Denken, Glauben, Fragen – aus der Katholischen Akademie Berlin

Katholische Akademie in Berlin

In unserem Podcast können Sie hineinhören in die Themenvielfalt der Katholischen Akademie in Berlin mit Gästen aus den Bereichen Religion und Philosophie, Literatur und Theater, Politik und Wirtschaft. Auch der interreligiöse Dialog, besonders im Austausch mit jüdischen und muslimischen Partnern, liegt uns am Herzen. In der Mitte der Hauptstadt versuchen wir, Geistiges und Geistliches zu verbinden. Hören Sie auch unsere Podcasts "zwei nach zwölf. Gespräch über Gott und Welt" und "Tauchgänge": anchor.fm/2nach12 anchor.fm/tauchgaenge

  1. Feb 24

    Alles schrecklich ungerecht? Sozialdebatte in der Zeitenwende

    Im nächsten Ordnungspolitischen Salon ist Kerstin Griese, MdB, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales zu Gast. Sie diskutiert mit Prof. Dr. Georg Cremer über Leistungen und Defizite des Sozialstaats anlässlich der Neuerscheinung seines neues Buches „Alles schrecklich ungerecht? Mythen, Halbwahrheiten, Fakten zum deutschen Sozialstaat“ (Herder Verlag 2025). Moderation: Ralph Bollmann, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Redaktion Berlin. Der Sozialstaat ist eine tragende Säule des demokratischen Gemeinwesens und zugleich scheint er immer zu wenig zu leisten, wenn man der öffentlichen Kritik folgt. Angesichts des Kostendrucks werden grundlegende Reformen gefordert, in ihren Konsequenzen aber mehrheitlich dann doch abgelehnt. Was sind unerfüllbare Erwartungen und was sind gerechtfertigte Anforderungen an den Sozialstaat? In seinem Buch unternimmt Georg Cremer eine Entwirrung der Sozialstaatsdebatte. Welche Prioritäten müssen jetzt gesetzt werden, damit der Sozialstaat leistungsfähig bleibt? Auf welche Gruppen und Problemlagen sollte er sich konzentrieren? Kerstin Griese, MdB ist seit 2018 Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Von 2014 bis 2018 war sie Vorsitzende des Ausschusses für Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestages. Von 2002 bis 2009 war sie Vorsitzende des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Von 2006 bis 2009 und von 2011 bis 2018 war sie SPD-Fraktionsbeauftragte für Kirchen und Religionsgemeinschaften. Sie ist Mitglied im Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Sprecherin des Arbeitskreises Christinnen und Christen in der SPD. Von 2009 bis 2010 war sie hauptamtliches Bundesvorstandsmitglied des Diakonischen Werkes der EKD. Prof. Dr. Georg Cremer ist Volkswirt und Publizist. Er war von 2000-2017 Generalsekretär des Deutschen Caritasverbandes. Zu seinen sozialpolitischen Publikationen gehören: Armut in Deutschland. Wer ist arm? Was läuft schief? Wie können wir handeln?, München 2016. Sozial ist, was stark macht. Warum Deutschland eine Politik der Befähigung braucht und was sie leistet, Freiburg 2021.

    Alles schrecklich ungerecht? Sozialdebatte in der Zeitenwende
  2. 10/14/2025

    Bürokratie – das geliebte Monster

    Prof. Dr. Georg Cremer im Gespräch mit dem Vorsitzenden des Normenkontrollrates Baden-Württemberg, Dr. Dieter Salomon„Bürokratieabbau“ ist wichtiger Bestandteil der angestrebten Staatsmodernisierung und sogar zur ministerialen Chefsache erklärt worden. Aber was wird unter Bürokratieabbau eigentlich verstanden, und wird er in seinen praktischen Konsequenzen tatsächlich unterstützt? Was alle sich zu wünschen scheinen, sei es im Hinblick auf die Vorgaben der Europäischen Union, sei es auf Bundes-, Landes- oder kommunaler Ebene, erweist sich in der Praxis als vertrackt. Warum ist das so? Die hohe Regelungsdichte und Verrechtlichung ist nicht zuletzt Ergebnis vielfältiger Forderungen von Bürgern und kollektiven Akteuren. Wie kann Bürokratie wieder zu einem Stützpfeiler effizienter und überschaubarer staatlicher Rahmensetzung für Bürger und Unternehmen werden?Dr. Dieter Salomon ist seit 2023 Vorsitzender des Normenkontrollrates der Landesregierung Baden-Württembergs und dort maßgeblich für Bürokratieabbau zuständig. Seit 2019 ist er außerdem Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Südlicher Oberrhein. Er war von 2002 bis 2018 Oberbürgermeister der Stadt Freiburg im Breisgau. Zuvor war er ab 1992 Mitglied des Landtags von Baden-Württemberg für die Grünen sowie ab 2000 deren Fraktionsvorsitzender.Prof. Dr. Georg Cremer ist Volkswirt und Publizist. Er war von 2000-2017 Generalsekretär des Deutschen Caritasverbandes. Zu seinen sozialpolitischen Publikationen gehören: Armut in Deutschland. Wer ist arm? Was läuft schief? Wie können wir handeln? München 2016. Sozial ist, was stark macht. Warum Deutschland eine Politik der Befähigung braucht und was sie leistet. Freiburg 2021; im November 2025 erscheint ‚Alles schrecklich ungerecht? Mythen, Halbwahrheiten, Fakten zum deutschen Sozialstaat‘.Der „Ordnungspolitische Salon“ der Katholischen Akademie in Berlin: Die Soziale Marktwirtschaft beruht auf zwei wichtigen Säulen: Der Ordnungspolitik des Liberalismus und der Gesellschaftspolitik in der Tradition einer christlich geprägten Soziallehre. Stark ist die Soziale Marktwirtschaft dort, wo beide Säulen sie gemeinsam tragen. Das gelingt nur, wenn sie wandlungsfähig ist. Prof. Dr. Georg Cremer spricht mit ausgesuchten Gästen über das Miteinander von Ordnungs- und Gesellschaftspolitik anhand zentraler sozial- und wirtschaftspolitischer Herausforderungen.

