Holy Embodied: ein RefLab-Podcast

Leela Sutter, mit Sarah Staub

Holy Embodied ist ein Podcast, der behauptet: Es ist an der Zeit, den Körper wieder in die Kirchen zu bringen. Oder anders gesagt: Es ist an der Zeit, den Körper als fantastisches Tor zu jeglicher Form von Spiritualität wieder zu entdecken. Gerade in unserer evangelisch-reformierten Tradition, wurde die Form des Menschen lange genug ignoriert und nur auf den Verstand gesetzt. Viele von uns leben ausschliesslich im Kopf, im Denken – und vergessen den Körper, der nicht nur dazu da ist, unsere Gehirne umherzutragen. Wir finden, das reicht jetzt und leuchten aus, wie und warum unsere Körper der einfachste Weg zu Gott sind. Und was es letztlich heisst, „Holy Embodied“ in seiner ganzen Radikalität zu leben. Auf dieser Entdeckungsreise sind wir nicht-konfessionell, interreligiös und undogmatisch unterwegs. Gespräche zwischen Leela Sutter und Sarah Staub (in den ersten Folgen mit Patrick Schwarzenbach), Reportagen und Expert*innen aus diesem weiten Feld dienen uns als Kompass für diese Reise.

  1. 2d ago

    Deine Stimme als Spiegel deines Innersten

    Die menschliche Stimme ist ein zutiefst intimes Instrument. Sie schwingt mit unseren Gefühlen, unseren Erfahrungen und unserem Körper mit – und bringt oftmals unbewusste Blockaden oder Anspannungen zum Ausdruck. In dieser Folge hört ihr Auszüge aus einem Gespräch mit der Stimmkünstlerin Magnolia. Sie hat sich selbst das Singen beigebracht – und zwar eine besondere Form des Singens: den Kehlkopfgesang. Ihr wortloser Klang lebt ganz aus dem Moment heraus, aus Aufmerksamkeit, Präsenz und Hingabe an das, was gerade entsteht. Spannend dabei: Magnolia trennt ihren Gesang bewusst von Spiritualität. Für Sarah und mich wirft das Fragen auf. Kann dieser freier Klang überhaupt losgelöst von spiritueller Erfahrung gedacht werden? Was geschieht, wenn die Stimme ungehemmt durch den Körper fliesst? Und warum berichten so viele Menschen davon, in Klang, Gesang und Vibration etwas zu berühren, das grösser ist als sie selbst? Ausgehend von Magnolias Erfahrungen entfaltet sich ein persönliches Gespräch über Stimme und Verkörperung, über den Kontakt mit tiefen Verletzungen, die sich in der Stimme widerspiegeln, sowie Erinnerungen Radiostimmtraining oder den «Brüelteppich». Undnatürlich über jene Momente, in denen Klang zur Tür in eine Erfahrung von Weite, Freiheit und Verbundenheit wird. Weiterführende Ressourcen und in der Folge erwähnte Personen /Orte: Lisa Gerrard findet ihr unter anderem auf Spotify (https://open.spotify.com/intl-de/artist/3C4MmUJYQN9svNdedAR2BK?si=CuG7hODqSA-v0K1OfMdQDA) – die australische Künstlerin hat unter anderem einen Golden Globe Award gewonnen für ihre Zusammenarbeit mit Hans Zimmer für die Filmmusik von Gladiator. Magnolia ist auf Instagram unter @shadow_magnet zu finden, die Musik in der Podcastfolge ist von ihr. Hier hab ich für RefLab über die Kraft der Stimme geschrieben: https://www.reflab.ch/die-kraft-deiner-stimme/ Das Freakstock-Festival ist ein Festival der so genannten Jesus Freaks Deutschland, eine evangelikal-charismatische geprägte Gruppierung, die sich bisschen Hippie-, bisschen Punk-, bisschen Skater-Kultur angeeignet hat; mehr dazu hier: https://jesusfreaks.de/ Peter Roth ist der geniale Naturtonmusiker, mit dem ich bereits mehrere Gespräche für RefLab führen konnte: https://www.reflab.ch/peter-roth-maestro-der-stille/ und https://www.reflab.ch/peter-roth-ohne-das-komponieren-koennte-ich-mir-das-leben-in-dieser-situation-nicht-vorstellen/. Und natürlich muss ich hier auch das geniale Gespräch mit Simone Felber, der Jodlerin, verlinken: https://www.reflab.ch/simone-felber-ueber-jodeln-trauer-und-den-koerper/

    Deine Stimme als Spiegel deines Innersten
  2. Jul 24

    Sommerreprise: Gregor Hasler: Von christlichen Gefühlen und Psychedelika

    In meinem Socialmedia Feed diesen Sommer tauchen immer wieder Anzeigen für diverse Pflanzenmedizin-Zeremonien auf oder Rituale, die über psychoaktive Substanzen tiefe Einsichten hervorbringen sollen. Etwas, was in mir stets grosse Skepsis hervorruft. Sorgfältig und fachkundig begleitet, mögen diese Rituale wohl gewisse Öffnungen des Bewusstseins bewirken. Doch kann es tatsächlich eine Abkürzung sein für den mystischen Weg, die vielen Stunden in der Stille? Eine Frage, die ich Gregor Hasler gestellt habe. Er ist einer von 40 Therapeuten, die eine streng regulierten, weltweit einzigartige Psychedelika-Psychotherapie anbieten dürfen. Er ist zudem ordentlicher Professor für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Freiburg in der Schweiz, sowie Chefarzt und Leiter der psychiatrischen Forschungsabteilung des Freiburger Netzwerks für psychische Gesundheit. Er selbst hat im Rahmen seiner Ausbildung zum Psychotherapeuten eine Erfahrung mit MDMA gemacht – die ihm «christliche Gefühle» zugänglich gemacht hatte. Sein neustes Buch «Higher Self. Psychedelika in der Psychotherapie» ist im vergangenen November erschienen. Ich habe ihn in Fribourg auf seiner Station besucht – und mir seine LSD-Zimmer angeschaut, vor allem aber alles über die Chancen und Grenzen von psychedelischen Substanzen für die Behandlung gewisser Erkrankungen und den Zusammenhang von mystischen Erfahrungen und Psychedelika hören wollen.

