Entscheidungsnavigator

Christian Koudela

Entscheiden passiert täglich. Trotzdem denken wir kaum darüber nach, bis es wirklich darauf ankommt. Der Entscheidungsnavigator ist der Podcast für Menschen, die Verantwortung tragen und die Qualität ihrer Entscheidungen verbessern wollen. Nicht durch mehr Methoden. Durch mehr Haltung. Hier geht es um Entscheidungsfindung unter Unsicherheit, um Entscheidungskultur in Teams und Organisationen, und um die Frage, was gute Entscheidungen wirklich trägt. Intuition als Informationsquelle. Vertrauen als Fundament. Mut als ruhige Entschlossenheit, auch dann zu handeln, wenn nicht alles klar ist. Christian Koudela - Berater, Coach, Trainer und Autor von Einfach entscheiden und Neue Wege der Führung — denkt hier laut nach: Über Entscheidungspsychologie und Führung. Über das, was sich verändert, wenn KI mitentscheidet. Und über die Frage, wie wir Entscheidungsfreude entwickeln, statt Entscheidungen als Last zu erleben. Der Podcast richtet sich an Führungskräfte, Entscheider:innen und alle, die Entscheiden nicht als Pflicht, sondern als Gestaltungsraum begreifen wollen. Wer tiefer einsteigen möchte: entscheidungsnavigator.com

  1. Oct 20 ·  Video

    #97 - Warum die meisten Trainings scheitern und was gute Ausbildung ausmacht

    Für Führungskräfte, die Trainings bezahlen und sich fragen, warum danach nichts anders ist. Stell dir vor, jemand würde Tennis lernen, indem er ein Wochenende lang Vorträge über die perfekte Rückhand hört. Kein Schläger, kein Ball, kein Trainer, der zuschaut und korrigiert. Absurd, oder? Und doch ist das genau die Form, in der wir Erwachsenen das Entscheiden beibringen wollen. Das ist der dritte und letzte Teil der Serie über das Lernen von Entscheidungen. Ich beginne mit einer steilen Behauptung: Die meisten Trainings sind wirkungslos. Die Inhalte sind meistens gut, die Menschen darin motiviert und klug. Es ist die Form, die dafür sorgt, dass am Ende wenig hängen bleibt. Du kennst das vom Sprachkurs. Vokabeln gelernt, Grammatik gepaukt, Test bestanden. Und dann stehst du im Urlaub am Marktstand, willst zwei Kilo Orangen kaufen, und es kommt kein ganzer Satz heraus. Das Wissen ist irgendwo im Kopf. Es kommt nur nicht heraus, wenn du es brauchst. Die Zahlen dazu sind ernüchternd. Eine verbreitete Schätzung sagt, dass von allem, was in Trainings investiert wird, nur etwa 10 Prozent im Arbeitsalltag ankommen. Der Weiterbildungsforscher Axel Koch kommt für den deutschsprachigen Raum auf etwa ein Fünftel