Mein Bogen in deinen Wolken von Heike Schneider-Krosse Noahs Augen können sich nicht sattsehen. Gottes Bogen am Himmel, in all seinen Farbe. Noah will ihn nicht mehr aus den Augen verlieren. Eines hat ihn das Vergangene gelehrt: Es ist wichtig, was du im Blick behältst. Die Gehässigkeiten klangen noch in seinem Ohr, als er anfing seine Arche zu bauen. Für jedes Tier sollte Platz sein, und für seinesgleichen auch. Ausgelacht haben sie ihn. Das Leben solle er genießen, sagten sie. Aber Noah hatte anderes im Blick. Er sah, was um ihn herum geschah: das Leid, das Treiben derer, die jegliche Grenzen missachteten. Sie meinten, die Herren der Welt zu sein. Die Gier nach dem immer mehr in den Augen. Nichts schien ihnen Einhalt zu gebieten. Und Noah baute jenen Kasten zum Schutz für Mensch und Tier, weil Gott es ihm sagte. Die Wasser donnerten mit aller Macht gegen die Planken. Noah wusste um die Gefahren da draußen, aber auch um den verheißenen Schutz. Dunkelheit und Enge mussten weichen. „Meinen Bogen habe ich in die Wolken gesetzt. Er soll ein Zeichen sein, ein Zeichen des Bundes zwischen mir und der Erde, zwischen mir und allen Lebewesen. Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“ Der Regenbogen – Zeichen von Gott. Ihn nicht aus den Augen verlieren, nie mehr, das schwor er sich. Gebet Du, Gott, bist mir Zufluchtsort, an dem ich mich berge. Halte in mir wach, die Bilder deines Segens, die Farben deines Regenbogens, damit ich sie und ihre Botschaft nicht aus den Augen verliere in dunkler Zeit. Bewahre uns mit deiner starken Hand, segne und erneuere uns und deine Schöpfung. Amen.