Allein aus Gnade - Bibeltreue Predigten der Evangelisch-Baptistischen Christusgemeinde

EBC Waiblingen - Bibeltreue evangelische Baptisten Gemeinde für Jesus Christus

Die Evangelisch-Baptistische Christusgemeinde ist eine junge Gemeinde, um den Menschen im Remstal bei Stuttgart den Anschluss an eine bibeltreue Gemeinde zu ermöglichen und Gottes Wort zu verkündigen. Unser höchstes Ziel als Gemeinschaft ist es, für Gott zu leben, und Ihm durch unser Leben und durch unsere Gottesdienste die höchste Ehre zu bringen. Besuchen Sie gerne unseren Gottesdienst! Weitere Infos auf unserer Homepage: ebc-waiblingen.de

  1. 3d ago

    Fürchte Gott und halte seine Gebote (Prediger 12,13-14) - Richard Friesen

    ## ZusammenfassungSalomo fasst im Prediger sein ganzes Buch zusammen: Fürchte Gott und halte seine Gebote, denn jeder Mensch wird eines Tages im gerechten, endgültigen Gericht Gottes Rechenschaft ablegen.## Details**Der Kontext der Schlussverse (Prediger 12,13-14)**Wie eine Doktorarbeit oder eine gute Predigt endet Salomo sein Buch mit einer Zusammenfassung. Er zieht Bilanz über alle behandelten Lebensbereiche – Reichtum, Zeit, Weisheit, Jugend, Alter und Sterben – und bringt die „Hauptsumme aller Lehre" in einem einzigen Satz auf den Punkt: Ohne Gott findet der Mensch in allem nur Sinnlosigkeit, mit Blick auf Gott und Ewigkeit gewinnt das Leben Sinn.**Erstens – Wie du Gott fürchten sollst**Der Name „Elohim" (rund 2600 Mal im AT) drückt Macht, Größe, Herrlichkeit und Schrecken aus; Gott wird sogar „der Furchtbare" genannt (die Furcht Isaaks, Ps 111,9). Das hebräische Wort „fürchte" meint Schrecken, Entsetzen und Zittern. Diese Furcht zeigt sich dreifach: als Erschaudern vor Gottes Gericht (Adam nach dem Sündenfall), als ehrfürchtige Anbetung seiner Herrlichkeit (Jakob in Bethel) und als dankbare Hingabe wegen seiner Gnade (David, Ps 130,4). Definiert: die Wahrnehmung der Heiligkeit, Größe und Güte Gottes, ausgedrückt in Ehrfurcht, Staunen, Anbetung und Freude.**Zweitens – Wie sich die Furcht Gottes zeigen soll**Gottesfurcht und das Halten der Gebote sind zwei Seiten einer Medaille (Sprüche 14,2). Je größer die Furcht, desto heiliger das Leben. John Bunyan vergleicht es mit einem Kind, das seine liebevollen Eltern nicht kränken will. Josef floh vor Potiphars Frau, weil er nicht gegen Gott sündigen wollte. Auch das Neue Testament betont dies: „Bewirkt euer Heil mit Furcht und Zittern" (Philipper), heilig leben „in der Furcht Gottes" (2. Korinther).**Drittens – Wer Gott fürchten soll**„Das ist der ganze Mensch" – das Gebot gilt jedem Menschen, der je gelebt hat, unabhängig von Herkunft, Nationalität oder Alter. Doch der natürliche, gottlose Mensch fürchtet Gott nicht (Römer 3). Deshalb muss Gott selbst diese Furcht ins Herz pflanzen (Jeremia 32,40). Der Prediger ruft auf, zu Gott zu schreien und um diese Furcht zu bitten. Vier Wege, darin zu wachsen: täglich Gottes Wort lesen, regelmäßig beten (Ps 86,11), sich täglich um die Furcht bemühen (Sprüche 23,17) und Gemeinschaft mit Gottesfürchtigen pflegen (Ps 119,63).**Viertens – Wieso du Gott fürchten sollst**Weil jeder Mensch eines Tages vor Gott stehen und Rechenschaft ablegen wird (Hebräer 9,27). Das Gericht ist gewiss – Tag, Ort, Geladene und Richter (Jesus Christus) stehen fest. Es ist umfassend: alle Werke, Worte, Gedanken und verborgenen Motive werden offengelegt (Lukas 8,17). Es ist gerecht, weil Gott allwissend ist, und endgültig – das Urteil kann nie widerrufen werden. Diese Gewissheit soll uns motivieren, Gott zu fürchten und in seinen Wegen zu wandeln, denn nur so findet man in einer gefallenen Welt wahre Glückseligkeit.

