dem Data Act ergeben.

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