Vom Wahn und Sinn

Christoph Kolb, Alexander Hachmann

Zwei Designer kommen vom Hölzchen aufs Stöckchen in Philosophie, Zeitgeist, Kultur und Design. **** Alex & Chris sind Gründer der Wahnsinn Design GmbH, sind ziemlich beste Freunde und reden über Alles. Ihre Freundschaft begann im Jahr 2005 mit einem solchen Gespräch und immer noch haben beide große Freude, Stunde um Stunde die Welt gemeinsam zu ergründen. Jetzt nehmen sie Dich mit, Ihrem manchmal klugen, machmal weniger klugen Gedankenaustausch zu folgen.

  1. Jul 14

    Vom Brot der Popo

    Malheur im Spellcheck; Der Popo des Brotes; Die erfundene Zitrone und warum nichts so ursprünglich ist, wie es tut.  Alex startet mit einer Beschwerde: Das iPhone kennt das Wort „Malheur" nicht, zumindest nicht im Deutschen. Von dort geht's tief in die frankophile Vergangenheit Kölns, zu Lehnwörtern, napoleonischer Besatzung und der Frage, warum „Franco" so miese Vibes hat. Vom Wort zum Brot: Chris' Tochter hat den „Popo" des Brotes etabliert, was sofort die Frage aufwirft, was eigentlich ein Brot definiert. Ein Schlenker über fragwürdige KI-Fitness-Videos hin zu einer alten japanischen Lauftechnik, dem „Edo-Laufen", das als Bewegungskulturgut bewahrt werden soll. Was man nicht alles nicht kennt. Womit wir bei kulturellen Codes wären. Alex erzählt von einer Autorin, die den Rhythmus von Hopsscotch (Himmel und Hölle) in ein Gedicht webt. Erkennbar nur für die, die die Referenz kennen. Kunst steht nie außerhalb ihrer Zeit (man denke an all die Alf-Sprüche, die heute keiner mehr versteht). Es geht um Form und Funktion, um ein Versmaß, das natürlich aus der Sprache fließt statt hineingequetscht zu werden, und darum, dass Intention Teil des Kunstwerks ist. Und weil Klassifizierungen fast immer nachträglich entstehen, fragen wir uns: Wird etwas populär, weil es einen Namen bekommt oder bekommt es einen Namen, weil es populär wurde? Survivor-Bias inklusive. Selbst das vermeintlich Monolithische zerbröselt: Rot ist nicht „die" Farbe Chinas durch alle Dynastien hindurch und das weiße Hochzeitskleid ist erstaunlich jung. Chili kam aus Südamerika, Kimchi war lange hell wie Sauerkraut, Gochujang ist „nur" rund 300 Jahre alt. Wie lange muss etwas her sein, damit es als ursprünglich gilt? Die Kartoffel brauchte eine Marketingkampagne, der Kohl stammt von einem windschiefen Küstengewächs ab, und die Zitrone gab es in dieser Form nie – „we made lemons". Bleibt die große Frage: Ist diese Kurzsichtigkeit, das Gefühl, der Status quo sei „normal", gelernt oder zutiefst menschlich? Mode beweist es laufend: Der Ivy-League-Look war in Japan Rebellion und in den USA Establishment, Jeans wanderten vom Zeltstoff zur Goldgräberhose zum Underdog-Symbol zum Allerweltskleidungsstück. Everything is old and new again. Neu ist offenbar nur die Kombination. Folgt uns gerne zwischen Sprache und Salat, zwischen Brot-Popo und Barockkleid. Den Rest knüpfen wir beim nächsten Mal an, ihr erinnert euch dran, wir vielleicht nicht.   In der Folge erwähnt: Maya Angelou im Interview (1973): https://www.instagram.com/reel/DXMYVzrEhWT/ Maya Angelou: https://de.wikipedia.org/wiki/Maya_Angelou Hopsscotch (Himmel und Hölle): https://en.wikipedia.org/wiki/Hopscotch „Edo-style“ running style - CNN: https://www.youtube.com/shorts/LWWkKldmUog Über die Kartoffel: https://www.deutschlandfunk.de/lob-der-tartuffoli-100.html Herkunft der Kartoffel: https://de.wikipedia.org/wiki/Kartoffel#Ursprüngliche_Herkunft Die Jeans: https://de.wikipedia.org/wiki/Jeans Brautkleider: https://en.wikipedia.org/wiki/Wedding_dress Gochujang: https://en.wikipedia.org/wiki/Gochujang   -------- Noch ein Podcast: Perspektiven auf Software & Design von Chris & Alex. www.bessermit.design  --------