  2. Jul 22

    Lehrreiches aus der Geschichte Israels Teil 4 - Psalm 78,65-72 - Richard Friesen

    ## ZusammenfassungGott wendet sich seinem widerspenstigen Volk aus freier Gnade wieder zu: Er richtet seine Feinde, erwählt Juda, baut sein Heiligtum und beruft David als Hirten – ein Bild auf Christus.## Details**Kontext des Psalms.** Diese vierte Predigt zu Psalm 78 (Verse 65–72) schließt das Lehrgedicht Asaphs ab. Zuvor wurde gezeigt, wie widerspenstig, heuchlerisch und undankbar Israel gegenüber seinem rettenden und versorgenden Gott war, sodass Gott es zeitweise dem Schwert und Gericht preisgab. Die betrachteten Verse beschreiben nun die überraschende Wende: Gott selbst greift ein, um sein zerschlagenes Volk erneut zu retten.**Gott als der Handelnde.** Betont wird durchgehend, dass Gott allein agiert – die Personalpronomen zeigen es: Er schlug die Feinde, verwarf Josef, erwählte Juda, baute das Heiligtum, berief David. Nichts Gutes in Israel veranlasste diese Zuwendung; sie entsprang einzig Gottes souveränem, freiem Willen. Israel steht dabei als Bild für alle Gläubigen, die ebenfalls feindlich gesinnt und unfähig zur Selbstrettung waren.**Erstens: Gott richtet seine Feinde (V. 65–66).** In poetischer Sprache erwacht der Herr „wie ein Schlafender“ – ein Bild dafür, dass er sein Volk zeitweise dahingab. Nun schlägt er die fliehenden Feinde von hinten. Im Gegensatz zu Ephraim, das am Kampftag furchtsam umkehrte (V. 9), triumphiert Gott. In Christus wurden Tod, Satan und alle Mächte besiegt und öffentlich zur Schau gestellt (Kolosser 2,15).**Zweitens: Gott erwählt einen Stamm (V. 67–68).** Josef und Ephraim wurden trotz großer Ehre – Josua, Gideon, die Stiftshütte in Silo – verworfen, weil sie in Ungehorsam verharrten. Stattdessen erwählte Gott Juda und den Berg Zion, obwohl Juda nicht besser war. Schon Jakobs Segen (1. Mose 49,10) kündigte an, dass aus Juda der Friedefürst kommt. Verwerfung geschieht wegen Sünde, Errettung allein aus Gottes freier Gnadenwahl (Römer 9,15.18).**Drittens: Gott baut sich ein Heiligtum (V. 69).** Zwar errichtete Salomo den Tempel auf Zion, doch Gott selbst veranlasste und vollendete den Bau, majestätisch und unverrückbar wie die Erde. Der Tempel ist ein Sinnbild für das geistliche Heiligtum: die Gemeinde. Diese ist Gottes Haus, gegründet auf Christus als Eckstein (Epheser 2,21–22; 1. Timotheus 3,15), erbaut durch Sohn und Geist aus lebendigen Steinen – und unauflöslich für immer.**Viertens: Gott erwählt einen Hirten (V. 70–72).** Nicht David erhob sich selbst; Gott berief den unscheinbaren Hirtenjungen (1. Samuel 16,12), nachdem er ihn bei der Herde für seine Aufgabe geschult hatte. David führte Israel militärisch und geistlich auf seiner Höhe, „nach der Lauterkeit seines Herzens“, weil er ein Mann nach Gottes Herzen war – das Gegenteil des herzensfernen Volkes. Er ist ein Typus auf Jesus Christus, den wahren Hirten, der vor Grundlegung der Welt erwählt wurde (1. Petrus 1,20), sein Leben für die Schafe ließ, sie sammelt und keinen verliert.**Abschluss.** Der düstere Psalm endet hoffnungsvoll: Läge die Rettung an uns, gäbe es keine Chance – doch sie liegt an Gott. Weil er die Feinde besiegt, ein Volk erwählt, ein Haus gebaut und einen Hirten berufen hat, haben Gläubige Sicherheit und Gewissheit. Die Antwort darauf ist Anbetung, Dankbarkeit, das Ablegen der widerspenstigen Natur und das Wandeln auf Gottes Wegen.

