#digdeep - Neues aus der digitalen Welt

Prof. Frauke Kreuter und Dr. Christof Horn

Wie funktioniert die digitale Transformation und welche Auswirkungen hat sie auf unser Leben? Wir schauen aus Wissenschaft (Frauke) und Wirtschaft (Christof) und die aktuellen digitalen Trends. Unsere Interview-Gäste bringen Praxiserfahrung und wissenschaftliche Tiefe ein - eine Stunde "dig deep"!

  1. Aug 27

    Gut gemeint, aber gefährlich - wird die Regulierung von KI zum Werkzeug für Zensur?

    Sichere KI wollen die meisten - eine KI, die nicht Falschinformationen verbreitet, sich an ethische Standards hält, keine Anleitungen zum Suizid verbreitet und sich von Straftaten fernhält. Aber was, wenn genau die Methoden, die KI sicher machen sollen, das perfekte Werkzeug für Zensur sind? KI wird zum ersten Kontaktpunkt für fast alles: für Kinder statt Google, für Unternehmen, als Ersatz für den Arztbesuch, im politischen Wahlkampf. Wer entscheidet, was diese Modelle sagen dürfen – und was nicht –, entscheidet damit über den Informationsraum einer ganzen Gesellschaft. Und diese Entscheidungen treffen heute erstaunlich wenige Menschen: eine Handvoll Mitarbeiter der KI-Anbieter aus den USA und China sowie die Staaten, die sie regulieren. Was verschweigen uns die KI-Modelle, ohne dass uns dies bewusst ist? Ein echtes Dilemma also, mit dem unsere beiden Studiogäste auf der renommierten internationalen Konferenz für Machine Learning ICML in Südkorea für großes Aufsehen gesorgt haben - inklusive interessanter Reaktionen der chinesischen Konferenzteilnehmer. Sarah Ball forscht an der LMU München zu AI Safety und Alignment, Phil Hackemann ist Politikwissenschaftler. Für ihr gemeinsames Paper „The Alignment Community is Unintentionally Building a Censor's Toolkit" wurden sie auf der ICML 2026 in Südkorea ausgezeichnet. Sie erklären uns, an welchen drei Stellen ein Modell überhaupt gesteuert wird, warum Elon Musks Grok zum Lehrstück für Manipulation wurde und wieso ein chinesisches Open-Weights-Modell im eigenen Rechenzentrum kein Souveränitätsgewinn ist. Und wir fragen nach, was passiert, wenn Modelle anfangen, über sich selbst nachzudenken. Falls ihr wissen wollt, welche Antwort Sarah und Phil auf das Problem des zweischneidigen Schwertes der KI-Regulierung vorschlagen, dann hört in diese spannende Folge von #digdeep rein. Und die Antwort ist übrigens nicht "mehr Regulierung"... --- Das Paper findet ihr hier: 🌐 Paper-Website: https://s-ball-10.github.io/censors-toolkit/ 📄 Paper (arXiv): https://arxiv.org/html/2608.12346

  2. Aug 13

    Wie hilft KI bei der KI-Strategie, Stephan Grabmeier?

    Alle wollen Antworten von "der KI". Aber selten machen wir uns Gedanken, wie wir bessere Fragen stellen können. Genau darin liegt für Stephan Grabmeier der teuerste Denkfehler für Unternehmen: sie stürzen sich in Technologien wie Blockchain, Metaverse, jetzt KI – ohne aber ihre eigene Zukunftsfrage formuliert zu haben. Dabei stecken wir mitten in einem Umbruch, wie er historisch nur alle paar Generationen vorkommt. Vom Agrar- ins Industriezeitalter dauerte es Jahrhunderte, von ChatGPT zu agentischer KI drei Jahre. Die jährliche Strategie-Klausur mit Powerpoint-Ergebnis wird da nicht wirklich helfen – und wer glaubt, ein Sprachmodell übernehme das Denken, ebenso. Stephan Grabmeier hat Transformation bei der Deutschen Telekom verantwortet, war Chief Innovation Officer bei Kienbaum und bei Haufe, Geschäftsführer des Zukunftsinstitut – und hat im Mai 2026 mit Stefanie Kuhnhen die markenzentrierte Strategieberatung everbrand gegründet. Ein Unternehmen, das eine neue Kategorie definiert. Im Gespräch mit Frauke Kreuter und mir erklärt Stephan, wie KI-humane Agenten Architektur Strategieprozesse demokratisiert, warum LLMs auf Plausibilität optimiert sind, aber nicht auf Entscheidungsfähigkeit – und weshalb C-Level-Denken die Dialektik braucht: These, Antithese, Synthese. Wir fragen nach, was langlebige Marken im Zeitalter der Vergleichbarkeit überhaupt noch unterscheidbar macht, und lassen uns von ihm mit der Zukunftsfrage challengen: Was würde dem Markt fehlen, wenn es #digdeep nicht mehr gäbe? Hört rein – am Ende wird es sehr persönlich: Was hinterlassen wir eigentlich unseren Kindern?

