Ich lese gerade den dritten Teil von Knausgårds autobiografischen Texten. Mein Freund fragte mich, wie ich Knausgård eigentlich fände. Ich gab in diesem Zuge zu, dass ich Knausgaard nur aus dem Grund angefangen hatte zu lesen, um ihn nicht zu mögen. Ich wollte einfach ein paar gute Argumente haben, warum ich ihn nicht mochte. Er sah zu gut aus, er arbeitete offenbar mit einer radikalen Subjektivität und Schonungslosigkeit sein eigenes Leben auf. Natürlich musste ich da nur neidisch sein, ich würde schon etwas finden, das ich nicht mögen würde. Nun, es kam dann wirklich anders. Jetzt sitze ich beim dritten Band. Das sagte ich meinem Freund so ähnlich. Jetzt habe ich die Holzbank fertiggestellt. Ich brachte sie in das Wäldchen unter dem Haus. Dort wird sie jetzt stehen. Heute fuhren wir zum Vätternsee. Eigentlich wollte mein Freund zum Vänernsee. Weil das der größte See der EU ist und er wissen wollte, wie es ist, wenn man das andere Ufer nicht sieht. Stattdessen fuhren wir zum Vättern. Man kann auch dort das andere Ufer nicht mehr sehen und der Vättern liegt etwas näher bei uns. Auch bot es sich an, die Holzkirche von Habo zu besichtigen. Diese Kirche hatte ich vor einigen Jahren einmal besucht, wie ich aber soeben feststellte, schrieb ich nichts darüber. Eventuell fiel der Besuch der Kirche in die Zeit zwischen 2019 und 2021, in der ich solche Banalitäten nicht zu Papier brachte. Weil ich mich nicht wiederholen wollte, schoss ich heute auch kaum Fotos vom Inneren der Kirche. Sie ist wirklich sehr beeindruckend. Dabei ist es schwer zu beschreiben, warum. Sie ist von innen lückenlos auf jedem Zentimeter bemalt. Das klingt in der Beschreibung eher unspektakulär, entfaltet aber eine ungemeine Wirkung, wenn man das Gebäude betritt. Das Wasser des Vättern war dann eher frisch. Meine Frau und unsere Freunde gingen zum Strand, während ich mit der Hündin durch den Wald spazierte. Am offiziellen Sandstrand des Ortes, den wir angefahren hatten, waren nämlich keine Hunde erlaubt. In Schweden gilt aber das Allemansrätt, was vereinfacht gesagt bedeutet, dass man machen kann, was man will, wenn man nur weit genug von anderen Menschen entfernt ist. Dann erreichte ich einen kleinen Sandstrand, auf dem ich mehrere Hunde erspähte. Ich sprach direkt einen Mann an, zu dem ganz offensichtlich zwei Huskys gehörten, und fragte ihn, wie das hier mit den Hunden gehandhabt würde. Der Mann war sehr freundlich und hatte einen fröhlich vor sich her baumelnden Penis. Ich bin mir nicht sicher, ob das ein Nacktbadestrand war, ich sah auch Menschen mit Badehose, aber auch viele Brüste und mindestens noch einen weiteren Penis. Der Mann sagte mir jedenfalls, dass das mit den Hunden hier nördlich des Ortes vollkommen okay sei. Ich bedankte mich, rief sofort meine Frau an und erzählte ihr, dass wir uns auch alle gemeinsam auf diesem Strand treffen könnten. Sie fand das eine super Idee und wollte die Lage besprechen. Als sie mich danach anrief, war die Lust auf Wasser wieder etwas verflogen. Die Temperatur des Wassers war noch etwas kalt und die Kinder wollten lieber etwas essen. Mir war das auch recht. Zwischendrin machten wir eine kleine Pause in einem Dorf namens Gustav Adolf. Nicht nur wegen des Namens. Aber ein bisschen schon.