  3. Jul 19

    Zerstreut und gesammelt - Von Babel zum Tisch des Herrn (1. Mose 11) - Sebastian Thiesen

    Die Predigt stellt Babel und das Abendmahl gegenüber: Der Mensch scheitert beim eigenmächtigen Aufstieg zu Gott und wird zerstreut, doch Christus steigt herab und sammelt die Zerstreuten zu einem Leib.#### Details**Babel als Bild menschlichen Strebens:** Ausgehend von 1. Mose 11,4–9 zeigt die Predigt, wie die Menschen einen Turm bauen wollten, um sich einen Namen zu machen und nicht zerstreut zu werden. Sie versuchten Einheit aus eigener Kraft, von unten nach oben, mit eigenen Steinen.**Die Ironie des Textes:** Obwohl der Turm bis an den Himmel reichen sollte, musste Gott herabsteigen, um ihn überhaupt zu sehen. Alles menschlich Aufgebaute bleibt vom Himmel aus winzig. Am Ende trat genau das Gegenteil des Erhofften ein: Statt Sammlung kam Zerstreuung, aus einer Sprache wurden viele, aus Nähe wurde Fremdheit. Der Name Babel wird zum Wortspiel des Gottesgerichts.**Diagnose der Gegenwart:** Babel ist nicht nur alte Geschichte, sondern beschreibt die bis heute andauernde Not der Welt – Menschen bleiben voneinander und von Gott zerstreut, Sprachen reden aneinander vorbei, echte Einheit gelingt nicht.**Das Evangelium als Umkehrung:** Am Tisch des Herrn geschieht die entgegengesetzte Bewegung. Was der Mensch nicht hinaufbauen konnte, hat Gott in Christus herabgebracht. Christus sammelt nicht mit Ziegeln, sondern mit gebrochenem Brot und vergossenem Blut. Das Kreuz wurde aufgerichtet, damit Gott bis in unseren Tod hinabsteigen konnte, und gerade dort entsteht wahre Einheit.**Gesammelt zu einem Leib:** Mit Verweis auf 1. Korinther 10,17 („ein Brot, ein Leib") und das Pfingstereignis wird deutlich, dass die Verwirrung von Babel geheilt und umgekehrt wird. Offenbarung 7,9 zeigt das Ziel: eine unzählbare Menge aus allen Nationen und Sprachen, versammelt nicht vor einem Turm, sondern vor dem Lamm.**Einladung zum Tisch:** Die Gemeinde wird eingeladen, nicht als Bauleute Babels mit eigener Leistung zu kommen, sondern mit leeren Händen. Der Tisch ist für die Zerstreuten, Müden und Fernen gedeckt. Gott sagt nicht „baue dich zu mir hinauf", sondern „ich komme zu dir" – und aus vielen Zerstreuten macht Christus eins.

  4. Jul 19

    Welche Priorität hat das Wort Gottes für dich (Prediger 12,9-12) - Richard Friesen