  3. Jul 30

    Bleibt in Fabriken zukünftig das Licht aus, Sebastian Linzmair?

    Bleibt in Fabriken zukünftig das Licht aus - weil dort sowieso nur noch Roboter arbeiten? Vor vielen Jahren wurde auf der Hannover-Messe der Begriff "Industrie 4.0" geprägt - eine Erfolgsgeschichte war das bislang eher nicht. Doch die damit erreichte Digitalisierung und Vernetzung der Daten sind nun das Fundament für den Einsatz von KI. In einzelnen Fertigungsschritten sind Machine-Learning-Algorithmen schon lange fester Bestandteil, zum Beispiel bei der Erkennung von Qualitätsproblemen. Jetzt startet KI in der Produktion durch. KI-Agenten analysieren und steuern die Fertigungsprozesse über alle Tools hinweg. Und unter dem Schlagwort "Physical AI" werden KI-Modelle trainiert, die sich in der realen - physischen - Welt bewegen können, die Grundlage also für Roboter, die deutlich flexibler genutzt werden können. Unser Studiogast Sebastian Linzmair beschäftigt sich bei Accenture genau mit diesen Fragen: Wie können wir mit KI die Produktion flexibler, effizienter, aber auch individueller machen? Was macht eine "Dark Factory" aus, und wie weit sind wir davon noch entfernt? Und was heißt das für Europas Rolle in der Fertigung? Und wir wollen natürlich auch von ihm wissen, was er privat mit KI so alles anstellt. Also: Reinhören! KI dominiert die Hannover Messe: Wandel von Industrie 4.0 zu AI (00:01:53) Praxisbeispiel: Wie KI und Agenten die Produktion revolutionieren (00:04:45) Individualisierte Fertigung und Effizienzgewinne durch KI (00:10:50) Agenten in der Industrie: Automatisierung, Risiken und Mensch-Maschine-Interaktion (00:15:12) Europas Rolle im globalen KI- und Robotik-Wettlauf (00:21:18) Die Fabrik der Zukunft: Dark Factory und kognitive Produktion (00:25:36) Arbeitswelt im Wandel: Neue Aufgaben und gesellschaftliche Auswirkungen (00:29:06) China, USA und Europa: KI-Strategien im internationalen Vergleich (00:33:37) Regulierung, Datenschutz und kulturelle Unterschiede im KI-Einsatz (00:41:58) Low-Code, No-Code und persönliche Erfahrungen mit KI-Tools (00:46:22) Abschluss und Ausblick: Die Zukunft der KI in Industrie und Alltag (00:51:21)

