Von Zeit zu Zeit - #vzzzPodcast

Gordian Scheuermann und Jan Timm

Gordian und Jan sprechen über die Themen, die sie gerade beschäftigen.

  1. 9h ago

    VZ151 Medien in der Krise: Aktivismus und Gefälligkeit der 4. Gewalt

    Medienkritik: Gefälligkeitsjournalismus und Aktivismus Die 4. Gewalt – die Medien – steht in der Kritik. Richard David Precht und Harald Welzer analysieren in ihrem Buch Die vierte Gewalt, wie Journalismus in Krisenzeiten oft in Gefälligkeitsjournalismus verfällt oder aktivistisch wird. Doch was bedeutet das konkret? Gefälligkeitsjournalismus meint die Tendenz, unangenehme Wahrheiten zu ignorieren, um Konflikte zu vermeiden oder bestimmte Narrative zu bedienen. Aktivismus hingegen beschreibt das Sich-Zu-Eigen-Machen von Themen und Haltungen und dadurch die gesellschaftliche Verantwortung als "4. Gewalt" zu verraten. Die Migrationskrise 2015: Einseitige Berichterstattung und ihre Folgen 2015 prägte der Satz „Wir schaffen das“ die deutsche Medienlandschaft. Die Berichterstattung war zunächst überwiegend positiv und betonte die Willkommenskultur. Doch kritische Stimmen – etwa zu Integrationsproblemen oder finanziellen Belastungen für Kommunen – fanden kaum Gehör. Erst nach der Silvesternacht in Köln kippte die Stimmung. Plötzlich rückte die Debatte um Sicherheit und Integration in den Fokus. Die Medien hatten sich zunächst zu sehr auf die politische Linie von Angela Merkel eingestimmt und die komplexen Realitäten ausgeblendet. Eine wichtige Frage bleibt: Haben Medien hier ihre Kontrollfunktion vernachlässigt? Corona-Pandemie: Wissenschaft, Politik und die Rolle der Medien In der Corona-Krise orientierten sich Medien stark an wissenschaftlichen Empfehlungen – vor allem an Stimmen wie Christian Drosten oder Karl Lauterbach. Doch diese Ausrichtung war nicht immer ausgewogen. Alternative Positionen, etwa von Hendrik Streeck oder Alexander Kekulé, wurden oft marginalisiert oder sogar lächerlich gemacht. Die Ständige Impfkommission STIKO stand plötzlich im Kreuzfeuer der Kritik, obwohl sie eigentlich für ihre evidenzbasierte Arbeit bekannt ist. Hier zeigt sich ein Dilemma: Sollten Medien in einer Krise Einigkeit vermitteln – oder Vielfalt abbilden, selbst wenn das Unsicherheit schafft? Ukrainekrieg: Zwischen öffentlicher Meinung und journalistischer Verantwortung Beim Ukrainekrieg wird den Medien vorgeworfen, zu einseitig zu berichten – diesmal jedoch nicht im Sinne von Gefälligkeit, sondern von Aktivismus. Viele Medien forderten mehr Waffenlieferungen oder härtere Sanktionen, während kritische Stimmen, die etwa eine diplomatische Lösung forderten, kaum Gehör fanden. Precht selbst geriet hier in die Kritik, als er früh eine Kapitulation der Ukraine ins Spiel brachte. Die Frage ist: Dürfen Medien Haltung zeigen und was bedeutet das überhaupt – oder müssen sie neutral bleiben, um den Diskurs offen zu halten? Twitter, Algorithmen und die Blasen der Meinungsbildung Social Media – besonders das ehemalige Twitter – hat die Medienlandschaft stark geprägt. Doch nicht zum Guten. Journalisten nutzten Twitter lange als Recherchetool, doch die Plattform spiegelte nie die gesamte Gesellschaft wider. Stattdessen entstand eine digitale Ethik, in der Aufmerksamkeit über Inhalt siegte. Die Medien haben sich hier oft selbst in die Falle begeben: Sie folgten den Trends, statt sie kritisch zu hinterfragen. In dieser Episode erfährst du: - Warum Gefälligkeitsjournalismus und Aktivismus die Medien in Krisenzeiten prägen. - Wie die Migrationskrise 2015 zeigte, dass Medien oft einseitig berichten – und wodurch dies korrigiert wurde. - Warum die Corona-Berichterstattung zeigt, dass Berichterstattung über wissenschaftliche Themen ein fundiertes Wissen erfordert und einzelne Menschen nicht Dir Wissenschaft sind. - Wie der Ukrainekrieg die Debatte über Haltungsjournalismus neu entfachte: Dürfen Medien Partei ergreifen? Welche Rolle Social Media bei der Verzerrung der Medien-Realität spielt. Abonnier unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder YouTube, teile diese Folge mit Freund:innen und erzähle uns in den Kommentaren auf YouTube oder auf Bluesky von deiner Einschätzung: Haben Medien in Krisenzeiten zu viel Macht – oder zu wenig Mut?

