Denkstoff kompakt

Clemente Minonne

„Denkstoff kompakt“ bietet klare Gedanken zu Psychologie, Arbeit und Organisation im Zeitalter von KI. Jede Folge bringt einen prägnanten Impuls – kurz, verständlich, relevant. Für alle, die Arbeit und Wandel neu denken wollen.

  1. 19. Episode: Wenn KI erstmals sichtbare Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlässt

    MAY 11

    19. Episode: Wenn KI erstmals sichtbare Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlässt

    In dieser Episode von Denkstoff kompakt spricht Prof. Dr. Clemente Minonne über eine neue Studie des KOF-Instituts der ETH Zürich zur Frage, ob generative KI bereits sichtbare Auswirkungen auf den Schweizer Arbeitsmarkt hat. Grundlage ist der Studienbericht „KI und der Schweizer Arbeitsmarkt: Erste Evidenz zu Auswirkungen auf Arbeitslosigkeit und Stellenausschreibungen“. Die Studie analysiert reale Daten von Arbeitssuchenden des SECO sowie umfassende Stelleninseratsdaten und zeigt, dass sich stark KI-exponierte Berufe seit der Einführung grosser Sprachmodelle Ende 2022 deutlich schlechter entwickelt haben als wenig exponierte Berufe. Besonders betroffen sind wissensintensive Tätigkeiten wie Softwareentwicklung, Programmierung, Marketing oder journalistische Arbeit. Die Episode diskutiert, weshalb generative KI sich grundlegend von früheren Automatisierungswellen unterscheidet, warum jüngere Arbeitnehmende stärker betroffen sein könnten und weshalb die Geschwindigkeit technologischer Diffusion zu einer neuen Dynamik von Arbeit führt. Sein persönliches Fazit: Die entscheidende Veränderung durch KI liegt nicht primär im Verschwinden von Arbeit, sondern in der zunehmenden Instabilität jener Wissensarbeit, die lange als besonders sicher galt. Quelle: Kläui, J., & Siegenthaler, M. (2025). KI und der Schweizer Arbeitsmarkt: Erste Evidenz zu Auswirkungen auf Arbeitslosigkeit und Stellenausschreibungen (KOF Studien Nr. 186). ETH Zürich, KOF Konjunkturforschungsstelle. https://doi.org/10.3929/ethz-c-000785283

    26 min
  2. 17. Episode: Wenn KI Arbeit verschiebt und warum der Übergang entscheidend ist

    APR 24

    17. Episode: Wenn KI Arbeit verschiebt und warum der Übergang entscheidend ist

    In dieser Episode von Denkstoff kompakt spricht Prof. Dr. Clemente Minonne über die Frage, wie KI und Automatisierung die Arbeitswelt in Europa bis 2030 verändern könnten. Grundlage ist der Studienbericht des McKinsey Global Institute „Eine neue Zukunft der Arbeit - Der Wettlauf um die Einführung von KI in Europa - welche Fähigkeiten jetzt gefragt sind“. Im Zentrum der Episode steht die Beobachtung, dass es nicht nur um Automatisierung einzelner Tätigkeiten geht, sondern vor allem um beschleunigte Berufswechsel, neue Fähigkeitsanforderungen und die gesellschaftliche Herausforderung, Übergänge aktiv zu gestalten. Der Studienbericht zeigt, dass in Europa bis 2030 insbesondere MINT- und Gesundheitsberufe wachsen könnten, während Büro- und Verwaltungstätigkeiten sowie Teile des Kundendienstes und Vertriebs unter Druck geraten. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach technologischen sowie sozialen und emotionalen Fähigkeiten, während gerade diese Kompetenzen bereits heute vielerorts knapp sind. Die Episode diskutiert, warum die Zukunft der Arbeit deshalb nicht nur ein Technologie-, sondern vor allem auch ein Qualifizierungs-, Führungs- und Verteilungsthema ist. Sein persönliches Fazit: Die entscheidende Herausforderung der KI-Zukunft liegt nicht primär in der Automatisierung selbst, sondern in der Fähigkeit von Unternehmen, Bildungssystemen und Politik, berufliche Übergänge so zu gestalten, dass Produktivität steigt, ohne dass zu viele Menschen den Anschluss verlieren. Quelle: Chui, M., Durth, S., Hazan, E., Huyghues-Despointes, R., Madgavkar, A., Maor, D., Dandona, G. S., & Smit, S. (2024). Eine neue Zukunft der Arbeit: Der Wettlauf um die Einführung von KI in Europa – welche Fähigkeiten jetzt gefragt sind. McKinsey Global Institute.

    22 min
  3. 16. Episode: Wenn KI Teams verändert und Zusammenarbeit neu gestaltet