der Teilnehmer, die Impulse nachhaltig umsetzen. Ich gehe die Bruchstellen einzeln durch: träges Wissen statt echter Fälle, wie es Alfred North Whitehead schon vor 100 Jahren beschrieben hat. Werkzeug statt Haltung, du erinnerst dich an Teil 2. Kein Feedback und keine Reflexion, die Lücke zwischen Wissen und Tun, die Jeffrey Pfeffer und Robert Sutton beschrieben haben. Und die hartnäckigste von allen: das Umfeld, in das man nach dem Kurs zurückkehrt. Wer gelernt hat, Fehler offen anzusprechen, und dann in ein Team zurückkommt, das genau das bestraft, verliert das Gelernte wieder. Amy Edmondson nennt die Voraussetzung dafür psychologische Sicherheit. 👉 ERSTGESPRÄCH BUCHEN: https://entscheidungsnavigator.com/kontakt/ ✉️ NEWSLETTER: https://entscheidungsnavigator.com/newsletter/ Wer weiss, woran es scheitert, weiss auch, was gute Ausbildung ausmacht. Sie ist ein Prozess und kein Event. Sie arbeitet mit echten Fällen, übt die Haltung, die die Werkzeuge führt, baut Feedback und Reflexion fest ein und schafft einen geschützten Raum, in dem man auch über die missglückten Entscheidungen sprechen kann. Und sie verspricht nicht das Blaue vom Himmel. Sie macht dich wacher und gibt dir Routinen, auf die du auch dann zurückgreifst, wenn es schwierig wird. Der rote Faden der drei Folgen: Entscheiden ist lernbar, wie ein Handwerk. Die Werkzeuge helfen, aber nur mit der richtigen Haltung. Und wirksam wird das alles erst in einem Prozess, in dem aus Wissen verändertes Verhalten wird. Eine Sprache lernt man, indem man sie spricht. Entscheiden lernt man, indem man entscheidet, zurückschaut und wieder entscheidet. 🎙️ ZUM PODCAST: https://entscheidungsnavigator.com/podcast/ 📚 BUCH „Neue Wege der Führung": https://www.amazon.de/dp/1960004956/ Kapitel: 00:00 Tennis lernen ohne Schläger 00:41 Die meisten Trainings sind wirkungslos 00:55 Der Sprachkurs und die zwei Kilo Orangen 01:46 Nur 10 Prozent kommen im Alltag an 02:44 Kein Vorwurf, ein Formproblem 03:08 Bruchstelle: Theorie statt echter Fall 03:37 Bruchstelle: Werkzeug statt Haltung 03:57 Bruchstelle: kein Feedback, keine Reflexion 04:58 Bruchstelle: das Umfeld danach und die psychologische Sicherheit 06:48 Was gute Ausbildung ausmacht 07:40 Kein Versprechen vom perfekten Entscheider 09:53 Der rote Faden: Sprache lernt man, indem man spricht ✅ LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/ckoudela/ ✅ Facebook: https://www.facebook.com/entscheidungsnavigator/ ✅ Instagram: https://www.instagram.com/entscheidungsnavigator/

