Im Buchfieber: Der Podcast von Literaturlounge.eu

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  1. 1d ago

    [Buchrezension] Das ferne Licht der Sterne – Laura Lams Reise in eine ungewisse Zukunft

    In dieser Folge sprechen wir über die Rezension zu *Das ferne Licht der Sterne* von Laura Lam. Es handelt sich um einen dystopischen Science-Fiction-Thriller in einer nahen Zukunft, in der die Erde kurz vor dem Kollaps steht und die Suche nach einem bewohnbaren Planeten zur letzten Hoffnung für die Menschheit wird. Im Mittelpunkt stehen die Biologin Naomi Lovelace und ihre Adoptivmutter Valerie Blake, eine Tech-Pionierin, die das Raumfahrtprojekt mitentwickelt hat. Als Valerie durch eine politische Intrige von der Mission ausgeschlossen werden soll, kippt die Lage: Sie kapert das Raumschiff und startet mit Naomi sowie drei weiteren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu einer Reise ins All. Wir begleiten die Crew auf dem Weg zu Cavendish, einem erdähnlichen Planeten in einem anderen Sonnensystem. Dabei geht es auch um technische und praktische Fragen der Reise, etwa den Antrieb und die Versorgung an Bord. Naomi ist als Biologin für die Ernährung der Crew mitverantwortlich, und im Gespräch wird auch erwähnt, dass Algen dabei eine Rolle spielen könnten. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Konflikt an Bord und zwischen Naomi und Valerie. Es kommt zu ersten Zwischenfällen, und Naomi erkennt, dass jemand ein tödliches Geheimnis verbirgt und dass sie und Valerie möglicherweise unterschiedliche Ziele verfolgen. Die Folge betont außerdem die Rückblenden zur Vorgeschichte, die Beziehungen der Figuren und die Entwicklungen auf der Erde.

    7 min
  2. 4d ago

    [Interview] Von Dresden an die Ostsee – Frank Goldammer über neue Schauplätze und alte Konflikte bei dem Buch Strandopfer

    Im Gespräch erläutert Frank Goldammer, warum er mit *Strandopfer* Dresden verlässt und an der Ostsee, auf Usedom, einen neuen Schauplatz wählt. Der Verlag habe ihn gefragt, ob er auch Krimis außerhalb Dresdens schreiben wolle. Die Ostsee sei für ihn naheliegend gewesen, weil er dort regelmäßig Urlaub mache und die Gegend gut kenne. Ein Schwerpunkt des Interviews ist die Hauptfigur Lena. Goldammer erklärt, dass weibliche Hauptfiguren für ihn nichts Neues seien. Markus Eggert spricht jedoch an, dass ihm Lena wegen ihrer Stereotype zunächst fremd blieb. Goldammer verweist darauf, dass Lena aus Mecklenburg stammt, mit Vorurteilen aufgewachsen ist und sich mit eigenen Prägungen und Traumata auseinandersetzen muss. Daraufhin geht das Gespräch auf deutsch-polnische Vorbehalte, Grenzräume und Kriminalität über. Goldammer berichtet von Recherchen bei der deutsch-polnischen Polizei und vom Thema Fahrzeugdiebstahl. Er betont, dass er mit Klischees arbeite, sie aber oft einen realen Kern hätten. Ein weiterer Themenblock ist die Zusammenarbeit und das Misstrauen zwischen Deutschen und Polen. Goldammer beschreibt unterschiedliche Umgangsformen, Hierarchien in der Polizei und bestehende historische Belastungen, auch durch den Zweiten Weltkrieg. Er erwähnt, dass eine feste länderübergreifende Polizeistruktur bisher nicht existiere. Auch die Figurenbeziehungen werden besprochen, besonders zwischen Lena und ihrem polnischen Kollegen Adam. Zwischen beiden gebe es Reibungen, aber auch Annäherung. Zudem spricht Goldammer über Kowalska als weitere Figur und darüber, dass Lena erst langsam Vertrauen aufbaut. Später geht es um Bernsteinsuche, touristische Orte und den Kontrast zwischen Touristen und Einheimischen. Goldammer erzählt, dass Bernstein für ihn eng zur Ostsee gehöre und er schließlich tatsächlich einen gefunden habe. Zum Schluss spricht das Gespräch über Alkoholabhängigkeit, schwierige Familienverhältnisse, Lesen als Gewinn und die Wirkung von Übersetzungen und Lesungen im Ausland. Goldammer sagt, er wolle nicht moralisieren, sondern Figuren mit Hintergrund und verständlichen Konflikten zeigen.

