BZ am Ohr

Badische Zeitung

Eine Woche, ein Thema, das Südbaden bewegt – das ist "BZ am Ohr". In diesem Podcast sprechen BZ-Redakteure und Redakteurinnen mit Menschen aus der Region – immer über ein Thema, über das man in Südbaden gerade spricht. Das kann Aktuelles sein, ein Kriminalfall oder spannende Hintergründe einer BZ-Geschichte. Auch andere Redakteurinnen und Redakteure der Badischen Zeitung kommen als Gesprächspartner ans Mikrofon: Sie berichten von ihren Recherchen oder teilen ihre Expertise. Neue Folgen gibt's immer donnerstags - hören Sie rein!

  1. 23H AGO

    Gewalt bei der Geburt erleben bis zu 30 Prozent der Frauen - wie ändern wir das?

    Sie werden angeschrien, unter Druck gesetzt – oder erleben gar Eingriffe, die sie gar nicht wollen. 10 bis 30 Prozent der Frauen erleben bei der Geburt ihres Kindes Gewalt. Woher kommt diese Gewalt? Die Freiburger Historikerin Helena Barop sagt: Aus dem Patriarchat. Darüber hat sie ein Buch geschrieben: „Mythen, Macht und Muttermund - eine feministische Geschichte der Geburt" ist gerade im Siedler-Verlag erschienen. Helena Barop zeigt darin, wie patriarchale Strukturen bis heute die Geburtshilfe prägen. Sie zeichnet nach, wie die die Geburtshilfe von einer reinen Frauensache zu einer männlich dominierten Medizin wurde – mit Folgen, die bis in die heutigen Kreißsäle reichen. Im Podcast „BZ am Ohr" spricht Helena Barop über die erschreckende Geschichte der Gebärhäuser ab 1750, in denen mittellose Frauen als Übungsobjekte für Medizinstudenten missbraucht wurden. Sie erklärt, warum Frauen überhaupt auf dem Rücken gebären – eine Erfindung der Aufklärung, die nichts mit medizinischer Notwendigkeit zu tun hat. Und sie beschreibt, wie die mechanische Vorstellung von Geburt, die damals entstand, noch immer zu unnötigen Eingriffen führt. Warum liegt die Kaiserschnittrate in Deutschland bei über einem Drittel? Wie hängen Zeitdruck im Kreißsaal und Gewalt unter der Geburt zusammen? Und was bedeutet es, wenn 10 bis 30 Prozent der Gebärenden traumatisierende Erfahrungen machen? Helena Barop macht aber auch Mut: Noch nie waren Geburten so sicher wie heute, noch nie hatten Frauen und Kinder so viele Rechte. Die Geschichte der gewaltfreien Geburtshilfe ist noch nicht zu Ende erzählt – aber sie muss aktiv weitergeschrieben werden. Was sich im System ändern muss, welche Rolle Hebammen spielen sollten und warum die Ärzteschaft historische Verantwortung übernehmen muss, erklärt die Historikerin in dieser Folge von „BZ am Ohr".

    1h 9m
  2. MAY 5

    Lexware-Chef Christian Steiger: „Hört auf zu prompten“

    Künstliche Intelligenz, Unternehmensführung und die Zukunft der Arbeit – das sind die zentralen Themen dieser Folge von „BZ am Ohr". Zu Gast ist Christian Steiger, Geschäftsführer von Lexware, einer Tochter der Freiburger Haufe Group. Der 52-Jährige vertritt eine provokante These: In naher Zukunft wird jeder Unternehmer von einer KI als Co-Geschäftsführer unterstützt. Doch wie realistisch ist diese Vision – und was bedeutet sie für Selbstständige, Handwerker und den Mittelstand? Christian Steiger erklärt im Gespräch sein „Lena-Prinzip": Statt nur zu „prompten", sollten Unternehmer lernen, KI zu „mandatieren" – ihr also klare Ziele, Werte und Grenzen vorzugeben. Wie funktioniert das konkret? Welche Tools nutzt Steiger selbst im Alltag? Und warum sieht er gerade für die vier Millionen Selbstständigen in Deutschland enormes Potenzial, durch KI entlastet zu werden? Der Podcast gibt praktische Einblicke, wie ein Bäcker oder Handwerker den Einstieg in die KI-Welt meistern kann – und warum die Kontrolle dabei immer beim Menschen bleiben muss. Doch die KI-Revolution wirft auch unbequeme Fragen auf: Werden Berufseinsteiger es künftig schwerer haben? Verschwinden klassische Bürojobs? Und was passiert, wenn Routineaufgaben wegfallen? Steiger spricht offen über die Transformation des Arbeitsmarktes, über die Bedeutung von Neugier und Loslassen – und darüber, warum er seiner Tochter nicht empfehlen würde, Buchhalterin zu werden. Außerdem verrät der frühere Musiker und Komponist der Euromir-Hymne, ob KI-generierte Musik ihn berühren kann und wann ihm neue KI-Entwicklungen zuletzt eine Gänsehaut bereitet haben.