    #97 - Warum die meisten Trainings scheitern und was gute Ausbildung ausmacht
  2. Oct 6 ·  Video

    #96 - Wie man Entscheiden trainiert. Werkzeug, Haltung, Übung

    Für Führungskräfte, die alle Methoden kennen und trotzdem nicht besser entscheiden. Stell dir einen Bildhauer vor. Gib ihm einen Meissel, und aus einem rohen Steinblock wird mit der Zeit eine Figur. Fein, ausdrucksstark, lebendig. Jetzt gib mir denselben Meissel und denselben Stein. Was entsteht? Wenn wir Glück haben, Schotter. Das Werkzeug ist exakt dasselbe. Der Unterschied ist die Hand, die es führt, und das Auge, das die Hand lenkt. Genau darum geht es in dieser Folge, dem zweiten Teil der Serie über das Lernen von Entscheidungen. In Teil 1 haben wir gesehen, dass Entscheiden ein Handwerk ist. Man lernt es durch Übung mit Rückmeldung über Zeit. Heute geht es um die Frage, womit man dieses Handwerk übt. Ich stelle dir drei Werkzeuge vor, die gut untersucht sind und die du sofort ausprobieren kannst. Das Pre-Mortem von Gary Klein dreht die Manöverkritik um: Du tust so, als wäre die Entscheidung schon krachend gescheitert, und fragst, woran es lag. Studien deuten darauf hin, dass Menschen so rund 30 Prozent mehr Risiken erkennen. Die natürlichen Häufigkeiten von Gerd Gigerenzer übersetzen Prozente in Menschen, damit dein Gehirn versteht, worüber du wirklich entscheidest. Und das Entscheidungstagebuch, mein persönlicher Favorit, hält fest, was du erwartet hast und wie sicher du warst, bevor dein Gedächtnis die Geschichte umschreibt. Dann kommt der Haken. A fool with a tool is still a fool. Ein Werkzeug verstärkt, was schon da ist. Ist Kompetenz da, verstärkt es die Kompetenz. Ist keine da, verstärkt es das Gegenteil. Ein Pre-Mortem, das nur pro forma läuft, liefert eine hübsche Liste von Risiken, die anschliessend niemand liest. Das Werkzeug war da. Die Haltung nicht. Was die Werkzeuge erst wirksam macht, kann man weder kaufen noch herunterladen: Haltung und Übung. Haltung heisst, sich selbst beim Entscheiden über die Schulter zu schauen, Unsicherheit auszuhalten und den Mut zu haben, die eigenen Fehlentscheidungen anzusehen. Übung heisst Wiederholung, das regelmässige Innehalten und Zurückschauen, das Donald Schön den reflektierten Praktiker nennt. Navigos, das Entscheidungsframework, verbindet beides zu einem Prozess. Dazu eine Unterscheidung, auf die sich Daniel Kahneman und Gary Klein nach langem Streit geeinigt haben: Wann darfst du deiner Intuition trauen, und wann solltest du ihr misstrauen und lieber zu Werkzeug und Reflexion greifen? 👉 ERSTGESPRÄCH BUCHEN: https://entscheidungsnavigator.com/kontakt/ ✉️ NEWSLETTER: https://entscheidungsnavigator.com/newsletter/ Mein Kerngedanke für heute: Ein Werkzeug macht dich nicht zum besseren Entscheider. Es macht dich vielleicht zu einem schnelleren. Die Richtung bestimmt deine Haltung. Deshalb lohnt es sich, in beides zu investieren. Und damit sind wir bei der Frage für Teil 3: Wenn es gute Werkzeuge gibt und wir wissen, dass es auf Haltung und Übung ankommt, warum lernen dann so wenige Menschen wirklich besser zu entscheiden? 🎙️ ZUM PODCAST: https://entscheidungsnavigator.com/podcast/ 📚 BUCH „Neue Wege der Führung": https://www.amazon.de/dp/1960004956/ Kapitel: 00:00 Ein Werkzeug macht dich nicht zum besseren Entscheider 00:42 Womit übt man Entscheiden? Die Frage aus Teil 1 01:37 Der Bildhauer, der Meissel und der Schotter 02:15 Werkzeug 1: das Pre-Mortem 04:12 Werkzeug 2: Prozente in Menschen übersetzen 04:55 Werkzeug 3: das Entscheidungstagebuch 05:53 A fool with a tool is still a fool 07:56 Haltung: über das eigene Denken nachdenken 09:32 Üben: der reflektierte Praktiker und Navigos 10:39 Wann du deiner Intuition trauen darfst 12:12 Zurück zum Bildhauer: die Frage nach dem Wozu ✅ LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/ckoudela/ ✅ Facebook: https://www.facebook.com/entscheidungsnavigator/ ✅ Instagram: https://www.instagram.com/entscheidungsnavigator/

    #96 - Wie man Entscheiden trainiert. Werkzeug, Haltung, Übung
  3. Sep 22 ·  Video