  4. Jul 16

    10 Jahre #digdeep - 5 Tipping Points, die unsere Zukunft verändern werden

    Tipping Points schaffen neue Realitäten - was sich langsam anbahnte, definiert auf einmal Unternehmen, Märkte und Gesellschaften neu. Tipping Points pirschen sich leise an. Um dann auf einmal durchzustarten, oder auch eben manchmal nicht. Und plötzlich kippt alles gleichzeitig. Künstliche Intelligenz ist längst im Alltag angekommen, Kundenbedürfnisse werden nicht mehr von Menschen, sondern von Agenten verhandelt, ganze Wertschöpfungsketten lösen sich auf, Plattformen kämpfen um Souveränität, und die Frage, wie viel Mensch in der Schleife noch nötig ist, wird drängender denn je. Vor zehn Jahren haben wir mit #digdeep begonnen, diese digitalen Veränderungen unter die Lupe unseres Podcasts zu nehmen. Wie ein Seismograph zu schauen, was und wer die Digitalisierung vorantreibt. Und wir haben einige Prognosen gewagt: Vor fünf Jahren haben wir in unserem Buch "Die digitale Herausforderung" fünf Tipping Points formuliert, die aus unserer Sicht die Zukunft verändern. Aber lagen wir mit unser Einschätzung richtig? Zeit also, einen Blick zurück und nach vorne zu werfen. Und wir haben fünf Podcast-Gäste eingeladen, uns einen kurzen Blick auf das zu werfen, was sich bei ihnen verändert hat und verändern wird. Irene Kilubi, Julia Urbahn, Manuel Eugster und Walter Rademacher melden sich mit persönlichen Botschaften - und die KI. Denn wir waren der erste deutschsprachige Podcast, der ChatGPT im Postcast als Gast hatte. Und da wollen wir doch wissen: Brauchen wir in Zukunft überhaupt noch menschliche Podcast-Hosts wie uns? Wir sind gespannt, was euer Feedback dazu ist. Welche Themen wollt ihr in #digdeep hören?Was können wir besser machen? Welche Gäste sollen wir einladen? Wir freuen uns auf den Dialog mit euch - ihr seid der Grund für #digdeep!

  5. Jun 27

    Live von der Futuromondo mit Dominik Tress: Bio für Kinder - KI für den Rest.

    Die #Futuromondo in Stuttgart nennt sich "Cross Innovation Conference & Festival" - und genau das war sie auch: Für zwei Tage hat sie Menschen zusammengebracht, die in den Schnittmengen von Innovation, Industrie, Gesellschaft und Bildung arbeiten und die Zukunft gestalten möchten. Ein wunderbares Format waren die Clubhouses: Kleine Begleitboote, in denen ein intensiver Austausch möglich wurde. Wir waren eingeladen beim Clubhouse der KI-Allianz Baden-Württemberg und haben einen Live-Folge von #digdeep aufgenommen. Wir kommen immer mehr auf den Geschmack dieser Live-Events - die Interaktion mit Euch Zuhörerinnen und Zuhörern macht Spaß! Aber auch unser Gast hatte viel Spannendes zu erzählen. Dominik Tress ist einer der vier Tress-Brüder, die mit hochwertiger Bio-Essen viele Branchen aufmischen: Verschiedene Restaurants in Süddeutschland, den ersten Bio-Michelin-Stern mit regionaler Küche im "1950" in Ehestetten (gerade wieder verteidigt), hochwertige Convenience-Lebensmittel im Supermarkt, oder auch mehr als 4500 Essen für Kitas und Schulen - jeden Tag. Das braucht jede Menge gut funktionierender Prozesse, Tools und befähigte Mitarbeiter, um hier den täglichen Wahnsinn steuern zu können. Und das frisst jede Menge Geld und Zeit - bislang. Denn in nur drei Monaten haben die Tress-Brüder mit KI Agenten ihre Prozesse komplett in die eigene Hand genommen. Die Steuerung der Warenwirtschaft, die Integration der verschiedenen Prozess-Schritte, die Vorhersage des Gastro-Umsatzes, oder die Auswahl des besten Speiseplans für die Schulen - das alles gelingt mit der Unterstützung von KI viel einfacher als früher. Die Neuerfindung der Abläufe braucht nun kein Lastenheft, keine Ausschreibung, kein Warten aufs Angebot, keine mühsame Implementierung mehr. Ideen werden innerhalb von Stunden zu Prototypen, und direkt danach zum festen Bestandteil. Und so übernimmt nicht die KI, sondern sie spielt Zeit und Konzentration frei für das, was wirklich zählt: Das Produkt und das Kundenerlebnis.

  6. Jun 18

    Hat Europa bei KI noch was zu melden, Aljoscha Burchardt?