    46 min
  3. APR 28

    Engländerunglück am Schauinsland – Die Lügen der Nazis wirken bis heute nach

    Engländerunglück am Schauinsland: 90 Jahre nach der Tragödie von 1936 kehren die Familien der Opfer und Überlebenden nach Hofsgrund zurück. Am 17. April 1936 führte der Lehrer Kenneth Keast 27 Londoner Schüler im Alter von 12 bis 17 Jahren auf eine verhängnisvolle Wanderung am Schauinsland. Trotz Warnungen von Einheimischen und Schneefalls brach er mit den unzureichend ausgerüsteten Jungen zur Gewalttour auf. Fünf Schüler starben in Schnee und Kälte – doch die Kirchenglocken von Hofsgrund retteten 22 Überlebende, die den Weg zum Dobelhof fanden. In dieser Folge von "BZ am Ohr" spricht Kate Connolly, Deutschland-Korrespondentin des Guardian, über das bewegende Gedenkwochenende im April 2026. Die britischen Angehörigen und die Hofsgrunder Dorfgemeinschaft kamen erstmals in dieser Größe zusammen. Warum haben die Nationalsozialisten aus der Tragödie eine Heldengeschichte gemacht? Weshalb wurde der fahrlässige Lehrer nie zur Rechenschaft gezogen? Und welche Rolle spielten britische Behörden bei der Vertuschung? Connolly erzählt von den Glocken, die in der Kirche St. Laurentius erneut läuteten und kaum ein Auge trocken ließen. Sie berichtet von Nancy Wheelan, der Nichte des 14-jährigen Opfers Jack Eaton, deren Großvater sein Leben lang vergeblich für die Wahrheit kämpfte. Und sie beschreibt, wie Jennifer Davies, Tochter eines Überlebenden, erstmals ein Reisetagebuch las, das ihrem Vater die lebenslangen Schuldgefühle hätte nehmen können. Wie die Recherchen von Historiker Bernd Hainmüller und Connolly selbst die wahre Geschichte ans Licht brachten und warum diese 90 Jahre alte Tragödie heute aktueller ist denn je.

    52 min
  4. APR 23

    Banken - braucht's die in Südbaden noch?

    Südbadens Alt-Banker sind überzeugt: Banken wird es noch eine ganze Weile geben. Unregulierte Internet-Marktplätze, wo sich Kapitalgeber und Kapitalnehmer ohne Aufsicht virtuell im Netz treffen, werden nicht an die Stelle der etablierten Finanzdienstleister treten. So macht Marcel Thimm, langjähriger Chef der Sparkasse Freiburg Nördlicher-Breisgau, im Videopodcast "BZ am Ohr" deutlich, dass es Banken sind, die mit ihrem Wissen die unterschiedlichen Interessen von Sparern und Kreditnehmern in Einklang bringen. Thomas Keller, Firmenkundenspezialist und bis 2022 unter anderem Managing Director der Deutschen Bank in Freiburg und Stuttgart, weist auf die positiven Folgen des regulierten deutschen Bankwesens für die Entwicklung der heimischen Wirtschaft seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges hin. Schwierigkeiten einzelner Finanzdienstleister hätten gut abgefangen werden können, das Risiko einer Ansteckung sei gering gewesen. Uwe Barth, über viele Jahre hinweg Sprecher des Vorstands der Volksbank Freiburg und ebenfalls Firmenkundenspezialist, sagt, ein guter Bankberater vermöge, wie ein Kunde zu denken. Für ihn heißt das, sich in der betreffenden Branche hervorragend auszukennen und sich intensiv mit den Problemen des Unternehmens auseinanderzusetzen. Der Anspruch müsse sein, "auf Augenhöhe mit der Unternehmerin oder dem Unternehmer zu reden". Das Gespräch führte Bernd Kramer, Redaktionsleiter Wirtschaft bei der Badischen Zeitung.

    1h 6m

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Eine Woche, ein Thema, das Südbaden bewegt – das ist "BZ am Ohr". In diesem Podcast sprechen BZ-Redakteure und Redakteurinnen mit Menschen aus der Region – immer über ein Thema, über das man in Südbaden gerade spricht. Das kann Aktuelles sein, ein Kriminalfall oder spannende Hintergründe einer BZ-Geschichte. Auch andere Redakteurinnen und Redakteure der Badischen Zeitung kommen als Gesprächspartner ans Mikrofon: Sie berichten von ihren Recherchen oder teilen ihre Expertise. Neue Folgen gibt's immer donnerstags - hören Sie rein!

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