    1h 5m
  3. [Buchrezension] Zwischen Himmel und Schatten: Robert Harris’ „Vergeltung“

    May 14

    [Buchrezension] Zwischen Himmel und Schatten: Robert Harris’ „Vergeltung“

    Der aktuelle Podcast widmet sich Robert Harris’ Roman „Vergeltung“ – einem Buch, das den November 1944 mit beklemmender Präzision zurückholt. Während das Deutsche Reich in einer letzten verzweifelten Offensive die neu entwickelte V2-Rakete gegen England einsetzt, schildert Harris die Ereignisse aus zwei Perspektiven: den deutschen Ingenieur Rudi Graf, der im besetzten Holland die Starts überwacht, und die britische Offizierin Kay Caton Walsh, die einen Einschlag in London nur knapp überlebt. Was die Besprechung besonders hervorhebt: Der Sprecher ging zunächst mit Vorbehalten an das Thema heran – zu technisch, zu militärisch, zu oft erzählt. Doch Harris gelingt es, ihn schnell zu überzeugen. Der Roman zeigt beide Seiten des Krieges, ohne in einfache Schwarz-Weiß-Muster zu verfallen. Graf erscheint als idealistischer Wissenschaftler, der längst zwischen Pflicht, Schuld und Ernüchterung zerrieben ist. Kay dagegen verkörpert die Entschlossenheit der WAAF, eine Frau, die ihren Dienst mit Mut und Klarheit versieht. Sehr eindrücklich wird die Atmosphäre beschrieben: Harris’ Schauplätze – Peenemünde, Scheveningen, Mechelen, das bombardierte London – wirken so plastisch, dass man sich mitten hineinversetzt fühlt. Die Spannung ist konstant spürbar, die Stimmung düster, aber nie effekthascherisch. Obwohl der Roman nicht brutal erzählt ist, rücken einem die Figuren erstaunlich nahe. Auch die Nebenwelten des Krieges – SS, Offiziere, Zwangsarbeiter, die erschöpfte Bevölkerung in Belgien und England – sind präsent, ohne dass Harris sie überzeichnet. Am Ende bleibt für den Sprecher vor allem eines: „Vergeltung“ geht unter die Haut. Der Roman zeigt die Komplexität des Krieges, ohne einfache Rollen zu verteilen. Keine „bösen Deutschen“ gegen „gute Engländer“, sondern Menschen in Extremsituationen, gefangen zwischen Moral, Überzeugung und Überleben. „Vergeltung“ erschien 2020 und ist für ihn ein herausragender Roman, der historische Spannung mit menschlicher Tiefe verbindet.

    9 min
  4. [Buchrezension] Das allerbeste Buch von Egon Wurm (Richard Scarry)   Wie ein Klassiker Generationen verbindet

    Apr 26

    [Buchrezension] Das allerbeste Buch von Egon Wurm (Richard Scarry) Wie ein Klassiker Generationen verbindet

    In dieser Episode tauchen wir ein in die wunderbare Welt von Egon Wurm, einer unverwechselbaren Figur aus den Kinderbüchern von Richard Scarry. Gemeinsam erkunden wir die Geschichten, die sich um diesen einzigartigen Regenwurm drehen, der nicht nur Fußball spielen kann, sondern auch abenteuerlustig durch die große Stadt fährt. Ich teile meine persönliche Verbindung zu dieser Figur und hinterfrage, was es mit mir macht, ein Kinderbuch zu sehen, das eine so vertraute Figur präsentiert. Diese emotionale Reise zurück in meine eigene Kindheit wird durch die charmanten Illustrationen und die liebevollen Texte, die von Kathi Hersch übersetzt wurden, noch verstärkt. Egon Wurm, der heimliche Star in Scarrys Universum, lehrt uns nicht nur das Zählen und fördert unsere Kreativität, sondern bringt auch vieles mit sich, das wir mit unseren eigenen Kindern erleben können. Ich reflektiere über die Bedeutung dieser gemeinsamen Erlebnisse und die Möglichkeiten, die sich durch das Entdecken der Geschichten mit unseren Kindern eröffnen. Durch das gemeinsame Suchen von Egon in den Bildern und das Üben von Zahlen entwickeln wir eine tiefere Bindung, die von Spaß und Lernen geprägt ist. Besonders hervorheben möchte ich die künstlerische Gestaltung des Buches, die nicht nur die kleinen Leserinnen und Leser fasziniert, sondern auch die Eltern berührt. Die Illustrationen sind schlicht, aber eindrucksvoll, und sie transportieren eine Botschaft von Liebe und Wärme, die ich aus meiner eigenen Kindheit mit Egon Wurm verbinde. Es ist diese nostalgische Verbindung, die mich dazu bewegt, zu sagen, dass dieses Buch in jedes Kinderzimmer gehört. Ich betone, wie wichtig es ist, die Geschichten von Egon Wurm weiterzugeben, nicht nur als unterhaltsame Lektüre, sondern als wertvolle Erinnerungen, die Generationen überdauern werden. Zum Schluss stelle ich fest, dass das neu veröffentlichte Buch, "Das allerbeste Buch von Egon Wurm", im Jahr 2021 im Diogenes Verlag erschienen ist und für Kinder ab zwei Jahren geeignet ist. Mit einem Preis von 16 Euro ist es ein kleines, aber wertvolles Stück, das in jedem Haushalt Platz haben sollte. Dieses Buch ist mehr als nur eine Sammlung von Geschichten; es ist ein Werkzeug, um unsere gemeinsamen Erlebnisse zu bereichern und die Fantasie unserer Kinder zu fördern.