    #95 - Kann man Entscheiden lernen? Was die Forschung wirklich sagt

    Gute Entscheider werden geboren, nicht gemacht. Der eine hat ein Gespür dafür, der andere nicht. Das glauben viele. Ich halte es für falsch. Einfach ist es trotzdem nicht. Ich kenne Menschen, die jedes Buch über Entscheidungen gelesen haben, jeden Denkfehler benennen können und dennoch immer wieder in dieselben Fallen tappen. Das kenne ich auch von mir. Ich beschäftige mich seit Jahren beruflich mit dem Entscheiden und denke hinterher manchmal trotzdem: Da war ich schlampig. Genau darum geht es in dieser Folge: Kann man gutes Entscheiden lernen? Und wenn ja, wie? Die gute Nachricht: Ja, man kann. Carey Morewedge und sein Team zeigten, dass ein einziges Training gegen typische Denkfehler die Anfälligkeit für Verzerrungen messbar senkt, teilweise um 30 Prozent und mehr. Der Effekt hielt auch Monate später an. Philip Tetlock untersuchte, wie gut Menschen die Zukunft einschätzen, und fand die Superforecaster. Schon ein kurzes Training verbesserte ihre Trefferquote spürbar. Gerd Gigerenzer stellte Ärzten dieselbe medizinische Frage zweimal: In Prozenten lagen etwa zehn Prozent richtig, in natürlichen Häufigkeiten fast die Hälfte. Dieselbe Frage, dasselbe Wissen, nur anders aufbereitet. Dann kommt der Haken. Daniel Kahneman, der kognitive Verzerrungen bekannt machte wie kaum ein anderer, schreibt am Ende seines grossen Buches sinngemäss: Nach all den Jahrzehnten ist sein eigenes Denken kaum weniger anfällig geworden. Bei anderen erkennt er die Denkfehler sofort. Bei sich selbst tappt er weiter hinein. Wenn Wissen allein genügen würde, müsste er der beste Entscheider der Welt sein. Der Widerspruch löst sich auf, wenn man versteht, was trainierbar ist. Nehmen wir das Schwimmen: Jemand liest jedes Buch darüber, versteht Auftrieb und Verdrängung, kann jeden Armzug erklären und springt dann zum ersten Mal ins Wasser. Beim Entscheiden braucht man das Wissen allerdings sehr wohl. Wer den Bestätigungsfehler nicht kennt, kann im entscheidenden Moment kaum bemerken, dass er ihm aufsitzt. Wissen schärft die Aufmerksamkeit. Es ist die Landkarte, aber nicht die Reise. Gary Klein untersuchte, wie erfahrene Feuerwehrleute in Sekundenbruchteilen entscheiden. Sie wägen nicht ab, sondern erkennen Muster, die sie oft erlebt haben. Anders Ericsson zeigte, worauf es ankommt: gezieltes Üben. Jemand kann zwanzig Jahre Auto fahren und trotzdem kaum besser werden, weil er routiniert immer dasselbe tut. Wer nie zurückschaut und fragt, warum eine Entscheidung gut oder schlecht war, sammelt Jahre, aber keine Erfahrung. 👉 ERSTGESPRÄCH BUCHEN: https://entscheidungsnavigator.com/kontakt/ ✉️ NEWSLETTER: https://entscheidungsnavigator.com/newsletter/ Mein Kerngedanke: Entscheiden lernt man nicht wie Vokabeln, sondern wie ein Handwerk. Wissen ist die Grundlage. Erst Übung, Achtsamkeit, Wiederholung und Rückmeldung machen daraus Können. Das ist der Auftakt zu einer Serie in drei Folgen. Beim nächsten Mal geht es darum, womit man dieses Handwerk übt, welche Werkzeuge und Methoden es gibt und ob Werkzeuge allein reichen. 🎙️ ZUM PODCAST: https://entscheidungsnavigator.com/podcast/ 📚 BUCH „Neue Wege der Führung": https://www.amazon.de/dp/1960004956/ Kapitel: 00:00 Werden gute Entscheider geboren? 01:28 Die Frage dieser Folge und der Auftakt zur Serie 01:56 Carey Morewedge: ein Training, ein bleibender Effekt 02:44 Philip Tetlock und die Superforecaster 03:22 Gigerenzer: dieselbe Frage, doppelt so viele richtige Antworten 04:56 Der Haken: Kahnemans ehrliches Eingeständnis 06:28 Warum Wissen notwendig, aber nicht ausreichend ist 07:14 Das Bild vom Schwimmen und der Unterschied zum Entscheiden 08:33 Gary Klein, Anders Ericsson und das gezielte Üben 10:22 Entscheiden lernt man wie ein Handwerk ✅ LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/ckoudela/ ✅ Facebook: https://www.facebook.com/entscheidungsnavigator/ ✅ Instagram: https://www.instagram.com/entscheidungsnavigator/