    APR 17

    16. Episode: Wenn KI Teams verändert und Zusammenarbeit neu gestaltet

    In dieser Episode von Denkstoff kompakt spricht Prof. Dr. Clemente Minonne über die Frage, wie Teams gestaltet sein müssen, damit Zusammenarbeit mit künstlicher Intelligenz überhaupt funktionieren kann. Auf Basis einer aktuellen Studie wird gezeigt, dass nicht nur Kompetenzen, sondern insbesondere arbeits- und organisationspsychologische Faktoren wie Technologieakzeptanz, Selbstwirksamkeit und Vertrauen entscheidend für erfolgreiche Mensch-KI-Kollaboration sind. Die Episode verdeutlicht, dass KI nicht einfach in bestehende Teams integriert werden kann, sondern neue Anforderungen an Teamzusammensetzung und organisationale Gestaltung stellt. Im Zentrum steht die Erkenntnis, dass Zusammenarbeit mit KI immer auch mit Unsicherheit verbunden ist; insbesondere durch plausible, aber potenziell fehlerhafte Ergebnisse. Organisationen müssen daher lernen, nicht nur Technologie zu implementieren, sondern auch Vertrauen, Reflexion und Urteilsfähigkeit systematisch zu entwickeln. Sein persönliches Fazit: Erfolgreiche KI-Nutzung ist weniger eine Frage der Technologie als eine Frage der Menschen und ihrer Haltung. Entscheidend ist nicht, wie leistungsfähig ein KI-System ist, sondern ob sich Teams gut ergänzen, um dessen Ergebnisse kritisch einzuordnen und verantwortungsvoll zu nutzen. Quelle: La Torre, D., Colapinto, C., Durosini, I., & Triberti, S. (2023). Team Formation for Human–Artificial Intelligence Collaboration in the Workplace: A Goal Programming Model to Foster Organizational Change. IEEE Transactions on Engineering Management. https://doi.org/10.1109/TEM.2021.3077195

    14 min
  4. 15. Episode: Wenn KI Wissen demokratisiert und Organisationsstruktur sich neu formiert

    APR 10

    15. Episode: Wenn KI Wissen demokratisiert und Organisationsstruktur sich neu formiert

    In dieser Episode von Denkstoff kompakt spricht Prof. Dr. Clemente Minonne über die Frage, wie KI die Organisationsstruktur verändert. Auf Basis einer aktuellen Studie wird gezeigt, dass KI nicht einfach zu flacheren Hierarchien führt, sondern die Logik organisationaler Wissensverteilung verschiebt. Im Zentrum steht die Beobachtung, dass KI Mitarbeitenden erlaubt, Aufgaben jenseits ihres bisherigen Wissensniveaus zu bearbeiten, gleichzeitig aber neue Unsicherheit erzeugt, insbesondere durch plausible, aber falsche Ergebnisse. Die Episode arbeitet heraus, dass Hierarchie aus dieser Perspektive nicht nur mit Macht, sondern mit der Verteilung von Wissen zusammenhängt. Wenn KI Wissen scheinbar verfügbar macht, verändert sich damit auch die Funktion von Management. Führungskräfte werden nicht automatisch weniger wichtig, sondern übernehmen unter Umständen neue Rollen als Einordner, Validierer und Verantwortungsinstanzen. Zugleich zeigt die Studie, dass KI je nach Zuverlässigkeit, Fähigkeitsgewinn und Produktivität sehr unterschiedliche Strukturfolgen haben kann: von Deskilling über verstärkten Kontrollbedarf bis hin zu neuen Formen von Upskilling und flacheren Expertenstrukturen. Dabei wird deutlich, dass KI nicht nur Prozesse beschleunigt, sondern auch die Anforderungen an Urteilskraft, Vertrauen und organisationale Einbettung erhöht. Sein persönliches Fazit: KI verändert nicht nur, wie Arbeit erledigt wird, sondern wie Wissen, Verantwortung und Bedeutung in Organisationen verteilt sind. Erfolgreiche KI-Integration ist deshalb nicht primär eine technische Frage, sondern eine Frage organisationaler Gestaltung. Quelle: Xu, F., Hou, J., Chen, W., & Xie, K. (2025). Generative AI and Organizational Structure in the Knowledge Economy. arXiv. https://doi.org/10.48550/arXiv.2506.00532

    28 min
  5. 13. Episode: Wenn Zusammenarbeit mit KI Unsicherheit erzeugt, und die Rolle der Führung

    MAR 27

    13. Episode: Wenn Zusammenarbeit mit KI Unsicherheit erzeugt, und die Rolle der Führung

    In dieser Episode von Denkstoff kompakt spricht Prof. Dr. Clemente Minonne über die Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitenden und künstliche Intelligenz und darüber, warum diese Zusammenarbeit zugleich aktivierende und problematische Effekte haben kann. Auf Basis einer empirischen Studie zeigt er, dass Employee–AI Collaboration häufig zu AI Uncertainty führt, also zu Unsicherheit darüber, wie sich KI entwickelt, welche Aufgaben künftig automatisiert werden und welche Rolle Mitarbeitende selbst noch einnehmen werden. Diese Unsicherheit kann zwei unterschiedliche Reaktionen auslösen: Einerseits Job Crafting, also das aktive Anpassen und Weiterentwickeln der eigenen Arbeit, andererseits Knowledge Hiding, also das bewusste Zurückhalten von Wissen. Entscheidend ist dabei die Rolle der Digital Leadership: Führungskräfte mit digitaler Orientierung können Unsicherheit so rahmen, dass daraus eher Lern- und Gestaltungsprozesse entstehen als defensives Verhalten. Sein persönliches Fazit: KI verändert nicht nur Prozesse, sondern erzeugt Unsicherheit, und Führung entscheidet darüber, ob daraus Anpassung und Lernen oder Rückzug und Wissensverstecken entstehen. Quelle: Liang, Y., Yang, M., & Wu, T.-J. (2025). Double-edged sword effect of employee–AI collaboration: The role of AI uncertainty and digital leadership. Leadership & Organization Development Journal. https://doi.org/10.1108/LODJ-08-2024-0553

    31 min

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