BEHIND THE BEAT Producer Podcast

BEAT Magazine

The Behind The BEAT Podcast features interviews and relaxed conversations with producers like you and me. They share three of their tracks and answer your top questions about music production. It's all about "create, learn, improve."

  1. Episode #60 mit Mareile Heineke von Qobuz – mehr Menschlichkeit im Streaming

    Jun 1

    Episode #60 mit Mareile Heineke von Qobuz – mehr Menschlichkeit im Streaming

    Diese Folge widmet sich Mareile Heineke von Qobuz, mit der wir mehr Klarheit und Transparenz über die Themen KI, Katalog, Kreativität und Kuration/Playlisting im Streaming-Bereich schaffen. Im Streaming dreht sich alles um Zahlen. Eine davon fiel 2025 besonders auf: 147. Dabei handelt es sich um den prozentualen Zuwachs an NutzerInnen, die der französische Dienst Qobuz in Deutschland verzeichnen konnte. Das Wachstum hierzulande ist kein lokales Phänomen. Auch in den USA darf sich Qobuz über eine wachsende Beliebtheit erfreuen, erhielt Empfehlungen von führenden Influencern und knackte im iOS-Appstore die Top-5. Das kommt zwar noch keiner Revolution gleich – ist aber ein klarer Beleg dafür, dass das Unternehmen viele Dinge richtig macht. Auf dem Papier gleichen sich die Streamer immer mehr an. Wie Mareile Heineke von Qobuz betont, sind die Kataloge inzwischen nahezu deckungsgleich,was immerhin den Vorteil hat, dass man sich nicht sorgen muss, beim Wechsel den Zugang zu den eigenen Favoriten zu verlieren. Andererseits hat auch die Konkurrenz endlich den Wert hochauflösender Musik erkannt, obwohl Qobuz ihr auf diesem Gebiet weiterhin mit einigen technischen Innovationen weiterhin voraus bleibt. Was bewegt also so viele, den Marktführern den Rücken zu kehren? Für Heineke steht fest: Es ist die Community, die sich hier wieder einstellt. Sie selbst hört noch immer gerne Radio und schätzt die Vorstellung, etwas gleichzeitig mit anderen zu teilen. Qobuz ist in gewisser Weise der Versuch, dieses gemeinschaftliche Gefühl in die digitale Welt zu übertragen: Playlists werden von Musikbegeisterten auf der ganzen Welt zusammengestellt, ein hauseigenes Magazin bietet Artikel, Interviews und Empfehlungen und mit Produkt-Tests und Hifi-Features werden auch Audiophile miteingebunden. Es ist eine vorgelebte Alternative zu einer Welt KI-generierter Tracks, die von anonymen Botfarmen gestreamt werden. Mit einigen Initiativen hat Qobuz einen Weg eingeschlagen, der für mehr Transparenz sorgen soll. In diesem Sinne hat Mareile mit uns ein wenig den Schleier darüber gelüftet, wie bei Qobuz der Weg in die Playlists verläuft und warum mehr Menschlichkeit im Streaming ein Plus für alle darstellt.