    VZ151 Medien in der Krise: Aktivismus und Gefälligkeit der 4. Gewalt
  2. Jul 16 ·  Bonus

    VZK44 Familie und Europa - von unwahrscheinlichen Traditionen und seltsamem Brauchtum

    Dithmarschen, Friesland und die Kunst der Abgrenzung Wer schon mal versucht hat, in Norddeutschland die geografischen und kulturellen Grenzen zwischen Dithmarschen, Nordfriesland, Ostfriesland und dem restlichen Friesland zu erklären, weiß: Das ist ein Unterfangen, das selbst Einheimische stutzen lässt. Die Ditmarscher – stolz und eigenwillig – beharren darauf, keine Friesen zu sein, während die Friesen ihrerseits Ditmarschen fast als Teil ihrer Region empfinden. Brauchtum: Wenn Traditionen lebendig werden Ob Vatertagsumzüge im Emsland oder das Boßeln in Dithmarschen: Brauchtum ist in Norddeutschland mehr als nur Folklore. Es ist ein Lebensgefühl, das Generationen verbindet. Doch während solche Traditionen auf dem Land noch hochgehalten werden, wirken sie in der Stadt oft befremdlich. Warum? Weil Brauchtum Authentizität und Gemeinschaft braucht, um zu funktionieren. Und die findet man am ehesten dort, wo die Menschen noch miteinander leben. Kulinarische Traditionen: Marzipan, Brot ohne Salz und die Geschichten dahinter Eine weitere norddeutsche Tradition ist Marzipan aus Lübeck; und es ist weltberühmt – doch wer glaubt schon, dass es aus einer Kriegs- und Krisenzeit stammt? Ähnlich verhält es sich mit dem salzfreien Brot aus Florenz, das heute noch als kulinarische Kuriosität gilt. Beide Produkte sind demnach Zeugnisse von Kreativität und Anpassungsfähigkeit in schwierigen Zeiten und zudem identitätsstiftend. Und sie zeigen: Europa ist nicht nur eine politische Union, sondern auch ein kulinarisches Abenteuer. Europäische Identität: Was hält uns zusammen? Was bedeutet es eigentlich, Europäer zu sein? Ist es die Geografie, die Geschichte, die Kultur – oder vielleicht einfach die Haltung? Die Diskussion über den Homo Europaeicus zeigt, wie schnell solche Begriffe in pseudowissenschaftliche und rassistische Narrative abgleiten können. Dabei geht es doch eigentlich um etwas ganz anderes: um die Vielfalt, die uns ausmacht – und die Gemeinsamkeiten, die uns verbinden. In dieser Episode erfährst du: - Dithmarschen, Nordfriesland, Ostfriesland, Westfriesland: Warum die geographische Zuordnung im Norden so kompliziert ist – und was das über regionale Identität verrät. - Brauchtum und Traditionen: Von Vatertagsumzügen bis zu lokalen Festen – wie regionale Bräuche Europa prägen. - Kulinarische Traditionen: Warum Marzipan aus Lübeck und salzfreies Toskanabrot mehr als nur Lebensmittel sind. - Europäische Identität: Was bedeutet es, Europäer zu sein – und warum der Begriff "europäische Rasse" problematisch ist. - Die EU und ihre Mitglieder: Wer gehört dazu, wer nicht – und ob Norwegen und die Schweiz trotzdem gut dastehen. Abonnier unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder YouTube, teile diese Folge mit Freund:innen und erzähle uns in den Kommentaren auf YouTube oder auf Bluesky von deiner Lieblingsregion in Europa. Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören.