    Bürokratie – das geliebte Monster
  3. 06/24/2025

    Ästhetische Bildung und liturgischer Aufbruch: Kunst und Reform bei Romano Guardini

    Liturgie und Kunst haben vieles gemeinsam, jedenfalls im Denken und Werk Romano Guardinis. Beide vereint eine ästhetische Prägekraft. Zugleich fordern sie zur Unterbrechung gängiger Wahrnehmungsmuster heraus, schaffen alternative Welten und Realitäten. Im Kontext der Frage nach einer zeitgemäßen liturgischen Bildung gilt es deshalb, das Verhältnis von Kunst und Liturgie auszuloten. Beispielhaft sollen daraufhin anhand von Odo Casels Primat des Objektiven vor dem Subjektiven Ansprüche an die Liturgie markiert und die Unterschiede zu Romano Guardini herausgearbeitet werden. Ein Blick in die Praxis soll uns die aktuellen Herausforderungen vergegenwärtigen. Denn während in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Vatikanum vor allem die gemeinschaftliche Dimension der Liturgie betont wurde, wird heute wieder vermehrt nach der persönlichen Dimension innerhalb der Liturgie gefragt. Suchbewegungen hin zu einer „persönlichen Gebetsatmosphäre“ sind zu beobachten. Wie steht es um die Liturgiefähigkeit heute? Wie lassen sich die beiden Pole des Subjektiven und Objektiven in der Liturgie zusammenführen? Und welche Rolle spielen dabei Kunst und Ästhetik, speziell in Form des liturgischen Raums? Prof. Dr. Andreas Bieringer ist Lehrstuhlinhaber für Liturgiewissenschaft, Hymnologie und christliche Kunst an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen. Veröffentlichungen zuletzt u.a.: Gottesdienst in der Literatur. Entwurf einer kultursensiblen Liturgiewissenschaft, Tübingen 2023. Prof. Dr. Isabella Bruckner ist Professorin für Christliches Denken und spirituelle Praxis am Päpstlichen Athenäum Sant’Anselmo in Rom. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählt die philosophisch-theologische Reflexion (monastischer) Spiritualität. Veröffentlichungen zuletzt u.a.: Gesten des Begehrens: Mystik und Gebet im Ausgang von Michel de Certeau, Innsbruck 2023.

    Ästhetische Bildung und liturgischer Aufbruch: Kunst und Reform bei Romano Guardini
  4. 06/10/2025

    Gesundheitswesen – unsteuerbar?

    Prof. Dr. Georg Cremer im Gespräch mit Staatssekretär a.D. Prof. Josef Hecken, Unparteiischer Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses. Das Bewusstsein von den Folgen des demographischen Wandels für die Finanzierung des Gesundheitssystems ist jüngst im Schlepptau der Rentensicherungsdebatte stärker geworden. Ebenso hat mit den jüngsten geopolitischen Ereignissen die scharfe Konkurrenz zwischen drängenden Finanzierungsbedarfen zugenommen. Gibt es eine Perspektive für organisatorische Veränderungen im Gesundheitswesen, die den Kostendruck mindern, ohne die Qualität der Versorgung zu gefährden? Ist es überhaupt möglich, ein politisch so umkämpftes Feld wie die Gesundheitspolitik nach ordnungspolitischen Prinzipien zu steuern? Das Handlungsfeld ist extrem komplex. Die Krankenhausfinanzierung und Bedarfsplanung ist besonders umstritten, und das schon seit langem. Ebenso gibt es Verteilungskämpfe innerhalb der Leistungserbringer des Gesundheitssystems im ambulanten Bereich sowie an der Schnittstelle von ambulant und stationär. Was bewirkt der Fachkräftemangel und der Schwund des „Hausarztes auf dem Lande“? Sind die parallelen Versicherungssysteme ein Reformhemmnis? Über diese und weitere Fragen spricht Georg Cremer mit Josef Hecken. Prof. Josef Hecken ist seit 2012 Unparteiischer Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses. Er war von 1999–2004 Staatssekretär im Ministerium für Frauen, Arbeit, Gesundheit und Soziales des Saarlandes und von 2004–2008 Minister für Justiz, Gesundheit und Soziales des Saarlandes sowie ab 2008 auch für Arbeit. 2004–2008 war er Vorsitzender des Gesundheitsausschusses. Von 2008–2009 war er Präsident des Bundesversicherungsamtes, von 2009–Juli 2012 Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Prof. Dr. Georg Cremer ist Volkswirt und Publizist. Er war von 2000-2017 Generalsekretär des Deutschen Caritasverbandes. Zu seinen sozialpolitischen Publikationen gehören: Sozial ist, was stark macht. Warum Deutschland eine Politik der Befähigung braucht und was sie leistet. Freiburg 2021; Deutschland ist gerechter, als wir meinen. Eine Bestandsaufnahme. München 2018; Armut in Deutschland. Wer ist arm? Was läuft schief? Wie können wir handeln? München 2016.