  2. Jun 9

    Du hast recht

    1.500 Kommentare und zwei Welten; Der Tod von Social Media und der „Du hast recht“-Button.  Chris bringt ein Thema mit, das harmlos beginnt und dann nicht mehr loslässt: Die Late Show mit Stephen Colbert wurde abgesetzt und Chris hat getan, was er sich sonst verbietet: Kommentare gelesen. Unter einem Artikel der New York Times, 1.500 Stück. 90 Prozent Dankbarkeit, 10 Prozent reines Vitriol, dazwischen nichts. Zwei Lager, die nicht bloß anderer Meinung sind, sondern auf völlig verschiedenen Realitätsgrundlagen zu stehen scheinen. Wie kann man so eindeutig gegen jemanden sein, den man selbst als zugewandt erlebt? Und warum begünstigt das Medium diese Schere? Wir landen schnell bei der These: Kommentarspalten sind gar kein Dialog. Sie sind Kabinen nebeneinander, in die jeder seine isolierte Ansicht kritzelt – „hier bin ich, friss oder stirb". Chris hat ein „Dopamin-Brain": LinkedIn, ein Feed, der ihn depressiv zurücklässt, ein Doomscrolling, dem er kaum entkommt. Alex bringt die Perspektive der Systeme dazu: Diese Spalten existieren nicht aus Versehen, sie verlängern die Verweildauer und füttern die Ads. Algorithmen sind wie eine unaufgeräumte Ecke. Nur, dass jemand ununterbrochen Müll hineinwirft. Uns beschäftigt Chris‘ Favorit, Jason Kottkes Blog, als einer der letzten Safe Spaces im Netz, die Frage, ob die Tagesschau überhaupt Kommentare braucht und die Rücksichtslosigkeit bei Meta und Co. Warum gute Regeln nicht das Gegenteil von Freiheit sind, sondern ihr Schutz. Denn im rechtsfreien Raum gewinnen die, die sich am wenigsten erlauben zu fragen, wem sie schaden.  Am Ende bleibt ein leiser Verlust: Vielleicht haben wir ein Medium verloren. Die Möglichkeit ehrlicher, leiser, auch mal mondäner Kommunikation im Netz. Vielleicht finden wir es ja wieder. Schön wäre es. Bis dahin: Klebt eure Kommentare gern auf einen Zettel an den Bildschirm, wir lesen mit. In der Folge erwähnt: Last week tonight mit John Oliver: https://de.wikipedia.org/wiki/Last_Week_Tonight_with_John_Oliver Stephen Colbert: https://de.wikipedia.org/wiki/Stephen_Colbert New York Times Artikel: https://www.nytimes.com/2026/04/28/business/media/stephen-colbert-late-night-show.html Jason Kottke Blog: https://kottke.org/ -------- Noch ein Podcast: Perspektiven auf Software & Design von Chris & Alex. www.bessermit.design  --------

