Retterview

Christian Manshen, Mike Rauch, Luis Teichmann

Was passiert wirklich im Rettungswagen? Was beschäftigt die Menschen, die täglich den Notruf 112 beantworten — auf der Straße, im RTW, an der Leitstelle, im Krankenhaus? Genau das erzählt Retterview. Ungeschönt, direkt und mit einer Prise Humor. Samy Splint - Notfallsanitäter und Host - nimmt dich jede Woche mit hinter die Kulissen des Blaulicht-Alltags. Er spricht mit den Menschen, die man sonst nur von außen sieht: Rettungsdienstler, Feuerwehrleute, Intensivpfleger, Leitstellendisponenten, Ärzte und viele mehr. Ehrlich, auf Augenhöhe - und so nah am Einsatz wie es nur geht. Retterview ist gleichzeitig Fachwissen für Profis und Fenster zur Welt des Rettungsdienstes für alle anderen. Hier erfährst du, wie Notfallmedizin wirklich funktioniert, was Fachkräftemangel konkret bedeutet, welche rechtlichen und politischen Debatten den Rettungsdienst gerade bewegen und du hörst die Geschichten, die man im Dienst nicht vergisst. Ob du selbst im Rettungsdienst arbeitest, in der Pflege, bei der Feuerwehr oder einfach wissen willst, was hinter dem Blaulicht steckt - hier bist du richtig. Neue Folgen jede Woche. Abonnieren, Fragen einsenden, mitdiskutieren. ➡ Mehr auf retterview.de | Instagram, TikTok, YouTube: @retterview

  1. 4d ago

    Fit für den Einsatz – aber darf der Döner bleiben?

    Zwischen Schichtdienst, Treppensteigen und Wachen-Sofa: Wie wird man fitter, ohne dass gleich der ganze Alltag zum Trainingsplan wird? Samy fragt, Max erzählt aus seiner Sportpraxis – über kleine Bewegungseinheiten, einen starken Rücken, den Einstieg ins Fitnessstudio und Fortschritte, die keine Waage zeigt. Dazu sprechen die beiden über Döner, Meal Prep, Protein, Kreatin und Ernährungsmythen. Danach muss Samy Börsenbegriffe erraten, bevor eure Hörerfragen zu Adrenalin, Erster Hilfe und Reiseübelkeit im RTW drankommen. QUELLEN UND FACHLICHE EINORDNUNG Die folgenden Quellen dienen zur Vertiefung und Einordnung. Sie bestätigen nicht automatisch jede persönliche Einschätzung im Gespräch. • Bewegung und Training: Die WHO betont, dass auch kleine Mengen Bewegung zählen. Kurze Einheiten können ein Einstieg sein; sie ersetzen nicht automatisch den empfohlenen gesamten Bewegungsumfang. WHO – Physical activity: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/physical-activity • Proteinbedarf: Die DGE unterscheidet nach Alter und Trainingsumfang. 1,2–1,6 g pro Kilogramm Körpergewicht sind keine pauschale Empfehlung für alle. Für gesunde Erwachsene unter 65 Jahren gilt grundsätzlich ein Referenzwert von 0,8 g/kg täglich; ab 65 Jahren ein Schätzwert von 1,0 g/kg. Bei umfangreichem Sport kann der Bedarf höher liegen. DGE – Fragen und Antworten zu Protein und unentbehrlichen Aminosäuren: https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/ausgewaehlte-fragen-und-antworten-zu-protein-und-unentbehrlichen-aminosaeuren/ • High-Protein-Produkte: Ein entsprechendes Label macht ein Lebensmittel nicht automatisch kalorienärmer oder gesünder. Vergleicht Zutaten und Nährwerte; eine ausreichende Proteinversorgung ist häufig auch mit gewöhnlichen Lebensmitteln möglich. DGE – High-Protein-Produkte sind überflüssig: https://www.dge.de/presse/meldungen/2021/high-protein-produkte-sind-ueberfluessig/ • Kreatin und andere Supplements: Nutzen, Risiken und die jeweilige Trainingssituation sollten gemeinsam betrachtet werden. Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine ausgewogene Ernährung. DGE-Arbeitsgruppe Sporternährung – Nahrungsergänzungsmittel im Sport, Positionspapier, 2020: https://www.dge.de/fileadmin/dok/gesunde-ernaehrung/gezielte-ernaehrung/sportler-innen/EU02_2020_M90_M98.pdf • Speiseöle: Rapsöl ist eine gute Wahl; auch andere pflanzliche Öle haben ihren Platz. Die pauschale Aussage, Omega-6 komme bei den meisten Menschen zu kurz, sollte aus dem Gespräch nicht als allgemeine Ernährungsempfehlung übernommen werden. DGE – Pflanzliche Öle bevorzugen: https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/gut-essen-und-trinken/pflanzliche-oele/ BfR – Omega-3-Fettsäuren: Wichtig – aber in Maßen: https://www.bfr.bund.de/fragen-und-antworten/thema/omega-3-fettsaeuren-wichtig-aber-in-ma%C3%9Fen/ • Fachfrage zur Bradykardie: Die geschilderte Medikamentengabe ist eine Besprechung eines Einsatzes, keine allgemeine Dosierungs- oder Zubereitungsanleitung. Maßgeblich sind aktuelle Leitlinien, lokale SOP/SAA und die jeweilige ärztliche Verantwortung. GRC – Aktuelle Reanimationsleitlinien und Algorithmen: https://www.grc-org.de/wissenschaft/leitlinien • Erste Hilfe und rechtliche Absicherung: Wer nach seinen Kenntnissen und mit angemessener Sorgfalt hilft, muss grundsätzlich keine Angst vor Haftung für unvermeidbare Fehler haben. Der Versicherungsschutz und mögliche Erstattungen hängen vom konkreten Sachverhalt ab. DGUV – Rechtsfragen bei Erste-Hilfe-Leistung durch Ersthelferinnen und Ersthelfer: https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/2565 SGB VII § 2 – Versicherung kraft Gesetzes: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_7/__2.html SGB VII § 13 – Sachschäden und Aufwendungen: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_7/__13.html • Die erwähnten Fahrzeug-Bewegungshinweise auf dem iPhone können Reiseübelkeit beim Mitfahren reduzieren. Sie sind kein Ersatz für eine individuelle medizinische Beurteilung. Apple – Barrierefreiheit, Fahrzeug-Bewegungshinweise: https://www.apple.com/de/accessibility/features/