    VZK44 Familie und Europa - von unwahrscheinlichen Traditionen und seltsamem Brauchtum
  3. Jul 2

    VZ150 Die 4. Gewalt: Medien zwischen Macht und Verantwortung

    Die vierte Gewalt: Wächter oder Mitläufer? Die vierte Gewalt – die Medien – soll als Kontrollinstanz gegenüber Politik, Wirtschaft und Justiz fungieren. Doch wie unabhängig ist der Journalismus heute wirklich? In dieser Folge analysieren wir, wie Medien zwischen Kritik und Gefälligkeit schwanken. Mit Blick auf die Debatten um Richard David Precht und Harald Welzer und ihr Buch Die 4. Gewalt fragen wir: Erfüllen die Medien ihre Rolle als Wächter der Demokratie – oder sind sie selbst Teil des Problems? Journalismus vs. Aktivismus: Wo liegt die Grenze? Sollen Medien neutral berichten oder klar Stellung beziehen? Die Diskussion um Journalismus und Aktivismus ist so alt wie die Presse selbst – und in Zeiten von Fake News und Polarisierung dringlicher denn je. Wir beleuchten, wie Medien mit diesen Herausforderungen umgehen und warum Gute Nachrichten genauso wichtig sind wie kritische Berichterstattung. Denn: Journalismus, der nur Skandale aufdeckt, ohne Lösungen aufzuzeigen, trägt zur Vergiftung des gesellschaftlichen Klimas bei. Migrations- und Integrationskrise: Die Rolle der Medien Wie berichten Medien über komplexe Themen wie die Migrationskrise? Welche Verantwortung tragen sie, wenn es darum geht, Vorurteile abzubauen oder Lösungsansätze aufzuzeigen? In dieser Folge analysieren wir, wie Journalismus Brücken bauen kann – oder sie einreißt. Auch im Fokus: die Framing-Falle. Denn es macht einen Unterschied, ob von einer "Flüchtlingskrise", einer "Migrationskrise" oder einer "Integrationsherausforderung" die Rede ist. In dieser Episode erfährst du: - Warum Medienkritik heute wichtiger ist denn je – und wie du als Hörer:in kritisch bleiben kannst. - Wie Richard David Precht und Harald Welzer die Rolle der Medien in der Gesellschaft sehen – und warum ihre Kritik am Gefälligkeitsjournalismus berechtigt ist. - Wo die Grenzen zwischen Journalismus und Aktivismus verlaufen – und warum diese Debatte so kontrovers ist. - Welche Verantwortung Medien in der Migrationskrise tragen – und wie sie durch Framing die öffentliche Meinung beeinflussen. - Warum Gute Nachrichten genauso ihren Platz haben wie kritische Berichte – wenn sie über simple Wohlfühl-Meldungen hinausgehen. Abonnier unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder YouTube, teile diese Folge mit Freund:innen und erzähle uns in den Kommentaren auf YouTube oder auf Bluesky von deiner Sicht auf die Medien heute. Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören.

    VZ150 Die 4. Gewalt: Medien zwischen Macht und Verantwortung
  4. Jun 18 ·  Bonus