  3. May 12

    Der Bogen zwischen Haien und einer galaktischen Umdrehung

    Intuitives Bogenschießen; Woraus Bäume bestehen; Und gibt es eigentlich Plastik im Universum?    Chris hat gerade Baustelle, aber darüber reden wir nicht. Stattdessen nimmt Alex uns mit zum Bogenschießen. Intuitiv, ohne Visier, mit einem 30-Pfund-Bogen, der nach langer Pause plötzlich viel zu schwer ist. Selbstgebaute Bögen aus einem einzigen Stück Holz, Reitbogenschießen im Galopp und ein Content Creator, der Pole Dance und Bogenschießen kombiniert. Kopfüber.  Weiter zu mittelalterlichen Waffen als Handwerksobjekte und zur Faszination, wenn Material eine Seele bekommt. Peter hat eine Ukulele gebaut, Jan einen Bass. Chris kennt den Moment, in dem ein Sammelsurium von Holz und Saiten plötzlich ein Instrument ist. Gibt es in der Software übrigens auch. Bäume sind faszinierend. Chris hat ein Video gesehen und klärt uns auf. Der Organismus Baum lebt nicht im Holz, sondern in einer hauchdünnen Schicht zwischen Rinde und Kern. Und das Holz selbst? Im Wesentlichen materialisierte Luft. Der Baum frisst nicht die Erde, er baut sich aus Kohlendioxid. Vielleicht das seltenste Material im Universum. Pinke Photosynthese, Sci-Fi-Planeten mit rosa Bäumen und Andy Weirs „Project Hail Mary, ein Buch, das Chris sehr berührt hat. Weil Kollaboration against all odds schöner ist als der Dark Forest. Haie gibt es seit 400 Millionen Jahren. Die haben eine komplette Galaxie-Umdrehung mitgemacht. Schnabeltiere können mit ihrem Schwanz Dinge festhalten. Und Bären sind taxonomisch gesehen hundeartig. Korrigiert uns gerne. Ein nicht gegoogelter Ausflug in die Welt der Biologie. Aber mit Herz und Seele.   In der Folge erwähnt: Intuitives Bogenschießen: https://de.wikipedia.org/wiki/Traditionelles_Bogenschießen Zuggewicht (Bogen): https://de.wikipedia.org/wiki/Bogen_(Waffe) Blumineck - Pole Dance & Bogenschießen: https://www.youtube.com/@blumineck Berittenes Bogenschießen: https://de.wikipedia.org/wiki/Berittenes_Bogenschießen Videos zu Bäumen von kurzgesagt: Bäume sind so viel wilder als du denkst: Bäume sind so viel wilder als du denkst Warum gibt es keine Löcher um Bäume herum?: Warum gibt es keine Löcher um Bäume herum? Buch: Project Hail Mary von Andy Weir: https://en.wikipedia.org/wiki/Project_Hail_Mary Youtube Kanal "Pop Culture Detective": https://www.youtube.com/@PopCultureDetective/shorts Gün als Farbe des Lebens: https://de.wikipedia.org/wiki/Chlorophylle Rötlich-Lila Leben - Anoxygene Photosynthese: https://de.wikipedia.org/wiki/Purpurbakterien Das Spiel mit den Tieren: https://metazooa.com/ Haie - 350 - 400 Millionen Jahren: https://de.wikipedia.org/wiki/Haie Galaktisches Jahr - 225 Millionen Jahre: https://de.wikipedia.org/wiki/Galaktisches_Jahr Schallloch: https://de.wikipedia.org/wiki/Schallloch Bären: https://de.wikipedia.org/wiki/Bären -------- Noch ein Podcast: Perspektiven auf Software & Design von Chris & Alex. www.bessermit.design  --------

  4. Apr 28

    Menschliches im Design

    Chris‘ Erlebnisse von der Smashing Conference; Starre Systeme, 96 Button-Varianten und die Frage: Darf Design messy sein?  Chris war vier Tage in Amsterdam auf der Smashing Conference, als Speaker und als Gesprächspartner. Was als Konferenzbericht beginnt, wird schnell zu einer Grundsatzdiskussion über das, was im Design gerade schiefläuft. Aber erstmal: Hut ab. Selten fühlt man sich auf einer Konferenz so willkommen. Keine Sponsored Talks, keine Infomercials, dafür echte Gespräche auf den Fluren, eine Bootstour durch die Grachten und ein phänomenales Organisationsteam. Chris schwärmt und das will was heißen. Sein Talk „Complex Design for Stupid People" – mit Alex' Handschrift versehen – ist ein Plädoyer dafür, als Designer mutig zu sein. Nicht noch mehr Komplexität in Figma-Files zu packen, nicht 96 Ausprägungen eines Buttons zu pflegen, bevor überhaupt klar ist, wozu. Sondern ein Gefühl für das Warum zu entwickeln, intuitiv loszulegen und die Spezifität da zu lassen, wo sie hingehört: im Code. Warum leiden so viele Designer und Entwickler in rigiden Scrum-Systemen? Warum begann das Agile Manifest als Hippie-Utopie und endete in bürokratischer Autokratie? Scrum ist bei uns jedenfalls ein Schimpfwort.  The Toyota Way. Alex bringt zwei halb-gegoogelte, aber umso eindrücklichere Geschichten mit: Über einen japanischen Manager, der seine High-Performance-Teams entließ und über eine GM-Fabrik, die plötzlich florierte, als man den Arbeitern erlaubte, Probleme selbst zu lösen.  „Unser Job als Designer ist es, honest, humble und kind zu sein. Das können Maschinen nicht. Software kann nicht freundlich sein. Nur Menschen können das.“ – Frei nach Nick DiLallo von der Smashing Conference Endlos-Scroll, Torment Nexus und Zappen auf Steroiden. Chris meint LinkedIn frisst ihn. Sein limbisches System ist mit Infinite Scroll nicht kompatibel. Alex fragt, ob es Aufgabe der Urheber sein sollte, die Probleme zu lösen, statt sie auf jeden Einzelnen abzuwälzen.  Wer bis hierhin zugehört hat, scrollt hoffentlich nicht direkt weiter. Sondern hält kurz inne. In der Folge erwähnt: Ōno Taiichi - Vater des Toyota-Produktionssystems: https://de.wikipedia.org/wiki/Ōno\_Taiichi MIT Sloan Management Review – „How to Change a Culture: Lessons From NUMMI" (von John Shook, der damals dabei war): https://sloanreview.mit.edu/article/how-to-change-a-culture-lessons-from-nummi/ Wikipedia – NUMMI: https://en.wikipedia.org/wiki/NUMMI Kaizen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kaizen -------- Noch ein Podcast: Perspektiven auf Software & Design von Chris & Alex. www.bessermit.design  --------