    46 min
  2. Episode #59 mit Kevin von HOFA – Raumakustik für schmales Geld

    May 5

    Episode #59 mit Kevin von HOFA – Raumakustik für schmales Geld

    Diese Folge widmet sich Kevin Kleinschmidt von HOFA, der erklärt, wie man mit der richtigen Raumakustik auch mit einem schmalen Budget mehr aus der eigenen Musik holt. “Raumakustik” klingt zunächst einmal deutlich weniger sexy als “Gear-Porn” oder “Produktion”. Dabei lässt sich das Potential dieser Bereiche nur sehr rudimentär ausschöpfen, ohne die Raumakustik des eigenen Studios zu berücksichtigen. Wer sich also fragt, warum der eigene Mix zu Hause satt und druckvoll klingt, im Auto oder Club aber dünn und schwach, sollte sich mit dem Thema unbedingt tiefer befassen. Der Aufstieg von HOFA zu einem der führenden Anbieter von Raumakustik beginnt im wahrsten Sinne des Wortes im “underground”. Eine Führung durch das Salzbergwerk Bad Friedrichshall fasziniert den Audio-Engineer Jochen Sachse - alles hier scheint der gängigen Lehrmeinung zu widersprechen: “Die schiere Größe des Bauwerks mit seinen harten, parallelen Steinwänden sowie die augenscheinlich fehlenden Akustikmaßnahmen standen im krassen Widerspruch zur wahrgenommenen Akustik. Mein Klatschen, Schnipsen, Rufen und Pfeifen löste einen angenehm balancierten, faszinierenden Nachhall aus – das hätte ich in so einem Objekt nie vermutet.” Bergwerke haben eine “chaotische” Akustik – vielleicht, so Sachse, sollten Studios das auch haben. Doch steckt in dem Chaos natürlich eine Methode. Und genau entlang dieser entscheidenden Grenze verlaufen die Lösungen von HOFA, in denen innovative Materialien auf die Umsetzung physikalischer Erkenntnisse treffen. Raumakustik ist hier weniger trockene Theorie, sondern die Basis für direkt einsatzfähige Produkte wie Basstraps, Akustikgardinen und Diffusoren. Auch hausinterne Software-Lösungen wie Room EQ Wizard und ein eigener DDP-Player fügen sich nahtlos in die Palette ein. Wie im Gespräch mit Kevin Kleinschmidt, Leiter für Produktentwicklung, Raumakustikmessung und Beratung, klar wird, darf aber auch eines nicht fehlen: Das ständige genaue Hinhören, das keine noch so genauen Messungen, Modelle und Maßnahmen ersetzen kann. Und das ist, in einer Zeit der Entmystifizierung der Kreativität, irgendwie dann doch recht sexy.

    1h 16m
  3. Episode 58 mit Dave Stapleton – Musik als zeitlose Zwischenwelt

    Apr 10

    Episode 58 mit Dave Stapleton – Musik als zeitlose Zwischenwelt

    Diese Folge widmet sich dem Pianisten, Produzenten und Label-Inhaber Dave Stapleton, der auf seinem neuen Album “Quiet Fire” den Jazz im elektronischen Loop neu erfindet. Der nie um eine großspurige Aussage verlegene Noel Gallagher hat einmal zu Protokoll gegeben, Jazz sei, wenn “vier Musiker gleichzeitig einen anderen Song spielen, in einem anderen Tempo und einer anderen Tonart.” Vielleicht sollte er es einmal mit “Quiet Fire” probieren. Denn das, was Dave Stapleton hier präsentiert, ist zweifelsfrei Jazz – ansonsten aber das genau Gegenteil der humorhaften Horrorversion, die der Oasis-Songwriter zeichnet. Für sein erstes Solo-Album seit 12 Jahren verschloss sich der Waliser in seinem Studio, um dort in langen, fokussierten Sessions eine betont langsame, atmosphärisch schwelende Musik zu erschaffen, in denen die instrumentalen Performances nicht oberflächlich beeindrucken, sondern vielmehr durch ihre unterschwellige Intensität immer tiefer in eine zeitlose Zwischenwelt ziehen. Stapleton nahm sich dafür als Pianist zurück, um sich auf seine Rolle als Produzent zu fokussieren. Das Spannende dabei ist, dass jeder Track hier auf Aufnahmen baut, die Stapleton mit langjährigen Weggefährten im Studio eingespielt hat, darunter beispielsweise dem großartige Schlagzeuger Elliot Bennett sowie Trompetenspieler und Jazz-Erneuerer Nils-Petter Molvaer, dessen aktuelle Live-Veröffentlichung Stapleton gerade auf seinem eigenen Label “Edition” herausgegeben hat. So kann man sehr genau die Rolle beobachten, welche die elektronische Ebene in Komposition und Produktion bei einer Musik spielt, von der immer noch manche meinen, sie müsse live und vor einem Publikum entstehen. Es ist eine, wie ein Song-Titel es auf den Punkt bringt, “Evoluton Music”, die Fragen stellt: “Wo hört Performance auf und fängt Produktion an?” “Welches Verhältnis haben Mensch und Maschine?” Und: Warum packt mich diese so subtile Musik so viel mehr als die letzten, längst vergessenen Oasis-LPs?

