Bäche der Vulkaneifel | Klänge

Institut Denkunternehmung | Dr. Tim Becker

Vulkaneifel

Episodes

  1. 01/17/2020

    Folge 1: So klingt die Lieser

    Eine Eigenschaft teilen sich der kleine Fluss Lieser in der Vulkaneifel und die Petronas Towers in Kuala Lumpur: Von der Quelle in Boxberg bis zur Mündung in Lieser an der Mosel fließt das Wasser etwa 452 m durch die Eifeltäler hinab, entsprechend der Höhe der malaysischen Zwillingstürme. Knapp 10 Sekunden würde das Wasser im freien Fall benötigen, von den Turmspitzen bis zum Boden. Für diesen Weg nimmt die Lieser rund 74 Kilometer in Richtung Mosel.Auch wenn die Lieser eines der längsten Flüsschen der Eifel ist, durchläuft sie nur vergleichweise wenig zivilisatorische Gebiete. Weite Strecken grenzt keine Ortschaft an ihr Ufer, nur wenig konnte der Mensch ihr abringen, an ihr begradigen oder kanalisieren oder schlichtweg verschandeln. Auch deshalb ist der Lieserpfad einer der schönsten Wanderpfade, den die Eifel zu bieten hat. Er ermöglicht über weite Strecken ein Eintauchen in ein ursprüngliches, unverstelltes Erleben von Natur. Ohne flankierende Straßen, ohne Motorengeräusche, mit dem Rauschen des Wassers, des Waldes und dem Gesang der Vögel. Jede Biegung birgt neue, überraschende Perspektiven. An den Manderscheider Burgen vorbei oder der ein oder anderen Mühle, deren Mühlrad schon von weitem zu hören ist, stellt sich dem entschleunigten Wanderer die Frage, wie es in früheren Zeiten wohl zugegangen ist. Quellhöhe: 560 m | Mündungshöhe: 108 m | Höhenunterschied: 452 m | Länge: 74 kmMündungsfluss: Mosel | Mündungsort: Lieser Aufnahmeort: Lieserpfad an der Üdersdorfer Mühle. Der Beitrag Folge 1: So klingt die Lieser erschien zuerst auf Institut Denkunternehmung.

    3 min
  2. 01/17/2020

    Folge 5: So klingt die Kyll

    Die Kyll ist der längste und wasserreichste Fluss der Eifel. Knapp 128 km schlängelt er sich von der belgischen Grenze bei Losheim durch Wiesen und Felsen bis zur Mündung in die Mosel bei Trier-Ehrang. 537 m Höhenunterschied liegen zwischen Quelle und Mündung. Dreieinhalbmal die Höhe des Kölner Doms überwindet das Wasser. Ähnlich geschichtsträchtig wie bei der Entstehung des steinernen Weltkulturerbes dürfte es auch an den Ufern der Kyll im Laufe der Jahrhunderte zugegangen sein. Straßen und Wege der Römer folgten ihrem Lauf, Siedlungen von Kelten, die der Kyll ihren Namen gaben (gilum), entstanden und vergingen, bis sie und ihre angrenzenden Felder und Wälder zum Lebens- und Verkehrsraum der Moselfranken wurden. In alten Urkunden markiert die Kyll Grenzen zu Jagdrevieren der Trierer Kurfürsten und Adeligen. Sie war ein wichtiger Kommunikationsweg ihrer Herrschaft. Das Wasser der Kyll wurde zum Antrieb zahlreicher Mühlen genutzt, ihre Fische bereicherten die oft kargen Speisepläne der Eifeler. Im Zeitalter der Industrialisierung bot sie den Raum für die Schienen der Eisenbahn und bietet heute noch zahlreichen Bahnreisenden eine Aussicht auf die Eifellandschaft. Die Kyll prägt das Gesicht von Stadtkyll und Gerolstein, durchfließt den Landkreis Vulkaneifel vom Norden nach Süden und verlässt ihn bei Densborn in Richtung Eifelkreis.Quellhöhe: 660 m | Mündungshöhe: 123 m | Höhenunterschied: 537 m | Länge: 128 kmMündungsfluss: Mosel | Mündungsort: Trier-Ehrang Aufnahmeort: Densborn Der Beitrag Folge 5: So klingt die Kyll erschien zuerst auf Institut Denkunternehmung.

