Junge Freiheit Interview

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  1. 16h ago

    Jan Karon über GLUT: Recherche statt Tagespolitik

    Jan Karon bei Vadim Derksen über das neue Magazin GLUT und seine ersten Recherchen Seit dem 28. September ist GLUT online, ein Magazin von Jan A. Karon und Björn Harms, die bis vor Kurzem bei NIUS gearbeitet haben. Correctiv spricht schon von einem „Rechtsaußen-Medium“. Karon beschreibt GLUT als Recherchemedium ohne Tagespolitik: Die Linke habe Tageszeitungen, Onlineportale und Rechercheportale, „auf der Rechten eine Leerstelle“. Die Schwerpunkte sind Migration, Islamismus, die Asylindustrie und Linksextremismus. Finanzieren soll sich GLUT über Beiträge und Spenden, möglichst ohne Werbung. Die erste Recherche gilt der Statistik antisemitischer Straftaten. Im ersten Quartal 2026 zählten die Behörden 199 Fälle und ordneten 151 davon dem rechten Spektrum zu. In rund 70 Prozent aller Fälle gibt es keinen Tatverdächtigen. Als rechts gezählt wurden auch die Beiträge eines Algeriers, der monatelang gegen Juden hetzte, und ein Transparent auf einer Pro-Palästina-Demonstration. Karon: „Die Statistik taugt nur bedingt oder eigentlich gar nicht, um daraus eine Gefahr zu konstruieren.“ Die zweite Geschichte führt nach Hamburg. Die städtische Anstalt Fördern & Wohnen, die vor allem Asylbewerber unterbringt, zahlte einer Co-Geschäftsführerin für knapp fünf Monate im Amt 453.000 Euro, Abfindung und Bonus eingerechnet. So steht es laut GLUT im Jahresabschluss 2025. Außerdem: woher der Name GLUT kommt, welche Recherchen als Nächstes folgen, etwa zum AfD-Verbot, und der neue Podcast „Harms und Karon“.

    Jan Karon über GLUT: Recherche statt Tagespolitik
  2. Sep 24

    Warum dieses Berliner Wahlergebnis viele falsch verstehen

    Jan Karon bei Vadim Derksen: Warum die Linke in Berlin gewonnen hat – und was die AfD verpasst hat Die Linke hat die Wahl in Berlin gewonnen, die Aufregung ist groß. Der Journalist und Autor Jan Karon sieht das gelassen: „Ich glaube, es wird sich nichts ändern, weil die Politik und die Realität in Berlin seit Jahren, seit Jahrzehnten eine linke ist.“ Regiere die Linke mit, werde sie von Grünen und SPD zu Zugeständnissen gezwungen. Sorgen macht ihm etwas anderes: was der Wahlerfolg für die Polizei bedeutet – weniger Kontrollen, weniger Kampf gegen organisierte und Straßenkriminalität. Gewonnen hat die Linke nach Karons Analyse mit zwei Themen, die andere Parteien liegen gelassen haben: den Mieten – Wohnungen für 1.600 Euro machen junge Berliner wütend – und dem Nahostkonflikt, der viele in den inneren Bezirken radikalisiert habe. Die Linke von heute sei keine SED-Nachfolgepartei mehr, sondern eine junge, migrantische Linke mit einem Wahlkampf aus einem Guss. Ein türkischstämmiger Gastronom im Wedding erzählt ihm, warum er BSW gewählt hat. Und die AfD? „Ich glaube schon, dass die AfD unter ihren Möglichkeiten geblieben ist“, sagt Karon. Sie müsse jünger auftreten und wertkonservative Migranten wie alte CDU-Wähler gezielt ansprechen. Zum Schluss geht es um die Antisemitismus-Debatte nach der Wahl: Für Karon empören sich die Parteien der Mitte über ein Ergebnis, zu dem sie selbst beigetragen haben – „Die Linke vollzieht doch nur das Ende dieser Migrationspolitik.“

    Warum dieses Berliner Wahlergebnis viele falsch verstehen
  3. Sep 21

    Prof. Patzelt: Dieses Wahlergebnis könnte die CDU komplett zerstören

    Werner Patzelt nach dem Wahldebakel der Union: Überlebt Merz das – und öffnet sich die CDU der AfD? Die CDU ist aus dem Landtag in Mecklenburg-Vorpommern geflogen, in Berlin hat sie ein desaströses Ergebnis eingefahren. Der Politikwissenschaftler Werner Patzelt entwirft zwei Szenarien: Im idealen streckt die Union Fühler zur AfD aus, sucht die Sollbruchstelle im Kabinett und geht in Neuwahlen mit einem Mitte-Rechts-Angebot – „klüger wäre es gewesen, schon vor 15 Jahren so eine Politik zu machen". Im wahrscheinlichen tauschen die Ministerpräsidenten Friedrich Merz gegen einen „progressiven Merkelaner" aus, und die Union gewöhnt sich an Ergebnisse von 15 oder 16 Prozent. Überlebt Merz das Debakel? „Es ist möglich, dass er es nicht überlebt", sagt Patzelt – der Kanzler stecke in einer Sackgasse, aus der er seine Partei nicht befreien könne. Dass sich die Ministerpräsidenten nach dem Treffen im Konrad-Adenauer-Haus noch einmal ohne ihn zusammengesetzt haben, erinnert ihn an Ludwig Erhard: „Dieses Schicksal kann dem guten Friedrich Merz jetzt genauso blühen." Für Sachsen-Anhalt hält er ein Magdeburger Modell für denkbar: Die CDU wählt Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten und überlässt der AfD die Regierung. Die Brandmauer sieht Patzelt bei den Linken unverändert stehen, zwischen Union und AfD dagegen „allmählich dabei zu erodieren". Und Hendrik Wüst als Nachfolger? „Sollte sich Wüst nicht vom Saulus zum Paulus bekehren, dann hat die Union nicht nur den Osten aufgegeben, sondern sie hat eingewilligt, den Westen zu verlieren."