    Gesundheitswesen – unsteuerbar?
  5. 04/08/2025

    Der Becher meiner Lust ist voller Tränen.

    Weibliche Stimmen in der islamisch-mystischen Dichtung persischer Sprache.Sufis und ihr mystischer Zugang zu Gott und dem Koran sind weitgehend bekannt. Weniger bekannt ist jedoch die mystische Literatur, die Frauen verfasst haben – auf Persisch. Kurt Scharf und Ali Abdollahi haben diese Texte erstmalig ins Deutsche übertragen und stellen diese und das Leben und Denken ihrer Autorinnen vor.Aus der christlichen religiösen Tradition ist uns der Widerspruch zwischen Gesetz und Liebe, Orthodoxie und Mystik vertraut. Aber zumindest dem eigenen Anspruch nach wird er im Christentum zugunsten der Liebe aufgelöst. Sie, heißt es in Röm 13,10, sei des Gesetzes Erfüllung.Im Islam ist diese Spannung stärker. Einerseits gibt er mit seinen fünf Säulen ein Fundament aus Regeln, zu denen noch detaillierte Vorschriften hinzukommen, die das Leben des Einzelnen bestimmen. Andererseits hat die Mystik unter Muslimen und Muslimen große Bedeutung. Ihr Inhalt ist die Liebe, die Sehnsucht nach der Vereinigung mit Gott. Und ihre Anhänger haben wahrscheinlich mehr für die Verbreitung des Islams getan als die orthodoxen Religionslehrer. Anders als diese verstehen und lesen die Sufis die Botschaft des Korans auf eine eigene Weise: Danach hat das Heilige Buch eine äußere und eine innere Seite. Die Regeln seien nur die äußere, die wichtigere aber sei die innere.Damit setzten Sufinnen und Sufis sich in einen scharfen Gegensatz zur iranischen Orthodoxie. Dennoch wurden sie unter Chomeyni, der selbst eine Ausbildung als Sufi durchlaufen hatte, geduldet; unter Chamene’i dagegen macht man ihnen das Leben schwer: Schreine von Sufischeichs werden zu einfachen Gräbern zurückgebaut, sodass man dort nicht mehr spenden kann und die Gelder für Stipendien für die Schulung von Sufijüngern ausgehen, und gegen mehrere Sufischeichs ist Hausarrest verhängt worden.Eine besondere Provokation stellen für die herrschende Orthodoxie der Islamischen Republik sowohl die weibliche Seite und als auch die erotische Orientierung dieser Glaubensrichtung dar. Der Mystiker, der sich nach der Vereinigung mit Gott sehnt, wird gewissermaßen zur Braut Gottes. Insofern ist es besonders, die Stimmen von Sufidichterinnen zu hören, die diese feminine Seite des Glaubens noch verstärken.Ali Abdollahi ist Dichter, Literaturkritiker und Übersetzer von Lyrik und Erzählprosa und Philosophie. Er lebt in Berlin.Kurt Scharf war stellvertretender Leiter des Goethe-Instituts in Teheran und Gründungsmitglied des Hauses der Kulturen der Welt. Er ist Herausgeber und Übersetzer von Literatur aus u.a. dem Persischen.Mahya Taheri ist Buchillustratorin und lebt in Berlin.Udo Steinbach war bis 2007 Direktor des Deutschen Orient-Instituts in Hamburg. Seit 2019 verantwortet er das Programm MENA Study Centre bei der Maecenata-Stiftung.

    Der Becher meiner Lust ist voller Tränen.

About

In unserem Podcast können Sie hineinhören in die Themenvielfalt der Katholischen Akademie in Berlin mit Gästen aus den Bereichen Religion und Philosophie, Literatur und Theater, Politik und Wirtschaft. Auch der interreligiöse Dialog, besonders im Austausch mit jüdischen und muslimischen Partnern, liegt uns am Herzen. In der Mitte der Hauptstadt versuchen wir, Geistiges und Geistliches zu verbinden. Hören Sie auch unsere Podcasts "zwei nach zwölf. Gespräch über Gott und Welt" und "Tauchgänge": anchor.fm/2nach12 anchor.fm/tauchgaenge

You Might Also Like