„Du fragst mich, was Pflicht bedeutet. Ich könnte dir darauf hundert Antworten geben. Jede einzelne wäre wahr. Und doch wäre keine vollständig. Pflicht ist, aufzustehen, wenn andere fallen. Zu bleiben, wenn jeder Instinkt zum Rückzug drängt. Den Befehl auszuführen, wenn er schwer ist, und ihn zu tragen, wenn er sich als Irrtum erweist. Ich habe gesehen, was aus Männern wird, wenn sie ihre Pflicht an ihr persönliches Empfinden binden. Sie dienen, solange der Dienst ihnen gefällt. Sie sind tapfer, solange Tapferkeit ihnen Ruhm bringt. Sie sind treu, solange Treue erwidert wird. Das ist keine Tugend. Tugend beginnt dort, wo niemand zusieht. Wo kein Lob wartet. Wo das Opfer nicht verstanden wird. Vielleicht nicht einmal von jenen, für die man es bringt. Ich habe Schlachtfelder gesehen, auf denen es keine Gerechtigkeit gab. Welten, auf denen Unschuldige starben, ohne dass irgendeine höhere Ordnung sie dafür entschädigte. Brüder, die fielen, obwohl sie alles richtig gemacht hatten. Früher dachte ich, darin müsse eine Lektion liegen. Heute glaube ich: Es gibt keine. Das Universum schuldet uns keine Gerechtigkeit. Wer verlangt, dass das Universum ihm Gerechtigkeit widerfahren lässt, hat den Kern unserer Aufgabe nicht verstanden. Wir sind nicht hier, um für uns selbst Gerechtigkeit zu erstreiten. Wir sind hier, um sie anderen zu ermöglichen — soweit unsere Klingen, unsere Bolter und unser Wille reichen. Und wenn wir dabei selbst leiden? Dann leiden wir. Wenn wir verlieren? Dann verlieren wir. Wenn diejenigen, die wir retten, niemals erfahren, wer für sie gestorben ist? Dann sei es so. Tapferkeit bedeutet nicht, keine Furcht zu kennen. Sie bedeutet, der Furcht keinen Anspruch auf die Entscheidung einzuräumen. Treue bedeutet nicht, dass das Imperium uns etwas schuldet. Treue bedeutet, dass wir ihm nichts schulden wollen außer dem, was wir bereits geschworen haben. Darum ist mir das Klagen angesichts von Leid so fremd geworden. Nicht weil das Leid gering wäre. Sondern weil es groß ist. Zu groß, um meine eigenen Empfindungen darüber zum Maßstab zu machen. Ich bin ein Ultramarine. Ich bin Soldat. Ich bin Bruder. Ich habe mein Leben nicht dafür gegeben, dass die Galaxis gerecht zu mir ist. Ich habe es dafür gegeben, dass sie für jene, die unter unserem Schutz stehen, ein wenig weniger grausam sein kann. Vielleicht ist das die einzige Gerechtigkeit, die uns zusteht: nicht die, die wir für uns selbst verlangen, sondern die, die wir mit eigener Hand schaffen. Und wenn eines Tages nichts von mir übrig bleibt außer den Namen meiner gefallenen Brüder und den Leben jener, die durch unser Opfer weiterleben konnten, dann genügt mir das. Denn wir sind nicht dazu berufen, das Universum zu beklagen. Wir sind dazu berufen, ihm entgegenzutreten. Und solange ich noch stehen kann, werde ich stehen.“ Unterstützt den Podcast über: https://www.patreon.com/AdeptusInebris Merch findet ihr unter: https://adeptus-inebris.myspreadshop.de/Musik mit freundlicher Genehmigung des "Officio Audiorum":https://open.spotify.com/artist/6ilx25ugUf2Q3xVDPTIwJw?si=5xOxwG5-SMyCIGZiDfx82g