BZ am Ohr

Badische Zeitung

Eine Woche, ein Thema, das Südbaden bewegt – das ist "BZ am Ohr". In diesem Podcast sprechen BZ-Redakteure und Redakteurinnen mit Menschen aus der Region – immer über ein Thema, über das man in Südbaden gerade spricht. Das kann Aktuelles sein, ein Kriminalfall oder spannende Hintergründe einer BZ-Geschichte. Auch andere Redakteurinnen und Redakteure der Badischen Zeitung kommen als Gesprächspartner ans Mikrofon: Sie berichten von ihren Recherchen oder teilen ihre Expertise. Neue Folgen gibt's immer donnerstags - hören Sie rein!

  1. 2d ago

    Der Klimapfarrer von St. Blasien: Wie ein Jesuit zur Letzten Generation kam

    Klimagerechtigkeit, ziviler Ungehorsam und ein ungewöhnlicher Lebensweg: Pater Jörg Alt ist Jesuit – und war zwischen 2021 und 2023 bei Klimaprotesten der Letzten Generation dabei. Für den Podcast „BZ am Ohr" hat ihn BZ-Redakteurin Gina Kutkat im Jesuitenhaus in St. Blasien besucht und mit ihm über seinen Weg vom Jesuiten-Flüchtlingsdienst über Straßenblockaden bis hin zu seiner neuen Rolle als Dompfarrer im Schwarzwald gesprochen. Seit Ende 2025 lebt und arbeitet Alt in St. Blasien – einer Stadt, die er schon aus früheren Jahren kennt und die er einst als Urlaubsort schätzte. Im Podcast erzählt Alt, wie ihn der Kontakt mit Fridays for Future und den Hungerstreikenden vor der Bundestagswahl 2021 verändert hat – und warum er nach vielen Jahren klassischer Kampagnenarbeit schließlich den Schritt in den Zivilen Ungehorsam wagte. Er nimmt die Hörerinnen und Hörer mit in eine Straßenblockade auf dem Nürnberger Altstadtring, schildert, wie er sich selbst bei der Polizei anzeigte – und was er dabei erlebte. Wie reagierten die Autofahrer wirklich? Und was sagten seine Mitbrüder über die Klimaaktionen? Außerdem berichtet Alt von seiner 25-tägigen Ersatzfreiheitsstrafe in der JVA Nürnberg im April 2025 – und warum er die Geldstrafe bewusst nicht zahlte. Was erlebte er hinter Gittern, und welches Echo hatte sein Bericht über die bayerischen Haftbedingungen? Der Klimapfarrer hat sein aktivistisches Engagement vorerst beendet – und denkt im Podcast laut darüber nach, wie es weitergehen kann.

    27 min
  2. May 14

    Gewalt bei der Geburt erleben bis zu 30 Prozent der Frauen - wie ändern wir das?

    Sie werden angeschrien, unter Druck gesetzt – oder erleben gar Eingriffe, die sie gar nicht wollen. 10 bis 30 Prozent der Frauen erleben bei der Geburt ihres Kindes Gewalt. Woher kommt diese Gewalt? Die Freiburger Historikerin Helena Barop sagt: Aus dem Patriarchat. Darüber hat sie ein Buch geschrieben: „Mythen, Macht und Muttermund - eine feministische Geschichte der Geburt" ist gerade im Siedler-Verlag erschienen. Helena Barop zeigt darin, wie patriarchale Strukturen bis heute die Geburtshilfe prägen. Sie zeichnet nach, wie die die Geburtshilfe von einer reinen Frauensache zu einer männlich dominierten Medizin wurde – mit Folgen, die bis in die heutigen Kreißsäle reichen. Im Podcast „BZ am Ohr" spricht Helena Barop über die erschreckende Geschichte der Gebärhäuser ab 1750, in denen mittellose Frauen als Übungsobjekte für Medizinstudenten missbraucht wurden. Sie erklärt, warum Frauen überhaupt auf dem Rücken gebären – eine Erfindung der Aufklärung, die nichts mit medizinischer Notwendigkeit zu tun hat. Und sie beschreibt, wie die mechanische Vorstellung von Geburt, die damals entstand, noch immer zu unnötigen Eingriffen führt. Warum liegt die Kaiserschnittrate in Deutschland bei über einem Drittel? Wie hängen Zeitdruck im Kreißsaal und Gewalt unter der Geburt zusammen? Und was bedeutet es, wenn 10 bis 30 Prozent der Gebärenden traumatisierende Erfahrungen machen? Helena Barop macht aber auch Mut: Noch nie waren Geburten so sicher wie heute, noch nie hatten Frauen und Kinder so viele Rechte. Die Geschichte der gewaltfreien Geburtshilfe ist noch nicht zu Ende erzählt – aber sie muss aktiv weitergeschrieben werden. Was sich im System ändern muss, welche Rolle Hebammen spielen sollten und warum die Ärzteschaft historische Verantwortung übernehmen muss, erklärt die Historikerin in dieser Folge von „BZ am Ohr".

    1h 9m
  3. May 5

    Lexware-Chef Christian Steiger: „Hört auf zu prompten“

    Künstliche Intelligenz, Unternehmensführung und die Zukunft der Arbeit – das sind die zentralen Themen dieser Folge von „BZ am Ohr". Zu Gast ist Christian Steiger, Geschäftsführer von Lexware, einer Tochter der Freiburger Haufe Group. Der 52-Jährige vertritt eine provokante These: In naher Zukunft wird jeder Unternehmer von einer KI als Co-Geschäftsführer unterstützt. Doch wie realistisch ist diese Vision – und was bedeutet sie für Selbstständige, Handwerker und den Mittelstand? Christian Steiger erklärt im Gespräch sein „Lena-Prinzip": Statt nur zu „prompten", sollten Unternehmer lernen, KI zu „mandatieren" – ihr also klare Ziele, Werte und Grenzen vorzugeben. Wie funktioniert das konkret? Welche Tools nutzt Steiger selbst im Alltag? Und warum sieht er gerade für die vier Millionen Selbstständigen in Deutschland enormes Potenzial, durch KI entlastet zu werden? Der Podcast gibt praktische Einblicke, wie ein Bäcker oder Handwerker den Einstieg in die KI-Welt meistern kann – und warum die Kontrolle dabei immer beim Menschen bleiben muss. Doch die KI-Revolution wirft auch unbequeme Fragen auf: Werden Berufseinsteiger es künftig schwerer haben? Verschwinden klassische Bürojobs? Und was passiert, wenn Routineaufgaben wegfallen? Steiger spricht offen über die Transformation des Arbeitsmarktes, über die Bedeutung von Neugier und Loslassen – und darüber, warum er seiner Tochter nicht empfehlen würde, Buchhalterin zu werden. Außerdem verrät der frühere Musiker und Komponist der Euromir-Hymne, ob KI-generierte Musik ihn berühren kann und wann ihm neue KI-Entwicklungen zuletzt eine Gänsehaut bereitet haben.

    46 min

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Eine Woche, ein Thema, das Südbaden bewegt – das ist "BZ am Ohr". In diesem Podcast sprechen BZ-Redakteure und Redakteurinnen mit Menschen aus der Region – immer über ein Thema, über das man in Südbaden gerade spricht. Das kann Aktuelles sein, ein Kriminalfall oder spannende Hintergründe einer BZ-Geschichte. Auch andere Redakteurinnen und Redakteure der Badischen Zeitung kommen als Gesprächspartner ans Mikrofon: Sie berichten von ihren Recherchen oder teilen ihre Expertise. Neue Folgen gibt's immer donnerstags - hören Sie rein!

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