    3 min
  3. 01/17/2020

    Folge 7: So kling der Ueßbach

    Wasser war viele Jahrhunderte die bedeutendste Kraft der Eifel. Das Wissen, mittels Mühlgräben, Stauwehren, Rädern, Achsen und Transmissionsriemen auch aus den kleinsten Rinnsalen übermenschliche Kraft zu gewinnen, um gewaltige Arbeiten zu verrichten, war überlebenswichtig. Korn zu Mehl zu mahlen bedeutete die wichtigste Sicherung der Ernährung. Aber auch mittels Hammerwerken erzhaltiges Gestein zu ertrümmern, um Eisen zu gewinnen, Holz zu sägen, um Baustoffe herzustellen, erleichterte das Leben enorm. Wenn Mühlen Feuer fingen und niederbrannten, was nicht selten geschah, bedeutete dies eine Katastrophe für ganze Landstriche. Das technische Verständnis für die Mühlwerke sicherte den zahlreichen Müllersfamilien der Eifel einen bescheidenen Wohlstand. Viele Müller im Laufe der Jahrhunderte kamen von außerhalb in die Eifel, gründeten Familien und gaben ihr Wissen an die nächsten Generationen weiter. So auch an den zahlreichen Mühlen entlang der Üß. Der enge und steile Weg zur Strotzbüscher Mühle hinab in das enge Tal des Üßbachs lässt auch heute noch erahnen, wie mühsam und gefährlich es gewesen sein musste, mit Ochsen- oder Handkarren den Zielort zu erreichen. Heute kommen die Menschen zur Erholung, schlagen ihr Zelt auf, angeln, entspannen und genießen die Ruhe des abgeschiedenen Orts – und einen Schluck aus einer 19,2 Grad Celsius warmen Mineralquelle. Quellhöhe: 493 m | Mündungshöhe: 101 m | Höhenunterschied: 392 m | Länge: 49 kmMündungsfluss: Alfbach | Mündungsort: Alf Aufnahmeort: Unweit der Strotzbüscher Mühle Der Beitrag Folge 7: So kling der Ueßbach erschien zuerst auf Institut Denkunternehmung.

    10 min
  4. 01/17/2020

    Folge 9: So klingt die Kleine Kyll

    Wie klingt es in den Tälern der eifeler Bäche und Flüsse? Im Tal der Kleinen Kyll, die bei Neroth entspringt, flankieren von Oberstadtfeld, über Niederstadtfeld bis Schutz das Gewässer einige Straßen. Allerhand Motoren von Autos, LKW, Traktoren, Motorrädern, Flugzeugen, aber auch Rasenmähern und Sägen sind tagsüber fast immer zu hören. Einzutauchen in eine Klangwelt der Kleinen Kyll, wie sie in früheren Zeiten vielleicht einmal war, gelingt erst allmählich, sobald das Flüsschen Schutz verlässt und Richtung Bleckhausener Mühle fließt. Damals wird mit jedem Schritt das klappernde und ratternde Rad der Mühle mehr und mehr zu vernehmen gewesen sein. Heute eröffnet sich ein akustischer Bereich, der die meiste Zeit frei von Motoren zu erleben ist. Zunächst mag man dies als Stille empfinden, bei näherem Hinhorchen wird es jedoch äußerst lebendig.Der sich durch das immer enger werdende Tal windende Bach gluckert und gluckst, Strudel sind zu hören, Wellen, die an Ufer schlagen, Tropfen, die von Pflanzen fallen. Und je mehr sich das Ohr frei machen kann vom Geräuschbrei des Alltags, umso mehr öffnet es sich für das gelegentliche Kullern der Steine im Wasser, das Knacken des morschen Holzes, das über dem Wasser hängt. Es wird frei für den Wind, der durch die Bäume und Wiesen streicht, für das Gezwitscher der unterschiedlichsten Vögel und die Rufe anderer Tiere. Im Herbst sind selbst die Blätter zu hören, wie sie vom Wind von den Ästen leise knackend losgerissen werden und ins Wasser platschen oder auf dem Boden landen und zusammen mit trockenem Laub fortgeweht werden. Und weiter geht’s, voll im Klangbad der Natur, an der Bleckhausener Mühle vorbei, durch Sauerseifen, zur Heidsmühle, und schließlich bis zur Mündung in die Lieser bei Manderscheid. Jedes einzelne Motorengeräusch dringt nun deutlich wie selten an unsere Ohren, zunächst störend, bis es im Klangbrei des Alltags wieder untergeht, den wir schon gar nicht mehr wahrnehmen.Quellhöhe: 584 m | Mündungshöhe: 246 m | Höhenunterschied: 338 m | Länge: 24 kmMündungsfluss: Lieser | Mündungsort: Manderscheid Aufnahmeort: Auf dem Weg zur Bleckhausener Mühle Der Beitrag Folge 9: So klingt die Kleine Kyll erschien zuerst auf Institut Denkunternehmung.

