Es gibt diesen Moment, in dem Dir jemand sagt, wie Du wirkst – und Du erkennst Dich darin überhaupt nicht wieder. Björn hat ihn erlebt, als er als junger Sänger vor Lampenfieber fast zerging und jemand zu ihm sagte: "Du bist ja ein Fels in der Brandung." Jan hat ihn auf einer Kölner Karnevalssitzung erlebt, als er mitten im Feiern gefragt wurde, ob er eigentlich gar keinen Spaß habe. Genau um diese Lücke geht es in dieser Folge: Eigenwahrnehmung und Fremdwahrnehmung stimmen fast nie vollständig überein – und das ist erst einmal völlig normal. Wir alle lösen Wirkungen aus, die wir nie beabsichtigt haben, über eine Haltung, eine Bewegung, einen Blick. Interessant wird es erst, wenn daraus ein Muster wird: in Beförderungsgesprächen, in Führungssituationen, in Freundschaften und Partnerschaften. Björn stellt in dieser Folge das Johari-Fenster vor – ein Modell, das 1955 von den US-amerikanischen Sozialpsychologen Joseph Luft und Harrington Ingham entwickelt wurde und dessen Name schlicht ein Zusammenschluss der beiden Vornamen ist. Zwei Achsen, vier Quadranten, und daraus ein überraschend praktisches Werkzeug für Coaching, Workshops und Führungsarbeit. Björn und Jan gehen die vier Felder einzeln durch, diskutieren, welches davon eigentlich am größten sein sollte, und sprechen darüber, warum sich der blinde Fleck nur über einen einzigen Weg füllen lässt: über Feedback. DAS JOHARI-FENSTER IM ÜBERBLICK • Öffentliche Person – mir bekannt, anderen bekannt: was ich über mich weiß und bewusst preisgebe• Geheimnis – mir bekannt, anderen unbekannt: was nur ich weiß, was aber trotzdem nach außen wirkt• Blinder Fleck – mir unbekannt, anderen bekannt: was andere über mich wissen, ich selbst aber nicht• Unbekanntes – mir unbekannt, anderen unbekannt: was sich erst über neue Erfahrungen erschließt THEMEN DER FOLGE • Warum Eigen- und Fremdwahrnehmung so selten deckungsgleich sind – und warum das kein Alarmsignal ist• Wenn die Abweichung positiv ist: als "Fels in der Brandung" wirken trotz massiver Nervosität• Wenn die Abweichung teuer wird: engagiert sein und teilnahmslos wirken• Herkunft und Sozialisation als Erklärung für unterschiedliche Wirkung• Entstehung und Aufbau des Johari-Fensters• Die vier Quadranten im Detail – und was in welches Feld gehört• Warum der blinde Fleck nie lange blind bleibt• Feedback als einziger Zugang zum blinden Fleck• Berechenbarkeit und Unberechenbarkeit in Führungsrollen• Das Bild vom Diamanten: unterschiedliche Facetten in unterschiedlichen Kontexten• Warum das Johari-Fenster in jeder einzelnen Beziehung anders gefüllt ist DREI ERKENNTNISSE ZUM MITNEHMEN 1. Abweichung ist der Normalfall. Wenn Eigen- und Fremdwahrnehmung auseinandergehen, ist das kein Defekt. Genau hinsehen lohnt sich dort, wo es ein Muster wird. 2. Der blinde Fleck lässt sich nur von außen füllen – über Feedback im Coaching, über 360-Grad-Feedback im Unternehmen, über strukturierte Übungen in vertrauensvollen Workshops. 3. Die bessere Frage lautet: Wie wirke ich? Nicht: Habe ich das gut gemacht? Wirkungsfeedback bringt Dich weiter als Leistungsfeedback. ZITATE AUS DER FOLGE "Ich glaube, das Entscheidende ist, dass man sich dessen erst mal bewusst ist, dass es in jedem menschlichen Kontext diesen blinden Fleck gibt." – Björn "Menschen sind nicht so flach, so sind die und Etikett drauf und fertig. Jeder Mensch hat unterschiedliche Facetten." – Jan ÜBER DEN PODCAST Coach & Coach – eine Reise durch die Welt des Coachings. Der Coaching-Podcast mit Björn Bobach und Jan Gustav Franke. DU WILLST MIT UNS IN DEN DIALOG? Schreib uns gern per Mail an bjoern@bjoernbobach.de oder kontakt@jangustavfranke.de. Wir freuen uns über Feedback, Themenwünsche – und natürlich, wenn Du "Coach & Coach" abonnierst und weiterempfiehlst. Björn Bobach: https://bobach-coaching.deJan Gustav Franke: https://jangustavfranke.de