Macht Nachhaltigkeit die Baukrise schlimmer oder ist sie der Ausweg daraus?Die Baubranche steckt in einer der schwersten Krisen seit Jahren: steigende Baukosten, sinkende Aufträge, wachsender Regulierungsdruck durch Klimaziele und EU-Richtlinien. Viele Bauunternehmen fragen sich: Können wir uns Nachhaltigkeit gerade überhaupt leisten?Anne Baureis kennt beide Seiten, die Baustelle und den Paragrafen. Als Fachanwältin für Bau- und Architektenrecht in Hamburg berät sie Auftraggeber und Auftragnehmer bei komplexen Bauprojekten, von der Vertragsgestaltung bis zur nachhaltigen Umsetzung. Ihre Antwort überrascht.Das erwartet dich in dieser Folge: - Ist Nachhaltigkeit im Bau heute Luxusproblem oder Pflichtprogramm? - Welche Rolle spielen Fördergelder, Holzbau und CO₂-Bilanz in der Praxis? - Was sollten Bauunternehmen jetzt tun, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben? - Wie formuliert man Nachhaltigkeitskriterien rechtssicher im Bauvertrag? - Warum ist Nachhaltigkeit für kleine Betriebe ein Unique Selling Point und kein Kostenfaktor? Aus der Praxis: Das Hamburg-ProjektIn dieser Folge schildert Anne Baureis ein konkretes Beispiel aus ihrer Arbeit: Ein Kita-Projekt in Hamburg, das ursprünglich konventionell geplant war. Nach dem Wechsel auf Holzbau erschloss das Projekt Hamburger Fördermittel, die ohne diese Entscheidung nicht zugänglich gewesen wären und fand einen Käufer, der gezielt nach einem nachhaltigen Vorhaben gesucht hatte. Die anfänglichen Mehrkosten wurden so teilweise kompensiert.---Wichtiger rechtlicher HinweisWer Fördermittel für Bau- oder Sanierungsvorhaben in Anspruch nehmen möchte: Den Fördermittelantrag immer vor Vertragsschluss stellen. Wer zuerst unterschreibt und dann den Antrag stellt, verliert in den meisten Programmen den Förderanspruch vollständig.--- 3 Tipps von Anne Baureis für Bauunternehmen1. Nachhaltigkeitsstrategie anlegen: Wer regelmäßig für öffentliche Auftraggeber arbeitet, sollte eine dokumentierte Strategie und Referenzliste parat haben. Öffentliche Ausschreibungen fragen Nachhaltigkeitsnachweise zunehmend aktiv ab.2. Nachhaltigkeit als USP prüfen: Über den Preis lässt sich kaum noch differenzieren. Nachhaltige Materialien, CO₂-Bilanz oder zertifizierte Bauweise können das sein, was Wettbewerber nicht sofort kopieren können.3. Markt und Regulierung beobachten: GEG, CSRD, EU-Taxonomie: Der Druck kommt nicht nur vom Gesetzgeber, sondern zunehmend vom Markt selbst. Wer früh reagiert, hat den Vorteil.---Nachhaltigkeitskriterien im Bauvertrag: Was wirklich zähltFormulierungen wie „Nachhaltigkeit ist den Parteien wichtig" sind rechtlich wertlos. Was zählt: konkrete, messbare Kriterien im Vertrag. Zum Beispiel auf Basis von ESG-Kategorien (ökologisch, ökonomisch, sozial). Nur wer das klar definiert, kann im Streitfall rechtliche Konsequenzen ziehen.---Für wen ist diese Folge?Für Bauunternehmen, Projektentwickler, Architekten und öffentliche Auftraggeber, die wissen wollen, wie sie Nachhaltigkeit nicht als Bürde, sondern als strategisches Instrument einsetzen, auch in Krisenzeiten. 🎙️ Jetzt reinhören und den Kanal abonnieren, um keine weitere Folge zu verpassen. --- Hier findest Du alle Veranstaltungen von Anne Baureis:Referent Anne Baureis | evergabe.de-Academy--- 🔹 Du hast Hinweise oder Anregungen zu unserem Podcast oder möchtest mehr zu einem speziellen Thema erfahren, dann schreib gern eine Mail an podcast@evergabe.de 🔹 ---- Moderation: Katrin, Julius und Pascal von der evergabe.de-Academy Produktion: evergabe.de Webinare zum Vergaberecht findest Du hier: https://academy.evergabe.de/themenbereich/vergaberecht/