    Salomo erklärt am Ende des Predigerbuches vier Wahrheiten über seine Worte – Ziel, Glaubwürdigkeit, Ursprung und Priorität –, um zu zeigen, dass Gottes inspiriertes Wort höchste Priorität im Leben verdient.## DetailsDie Predigt über Prediger 12,9–12 ist die vorletzte Predigt aus diesem Buch. Salomo legt dar, warum und wie er das Buch geschrieben hat, und betont vier zentrale Wahrheiten über die bewusst gewählten Worte.**Das Ziel der Worte (Vers 9):** Salomo besaß göttliche, von Gott geschenkte Weisheit. Sein Anliegen war nicht, dieses Wissen für sich zu behalten, sondern dem Volk Erkenntnis über Gott und die Schöpfung zu vermitteln. Er erwog und forschte sorgfältig, um Gottes Wahrheit klar zu kommunizieren. Anwendung: Auch wir sollen die uns geschenkte Weisheit weitergeben und nur erbauliche, gnadenreiche Worte reden (Epheser 4,29).**Die Glaubwürdigkeit der Worte (Vers 10):** Salomo suchte angenehme, anziehende Worte, um die Wahrheit gewinnend darzustellen – ohne den Inhalt zu verwässern. Sein Geschriebenes ist geradlinig, aufrichtig und wahr. Hier wirken menschliche und göttliche Komponente zusammen: Salomo überlegte, wie er formuliert, und Gott sorgte durch den Heiligen Geist für Irrtumslosigkeit (2. Petrus 1,21). Jedes einzelne Wort der Bibel ist bewusst gewählt und bedeutsam. Auch Christen sollen glaubwürdige Menschen der Wahrheit sein.**Der Ursprung der Worte (Vers 11):** Gottes Worte wirken wie Treibstacheln, die anleiten und in die richtige Richtung lenken, und wie eingeschlagene Nägel, die festigen und fixieren. Gegeben sind sie von einem Hirten – Gott selbst. Er korrigiert und leitet uns sicher ans Ziel; gegen diesen Stachel auszuschlagen (wie Saulus) bringt nur Schmerz. Damit Gottes Wort so wirken kann, braucht es die Mitgliedschaft in einer bibeltreuen Gemeinde und persönliches Bibelstudium.**Die Priorität der Worte (Vers 12):** Salomo warnt vor endlosem Büchermachen und ermüdendem Studieren. Die indirekte Aufforderung: Weil es unzählige uninspirierte Bücher gibt, soll Gottes Wort höchste Priorität haben. Ob Politik, Verschwörungstheorien, Motivationsliteratur oder YouTube-Videos – all dies lässt frustriert und leer zurück. Wer stattdessen täglich 15–30 Minuten Gottes Wort studiert, wird verändert (Psalm 1). Als praktischer Rat: einen Monat lang ein neutestamentliches Buch (z. B. Philipper) am Stück lesen, Bindewörter und Aufforderungen markieren, darüber beten; ergänzend R.C. Sprouls „Bibelstudium für Einsteiger". Die Predigt schließt mit dem Aufruf zur Buße und dem Gebet, Gott möge uns zu Christen formen, die sein Wort über alles lieben.