    3 min
  5. 01/17/2020

    Folge 10: So klingt der Uersfelder Bach

    Pütz, Born, Drees, Brunnen, Quelle, Bach, Fluss, Weiher, Stausee, Maar oder Moor – welchen Beinamen trägt das eifeler Wasser? Der Pütz befand sich im Haus oder unmittelbar daneben. Er versorgte die Menschen mit dem Wasser, das sie fürs Kochen und vielleicht noch fürs Kleinvieh benötigten. Nur noch in wenigen alten Häusern ist er erhalten, mit Steinen eingefasst im lehmgestampften Keller. Die meisten jedoch wurden, nachdem das Wasser bequem aus der Leitung floss, mit Schutt gefüllt, betoniert und vergessen. Der Born versorgte im Ortskern die Menschen und ihr Vieh. Hier wusch man Kleidung, Rummeln und Kappes.Hier traf man sich zum Tratschen und tauschte Neuigkeiten aus. Über 50 Dreese in der Vulkaneifel bieten geschmackliche Abwechslung. Die Sauerbrunnen stillen den Durst an heißen Tagen, bieten wertvolle Mineralien und lassen den Teig von Buchweizen- und Pfannkuchen locker werden. In Brunnen wird sauberes und weiches Grundwasser gewonnen, das die Menschen heute versorgt. Aus Quellen speisen sich Bäche, aus Bächen werden Flüsse. Zuweilen wird der Lauf der Bäche ein wenig aufgehalten, Weiher angelegt, um dort Fisch zu züchten, der seit jeher gern auf dem Teller des ein oder anderen Eifelers landet. Vulkanische Eruptionen lassen Maare entstehen, aus denen einige im Lauf der Jahrtausende zu Mooren werden. Konnte der Mensch früher nur mit großer Mühe dem Wasser abringen, was er von ihm benötigte, so bilden Stauseen wie der Üdersdorfer Stausee oder der Stausee bei Jünkerath heute vielfältige Möglichkeiten für Angler, Urlauber und Sportler. Auch der in Sassen entspringende Uersfelder Bach wird zu einem kleinen See aufgestaut, an dem sich seit vielen Jahren Urlauber in einer Ferienanlage erholen.Quellhöhe: 540 m | Mündungshöhe: 390 m | Höhenunterschied: 150 m | Länge: 6 kmMündungsfluss: Elzbach | Mündungsort: Lirstal Aufnahmeort: Heilbachsee Der Beitrag Folge 10: So klingt der Uersfelder Bach erschien zuerst auf Institut Denkunternehmung.

    3 min
  6. 01/17/2020

    Folge 11: So klingt der Mürmes

    Ein alter Maarkessel südlich von Schalkenmehren birgt ein einzigartiges Areal einer Natur- und Kulturlandschaft abseits der klassischen Touristenziele der Vulkaneifel. Hier sollte ein jeder hin, der die Vegetation, die Tiere und die Landschaft der Vulkaneifel hautnah erleben möchte, ohne einem Menschen zu begegnen. Der nördliche Zugang über eine Autobahnbrücke der A1 lässt kaum erahnen, dass nur wenige Schritte vom Lärm und Abgas der Fernstraße, durch einen natürlichen Wall geschützt, diese atemberaubend stille Landschaft liegt.Heute zeigt sich eine weite Flachmoorlandschaft, die eine große Anzahl seltener Pflanzen, wie dem Sonnentau und anderen Moorpflanzen, eine Heimat bietet. Vögel sind zu beobachten und in dämmrigen Stunden Rotwild, Wildschwein, Hase u. v. m. Dabei hat dieser Kessel mehrere Wandlungen hinter sich. Mit Ausgang des Mittelalters wurde ein Großteil mit einem Damm abgetrennt, um ein Gewässer aufzustauen, in dem Fische für die Tafeln der Kurfürsten von Trier gewonnen wurden. Im 19. Jahrhundert gewann man aus den meterhohen Torfschichten Brennstoff. Erst in jüngerer Zeit wurde dem Flachmoor wieder Raum gegeben. Der Besucher hat die Möglichkeit, an einer Plattform mit zahlreichen aufbereiteten Informationen zu Pflanzen und Tieren möglichst schadlos in die Landschaft einzutauchen. Aus dem Mürmes speist sich ein Teil des kleinen, bei Ellscheid entspringenden Mürmesbachs, der zwischen Udler und Saxler in den Alfbach mündet.Quellhöhe: 457 m | Mündungshöhe: 397 m | Höhenunterschied: 60 m | Länge: 2 kmMündungsfluss: Alfbach | Mündungsort: Saxler Aufnahmort: Am Mürmes-Wehr Der Beitrag Folge 11: So klingt der Mürmes erschien zuerst auf Institut Denkunternehmung.

    10 min

About

Vulkaneifel