  3. Jul 10

    Sommerreprise: Wieviel Tod hält ein Leben aus?

    Irgendwann hat man doch genug Scheisse erlebt, irgendwann muss es doch reichen. Zumindest denken wir häufig so, gerade in Bezug auf die Auseinandersetzung mit dem Tod. Jetzt ist doch langsam mal genug gestorben um mich herum. Doch was, wenn das Schlimmste eintrifft, das man sich vorstellen kann? Wenn der Tod einem die Person raubt, die einem die ganze Welt bedeutet? Was hält mich dann noch zusammen, wenn alles um mich herum zerbricht? Die Frage habe mir meine Kollegin Janna Horstmann gestellt, in ihrer «I feel you»-Serie zum Thema Tod. Erstmal waren da diese grosse Leere und das Leid in einem unvorstellbaren Mass. Eine Trauer, die mich in ihrer unglaublich körperlichen Form umgehauen hat. Es gibt vermutlich gar nicht genug Freunde und Begleiterinnen um das Leid eines am Leben verzweifelten Menschen tragen zu können. Am Ende aber steht da die echte, vollständige Versöhnung mit meiner Geschichte. Etwas, was mich selbst immer wieder berührt. Im Oktober bietet Leela Sutter, Theologin, Yogini und spirituelle Begleiterin einen Kurs im Kloster Kappel an, hier findest du alle Infos: https://www.reflab.ch/events/holy-embodied-im-kloster-kappel/ Als Leelas Vater 2025 starb, schrieb sie über den Abschied einen berührenden Blogpost (https://www.reflab.ch/wenn-der-papi-stirbt/). Ein Jahr später blickte sie nochmals zurück (https://www.reflab.ch/ein-jahr-ohne-meinen-vater/). Und hier hat Leela 5 Tipps gesammelt, wie man mit Menschen umgehen kann, die trauern (https://www.reflab.ch/wie-mit-trauernden-umgehen-5-tipps/).

  4. Jun 12

    Kleider als Spiegel deines Innern

    Warum ziehen wir eigentlich an, was wir anziehen? Kleider können Zugehörigkeit signalisieren, Schutz geben, Individualität ausdrücken oder einfach Freude machen. Doch sie erzählen oft auch Geschichten über unser Innenleben – darüber, wie wir gesehen werden möchten, wo wir dazugehören wollen und was wir vielleicht lieber verbergen. In dieser Folge von Holy Embodied sprechen wir über Mode, Identität und Spiritualität. Wir fragen uns: Was sagt meine Kleidung über mich aus? Weshalb greifen wir morgens zu genau diesen Kleidern und nicht zu anderen? Und verändert sich unser Verhältnis zu Kleidung, wenn wir tiefer in Präsenz und Verbundenheit ankommen? Heisst spirituell sein, dass einem Äusserlichkeiten irgendwann egal werden? Nei. Voll nöd. Du kannst tief in der Stille zuhause sein und gleichzeitig Freude an schönen Kleidern haben. Vielleicht verändert sich dabei aber etwas anderes: Je verbundener wir mit uns selbst werden, desto weniger müssen Kleider etwas für uns leisten. Sie werden weniger Mittel zum Zweck und mehr authentischer Ausdruck dessen, was wir ohnehin sind. Diese Folge von Holy Embodied ist das monatliche Gespräch zwischen Sarah Staub, evangelisch-methodistischer Pfarrerin, und Leela Sutter, nondualer Theologin, Journalistin und spiritueller Begleiterin. Wenn du uns auf deiner Podcast-Plattform eine Bewertung hinterlässt, freuen wir uns sehr. Das hilft anderen Menschen, Holy Embodied zu entdecken. Und wenn du Gedanken, Fragen oder eigene Erfahrungen zum Thema teilen möchtest, schreib uns gerne an contact@reflab.ch

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Holy Embodied ist ein Podcast, der behauptet: Es ist an der Zeit, den Körper wieder in die Kirchen zu bringen. Oder anders gesagt: Es ist an der Zeit, den Körper als fantastisches Tor zu jeglicher Form von Spiritualität wieder zu entdecken. Gerade in unserer evangelisch-reformierten Tradition, wurde die Form des Menschen lange genug ignoriert und nur auf den Verstand gesetzt. Viele von uns leben ausschliesslich im Kopf, im Denken – und vergessen den Körper, der nicht nur dazu da ist, unsere Gehirne umherzutragen. Wir finden, das reicht jetzt und leuchten aus, wie und warum unsere Körper der einfachste Weg zu Gott sind. Und was es letztlich heisst, „Holy Embodied“ in seiner ganzen Radikalität zu leben. Auf dieser Entdeckungsreise sind wir nicht-konfessionell, interreligiös und undogmatisch unterwegs. Gespräche zwischen Leela Sutter und Sarah Staub (in den ersten Folgen mit Patrick Schwarzenbach), Reportagen und Expert*innen aus diesem weiten Feld dienen uns als Kompass für diese Reise.