  5. Jul 12

    Geben segnet und wird gesegnet (Philipper 4,10-20) - Daniel Janzen

    Geben ist ein gutes Werk, das andere segnet, Gottes Reich fördert, von Gott belohnt wird und ihm als wohlriechendes Opfer gefällt – wahre Investition mit ewigem Gewinn im Himmel.#### Details**Einleitung**Anhand eines Wirtschaftslehrers, der zum Investieren in Aktien riet, wird gezeigt: Auch Gott möchte, dass wir investieren – jedoch anders, als es die Gesellschaft vorschlägt. Grundlage ist Philipper 4,10–20, wo Paulus sich für die finanzielle Unterstützung der Philipper bedankt. Predigtthema: „Geben segnet und wird gesegnet", entfaltet in fünf Aspekten.**Geben ist ein gutes Werk**Paulus bestätigt, dass die Philipper trotz seiner gelernten Genügsamkeit richtig handelten. Das griechische *kalos* (gut, edel, schön) beschreibt ihr Tun als gutes Werk nach Gottes Willen und Wesen. Gott selbst ist ein gebender Gott, dessen größte Gabe Jesus Christus ist, der arm wurde, damit wir reich würden (2. Korinther 8,9). Geben spiegelt Gottes freigebiges Wesen wider und gehört zum evangeliumswürdigen Leben – gegen unsere selbstzentrierte alte Natur. Das Beispiel der armen Witwe (Markus 12) zeigt, dass es nicht auf die Menge ankommt.**Geben segnet andere**Die Philipper spendeten nicht bloß, sondern nahmen an Paulus' Drangsal teil (*synkoinoneo* – echtes Mitleiden). Diese Liebe und Verbundenheit wurde Paulus zum Segen; aus Mangel wurde Überfluss und Erfüllung (Vers 18). Wer Not sieht und sein Herz verschließt, in dem bleibt die Liebe Gottes nicht (1. Johannes 3,17). Wir sind nur Verwalter von Gottes Gütern und dürfen Werkzeug seines Segens sein.**Geben fördert Gottes Reich**Die Philipper unterstützten Paulus schon von Anfang an, bereits in Mazedonien (Philippi, Thessalonich), aus tiefer Verbundenheit – nicht des Geldes wegen. Sie wurden zum Vorbild. Gott ordnet an, dass Evangelisten vom Evangelium leben (1. Korinther 9,13–14) und Älteste Ehre und Lohn empfangen (1. Timotheus 5,17–18). So trägt finanzielle Unterstützung den geistlichen Dienst und lässt Gottes Reich wachsen – auch heute vor Ort.**Geben wird von Gott gesegnet**Paulus sucht nicht die Gabe, sondern die „Frucht", den Gewinn für die Philipper (Vers 17). Gott vergisst kein gutes Werk, sondern belohnt es gerecht (Hebräer 6,10; Matthäus 10,41–42). Wer kärglich sät, erntet kärglich (2. Korinther 9,6). Solche Investitionen haben ewigen Bestand – Schätze im Himmel statt vergänglichem Luxus (Matthäus 6,20). Zudem verspricht Gott Versorgung mit allem Nötigen (Vers 19; Matthäus 6,33; Sprüche 19,17; Maleachi 3,10). Die Philipper gaben trotz eigener Armut über ihr Vermögen hinaus – aus Gottes Gnade (2. Korinther 8,1–4).**Geben gefällt Gott**Die Gabe wird als „Wohlgeruch, angenehmes Opfer" beschrieben (Vers 18) – alttestamentliche Opfersprache (3. Mose, Noah). Gott erfreut sich an solchen Gaben. Warnung: Gute Werke und Spenden können keine Sünde bedecken; allein das Blut Jesu Christi macht gerecht. Wahres Geben ist dankbare Antwort auf Christi Erlösung, nicht Mittel zur Selbstrechtfertigung. Abschließende Ermutigung: viel geben, um den größten Gewinn zu erzielen – denn einen fröhlichen Geber liebt Gott.