    VZK43 Kill your Darlings: Füllwörter, Sprache und Bier

    Warum wir an Füllwörtern hängen In dieser Folge nehmen Jan und Gordian ihre eigenen Sprachgewohnheiten auseinander – vom lieb gewonnenen „Derweil“ aus Tolkiens „Herr der Ringe“ bis zu Füllwörtern wie „sozusagen“, „eigentlich“ und „quasi“. Sie fragen sich, welche Formulierungen längst aus der Zeit gefallen sind, trotzdem im aktiven Wortschatz kleben bleiben und warum genau diese sprachlichen „Darlings“ so schwer zu töten sind. Dabei geht es nicht um pedantische Sprachpolizei, sondern darum, bewusster zu sprechen, ohne die Spontaneität eines "Laberpodcasts" zu verlieren. Kill your Darlings – beim Schreiben und Sprechen Ausgehend von einem Hörer:innen-Kommentar diskutieren die beiden, wie sich Lieblingswörter und Manierismen in Texte und Gespräche schleichen – und wie man sie beim Schreiben leichter entdeckt als im gesprochenen Wort. Während man Sätze am Bildschirm noch einmal glätten und Füllsel streichen kann, sind Versprecher und sprachliche Ticks im laufenden Gespräch nur schwer zu verhindern oder herauszuschneiden. Jan und Gordian reflektieren, wie viel Konzentration es braucht, im Podcast auf die eigene Sprache zu achten, während Bier, Gesprächsfluss und Humor gleichzeitig gepflegt werden wollen. Biergeschichte, Steuerlogik und Trinkkultur Parallel dazu bleibt es natürlich ein Podcast mit Craft Bier: Die beiden verkosten ein Baltic Porter von Kehrwieder. Von dort aus schlagen sie den Bogen zur Geschichte des Biers als hygienischem Alltagsgetränk, zur Hamburger Biertradition und zur Frage, warum der Staat bei Bier nicht den tatsächlichen Alkoholgehalt, sondern die Stammwürze besteuert. Dass Bier früher vor allem sicheres Trinkwasserersatz war und Kinder eher Dünnbier als Brunnenwasser bekamen, passt perfekt zur Leitfrage der Folge: Was steckt wirklich hinter Gewohnheiten – und welche Narrative erzählen wir uns darüber? Unterhaltung mit Haltung Zwischen Craftbier-Begeisterung, Sprachreflexion und kleinen historischen Exkursen bleibt genug Raum für Selbstironie: ob „Kill your Darlings“ auch für Cola mit Zitrone gilt, wie sehr man in die Kreation des Braumeisters eingreifen darf und wie wir ein Bier bewusst „abbeißen“... Wer Sprache liebt, seine eigenen Füllwörter kennt – und sie vielleicht trotzdem nicht ganz loslassen will – findet in dieser Folge gleichermaßen Bestätigung, Denkanstöße und ein paar sehr brauchbare Ausreden. In dieser Episode erfährst du: - Warum Füllwörter, lieb gewonnene Formulierungen und sprachliche Marotten so hartnäckig sind – und was „Kill your Darlings“ im Alltag wirklich bedeutet. - Wie sich Sprechen und Schreiben unterscheiden, wenn es darum geht, Lieblingsformulierungen zu erkennen, zu bearbeiten – oder bewusst stehen zu lassen. - Welche Rolle Biergeschichte, Stammwürze und Steuerlogik spielen und warum der Staat eher „Spaßpotenzial“ als Promille besteuert. - Wie man zwischen Craftbier, Plauderton und Sprachbewusstsein authentisch bleibt, ohne den Spaß am Laberpodcast zu verlieren. Abonnier unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder YouTube, teile diese Folge mit Freund:innen und erzähle uns in den Kommentaren oder auf Bluesky von deinen liebsten Füllwörtern, Sprach-Ticks und „Darlings“, die du einfach nicht lassen kannst. Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören.