    49 min
  4. Episode 57 mit Monolink & Tobias Siebert – Der Befreiungsschlag vom Genre-Druck

    Apr 10

    Episode 57 mit Monolink & Tobias Siebert – Der Befreiungsschlag vom Genre-Druck

    Diese Folge widmet sich der Zusammenarbeit zwischen Monolink und Tobias Siebert für das Album The Beauty Of It All für das sich Steffen Linck von der Welt abschloß, um sich mit Musik und Freundschaft zu heilen. Das Konzept für “The Beauty of it All” kündigte sich auf einer weltweiten Tour an. Monolink war auf großen House-Festivals gebucht, musste sich an Erwartungen orientieren. Mit jedem Auftritt wurde ihm bewusst, wie weit er sich von seinen Wurzeln entfernt hatte, wie wenig die Musik seiner gegenwärtigen Gefühlslage entsprach. Wieder zu Hause angekommen, verordnete er sich nicht nur eine Pause. Er hinterfragte alles. Kann man heute noch Musik machen, die in keine Schubladen passt? Für Steffen stand fest, dass es nur noch so weiterging: “Für mich war das Album ein Befreiungsschlag. Ich wollte nicht darüber nachdenken, was am Ende mit der Musik passiert, sondern nur Musik machen, die mich bewegt in dem Moment.” So entstanden Stücke, die in keine Schablone passen: Pop, der auch House ist, “Tracks” die sich wie “Songs” anfühlen. Für die Sessions fuhr er zu seinem Freund, dem Produzenten Tobias Siebert, der auf dem Land ein neues Studio aufgebaut hatte. Die Abgeschiedenheit war Teil des Charms: “Ich wollte raus aus der Stadt, wollte keine Ablenkung, brauchte eine Entschuldigung, weshalb ich keine Zeit für Soziales habe. Bei Tobi hat man gar nicht die Möglichkeit, irgendwas anderes zu machen außer Musik. Ich hätte mich sonst nicht richtig motiviert bekommen.” Gerade zu Anfang gingen die beiden das Projekt so intuitiv wie möglich an und spielten lange Jams. Die Grundlage waren oft ganz simple Stimmaufnahmen, die Steffen mit dem Handy gemacht hatte – etwas, das er auch in dem aktuellen Springsteen-Film wiedererkannte. Inzwischen liegt bereits die nächste Monolink-Tour hinter ihm, aber der Eindruck ist ein ganz anderer: Dass diese Performances ihm und dem Publikum Energie gespendet haben und nicht lästige Pflicht, sondern das Erfüllen eines tiefen Bedürfnisses waren. So gesehen passt der Titel des Albums: Einfach nur Musik zu machen vor einem dankbaren Publikum – könnte es etwas schöneres geben?

    1h 17m
  5. Episode 56 mit Tuvaband – Weg von leblosen Chart-Hits

    Feb 8

    Episode 56 mit Tuvaband – Weg von leblosen Chart-Hits

    Diese Podcast-Folge widmet sich Tuvaband, die sich auf ihrem aktuellen Album wie gewohnt der Ästhetik des Pop verweigert – ihm aber mit betörenden Songs und einer neuen Offenheit so nahe kommt wie nie zuvor. Ursprünglich wollte ich mit Tuva Hellum Marschhäuser nur über ihre Stimme sprechen. Die nämlich ist eine von denen, die man nicht so schnell vergisst. Die aus denen von tausenden anderen SängerInnen heraussticht. Die einen schon berühren würde, wenn sie für sich alleine stünde und nicht durch bildhafte Texte und eine tiefe Produktion weiter aufgeladen würde. Dann aber habe ich es mir anders überlegt. Denn in ihrem Projekt Tuvaband dient die Stimme der Norwegerin lediglich als Bindeglied um schwebende Harmonien, ferne Echos und entrückte Synthis in großen Songs miteinander zu verbinden. Man könnte sogar sagen: Bis zu ihrem aktuellen Album „Seven Ways of Floating” wollte Tuva die Aufmerksamkeit gar nicht auf sich, sondern die Untiefen lenken, die sich in den Arrangements auftun – auf gegen den Strich gebürstete Beats und Samples aus unzähligen Sessions, die, teilweise nur wenige Takte kurz, die Musik heimsuchen wie Geister die mit dem Leben noch nicht abgeschlossen haben. Eine Auszeit war für den Perspektivenwechsel verantwortlich. Nach intensiven Jahren, in denen sich die Künstlerin in Solo-Alben und experimentellen Kollaborationen austobte, nahm sich Tuva eine kurze Auszeit, hinterfragte ihre Motivationen und beschloss: Von nun an sollten ihre Musik mehr sein als nur persönliche Sinnsuche und Katharsis – sie sollte sich zur Welt hin öffnen. Die Texte, die auf ihrer vorigen LP noch sehr konkret und spezifisch waren, wurden poetischer, die Akkorde durften öfter in Dur baden – Türen in eine Welt, in die man sich zurückziehen und aus der man Hoffnung, Trost und neue Energie ziehen kann. Die Studioarbeit spiegelte die kreative Ausrichtung. Auch wenn wie immer bei Tuvaband nichts so glatt ist wie ein Charts-Hit und die Oberflächen niemals blankpoliert sind, so bestechen die neuen Songs doch mit einer ungewohnten Direktheit. Ihre Stimme ist immer noch der Mittelpunkt dieser Kompositionen. Doch täte man der Musik unrecht, sie nur auf dieses eine Element herunterzubrechen.