    #95 - Kann man Entscheiden lernen? Was die Forschung wirklich sagt
  4. Sep 8 ·  Video

    #094 - Der Raum zwischen Reiz und Reaktion. Was uns wirklich frei macht

    Jemand sagt etwas, das dich trifft. Dein Puls steigt, die passende scharfe Antwort liegt schon auf der Zunge. Und dann eine winzige Pause. Ein Moment, in dem du entscheidest, ob du sie aussprichst oder nicht. Dieser Moment ist der wichtigste dieser ganzen Folge. In Teil 1 habe ich dich mit einer offenen Frage zurückgelassen. Wenn so vieles in uns vorgeprägt ist, wenn die Entscheidung oft schon gefallen ist, bevor wir sie bewusst treffen: wo bleibt dann unsere Freiheit? Heute gebe ich dir meine Antwort. Sie widerlegt die Wissenschaft nicht. Sie verschiebt die Frage. Die Antwort kommt von einem Mann, der allen Grund gehabt hätte, nicht mehr an Freiheit zu glauben. Viktor Frankl, Wiener Psychiater und Neurologe, hat mehrere Konzentrationslager überlebt und dort seine Frau, seine Eltern und seinen Bruder verloren. Ausgerechnet er hat beschrieben, dass selbst unter diesen Bedingungen eine letzte Freiheit blieb: die Freiheit, wie man innerlich auf das antwortet, was einem widerfährt. Er nannte es die Trotzmacht des Geistes. Daraus wird ein Prinzip, das erstaunlich einfach und erstaunlich kraftvoll ist. Zwischen dem Reiz und deiner Reaktion liegt ein Raum, und in diesem Raum liegt deine Freiheit. Ich sage in der Folge auch offen, dass ich diesen genauen Satz in Frankls Werken so nicht gefunden habe. Er wurde ihm später zugeschrieben. Der Gedanke aber trifft den Kern dessen, wofür dieser Mann mit seinem ganzen Leben eingestanden ist. Die Philosophie hat für diese Denkbewegung einen eigenen Namen: Kompatibilismus. Daniel Dennett hat es prägnant beschrieben. Freiheit heisst nicht, dass eine Entscheidung ohne Ursache aus dem Nichts entsteht, das wäre reiner Zufall. Freiheit ist die Fähigkeit, zwischen Möglichkeiten abzuwägen, Gründe zu erkennen und auf Basis dieser Gründe zu handeln. Deine Entscheidungen dürfen Ursachen haben. Es sind deine Ursachen. Je bewusster du mit ihnen umgehst, desto freier bist du. Damit wird Freiheit von einem Zustand zu einer Fähigkeit. Keine Frage von ja oder nein, sondern eine Frage von wie viel. Und den Anteil kannst du selbst vergrössern. Praktisch geht es dann um den Unterschied zwischen einer Reaktion und einer Antwort, um Daniel Kahnemans System 1 und System 2, und um den Schritt „Anhalten und Raum schaffen" aus dem Navigo-Framework. Dazu der Haken, der es im Alltag schwer macht: dieser Raum schrumpft ausgerechnet dann, wenn du ihn am meisten brauchst. Unter Druck fällst du zurück in die schnelle Musterabarbeitung. Deshalb ist die eigentliche Übung, gerade dort einen Atemzug Raum zu schaffen. 👉 ERSTGESPRÄCH BUCHEN: https://entscheidungsnavigator.com/kontakt/ ✉️ NEWSLETTER: https://entscheidungsnavigator.com/newsletter/ Am Ende kehren wir zum Kind im Auto zurück. Vielleicht lenkst du nicht das ganze Auto. Aber ob du wach aus dem Fenster schaust, liegt bei dir. Und das Kind bleibt nicht klein. Es rutscht nach vorne, und aus dem Spielzeuglenkrad wird irgendwann ein richtiges. Mein Vorschlag für die nächsten Tage: Achte auf diesen Moment kurz bevor du reagierst. Und schau, ob du ihn ein kleines bisschen grösser machen kannst, als du es gewohnt bist. 🎙️ ZUM PODCAST: https://entscheidungsnavigator.com/podcast/ 📚 BUCH „Neue Wege der Führung": https://www.amazon.de/dp/1960004956/ Kapitel: 00:00 Die winzige Pause, bevor du antwortest 00:53 Was in Teil 1 offen geblieben ist 02:11 Viktor Frankl und die letzte Freiheit 03:19 Die Trotzmacht des Geistes 04:16 Der Satz, der ihm zugeschrieben wird 05:13 Kompatibilismus: Freiheit und Determinismus schliessen sich nicht aus 06:41 Zwei Menschen, dasselbe Angebot, ein Unterschied 08:17 Reaktion oder Antwort: der praktische Unterschied 10:43 Warum der Raum unter Druck schrumpft 12:05 Zurück zum Kind im Auto, das nicht klein bleibt ✅ LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/ckoudela/ ✅ Facebook: https://www.facebook.com/entscheidungsnavigator/ ✅ Instagram: https://www.instagram.com/entscheidungsnavigator/