    Apple bringt Siri auf Vordermann - aber nicht in Europa. Anthropic darf seine besten KI-Modelle Mythos und Fable nicht mehr exportieren. Ist Europa im Jahr vier nach ChatGPT schon abgehängt? Und gehört KI nicht schon lange zur öffentlich-rechtlichen Grundversorgung, so wie Radio und TV? So viele gute Fragen - und unser Studiogast bringt sie wunderbar auf den Punkt. Aljoscha Burchardt ist Computerlinguist und Principal Researcher am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Berlin. Als Host des ARD-Podcasts „KI – und jetzt?" ist er einer der fundiertesten KI-Erklärer des Landes. Und so nimmt er uns in #digdeep mit auf eine Reise durch die wichtigsten Aspekte von KI. Die einen halten KI für allmächtig, die anderen für eine charmante, aber notorische Lügnerin. Vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist besser – und genau deshalb hält Aljoscha den Begriff der „vertrauenswürdigen KI" für nur halb durchdacht. Denn die eigentliche Frage stellt sich vielleicht anders: Nicht ob KI Recht sprechen oder Patienten behandeln kann, sondern was wir überhaupt wollen. Doch zunächst zeigt der Einsatz von KI schonungslos auf, was in Ämtern, Unternehmen oder im Gesundheitssystem schon längst kaputt war. Viele kennen noch den Spruch: Ein schlechter Prozess, den wir digitalisieren, ist dann eben ein schlechter digitaler Prozess. Aber vielleicht stimmt das gar beim Einsatz von KI gar nicht: In einer Ko-Evolution von Mensch und Maschine können wir innovativere und schnellere Lösungen finden. Die gute Nachricht: Aljoscha ist ein Romantiker. Und er glaubt, dass uns KI große Chancen bietet, gerade hier in Europa. Wir jedenfalls haben sehr viele tolle Einsichten gewonnen und finden: Wieder mal eine großartige Folge von #digdeep! --- Unser heutiger Werbepartner ist der C.H. Beck Verlag. Der amerikanische Philosoph C. Thi Nguyen hat in seinem Buch "Der Score - Wie wir aufhören, das Spiel der Anderen zu spielen" eine Reflektion der ewigen Bewertungs- und Rankingsysteme geschrieben. Das Buch findet ihr hier: https://www.chbeck.de/nguyen-score/product/39979469 "Klickzahlen, Fitnesstracker, Bestsellerlisten, Politikerrankings: Unsere Gesellschaft ist besessen von Scores. Überall bestimmen Punktesysteme, was und wer als wertvoll gilt. Doch wann kippen Orientierungshilfen in Instrumente der Beherrschung? Der Philosoph C. Thi Nguyen deckt auf, wie Scores zu einem der prägendsten Werkzeuge unserer Zeit geworden sind – und warum wir dringend ihre Wirkungsweise verstehen müssen."

  7. Jun 4

    KI an der Schule - schalten wir das Denken ab oder erst so richtig ein?

    Drei Monate nach unserer ersten Folge zu KI und Schule ist die Welt schon wieder eine andere. Während sich die KI Monat für Monat rasant weiterentwickelt, hat unsere #digdeep Folge aus dem März 2026 zu vielen Diskussionen geführt. Schule ist ein emotionales Thema, und die Kommentarspalten waren voll: Wie soll Schule mit einer Technologie umgehen, die sich schneller weiterentwickelt als jede Lehrerfortbildung? KI-Agenten haben die Kinderzimmer erreicht. Kaum ein Schüler verzichtet auf KI, sei es als Nachhilfelehrer, oder bei der nächsten Hausarbeit. Für die Lehrer stellen sich damit viele Fragen: Funktioniert der bisherige Lernprozess aus Unterricht und Lernkontrolle noch? Wo und wie darf überhaupt KI genutzt werden, wenn es doch um sensible Daten der Schüler geht? Und wie kommt eine Schule überhaupt an diese Tools im Spannungsfeld von Land und Kommunen, von Schülerschaft und Eltern? Aber in unserem zweiten Gespräch mit Prof. Florian Karsten und Prof. Jochen Kuhn wollen wir die Herausforderungen einfach mal beiseite schieben: Welche großartigen Chancen bietet KI, wenn nun jeder Schüler seinen ganz individuellen Zugang zu Wissen und Kompetenzen haben kann? Florian und Jochen berichten aus didaktischer Forschung, Lehrerausbildung und Schulalltag: Sie erklären uns, warum wir das Flugzeug bauen müssen, während es schon fliegt – und was Regulatory Sandboxes, Dagstuhl-Dreieck und dialogisches Lernen mit der Zukunft unserer Schulen zu tun haben. **Prof. Dr. Jochen Kuhn** 🔗 LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/jochen-kuhn-55a386127 🌐 Website: https://www.didaktik.physik.lmu.de/lehrstuhlleitung/index.html **Prof. Florian Karsten** 🔗 LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/florian-karsten-5933b0264/ 🌐 Website: https://www.floriankarsten.de

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