In dieser Episode unserer Predigtserie „Gereift" führt uns Tobi durch Jakobus 1,2–4. Er geht der Frage nach, was die Bibel eigentlich unter einem reifen Glauben versteht und warum Reife keine Drohung ist, sondern eine Verheißung. Denn wir alle leiden an Unreife, im Charakter wie im Glauben, aber Gott hat ein Ziel mit uns: Er will uns ganz machen. Das nimmst du aus dieser Episode mit: Reife ist eine Verheißung, keine Drohung: Ob Vergleichen, Wutausbrüche, die Angst vor der Meinung anderer oder Sorgen, obwohl wir längst gebetet haben – wir alle leiden an der Unreife unseres eigenen Charakters und Glaubens. Doch Reife heißt in der Bibel nicht „Streng dich mehr an", sondern ist Gottes Zusage: Ich bin noch nicht fertig mit dir. Reife ist nicht in erster Linie etwas, was Gott von dir will, sondern etwas, was er für dich will. Reif sein heißt ganz sein: Jakobus verwendet zwei Begriffe. Teleios beschreibt den Weg zu dem Ziel, für das Gott dich bestimmt hat – dasselbe Wort, das Jesus in der Bergpredigt benutzt (Matthäus 5,48). Holokleros beschreibt das Ergebnis: ganz, ungeteilt, integer, also ein Mensch, der in allen Lebensbereichen eins ist und nicht im Widerspruch zu sich selbst lebt. Das Gegenteil von Reife ist Zerrissenheit: Für den unreifen Menschen erfindet Jakobus ein eigenes Wort: dipsychos, zweiseelig. Gemeint ist, wer hört, aber nicht tut, wer Gott lobt und mit demselben Mund Menschen verflucht oder wer Freund Gottes und gleichzeitig Freund der Welt sein will. Reifer Glaube kippt weder in Gesetzlichkeit noch in billige Gnade, sondern nimmt Gottes Gnade ganz an und seinen Willen ganz ernst. Denn Reife bedeutet nicht mehr Last, sondern immer weniger inneren Widerspruch. Durch die Prüfung hindurch aufs Ziel schauen: Jakobus sagt nicht, dass wir uns über Schwierigkeiten freuen sollen, sondern über das, was Gott durch sie in uns bewirkt: Bewährung, Standhaftigkeit und am Ende Reife. Statt „Wann bin ich hier endlich raus?" darfst du in Gottes Kraft „darunterbleiben", wie das Wort für Ausharren wörtlich heißt, und fragen: „Was will Gott mich auf dem Weg lehren?" Und Reife ist nie die Voraussetzung dafür, dass Gott dich annimmt, sondern die Frucht davon (Jakobus 1,18) – so wie eine Frucht nicht erst reif sein muss, um am Baum hängen zu dürfen. Abonniere unseren Podcast, um keine Predigt der Ecclesia Kirche Ingolstadt zu verpassen! Wenn dich diese Message ermutigt hat, teile die Folge gerne mit deinen Freunden oder deiner Familie. Instagram: https://www.instagram.com/ecclesiakirche.ingolstadt/ Webseite & Spenden: https://ecclesiakirche.de/portfolio/ingolstadt/