    VZK43 Kill your Darlings: Füllwörter, Sprache und Bier
  5. Jun 4

    VZ149 Schulsport - Zwischen Demütigung und Bewegungslust

    Wir starten wie immer mit zwei Bieren: dem Landgang Pils der Langang-Brauerei und dem Bio-Zwickl von Stiegel. Ansonsten sprechen wir in dieser Episode über Schulsport als Brennglas für unsere Gesellschaft: zwischen gesundem Bewegungsangebot, fragwürdiger Leistungslogik und offener Demütigung im Namen der Noten. Ausgehend von unseren persönlichen Erfahrungen und Kindern von heute im Sportunterricht fragen wir, warum sich das Grundkonzept des Schulsports seit Jahrzehnten kaum verändert hat. Statt Lust auf Bewegung zu wecken, produziert der Pflichtunterricht für viele Kinder Frust, Angst und lebenslange Abneigung gegen Sport. Sport vs. Bewegung: Warum Wettbewerb nicht alles ist Wir unterscheiden klar zwischen Sport als Wettkampf und Bewegung als lebenslangem Gesundheitsfaktor. Radfahren, Schwimmen oder Yoga stehen für eine Form von Bewegung, die nicht zwingend auf Höchstleistung und Vergleich angelegt ist, sondern auf Wohlbefinden, Selbstfürsorge und Gemeinsamkeit. Dem gegenüber steht der klassische Schulsport, der weiterhin auf „höher, weiter, schneller“ setzt und vor allem misst, wer welche Normwerte erreicht – statt zu vermitteln, wie sich Bewegung gut anfühlt. Demütigung, Frust und Ausschluss im Sportunterricht Die Episode beleuchtet, wie schnell Schulsport zur Bühne für Demütigung und Ausschluss werden kann. Wer beim Turnen, in der Leichtathletik oder beim Schwimmen nicht mithalten kann, erlebt sich vor der Klasse sichtbar scheiternd – oft trotz bemühter Lehrkräfte. Das „Hassfach“ Sport fördert so depressive Grundstimmungen, Rückzug oder Clownereien als Schutzmechanismus. Besonders problematisch: Die Situation selbst produziert Scham, ganz unabhängig davon, ob Mitschüler:innen aktiv mobben. Schulbehörde, Kultusministerien und das alte Leistungsdenken Ein Schwerpunkt der Folge liegt auf den Vorgaben von Schulbehörden und Kultusministerien, die weiterhin starre Leistungskriterien und Messwerte im Sport einfordern. Wir kritisieren dieses System als unmenschlich, weil es Solidarität, Teamgeist und individuelle Entwicklung kaum abbildet, sondern Kinder in „können“ und „können nicht“ sortiert. Statt Bewegung zu lieben und als Ressource fürs Leben zu entdecken, lernen viele nur, dass sie „nicht gut genug“ sind – mit Folgen, die weit über die Schulzeit hinausreichen. Wie ein anderer Schulsport aussehen könnte Trotz aller Kritik bleibt die Episode konstruktiv: Schulsport wird als grundsätzlich sinnvoll beschrieben – allerdings nur, wenn er sich radikal an positiven Aspekten von Sport orientiert. Dazu gehören Teamplay, gegenseitige Unterstützung, sichere Grenzerfahrungen und ein Verständnis von Leistung, das sich an persönlichem Fortschritt statt an starren Normtabellen orientiert. Wir skizzieren die Vision eines Sportunterrichts, der Kinder stärkt, statt sie zu brechen, und der Bewegung als Lebenskompetenz vermittelt – nicht als selektiven Wettkampf unter Aufsicht der Schulbehörde. In dieser Folge erfährst du: warum viele Menschen Schulsport als demütigend, frustrierend und ausschließend in Erinnerung haben. wie Schulbehörden und Kultusministerien mit ihren Vorgaben das Leistungsdenken im Sportunterricht prägen. was der Unterschied zwischen Sport als Wettkampf und Bewegung als lebenslangem Gesundheitsanker ist. welche Rolle Teamgeist, Solidarität und sichere Grenzerfahrungen im idealen Sportunterricht spielen könnten. Abonnier unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder YouTube, teile diese Folge mit Freund:innen und erzähle uns in den Kommentaren auf YouTube oder auf Bluesky von deinen Erfahrungen mit Schulsport, Wettkampf und Bewegung. Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören.