    49 min
  6. Episode #55 mit Serdal Aygün (SAE) – von Studioarbeit bis Selbstvermarktung

    12/16/2025

    Episode #55 mit Serdal Aygün (SAE) – von Studioarbeit bis Selbstvermarktung

    Diese Folge widmet sich Serdal Aygün, der an der SAE München die Kurse für “Music Business” sowie “Electronic & Hip Hop Production” leitet – und dabei Theorie und Praxis immer wieder neu miteinander verbindet. Als Tom Misner in Sydney die erste School of Audio Engineering eröffnete, hätte er sich wohl nie erträumt, dass seine Idee schon bald weltweit Fuß fassen würde. Heute gibt es 50 Standorte in 23 Ländern und ist das von ihm angestoßene Konzept oftmals imitiert worden. Misner hat auch nach dem Verkauf der SAE eine spannende persönliche Biographie aufzuweisen – doch wird sein Name wohl für immer mit seiner ersten Idee verbunden bleiben. Heute erstreckt sich das SAE-Angebot von Johannesburg bis Vancouver, von Bogotá bis Jakarta und deckt damit alle Kontinente ab. Es ist ein Netzwerk, von dem Studierende und Alumni bis heute profitieren und über das sie ihr Leben lang in Kontakt bleiben können. Mit Deutschland aber hat die Schule ein besonders enges Verhältnis. 1986 war München der erste nichtenglischsprachige Standort der SAE und inzwischen gibt es Schulen in Berlin, Bochum, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, München, Nürnberg und Stuttgart – es ist das größte nationale Angebot überhaupt. Auch Serdal Aygüns SAE-Werdegang begann in München, wo er heute “Head Instructor für Music Business & Electronic & Hip Hop Music Production” ist und Kurse wie “Hip Hop & RnB Producer” oder “Sound Selling” anbietet, die von der technischen Studioarbeit bis hin zu kreativen Selbstvermarktungsstragien die komplette Bandbreite des Musikgeschäfts abdecken. Doch ist sein Werdegang so international und bunt wie das des Instituts, reicht von einem Praktikum beim Rap-Label Slip & Slide über Produzenten-Jobs bis hin zu seinem neuen, eigenen Projekt MondTag. Diese Vielfalt will auch die SAE seinen Studenten anbieten und sie dazu ermächtigen ihren eigenen Sound zu finden und umzusetzen – in einem Umfeld, in dem man Zugriff auf die angesagteste Technologie und Kontakt zu gleichermaßen leidenschaftlichen Kreativen hat. Man stellt sich eine Uni oft noch immer als ein Gebäude mit Hörsälen und Vorlesungen vor, denkt an Semester gefüllt mit trockener Theorie und pausenlosem Pauken. Nichts könnte der Wahrheit hier ferner sein.

    1h 6m
  7. Episode #54 mit Tom Cosm (Orchid) - Harmonien, die das Unterbewusste treffen