  5. Mar 31

    Rückwärts-kompatibles Wohnen

    Warum Windows die Bauverordnung ist; Kranhäuser im Windkanal und die Frage: Darf ein Haus auch schön sein?    Alex wollte ein leichtes Thema. Es wurde die Bauverordnung. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass komplexe Systeme fast immer addieren und selten subtrahieren. Wenn etwas nicht funktioniert, legt man Regeln drauf. Dann Schilder. Dann Strafen für die Schilder. Dann Regeln über die Menge an Schildern. Und dann landet alles vor Gericht. Chris bringt zwei Beispiele: das deutsche Baurecht und Microsoft Windows. Das neue „E-Gebäude" soll Bauen einfacher machen, mit weniger Vorschriften. Klingt gut, bedeutet aber: Statt 150 Statuten gibt es jetzt 185 und die ungeklärte Frage, in welchem Regelwerk man eigentlich gerade steckt. Windows macht es ähnlich: Seit Windows 95 wird addiert, nie subtrahiert. Hinter jeder neuen Oberfläche schlummern noch die Systemeinstellungen von damals. Apple geht den anderen Weg, sägt Altes radikal ab. Ergebnis: Diablo 2 läuft nicht mehr auf dem Mac. Traurig, aber konsequent. Es folgt ein Exkurs über föderale Bauordnungen, weil ein Haus in NRW ja offensichtlich ganz anders aussehen muss als eins in Berlin. Chris relativiert fair: 2018 wurde tatsächlich etwas vereinfacht. Es geht also. Vermutlich war gerade keine Lobby involviert. Oder die richtige. Wir widmen uns der Architektur und Köln bekommt sein Fett weg. Die Welle, gelbe Fliesen, Beton am Rheinauhafen, Kranhäuser mit gesetzlicher Mindestdeckenhöhe und Windverhältnissen wie im Orkan. Chris findet, vieles davon sei zeitlos, zeitlos hässlich. Alex hält dagegen: Rotterdam zeigt, dass modern auch schön geht. Zusammen fragen wir uns, warum Neubauten fast immer gleich aussehen, als kämen sie aus einem Katalog. Zwischen Holzzierleisten, die nach fünf Jahren hinüber sind, offenporigem Beton, der aussieht als wäre er verprügelt worden, und dem Kölnberg als warnendem Beispiel für gescheiterten Futurismus landen wir bei der großen Frage: Kann man Schönheit eigentlich vorschreiben? Und wie viel Prozent der Wand müssten dann „schön" sein? Baurechtlich schwer zu klären. Menschlich eigentlich ganz einfach. Egal, wo ihr wohnt, wir hoffen, ihr wohnt schön.   In der Folge erwähnt: E-Gebäude: https://www.bmjv.de/SharedDocs/Downloads/DE/Gesetzgebung/FAQ/FAQ_RefE_Gebaeudetyp_E.pdf?__blob=publicationFile&v=2 -------- Noch ein Podcast: Perspektiven auf Software & Design von Chris & Alex. www.bessermit.design  --------