    4 min
  5. [Interview] Zwischen Klang und Stille: Ingrid Kloser über das japanische „Ma“

    Apr 21

    [Interview] Zwischen Klang und Stille: Ingrid Kloser über das japanische „Ma“

    Im Interview zwischen Markus Eggert von der LiteraturLounge.eu und der Autorin Ingrid Kloser wird das neu erschienene Buch "Regentropfen fallen langsam" ausführlich diskutiert. Der Gesprächspartner Eggert beginnt mit einer Analyse des Klappentextes, der darauf hinweist, dass die Protagonistin Nina ihre Stimme verloren habe, während Kloser klarstellt, dass Nina in Wirklichkeit auf der Suche nach ihrer Stimme ist. Diese Differenzierung führt zu einer tiefen Auseinandersetzung mit dem zentralen Thema des Buches: der spirituellen und künstlerischen Reise, die Nina unternimmt, um ihr wahres Selbst und ihre ureigene Stimme zu finden. Kloser beschreibt, wie die Idee für "Regentropfen fallen langsam" zuerst aus der Faszination für das japanische Konzept des "Ma" entstand, einem Begriff, der die Leere oder den Raum beschreibt, der uns umgibt. Diese kulturellen Betrachtungen fließen in Ninas Entwicklung ein, während sie ihren Platz und ihre Stimme in der Musikwelt sucht. Eggert hebt hervor, dass die Reise Ninas nicht nur musikalisch, sondern auch emotional und existenziell ist, da sie versucht, sich von den Einschränkungen ihrer Vergangenheit zu befreien und ihre Identität zu finden. Ein zentraler Punkt des Gesprächs ist die Rolle von Ninas Mentoren, wie Eva und Marc. Kloser erklärt, dass Eva eine besonders traditionelle Gesangslehrerin ist, die Ninas Talente zwar fördert, aber auch deren Grenzen betont. In Kontrast dazu ermutigt Marc Nina dazu, ihre Stimme auf neue, unkonventionelle Weise zu entdecken, was zu einem entscheidenden Moment führt, als sie unter einem Wasserfall singt. Diese Erfahrung symbolisiert für sie die Entdeckung ihrer wahren Stimme und des Selbstvertrauens, das sie zuvor vermisst hatte. Eggert kommentiert, dass diese Momente der Kreativität und des Ausbruchs für alle Menschen eine wichtige Einsicht enthalten: Oft können wir mehr, als wir uns zutrauen. Das Gespräch durchdringt die tiefere Thematik des Vertrauens in sich selbst und die eigene Stimme, was nicht nur für Nina, sondern auch für die Zuhörer von Bedeutung ist. Kloser reflektiert, dass die Suche nach der ureigenen Stimme eng mit der eigenen Identität verknüpft ist. Sie erläutert, dass Ninas drei unterschiedlichen Stimmlagen – Sopran, Mezzosopran und Alt – stellvertretend für ihre Reise stehen, um ihre innere Stärke und Vielfalt zu erkennen. Kloser hebt hervor, dass diese Transformation kein einfacher Prozess ist und oft mit Schwierigkeiten und Rückschlägen einhergeht, was sie durch Ninas Wechsel zur Kneipenarbeit unterstreicht, die Nina eine neue Perspektive auf ihr Leben gibt. Zusätzlich wird die Bedeutung der Beziehungen zwischen Nina und weiteren Charakteren wie ihrem Bruder und Juko erörtert, deren Einfluss auf Ninas Wachstum nicht zu unterschätzen ist. Diese Verknüpfungen zwischen den Figuren schaffen eine starke emotionale Basis für Ninas Entwicklungsweg, der durch verschiedene Herausforderungen und Erkenntnisse gekennzeichnet ist. Kloser schildert, wie Nina durch diese Beziehungen nicht nur Freundschaften aufbaut, sondern auch lernt, sich selbst besser zu verstehen und zu akzeptieren. Während des letzten Teils des Interviews kommt das Gespräch auf Klosers Schreibprozess und deren Erfahrungen im Umgang mit Lektoren. Kloser betont, wie wichtig der Austausch mit ihrer Lektorin war, um die Struktur und Klarheit ihrer Erzählung zu verbessern. Sie spricht über die Herausforderungen, die sie beim Schreiben hatte, insbesondere wenn es um Ninas Entwicklung und die Entscheidung ging, Marc als Charakter ins Spiel zu bringen. Der Dialog zeigt, wie Kloser durch ihre Figuren und deren Konflikte eine tiefere Verbindung zur Thematik herstellt und Neuland betritt, indem sie von ihren eigenen Erfahrungen inspiriert. Abschließend unterstreicht Eggert, wie bewegend und fesselnd "Regentropfen fallen langsam" ist und dass das Buch eine universelle Botschaft über Selbstfindung und die Entfaltung des eigenen Potentials transportiert. Kloser bedankt sich für die positiven Rückmeldungen und reflektiert, dass der Prozess des Schreibens selbst ein offener und dynamischer ist, der fortwährend neue Themen und Ideen hervorbringt. Die Diskussion endet, ohne konkrete zukünftige Projekte zu enthüllen, was den Zuhörern Raum für Spekulation und Neugier auf mögliche zukünftige Werke lässt.

    50 min

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