    #094 - Der Raum zwischen Reiz und Reaktion. Was uns wirklich frei macht
  5. Aug 25 ·  Video

    #093 - Entscheidest du wirklich? Die offene Frage nach dem freien Willen

    Woher weisst du eigentlich, dass die letzte Entscheidung, die du getroffen hast, wirklich deine war? Denk kurz an heute zurück. Was du zum Frühstück gegessen hast, welchen Weg du zur Arbeit genommen hast, wie du auf eine E-Mail reagiert hast. In jedem dieser Momente hattest du das Gefühl: ich wähle, es liegt bei mir. Aber was, wenn dieses Gefühl täuscht? Was, wenn die Entscheidung schon gefallen war, bevor du überhaupt gemerkt hast, dass du entscheidest? In dieser Folge stelle ich die Frage nach dem freien Willen so offen, wie sie ist. Ich schaue auf das, was Benjamin Libet in den frühen 80er Jahren gemessen hat: ein Bereitschaftspotenzial im Gehirn, das eine Bewegung vorbereitet, deutlich bevor die Person angibt, den Entschluss gefasst zu haben. Und auf den Iowa Gambling Task, bei dem der Körper die riskanten Kartenstapel längst erkannt hat, während der Kopf noch rätselt. Die Haut wird feuchter, die Herzrate reagiert, und erst danach kommt das Verstehen. Ich bleibe dabei fair. Beide Experimente sind umstritten, und ich sage auch, warum. Trotzdem bleibt ein Rest, der sich nicht wegdiskutieren lässt. Dann kommt die zweite Seite, die philosophische. Arthur Schopenhauer hat sie in einen Satz gefasst, der bis heute nachhallt: Der Mensch kann zwar das tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will. Deine Wünsche hast du dir nicht ausgesucht. Sie sind dir gewachsen, geprägt von Genen, Erziehung und Biografie, und dazu kommt die Tagesform, in der du gerade steckst. Ich beantworte diese Frage heute bewusst nicht. Das wäre unredlich. Ich lade dich stattdessen ein, sie einen Moment auszuhalten, ohne sofort nach einer beruhigenden Antwort zu greifen. Denn ich glaube: gute Entscheidungen beginnen oft damit, dass man eine ehrliche Frage nicht einfach wegdrückt. Am Ende steht ein Bild. Ein Kind sitzt hinten im Auto, ein kleines Spielzeuglenkrad in der Hand, und ist vollkommen überzeugt, dass es das Auto lenkt. Bei jeder Kurve dreht es mit. Sind wir manchmal genau dieses Kind? Das ist Teil 1 von zwei. In der nächsten Folge geht es darum, was wir mit dieser Unsicherheit anfangen, und um einen Mann, der unter den extremsten Bedingungen über Freiheit nachgedacht hat. Meine Einladung an dich: Beobachte dich in den nächsten Tagen einmal bei einer kleinen Entscheidung und frag dich ehrlich, wann genau dein Entschluss gefallen ist. Vielleicht früher, als du denkst. Mehr zum Entscheidungsnavigator: 🎙️ ZUM PODCAST: https://entscheidungsnavigator.com/podcast/ 📚 BUCH „Neue Wege der Führung": https://www.amazon.de/dp/1960004956/ ✅ LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/ckoudela/ ✅ Facebook: https://www.facebook.com/entscheidungsnavigator/ ✅ Instagram: https://www.instagram.com/entscheidungsnavigator/