  2. Jun 7

    Funkspruch am Sonntag #1 – Der Sinn von Politik ist Freiheit (Hannah Arendt im Rettungsdienst)

    Willkommen zum Funkspruch am Sonntag – einem neuen Format von Retterview. Kurze Gedanken. Ehrlich und ungefiltert. Jeden Sonntag um 18 Uhr ein neues Wort zum Sonntag, ca. fünf Minuten – etwas zum Überdenken für die neue Woche. Keine Sorge: Die normalen Folgen mit Gästen und längeren Gesprächen laufen ganz normal weiter. Funkspruch ist nur ein neues Puzzleteil von vielen. In der allerersten Folge geht es um einen Satz, den Hannah Arendt einmal geschrieben hat: „Der Sinn von Politik ist Freiheit." Klingt groß, klingt akademisch – ist aber unfassbar nah an dem, was wir täglich im Rettungsdienst, in der Feuerwehr, beim THW, im Katastrophenschutz und in der Wasserrettung erleben. Denn Politik passiert nicht nur im Bundestag. Politik passiert auf jeder Wache, in jeder Wehr, in jedem Betrieb – jedes Mal, wenn Menschen darüber sprechen, wie sie miteinander umgehen wollen. Samy spricht in dieser Folge darüber, warum Meinungsäußerung und Kritik im Rettungsdienst und in allen Rettungsorganisationen erlaubt sein müssen – als Notfallsanitäter*in, als Feuerwehrmann oder -frau, als Praxisanleiter*in, als Auszubildende*r, als Creator. Über Angstkulturen, über Leitungsfunktionen, die Kritik abblocken, über falsch zitiertes Recht – und vor allem darüber, warum es trotzdem Grund zur Hoffnung gibt. Weil es nämlich jede Menge Wachen, Wehren, Praxisanleitende und Führungskräfte gibt, die es längst besser machen. Themen dieser Folge: – Was bedeutet Hannah Arendts Satz „Der Sinn von Politik ist Freiheit" für unseren Alltag? – Warum Politik nicht nur im Bundestag stattfindet, sondern auf jeder Rettungswache – Was Freiheit nach Arendt wirklich heißt – und was sie nicht heißt – Warum Kritik im Rettungsdienst kein Angriff, sondern ein Werkzeug ist – Wie eine Angstkultur entsteht – und warum sie gefährlicher ist als jede ehrliche Kritik – Positive Beispiele: Praxisanleitende, führende NotSan, Notärzt*innen auf Augenhöhe, Gruppen- und Zugführer*innen, die zuhören – Warum Samy als Creator jeden Tag merkt: Es gibt verdammt viele gute Menschen in unseren Organisationen – Das Wort zum Sonntag: Sei einer von denen, die es besser machen Erwähntes Zitat: „Frei sein können Menschen nur im Bezug aufeinander – also im Bereich des Politischen und des Handelns." (Hannah Arendt) ⚠️ Hinweis Dieser Funkspruch ist ein persönlicher Kommentar von Samy Splint und gibt seine eigene Meinung wieder. Die Inhalte sind keine offizielle Stellungnahme einer Hilfsorganisation, eines Arbeitgebers oder einer Berufsvertretung. Kritik wird sachlich vorgetragen, nicht gegen einzelne Personen gerichtet. Zitate von Hannah Arendt werden sinngemäß übersetzt oder als wörtliches Zitat kenntlich gemacht. 🎙 Du hast eine Frage, ein Zitat oder einen Gedanken für einen kommenden Funkspruch? Schick ihn uns – wir nehmen Hörerfragen, Zitate und eigene Beobachtungen aus eurem Dienstalltag gerne in zukünftige Folgen mit auf: 👉 https://retterview.de/frage Werbung & Support 🔋 HOLY Hydration, Energy & Iced Tea Spare 10 % auf alle HOLY-Artikel mit dem Code 👉 RETTERVIEW 👕 Retterview Merch-Shop Alle Artikel im Retterview-Shop unter retterview.de retterview Kontakt & Mitmachen 🗣 Fragen, Zitate & Themen: 👉 https://retterview.de/frage 📧 E-Mail: info@retterview.de 🌐 Website: https://retterview.de retterview 📱 Instagram, TikTok, YouTube: @retterview · @samy.splint ℹ️ Rechtliches Dieser Podcast enthält Produktplatzierung und Werbung. Impressum: https://retterview.de/impressum

