Eins aufs Leben!

Didi und Frank

„Eins aufs Leben!“ kann verstanden werden als „Draufhauen“, aber auch als „Ein Hoch aufs Leben!“ In unserem Podcast denken wir, Didi und Frank, zwei mittsechziger Pensionäre, über Themen nach, die uns immer wieder beschäftigt haben und weiter bewegen. Das Leben steckt voll wunderbarer Ereignisse und ist zugleich voller Tragödien. Es geht uns allerdings nicht um Lebensberatung, sondern um Fragen aus Gesellschaft, Politik, Geschichte, Theologie, Philosophie, aber auch um ethische Herausforderungen und vieles mehr, kurz: Gedanken, die uns helfen, unsere Zeit besser zu verstehen. Und möglichst Perspektiven daraus zu entwickeln.

  1. May 15

    Vom Leid mit dem Leid ...

    Dass wir in unserem Leben absurde, schmerzhafte, leidvolle, gar sinnlose Erfahrungen machen, lässt sich kaum bestreiten. Doch wie gehen wir damit um? Schon immer bedeutete dies eine Herausforderung für Menschen. Ein Mythos im alten Griechenland etwa handelt von Sisyphos: der „Held“ muss stets von neuem unter großen Mühen einen Stein den Berg hinaufwälzen, doch kurz vor dem Ziel rollt dieser jedes Mal zurück und die Arbeit beginnt aufs Neue … (Im Lied „17 Millimeter“ singt Hildegard Knef davon, neu interpretiert u.a. von Lisa Bassenge.) Wie lässt sich das mit Blick auf unser Leben interpretieren? In religiösen Kontexten wiederum gibt es verschiedene Vorstellungen, wenn es um diese Welt und das Leid in ihr geht: Reinkarnation, Vertröstung oder Kreuzigung. Der Blick geht weg von dieser Welt, aus der Welt und ihrem Leid hinaus – oder mitten in sie hinein. Das hat jeweils Konsequenzen, die wir in dieser Episode näher betrachten. Entsprechend mancher Vorstellung versucht man, sich selbst zu perfektionieren, um – religiös gesprochen – in den „Himmel“, in das „Nirvana“ … zu gelangen, oder um – säkular formuliert – die Welt zu retten. In anderer – sogar auch christlicher – Vorstellung ist genau das aber nicht so wichtig, denn es geht um dieses Leben hier und darum, (mehr oder weniger) Gutes zu tun aus Lebensfreude, nicht um etwas zu erreichen. Ein Stück weit aber bleiben wir sprachlos oder werden gar widersprüchlich, haben unser Leid mit dem Leid.

    33 min
  2. Mar 15

    Mein Blick in die Welt - mit "Prozess-Brillentönung"

    Unsere Wahrnehmungen und Erfahrungen erfolgen unmittelbar, aber ihre Deutungen und Interpretationen sind kulturell geprägt. Und wir betten sie ein in Theorien, die uns einleuchten und schlüssig erscheinen, sodass wir manches, das geschieht, besser nachvollziehen, vielleicht sogar verstehen können. Wenn wir also über unsere Wahrnehmungen und Erfahrungen nachdenken, schauen wir gewissermaßen mit einer „getönten Brille“ auf die Welt. Doch welche „Tönung“ hat unsere jeweilige Weltsicht, welche Theorie, welche Theorien haben uns geprägt? Mich (Frank) z. B. hat das Denken des britischen und als „Ruheständler“ in den USA lehrenden Mathematikers und Philosophen Alfred North Whitehead (1861-1947) besonders angesprochen, einige seiner Werke habe ich vor ca. vierzig Jahren während meines Studiums in den USA gelesen. Was er entworfen hat, nennt sich „Prozess-Philosophie“ oder auch „Organismus-Philosophie“. In dieser Episode stelle ich im Gespräch mit Didi vor, welche Aspekte seines Denkens mir bis heute wichtig sind – in der Hoffnung, dass ich Whitehead’s Überlegungen einigermaßen richtig verstanden habe. Allerdings kommen alle Philosophien an ihre Grenzen, wenn es um „Sinnlosigkeit“ – und ich denke hier insbesondere an menschliche Grausamkeit und Gewalt – geht, die sich philosophisch, so meine ich, nicht erklären lässt. Aber will „Philosophie“ das? Muss sie dies überhaupt können? Bietet hier nicht Religion, die religiöse Erzählung, den geeigneteren Zugang? Oder etwas ganz Anderes? In der nächsten Episode wird Didi dann seinen Blick in die Welt erläutern – mit anderer Brillentönung …

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„Eins aufs Leben!“ kann verstanden werden als „Draufhauen“, aber auch als „Ein Hoch aufs Leben!“ In unserem Podcast denken wir, Didi und Frank, zwei mittsechziger Pensionäre, über Themen nach, die uns immer wieder beschäftigt haben und weiter bewegen. Das Leben steckt voll wunderbarer Ereignisse und ist zugleich voller Tragödien. Es geht uns allerdings nicht um Lebensberatung, sondern um Fragen aus Gesellschaft, Politik, Geschichte, Theologie, Philosophie, aber auch um ethische Herausforderungen und vieles mehr, kurz: Gedanken, die uns helfen, unsere Zeit besser zu verstehen. Und möglichst Perspektiven daraus zu entwickeln.