  6. Jul 9

    Lehrreiches aus der Geschichte Israels Teil 3 - Psalm 78,36–64 - Richard Friesen

    Asaph zeigt anhand Psalm 78,36–64, wie Israel trotz Gottes Erbarmen heuchelte, widerspenstig blieb und Götzen diente, bis Gottes langmütiger Zorn sich schließlich im Gericht entlud.## Details### Rückblick und AnliegenAsaph schrieb diesen Psalm, damit nachfolgende Generationen aus Israels Geschichte lernen — aus den Fehlern, der Barmherzigkeit und den Gerichten Gottes. Israel spiegelt dabei die sündige Natur jedes Menschen wider: Obwohl Gott sich naht und Gnade erweist, rebelliert der Mensch, solange Gott sein Herz nicht erneuert.### Israels Heuchelei (V. 36–37)Als Gott sie strafte, bekannten die meisten Israeliten ihre Sünden nur mit dem Mund, nicht mit aufrichtigem Herzen. Ihr Herz war nicht fest, weil sie noch kein neues Herz besaßen. Genauso laufen Menschen heute in Krankheit und Katastrophen zu Gott, vergessen ihn aber, sobald es ihnen wieder gut geht.### Gottes Erbarmen (V. 38–39)Das „er aber" beschreibt Gottes unerwartete Barmherzigkeit: Er vergab, vertilgte sie nicht und wandte seinen Zorn immer wieder ab — wie beim goldenen Kalb, als Mose fürbittend eintrat. Der Grund lag allein in Gott selbst, nicht in Israels Buße: Er gedachte, dass sie vergängliches, schwaches Fleisch sind.### Israels Widerspenstigkeit (V. 40–43)Trotz dieses Erbarmens blieb Israel trotzig und stur wie ein ungezähmtes Pferd. Ihr Ungehorsam kränkte und verletzte Gott wie ein unbelehrbares Kind seine Eltern. Der Grund: Sie erinnerten sich nicht an Gottes rettendes Handeln. Wer vergisst, wer Gott ist und was er getan hat, rebelliert.### Gottes Wunder (V. 44–55)Asaph erinnert an die Plagen über Ägypten — Wasser zu Blut, Fliegen, Frösche, Hagel, Tod der Erstgeburt. Bemerkenswert der Kontrast: Über Ägypten bahnte Gott seinem Zorn einen Weg, bei Israel hielt er ihn zurück. Der einzige Unterschied lag in Gottes freier Erwählung, nicht in Israels Würdigkeit. Gott rettete sein Volk und brachte es in seine heilige Gegenwart — das größte Privileg. Für Christen bildet dies ab, wie Christus die Sklaverei der Sünde brach und uns in Gottes Licht rief.### Israels Treulosigkeit (V. 56–58)Das „aber" in Vers 56 markiert Israels Sünde trotz aller Gnade: Sie versuchten den Höchsten, den Schöpfer und Erlöser. Wie ein trügerischer, nutzloser Bogen versagten sie. Sie stellten Götzenbilder auf allen Höhen auf und reizten damit den Gott, dessen Name selbst „Eiferer" ist, zur Eifersucht.### Gottes Grimm (V. 59–64)Der Götzendienst brachte das Maß zum Überlaufen: Gott verwarf Israel. Fünf Zeichen des Gerichts folgten — er verließ die Wohnung in Silo, gab seine Kraft in Gefangenschaft, übergab das Volk dem Schwert, ließ Jünglinge und Jungfrauen umkommen und die Priester fallen. Gottes Langmut hat ein Ende; in seine Hände zu fallen ist schrecklich.### Drei Lehren- **Langmut lernen:** Wie Gott unzählige Chancen gab, sollen besonders Eltern geduldig und liebevoll, zugleich konsequent mit ihren Kindern umgehen.- **Gehorsam lernen:** Als Wiedergeborene im neuen Bund können wir Gott gehorchen und sollen keine Götzen dulden, die ihn zur Eifersucht reizen.- **Anbetung und Demut:** Gottes unverdiente Langmut soll Dankbarkeit wecken — wir hätten Gericht verdient, empfingen aber Leben und geistlichen Segen in Christus.

  7. Jul 5

    Die überschwängliche Güte Gottes (Psalm 103) - Richard Friesen

    ## ZusammenfassungDavid lobt Gott in Psalm 103 dafür, dass Er uns nicht nach unseren Sünden behandelt, sondern Seine unendliche Güte über uns walten lässt.## DetailsDie Predigt behandelt Psalm 103, Verse 10-12, einen Lobgesang Davids über Gottes Gnadenerweise. Der Prediger strukturiert seine Auslegung in drei zentrale Aspekte der göttlichen Güte:**1. Was Gott nicht getan hat (Vers 10)**David bekennt, dass Gott ihm nicht nach seinen Sünden vergolten hat. Obwohl David Ehebruch und Mord begangen hatte – Vergehen, die laut mosaischem Gesetz den Tod verdienten – wurde er nicht gesteinigt. Der Prediger betont, dass dies auch für jeden Zuhörer gilt: Jede einzelne Sünde verdient eigentlich den Tod (Römer 6,23), doch Gott handelt nicht entsprechend unserer Verdienste mit uns.**2. Wie Gott ist (Vers 11)**Die Begründung für Gottes gnädiges Handeln liegt in Seinem Wesen. Seine Güte (hebräisch: Gnade/Treue) ist so hoch wie die Himmel über der Erde – unendlich und unerforschlich. Der Begriff "gewaltig" wird mit der Sintflut verglichen: Wie die Wassermassen selbst die höchsten Berge bedeckten, so überdeckt Gottes Güte den größten Berg unserer Sünden vollständig. Diese Güte gilt speziell denen, die Gott fürchten – eine Furcht, die bei der Bekehrung ins Herz gelegt wird.**3. Was Gott getan hat (Vers 12)**Gott hat unsere Sünden so weit von uns entfernt wie der Osten vom Westen – eine unendliche Distanz. Die Predigt verwendet verschiedene biblische Bilder: Sünden werden in die Tiefen des Meeres geworfen, hinter Gottes Rücken geworfen, und Er gedenkt ihrer nicht mehr (Hebräer 8,12). Dies geschieht durch Christus, auf den alle Sünden gelegt wurden.Der Prediger schließt mit der Ermutigung, dass dies der einzige Grund ist, warum Gläubige zum Abendmahl kommen können – nicht aufgrund eigener Würdigkeit, sondern weil Gott die Sünden ein für allemal weggenommen hat und nie wieder an sie denken wird.