    Funkspruch am Sonntag #1 – Der Sinn von Politik ist Freiheit (Hannah Arendt im Rettungsdienst)
  3. Mar 24

    Puls & SpO₂ - Einer von beiden lügt gerne mal

    Warum tasten wir im Rettungsdienst als Erstes oft den Puls? Was sagt ein kräftiger oder fadenförmiger Puls wirklich aus? Und warum kann die Sauerstoffsättigung auf dem Monitor gut aussehen, obwohl ein Patient trotzdem kritisch krank ist? Ausgehend von einer Hörerfrage von Raffa aus Berlin geht es in dieser Folge um zwei Vitalwerte, die wir ständig erheben und trotzdem oft zu oberflächlich betrachten: Puls und SpO₂. Wir sprechen darüber, was der Puls physiologisch überhaupt ist, warum sich tastbarer Puls und Herzfrequenz im EKG unterscheiden können, welche Informationen uns der Puls radialis in Sekunden liefert und wann ein Puls wirklich lebensgefährlich wird. Außerdem geht es um Palpation, wichtige Pulspunkte am Körper, typische Befunde wie kräftig, schwach, fadenförmig, rhythmisch oder arrhythmisch und darum, warum der tastbare Puls manchmal ehrlicher ist als der Monitor. Im zweiten Teil schauen wir uns die Pulsoxymetrie genauer an: Wie funktioniert ein Pulsoxymeter überhaupt? Was sagen Pleth-Kurve und Perfusionsindex aus? Welche Grenzen hat die SpO₂-Messung? Warum kann sie bei einer CO-Vergiftung trügerisch normal sein? Und was macht man eigentlich bei lackierten Fingernägeln? Dazu schauen wir auch auf typische Hausmedikamente wie Betablocker, Calciumkanalblocker, Digoxin, Salbutamol oder Langzeitsauerstoff und erklären, was sie im Körper bewirken und warum man sie bei der Interpretation von Vitalwerten unbedingt mitdenken muss. Ergänzt wird das Ganze durch die Medikamente und Maßnahmen aus dem Rettungsdienst, die Puls, Kreislauf und Oxygenierung direkt beeinflussen. Eine Folge für Einsteiger, Azubis, Rettungsdienstpersonal und alle, die Vitalwerte nicht nur messen, sondern wirklich verstehen wollen.

    Puls & SpO₂ -  Einer von beiden lügt gerne mal

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