  6. Mar 17

    Die Zukunft war früher bunter

    Flop, Flop, Flop; Der Tresor-Klang der Floppy und warum Nostalgie manchmal lauter klingt als die Erinnerung selbst.    Chris drückt den Aufnahmeknopf und überfällt Alex mit einer Liebeserklärung an die 5,25-Zoll-Floppy. Dieses flimsige Stück Plastik, das sich anhörte wie ein Deadbolt, wenn man es reinschob. Ein Tresor-Mechanismus für einen Magnetscheibenfilm. Großartig. Die kleine 3,5-Zoll-Diskette? Hat nur geklickt. Kein Vergleich. Alex hält dagegen: Nostalgie ist die Erinnerung an ein Gefühl, nicht an die Sache selbst. Und vielleicht liebt Chris die große Floppy gerade deshalb, weil er sie nie wirklich benutzt hat.  Dann Minidisc. Opa Kolb in Hochform. Von der Sony Lissa mit gebürstetem Alu und Firewire-Kabeln, über das Überspielen von CDs in vierfacher Geschwindigkeit bis hin zu einem Panasonic-Player, der nicht viel größer war als die Disc selbst. Eine Technologie, die „never was" und vielleicht genau deshalb so schön. Fünf Jahre später kam der iPod Nano und die Minidisc wurde Geschichte. Ist nicht mal halb gegoogelt. Ist wirklich gefühlt. Kommen physische Medien zurück? Abo-Fatigue setzt ein, Lieblingsfilme verschwinden aus dem Streaming, Lizenzen wandern zum Höchstbietenden. Bei Musik existiert zumindest die Illusion des Gesamtkatalogs. Bei Filmen brauchst du 25 Services. Und dann hat sich auch die Art verändert, wie wir hören. Playlisten statt Alben. Singles statt Gesamtwerke. Chris erinnert sich daran, wie er sich Tools „10,000 Days" beim Saturn kaufte, im Opel Astra die CD einlegte, an einer Tankstelle anhielt und die Augen schloss. Eines seiner größten musikalischen Erlebnisse. Früher entwickelte man Geduld mit Songs, die einem erst beim dritten Hören gefielen. Acquired Taste. Heute: Skip. Alex bringt Hitster mit. Das Kartenspiel, bei dem man Songs per QR-Code hört und in einen Zeitstrahl einsortiert. 80er erkennt jeder, aber nach 2000? Schwierig. Warum fühlen sich die Epochen vor der Jahrtausendwende so klar an, während danach alles verschwimmt?  Alex hat ein Video gesehen: Mit dem Farbfernsehen entstand das Gefühl, Farbe sei Zukunft. Star Trek in Neon. Die 70er explodierten in Buntheit. Und irgendwann wurde die Zukunft weiß. Kubricks weißer Raum in „2001". Slick, glatt, organisch. Chris kontert mit dem iMac G3 von 1998: Ein Bonbon, das kein Computer sein durfte, aber dann doch alles veränderte.  Die Legendäre Grace Hopper und der Mythos des „Debugging“, COBOL und die Frage, ob die blinkenden Lichter an Mainframes jemals Nullen und Einsen dargestellt haben oder einfach nur Systemlichter waren.  Von der Nostalgie der Zukunft in bunt oder in weiß.   In der Folge erwähnt: Grace hopper: https://de.wikipedia.org/wiki/Grace_Hopper Floppy-Disks: https://de.wikipedia.org/wiki/Diskette MiniDisc: https://de.wikipedia.org/wiki/MiniDisc Spiel Hitster: https://hitstergame.com/de-de/ StarkTrek: https://www.imdb.com/de/title/tt0060028/ 2001: https://www.imdb.com/de/title/tt0062622 -------- Noch ein Podcast: Perspektiven auf Software & Design von Chris & Alex. www.bessermit.design  --------

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Zwei Designer kommen vom Hölzchen aufs Stöckchen in Philosophie, Zeitgeist, Kultur und Design. **** Alex & Chris sind Gründer der Wahnsinn Design GmbH, sind ziemlich beste Freunde und reden über Alles. Ihre Freundschaft begann im Jahr 2005 mit einem solchen Gespräch und immer noch haben beide große Freude, Stunde um Stunde die Welt gemeinsam zu ergründen. Jetzt nehmen sie Dich mit, Ihrem manchmal klugen, machmal weniger klugen Gedankenaustausch zu folgen.