    12/10/2025

    Episode #54 mit Tom Cosm (Orchid) - Harmonien, die das Unterbewusste treffen

    Im Behind the Beat-Podcast bittet Tobias Fischer Kreative zum Tiefen-Gespräch. Diese Folge widmet sich Tom Cosm, der zusammen mit Tame Impala den Orchid entwickelt hat – einen unglaublich formschönen Akkordsynth für komplexere, schönere und überraschendere Harmonien. Das Angebot für eine Kollaboration von Kevin Parker kam für Tom Cosm völlig unerwartet. Cosm hatte sich jahrelang vornehmlich mit seinem technologischen Know-How einen Namen gemacht. Parker jedoch schrieb ihn auf Instagram an, um gemeinsam einen innovativen Harmoniegenerator zu entwickeln. Jahre später ist aus der Partnerschaft der beiden mit Telepathic Instruments nun ein kleines Unternehmen hervorgegangen, dessen erstes Produkt die physische Realisierung von Parkers Traum ist. Hinter dem unbestreitbar hocheleganten Design des “Orchid” verbirgt sich eine Kompositionshilfe, mit der sich schnell und denkbar einfach Abfolgen komplexer Akkorde ausprobieren und einspielen lassen. Sogar theoretisch Unbedarfte zaubern damit in kürzester Zeit Musik, die so manchem Jazzmusiker Töne der Verzückung entlock dürfte. Dank der intuitiven Bedienbarkeit und eines genialen Marketingvideos waren die ersten Orchids in kürzester Zeit vergriffen. Jetzt endlich ist das Gerät weltweit verfügbar. Ganz offensichtlich hatten Parker und Cosm bei der Entwicklung ihres Geisteskindes einen hervorragenden Riecher. Der Orchid lädt zum kreativen Spielen ein und kann dank seiner wirklich exzellenten Presets sogar in einem Band- oder Live-Kontext zum Einsatz kommen. Das passt, denn wie Cosm in unserem Gespräch erklärt, stammen alle Sounds und Konzepte direkt aus dem Fundus und der Praxis von Tame Impala und wurden eigenhändisch programmiert. Wirklich smart ist vor allem, dass der Orchid Akkorde dynamisch versteht – als Sequencer-Arpeggios und Gitarrengeschrammel - und damit die Inspirationspalette bedeutend erweitert. Das ist wichtig, denn es sind die richtigen Harmonien, die uns in unserem Unterbewusstsein treffen – dort, wo wir es am wenigsten erwarten.

    51 min
  8. Episode #53 mit Emme Moises – Gibt es noch echte Überraschungen?

    11/07/2025

    Episode #53 mit Emme Moises – Gibt es noch echte Überraschungen?

    Im Behind the Beat-Podcast bittet Tobias Fischer Kreative zum Tiefen-Gespräch. Diese Folge widmet sich Emme Moises, ihrer einzigartig psychedelischen elektronischen Musik und ihrer Liebe für Modular-Synths. Beat / Gibt es technologisch gesehen noch echte Überraschungen? Emme Moises / Wir leben in einer so interessanten Zeit, dass es immer wieder Überraschungen gibt. Ich finde es schwierig, mit all den neuen Tools und experimentellen Technologien Schritt zu halten. Es fühlt sich an, als würde sich die kreative Welt in einen endlosen Pool voller Experimente verwandeln. Und ich möchte alles ausprobieren! Beat / Wie wichtig ist es dir, ganz bestimmte Instrumenten zu nutzen? Emme Moises / Manchmal möchte ich einen bestimmten Sound oder eine bestimmte Komposition und suche dann das passende Werkzeug. Bei meiner Ambient-EP „wewerelost” habe ich viel mit dem Nord-Synthesizer gearbeitet, den meine Freundin Simone zum Jammen ins Studio mitgebracht hat. Nach mehreren Sessions hat dieses Instrument das gesamte Konzept dunkler Einsamkeit inspiriert, das diese EP auszeichnet. Beat / Warum begeistern dich Modular-Synths gerade so sehr? Emme Moises / Es geht darum, mich von bestimmten persönlichen Einschränkungen gegenüber elektronischer Musik zu befreien. Ich habe das Gefühl, dass der Modular mir sagt, was ich tun oder wohin ich gehen soll, und nicht umgekehrt. Ich mag dieses Gefühl, die absolute Kontrolle loszulassen. Ich stecke die Kabel, aber die Module bestimmen den Weg. Beat / Ich glaube, der Moog Subsequent 37 ist dein Lieblingsgerät. Was gefällt dir an diesem Synthesizer? Emme Moises / Ich liebe seine Vielseitigkeit und die Tiefe der Oszillatoren. Außerdem ist der Filterknopf einfach perfekt! Die meisten meiner elektronischen Bass-Sounds habe ich mit diesem Synthesizer aufgenommen. Es macht so viel Spaß, ihn wie in einer live-Situation zu spielen und acidartige Modulationen, helle Leads und Ambient-Texturen zu erzeugen. Der Step-Sequenzer ist ziemlich interessant. Er bietet die Möglichkeit für bis zu 64 Schritte und im Duo-Modus können zwei Tonhöhen gleichzeitig gespielt werden. Direkt, nachdem ich ihn gekauft habe, ist so nur mit ihm eine akkordartige Sci-Fi-Landschaft entstanden.

    38 min

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