    #093 - Entscheidest du wirklich? Die offene Frage nach dem freien Willen
  6. Aug 11 ·  Video

    #092 - Mut, wenn der Algorithmus Nein sagt: jetzt liegt es an dir

    Fünf Folgen über KI und Entscheidungen, und sie alle führen auf diesen einen Moment zu: den Moment, in dem du entscheidest. Trotz Unsicherheit. Vielleicht gegen die Empfehlung des Tools. Mit dem Wissen, was daneben gehen kann, und der Bereitschaft, es trotzdem zu tragen. In dieser letzten Folge der Mini-Serie geht es um Mut. Was er wirklich bedeutet. Warum Übermut sein gefährlichster Antagonist ist. Und warum Werte, Intuition und Vertrauen, die Bausteine der ganzen Serie, erst im Mut ihren eigentlichen Sinn entfalten. Eine Folge über Führung, die schon immer so war, und es bleiben wird, egal wie gut die Algorithmen werden. KI rechnet das Risiko. Du trägst es. KI liefert Optionen. Du entscheidest. Danke, dass du bei dieser Mini-Serie dabei warst. Mehr zum Entscheidungsnavigator: 🎙️ ZUM PODCAST: https://entscheidungsnavigator.com/podcast/ 📚 BUCH „Neue Wege der Führung“: https://www.amazon.de/dp/1960004956/ ✅ LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/ckoudela/ ✅ Facebook: https://www.facebook.com/entscheidungsnavigator/ ✅ Instagram: https://www.instagram.com/entscheidungsnavigator/ Timestamps: 00:00 Der mutigste Moment: Ja, obwohl alles Nein sagt 00:21 Fünf Folgen, ein roter Faden 00:40 Das ist dein Heldenmoment 01:52 Was bedeutet es, wenn die KI Nein sagt? 02:25 Ein Signal, aber kein Veto 03:55 Übermut gegen Mut: die zwei Antagonisten 04:40 Der Mutige kennt das Risiko und entscheidet trotzdem 05:52 Was Mut konkret braucht: Werte, Intuition, Vertrauen 07:46 Die Arbeitsteilung: KI rechnet das Risiko, du trägst es 10:30 Dank und Abschluss der Serie

    #092 - Mut, wenn der Algorithmus Nein sagt: jetzt liegt es an dir
  7. Jul 28 ·  Video

    #091 - Vertrauen in der KI-Ära: wem vertraust du eigentlich noch?