    VZ149 Schulsport - Zwischen Demütigung und Bewegungslust
  6. May 7

    VZ148 Pläne, Karten und die Digitalisierung unserer Welt

    Nach unserer obligatorischen Bierverkostung dreht sich in dieser Folge vieles um die Frage, wie uns digitale Helfer den Alltag wirklich erleichtern — und wo sie uns in neue Abhängigkeiten führen. Ausgangspunkt ist eine Mischung aus Wandern und Karten-Apps und der Erfahrung, dass Karten mehr sind als nur Orientierungshilfen – sie spiegeln unsere Gesellschaft, ihre Werte und ihre Digitalisierung wider. Es geht um Daten, Plattformen und Geschäftsmodelle. Besonders spannend ist dabei der Blick auf Komoot und das alternative, community-basierte Kartensystem OpenStreetMap. Gamification im Harz Ein zweiter Schwerpunkt ist das Wandern im Harz und die dortige Gamification-Kultur: Stempelhefte, Wanderabzeichen und clevere Wege, um Touren spielerisch zu strukturieren. Die Folge zeigt, wie solche Systeme Menschen in Bewegung bringen, Familien organisieren und auch bei Kindern erstaunlich gut funktionieren. Staubsaugroboter, China und Standards Gordian hat einen neuen Saug- und Wischroboter und wir stellen Fragen nach Komfort, Datenschutz, chinesischen Produkten und europäischen Standards. Der Roboter wird nicht nur als Haushaltshelfer beschrieben, sondern als Symptom einer größeren Entwicklung: Technik nimmt Arbeit ab, erzeugt aber zugleich neue Abhängigkeiten, neue Datenflüsse und neue Unsicherheiten. Die Folge streift dabei auch Prüfverfahren und die Frage, ob Produkte hierzulande wirklich ausreichend kontrolliert werden. Dazu kommen Verweise auf Nico Semsrott, auf die PRÜF-Demos und auf den Leitsatz „Prüfen rettet übrigens Leben“, der die sehr deutsche Eigenart, Dinge zu prüfen, auch auf politische Parteien ausweitet. Internet, Regeln und Verantwortung Die Folge landet bei Tim Berners-Lee, beim Gedanken des universellen Netzes und bei der Frage, wie offen technologische Systeme eigentlich gedacht waren — und wie sehr Konzerne, Plattformen und Geschäftsinteressen diesen Anspruch inzwischen umformen. Nicht alles, was bequem ist, ist auch folgenlos. Die Episode verbindet Alltagsbeobachtung, Medienkritik und Kulturgeschichte mit einer gesunden Skepsis gegenüber technischer Selbstverständlichkeit. In dieser Episode erfährst du: - Wie Kartensysteme wie OpenStreetMap und Komoot das Wandern in der Natur verändern. - Warum Gamification auch Draußen und gerade auch für Kinder so gut funktioniert. - Was ein Staubsaugroboter über Datenschutz, Standards und chinesische Produkte verrät. - Warum Prüfen, Regulieren und kritisches Denken auch in der Politik zentral bleiben. - Welche Rolle Tim Berners-Lee und das „universelle Internet“ in der Debatte spielen. Abonnier unseren Podcast hier oder auch auf Spotify, Apple oder YouTube. Teile diese Folge mit Freund:innen und erzähle uns in den Kommentaren auf YouTube oder auf Bluesky von deinen eigenen Technik-Erfahrungen zu Hause oder unterwegs. Denn gute Geschichten beginnen beim Zuhören.

