GfA – Der Podcast Der deutschsprachige Podcast der Gesellschaft für Arbeitsmethodik e.V. Die Themen wechseln, im Wesentlichen geht es zurzeit um das Bewusstsein der Maschinen: Was Kybernetik und Systemtheorie zu Fragen nach Bewusstsein, Kommunikation und künstlicher Intelligenz beitragen können. Die Folgen bauen aufeinander auf, du kannst aber auch einzeln einsteigen. Von Brigitte E. S. Jansen. Gesprochen wird die Reihe von einer synthetischen Stimme. Eine Folge über zwei Fußnoten, und über eine Korrektur. Gegen die aufgeräumte Erzählung von den getrennten Theoriekontinenten, französisches Denken hier, deutsche Systemtheorie dort, verbunden nur durch Übersetzungen und Rezeptionswellen, legt diese Folge die Belege vor: Luhmann zitiert Michel Serres in „Beobachtungen der Moderne" (1992) auf Seite 218 in Fußnote 90, gemeinsam mit Douglas Hofstadter, dem Verfasser von „Gödel, Escher, Bach"; und er zitiert Deleuzes „Logique du sens" im französischen Original in „Die Gesellschaft der Gesellschaft" (1997) auf Seite 44 in Fußnote 44, also genau dort, wo er den Begriff des Sinns errichtet.Aus der Nachbarschaft und der Fundstelle wird gelesen, wie Luhmanns Zettelkasten sortierte, nämlich nach Problemen und nicht nach Pässen. Anschließend wird sein Sinnbegriff entwickelt, Sinn als Medium der Einheit von Aktualität und Möglichkeitshorizont, und darin die beiden Grenzen aus Folge 09 wiedergefunden: der Möglichkeitsüberschuss als Serres' Ozean, der blinde Fleck der Operation als Deleuzes Loch. Daraus folgt Luhmanns radikale Antwort auf die Leitfrage der Reihe: Kein Sinnsystem begegnet je dem Unsinn als solchem, denn Sinn ist ein Medium ohne Negation; das Außen kommt nur angezogen an, als Irritation, also als Eigenzustand des Systems, und als unsichtbar gemachte Paradoxie. Luhmann erscheint damit als der große Domestizierer beider Grenzen, wobei das Urteil darüber ausdrücklich für die letzte Folge aufgespart wird.Es folgt die Methodenlehre der Folge: Gedanken reisen nicht über Kontinente, sondern über Leser; die wirkliche Karte des Denkens ist eine Karte von Schreibtischen, und die Fußnote ist das Kielwasser einer stillen Überfahrt. Zum Schluss wird das Geständnis vom Anfang eingelöst: Warum eine an der Vorbereitung beteiligte Maschine die falsche Erzählung flüssig reproduzierte, weil der Chor der zehntausend Wiederholungen die zwei Fußnoten statistisch millionenfach aufwiegt, und wie eine Leserin mit den Büchern das unterbrach. Nach Luhmanns eigener Definition war das Kommunikation, und diese Kommunikation hat gelernt. Mehr von der Gesellschaft für Arbeitsmethodik Der Verein und seine übrigen Angebote: gfaev.de Unsere anderen Podcastreihen: GfA – Der Podcast · Die Reihe "Das Bewusstsein der Maschinen", ausführlicher und mit mehr Theorie im Rücken: gfa-ev.com Beyond the Algorithm (englisch) · Kybernetik und Systemtheorie, ein Denker pro Folge, geprüft an heutigen Systemen: bta.global-future-association.com GfA Kulturwelten · Kunst, Musik und Kulturgeschichte, unter anderem eine Reihe zur Geschichte des Tango Argentino: kulturwelten.gfaev-online.com GfA- Aktuelle und historische Vorträge · aus dem Verband: gfa-web.de Wenn dir etwas fehlt oder dir ein Fehler auffällt, schreib uns. Einwände greifen wir in späteren Folgen auf.