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  4. Sep 19

    Was die Zahlen nicht sagen: Philosoph Sebastian Ostritsch über 15 Jahre Einwanderung und ihre Folgen

    Fast 26 Millionen Migranten: Philosoph Sebastian Ostritsch über die Folgen für Deutschland. Seit 2011 ist die Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland von knapp 15 auf fast 26 Millionen gestiegen – ein Plus von 71,6 Prozent, der Anteil an der Bevölkerung von etwa 19 auf 31 Prozent. Im Osten fiel der Anstieg des Anteils weit stärker aus als im Westen: In Thüringen hat er sich fast vervierfacht, in Niedersachsen wuchs er um 63 Prozent. Das sind die Zahlen einer Recherche der JUNGEN FREIHEIT. Mike Siemens, der die Recherche geschrieben hat, spricht darüber mit dem Philosophen Sebastian Ostritsch. Sein erster Einwand: „Die reine Zahl sagt noch gar nicht so viel darüber aus, wie problematisch ein solcher Zuwachs ist." Entscheidend sei, wer kommt, woher – und ob ein Gemeinwesen den gemeinsamen Geist behält, der seine Institutionen trägt. Wo Menschen die Sprachen um sich herum nicht mehr verstehen und fremde Sitten dominanter werden, sinke das Vertrauen in die Institutionen – und mit ihm das Vertrauen der Menschen untereinander. Dass Vielfalt Vertrauen kostet, sei soziologisch belegt. Den Ostdeutschen, denen man vorhalte, sie hätten doch kaum Ausländer, gibt Ostritsch recht: Es sei völlig berechtigt zu sagen, man wolle es erst gar nicht so weit kommen lassen. Und auf die Frage, was bei 40, 50 oder 60 Prozent geschähe: Ein Land ohne kollektives Bewusstsein könne eines Tages „als Minderheit im eigenen Land" aufwachen – und dann sei es schwer, das rückgängig zu machen. Sebastian Ostritsch ist promovierter und habilitierter Philosoph, Privatdozent an der Universität Heidelberg und Chef vom Dienst der Tagespost. Sein Vortrag in der Bibliothek des Konservatismus ist als Buch erschienen: „Ethik der Migration – Naturrechtliche Überlegungen zur Begrenzung der Zuwanderung".

    Was die Zahlen nicht sagen: Philosoph Sebastian Ostritsch über 15 Jahre Einwanderung und ihre Folgen
  5. Sep 18

    Was droht Berlin nach der Wahl? FDP-Spitzenkandidat warnt vor der Linken | Christoph Meyer

    Christoph Meyer, FDP-Spitzenkandidat in Berlin, über Kubicki, Brandmauer, Linke und Rot-Rot-Grün. Vier Tage vor der Abgeordnetenhauswahl steht die Berliner FDP in den Umfragen bei drei Prozent. Ihr Spitzenkandidat Christoph Meyer setzt auf den Neustart unter Wolfgang Kubicki – „wir müssen mehr Kubicki wagen, nicht weniger" – und auf die acht Prozent der Berliner, die nach seinen Worten die FDP wählen würden, wenn sie sicher ins Parlament käme: „Das sind 20.000, 25.000 Stimmen." Zur Brandmauer sagt Meyer, was Kubicki sagt: Es brauche keine. Inhaltliche Auseinandersetzung mit allen Parteien, parlamentarischer Umgang – er habe 2017 im Bundestag für die Ausschussvorsitzenden der AfD gestimmt. Eine Zusammenarbeit könne er sich dennoch nicht vorstellen, solange die AfD ihre offenen Fragen nicht kläre, allen voran ihr Verhältnis zu Russland. Mit den Grünen: „Ich bin von den Grünen geheilt." Mit der Linken: gar nicht – „zumindest das, was ich in Berlin und im Wahlprogramm lese, ist es eine extremistische Partei", die der Verfassungsschutz beobachten müsste. Warum Meyer Rot-Rot-Grün für „ausgemachte Sache" hält, wenn die FDP es nicht verhindert, warum er den Berliner Haushalt für „mit Vollgas gegen die Wand gefahren" hält – und was er mit seinem Auftritt bei der Wahlveranstaltung eines Berliner Moscheevereins erreichen wollte. Christoph Meyer ist Jurist, seit 2018 Landesvorsitzender der Berliner FDP und war von 2017 bis 2025 Mitglied des Bundestages, zuletzt stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Das Gespräch führte Moritz Schwarz.

    Was droht Berlin nach der Wahl? FDP-Spitzenkandidat warnt vor der Linken | Christoph Meyer

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