  8. Jul 5

    Wie du dich auf das Altwerden und Sterben vorbereitest (Prediger 12,1-7) - Richard Friesen

    Salomo beschreibt in Prediger 12 bildhaft das mühsame Altwerden und Sterben und mahnt, schon in der Jugend an den Schöpfer zu denken, um durch Christus Hoffnung und Trost zu finden.#### DetailsDie Predigt legt Prediger 12,1–7 aus und stellt die zentrale Frage, wie man sich auf Altwerden und Sterben vorbereitet. Der Mensch bereitet sich auf Prüfungen, Beruf, Ehe und Urlaub vor, verdrängt jedoch die wesentlichsten Lebensphasen. Der Schlüssel liegt in Vers 1: früh, in der Jugend, an den dreieinigen Schöpfer zu denken – gemeint ist eine tiefe, persönliche Beziehung, die Hingabe des Lebens an Gott und der Glaube an die Vergebung durch Christus.Salomo schildert das Alter zunächst als Sturm (Vers 2): Sonne, Mond und Sterne verfinstern sich als Bild für schwindende Lebenskraft, Willen, Verstand und Emotionen; nach dem Regen kehren die Wolken wieder – ein Leid folgt dem nächsten, Krankheit reiht sich an Krankheit.In den Versen 3–5 vergleicht er den Körper mit einem verfallenden Haus: zitternde Arme und Hände, sich krümmende Beine, schwindende Zähne, nachlassende Augen, Ohren, Schlaf und Stimme. Hinzu kommen Ängste vor Höhen und Wegen, weiße Haare (Mandelbaum), Angewiesenheit auf Hilfe (Heuschrecke, Rollator) und der Verlust jeglichen Appetits und Vergnügens (wirkungslose Kaper).Wer Christus zum Fundament gemacht hat, dem wird Gott auch im Alter Fels und Helfer sein und die Beschwerden erträglicher machen – belegt mit Matthew Henry und John Gill über die Freude des Gottesfürchtigen im Alter.Die Verse 5c–7 behandeln das Sterben. Der Tod ist ein Feind und Stachel, doch für den Gläubigen nur ein Wohnortwechsel: Der Mensch verlässt seine zeitliche Hütte und bezieht sein ewiges Haus – die Gerechten das Paradies, die Gottlosen den Ort der Qual. Silberne Schnur, goldene Schale, Eimer und Rad (Vers 6) versinnbildlichen das Zerbrechen von Körper und Organen. Vers 7 kehrt zum Sündenfall zurück: Der Staub kehrt zur Erde, der Geist zu Gott, der über die Seele richtet. Entscheidend ist, einen Anwalt im Himmel – Jesus Christus – zu haben.Abschließende Ermahnungen: Die Jungen sollen den Lügen des Teufels nicht glauben (das Aufschieben der Entscheidung) und nicht auf eigene Kraft vertrauen (Jesaja 40). Die Alten sollen in ihrer Schwachheit zu Gott beten (Psalm 71), auf seine Zusage vertrauen (Jesaja 46,4), ihm bis zum Tod dienen (Psalm 92) und sich vor Sünde im Alter hüten – gewarnt durch Salomos eigenen späten Fall (1. Könige 11).

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