Pascal Baumann über den FC St.Gallen, seine Sehbehinderung, Inklusion und den Mut, sichtbar zu werden Als Pascal Baumann von seiner ersten Freundin erzählt, muss er selbst lachen. Mit 16 lernte er sie auf einer Ministrantenreise nach Rom kennen. Dass er sehbehindert ist, verschwieg er damals zunächst. Stattdessen überspielte er Missgeschicke mit Humor, wenn er stolperte oder etwas nicht richtig erkannte. Erst später wurde ihm bewusst, wie sehr ihn der Wunsch geprägt hatte, möglichst «normal» zu wirken. In der neuen Folge des Fadegrad-Podcasts erzählt Pascal Baumann im Gespräch mit Ines Schaberger offen von seiner Sehbehinderung, einer Autoimmunerkrankung, schwierigen Erfahrungen im Berufsleben – und davon, warum Aufgeben für ihn nie eine Option war. Bereits als Kind verbrachte Pascal viel Zeit im Spital. Lange war unklar, was genau hinter seinen gesundheitlichen Beschwerden steckt. Immer wieder kam es zu Schüben, zuTaubheitsgefühlen, Sehproblemen. Erst vor wenigen Jahren erhielt er die definitive Diagnose: Anti-MOG, eine Autoimmunerkrankung, die ähnliche Symptome wie Multiple Sklerose verursachen kann. «Ich bin eigentlich 20 Jahre lang ein Versuchskaninchen gewesen.» Besonders geprägt hat ihn die Sehbehinderung, die nach einem Zeckenbiss durch eine Entzündung des Sehnervs ausgelöst wurde. Nach aussen sei vieles oft nicht sichtbar gewesen, erzählt Pascal. Gerade das habe Situationen schwierig gemacht. Lange wollte er möglichst wenig auffallen und sprach kaum über seine Einschränkungen. Heute geht er offener damit um – auch mit dem Blindenstock, den er je nach Situation benutzt. «Es geht gar nicht ohne, dass du deine Behinderung auf eine gewisse Art sichtbar machst.» Im Gespräch erzählt Pascal auch von seiner Schulzeit und wie er sich immer wieder berufliche Chancen selbst erkämpfen musste. Er arbeitete unter anderem in Projekten zurSuizidprävention, bei EnableMe und EpiSuisse. Dazu berichtet er als Podcaster bei gruenweiss.sg über die Frauen-Equipe des FC St.Gallen, seinem absoluten Lieblingsverein.Besonders wichtig ist ihm heute die Inklusionsarbeit. Aktuell engagiert er sich unter anderem für inclusive events, beispielsweise für die Eishockey-WM, die im Mai in der Schweiz stattfindet. St.Galler Vertreter bei der Behindertensession 2026 Im Oktober 2026 wird Pascal Baumann den Kanton St.Gallen bei der Behindertensession 2026, organisiert von Pro Infirmis, vertreten. Sein Ziel: Menschen mit Behinderungsollen nicht nur politisches Thema sein, sondern selbst mitbestimmen. Kraftquelle Glaube Neben all den Herausforderungen seien es vor allem Beziehungen gewesen, die ihm Kraft gegebenhätten: Familie, Freundschaften, Kolleg:innen und Menschen, die geblieben sind. Auch der Glaube spiele bis heute eine wichtige Rolle in seinem Leben, erzählt der ehemalige Ministrantund schwärmt von positiven Erfahrungen, etwa bei der Romreise der Minis – damals, als er seine erste Freundin kennenlernte. Wichtige Links: Podcastfolge(n) von gruenwiss.sgzur Fussball-EM der FrauenPodcast Einzig-art-ICHFadegrad-Podcastfolge mit SarahBacher über Multiple SkleroseBehindertensession - Pro InfirmisPascal Baumann auf Instagram: https://www.instagram.com/pabascal94*Werbung* Ministrieren: https://minis.ch/ und Kathedrale St.Gallen: Kontaktund Team - Katholisch St. GallenFadegrad Fadegrad ist ein Podcast mit inspirierenden Lebensgeschichten, direkt und ohne Tabus. Wir Fragen, warum Menschen tun, was sie tun und wie sie geworden sind, wer sie sind. Fadegrad wird präsentiert von den evangelisch-reformierten und römisch-katholischen Kirchen der Kantone St.Gallen und der beiden Appenzell. Mehr erfahren: https://fadegrad-podcast.ch Folge uns auf Instagram: https://instagram.com/@fadegrad_podcast Dir gefällt der Fadegrad-Podcast? Dann teile ihn und hinterlasse uns ein paar Sterne! Du hast Themenvorschläge oder Feedback für uns? Dann schreib uns an feedback(at)fadegrad-podcast.ch !