    Wem vertraust du mehr bei einer schwierigen Entscheidung: einem Menschen, der erklärt warum, oder einem System, das zeigt, dass die Zahlen stimmen? In dieser vierten Folge der Mini-Serie über KI und Entscheidungen gehe ich der Frage nach, was Vertrauen wirklich ist, und warum KI die Vertrauensformel nach David Maister auf den ersten Blick beeindruckend erfüllt. Glaubwürdig, verlässlich, scheinbar selbstlos. Und trotzdem täuschend. Eine ehrliche Folge über Bias, über Halluzinationen, über eine erste, gutgläubige Generation von Nutzern, und über den Unterschied zwischen mechanischem und menschlichem Vertrauen. Mit einem klaren Impuls: Wenn du eine Entscheidung triffst, die KI mitgestaltet hat, erklär warum. Das ist der Moment, in dem Vertrauen entsteht. Nicht im Tool. In dir. Als Nächstes, im Finale der Mini-Serie: Mut. Was es bedeutet, trotz Unsicherheit zu entscheiden, auch wenn der Algorithmus Nein sagt. Mehr zum Entscheidungsnavigator: 🎙️ ZUM PODCAST: https://entscheidungsnavigator.com/podcast/ 📚 BUCH „Neue Wege der Führung“: https://www.amazon.de/dp/1960004956/ ✅ LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/ckoudela/ ✅ Facebook: https://www.facebook.com/entscheidungsnavigator/ ✅ Instagram: https://www.instagram.com/entscheidungsnavigator/ Timestamps: 00:00 Wem vertraust du bei einer schwierigen Entscheidung? 00:48 Der unsichtbare Faden, der alles zusammenhält 01:44 Was Vertrauen ist und wie es entsteht 03:46 Die Täuschung: KI besteht die Vertrauensformel 04:50 Dann kommen die Risse: Halluzination und Bias 05:13 Warum die Selbstlosigkeit der KI eine Illusion ist 05:56 Das Paradox: ich vertraue ja auch dir 07:10 Mechanisches und menschliches Vertrauen 08:38 Die eigentliche Gefahr für den menschlichen Raum 11:01 Ausblick: Mut

    #091 - Vertrauen in der KI-Ära: wem vertraust du eigentlich noch?
  8. Jul 14 ·  Video

    #090 - Ist KI die bessere Intuition? Warum die Antwort überraschend ist

    Auf den ersten Blick tun KI und Intuition dasselbe: Sie durchforsten Vergangenheitsdaten und erkennen Muster. Ist KI also die bessere, zuverlässigere Intuition? In dieser dritten Folge der Mini-Serie über KI und Entscheidungen führe ich dich zunächst bewusst in diese Richtung, bevor ich dir zeige, wo die Parallele aufhört. Der entscheidende Unterschied liegt in den somatischen Markern: Erinnerungen sind bei uns Menschen mit Bedeutung abgespeichert. KI kennt Daten, aber keine Bedeutung. Und gerade dort, wo Unsicherheit am größten ist und Vergangenheitsdaten schweigen, brauchen wir genau das. Eine Folge über das leise Signal, warum es keine Schwäche ist, und warum es einen Raum braucht, den KI strukturell nicht bietet. Als Nächstes in der Mini-Serie: Vertrauen. Wem vertrauen wir noch, wenn KI immer mehr Einschätzungen liefert? Mehr zum Entscheidungsnavigator: 🎙️ ZUM PODCAST: https://entscheidungsnavigator.com/podcast/ 📚 BUCH „Neue Wege der Führung“: https://www.amazon.de/dp/1960004956/ ✅ LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/ckoudela/ ✅ Facebook: https://www.facebook.com/entscheidungsnavigator/ ✅ Instagram: https://www.instagram.com/entscheidungsnavigator/ Timestamps: 00:00 Intuition ist nicht das Gegenteil von Rationalität 00:19 Wann hast du dein Bauchgefühl ignoriert und es bereut? 01:32 Die Täuschung: KI als moderne Intuition? 03:21 Der riesengroße Unterschied 04:01 Somatische Marker: wie Erfahrung gespeichert wird 04:29 Warum KI Daten kennt, aber keine Bedeutung 05:52 Intuition unter Unsicherheit, wenn die Daten schweigen 07:58 KI gibt immer sofort eine Antwort 08:41 Die eigentliche Gefahr: verlernen, der Intuition zu vertrauen 10:34 Ausblick: Vertrauen

    #090 - Ist KI die bessere Intuition? Warum die Antwort überraschend ist

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