    VZ148 Pläne, Karten und die Digitalisierung unserer Welt
  7. Apr 23 ·  Bonus

    VZU14 Hamburg Hafen Craftbeer Crawl - Teil 2

    Ein Tag im Zeichen von Craftbeer und Hafen - Unser Craftbeer Crawl geht weiter Im Sommer 2025 machten wir uns auf den Weg zu unserem Hamburg Hafen Craftbeer Crawl. Unsere Route führte uns entlang des Hafens zu ausgewählten Brauereien und Kneipen, wo wir frische Eindrücke direkt ins Mikrofon sprachen. Dieses Mal: Vom Überquell, einer echten Craftbeer-Brauerei mitten in Hamburg, zum Braustädtchen, der Craft Beer Location am Fischmarkt. Überquell: Mehr als nur Bier Im zweiten Teil unseres Hamburg Hafen Craftbeer Crawls landen wir im Überquell, einer lebendigen Craftbeer-Brauerei in den alten Riverkassematten direkt am Hafen. Das Überquell ist bekannt für seine grellen Farben, lauten Biernamen wie „Bambule“, „Palim Palim“ und „Super Duper“ und eine Atmosphäre, die einfach etwas „drüber“ ist – im besten Sinne. Hier trifft man auf Hamburger und Touristen, die gemeinsam die Vielfalt der Craftbeer-Szene schätzen. Besonders beliebt: die hausgemachte Pizza, die perfekt zum Bier passt. Doch Überquell ist nicht nur ein Ort für Bierliebhaber, sondern auch ein Treffpunkt für alle, die das besondere Flair des Hamburger Hafens erleben möchten. Wir lassen wir uns beraten, probieren New Zealand Hazy IPA und ein Franzbrötchen-Stout und sezieren Geschmack, Hopfen und Malz im Detail. Wir erzählen, warum das Überquell für uns nicht nur wegen des Biers, sondern auch wegen seiner Events – vom Eisstockschießen bis Afterwork – ein Fixpunkt in der Hamburger Craft-Beer-Szene ist. Franzbrötchen im Glas & auf dem Teller Das Franzbrötchen-Stout ist tatsächlich ein Höhepunkt, den wir als „Offenbarung an Malz“ feiern: vom karamelligen Schaum bis zu süßen und würzigen Malznoten. Daraus entspinnt sich ein längerer Exkurs über die Hamburger Franzbrötchen-Kultur – von „klitschigem“ Hefeteig über Zimt-Zucker-Mischungen bis hin zu Mini-Franzbrötchen am Stiel und Pflaumen-Franzbrötchen vom Kiez-Bäcker. Zwischen Bierglas und Gebäck diskutieren wir, wie sehr Kindheits-Erfahrungen, Marmeladen und Obstsorten unseren Geschmack prägen – inklusive Geständnissen, welche Früchte wir pur nicht mögen, aber als Aroma im Craft Beer lieben. Erdbeere, Integration und die radikale Apfelfront Ausgehend von der biologischen Tatsache, dass die Erdbeere streng genommen eine Nuss ist, greifen wir einen Aufruf für Integration auf: „Sei wie die Erdbeere“. Sie wird akzeptiert, obwohl sie nicht ins Schema passt. Von dort aus schlagen wir den Bogen zur „radikalen Apfelfront“, rechten Symboliken, politischer Satire und zur PARTEI rund um Martin Sonneborn, der im Europaparlament mit ironischer Aufklärung zeigt, wie Europa funktioniert. Wir sprechen darüber, warum klar gekennzeichneter Bias ehrlicher ist als Pseudo-Neutralität à la „Fair and Balanced“ und wieso Satire helfen kann, komplexe politische Strukturen verständlicher zu machen. Braustädtchen am Fischmarkt: Craft-Beer-Oase mit Melancholie Danach zieht unser Crawl weiter ins Braustädtchen direkt am Fischmarkt. Dort treffen wir auf einen hervorragend sortierten Craft-Beer-Laden mit Tasting-Events, Bierführungen und einem Sortiment von Bille-Brew bis Barbarossa-Grutbier, der leider zum Zeitpunkt der Veröffentlichung schon nicht mehr existiert. Wir kosten uns durch Helles Landbier, Wiener Lager, alkoholfreies „Miami Grove“-Pale Ale und Biere von Sudden Death und Kehrwieder und reden über die Frage, was ein gutes Alltagsbier ausmacht. Touristen, Biertouren und Abschiedsstimmung am Hafen Es kommt auch eine 25-köpfige Bier-Stadtführung vom St.-Pauli-Tour-Office ins Braustädtchen, was uns Gelegenheit gibt, über Biertourismus, Touristenströme und Hamburg als Bierstadt nachzudenken. Gleichzeitig schwingt ein Schwanengesang mit: Wir verabschieden uns von einer weiteren Hamburger Craft-Beer-Adresse und erinnern uns an Tastings in anderen Läden wie „Beyond Beer“. Am Ende bleibt der Mix aus Hafengeruch, Elbe, Fischmarkt, Touristen, Craft Beer und der Erkenntnis, dass Genuss, Stadtgeschichte und Politik erstaunlich gut zusammen in ein Glas

    VZU14 Hamburg Hafen Craftbeer Crawl - Teil 2

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