Berliner Ensemble Podcast

Berliner Ensemble

Hintergrundinformationen und Einführungsgespräche zu unseren Theaterproduktionen und Aufzeichnungen spezieller Sonderveranstaltungen: Auf dem Podcastkanal des Berliner Ensembles bieten wir Ihnen zu ausgewählten Produktionen Audio-Einführungen unserer Dramaturg:innen und der Digitalen Redaktion mit Informationen zum Stück und zur Inszenierung, mit Hintergrundinformationen und Fährten für die eigene Interpretation an. So können Sie sich bequem und einfach zuhause auf die Vorstellung einstimmen oder das Gesehene im Nachhinein reflektieren. Schickt uns Euer Feedback zum Podcast per Mail an podcast@berliner-ensemble.de oder schreibt uns Eure Meinung auf den Social-Media-Kanälen unter dem Hashtag #BEpodcast. Ein Podcast der Berliner Ensemble GmbH Sprecher:innen & Redaktion: Sibylle Baschung, Amely Joana Haag, Florian Hofmann, Johannes Nölting, Lukas Nowak, Karolin Trachte, Clara Topic-Matutin. Gast: Lucien Strauch. Produktion: Digitale Redaktion & Tonabteilung Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

  1. 2d ago

    Audioeinführung "Das Schloss"

    Als der Landvermesser K. im Dorf am Fuße eines Schlosses ankommt, darf er nicht bleiben. Er braucht eine Aufenthaltserlaubnis vom Schloss. Je dringlicher K. versucht, diese Beglaubigung seiner beruflichen wie persönlichen Existenz zu erlangen, desto weiter scheint er sich von seinem Ziel zu entfernen. Was bleibt sind die unnahbaren Dorfbewohner, die Beamten des Schlosses und ein absurdes bürokratisches Regelwerk – ein System, das bestimmt, wer Zugang erhält und wessen Existenz als störend gilt. "Das Schloss oder Wir müssen uns K. als einen glücklichen Menschen vorstellen" der britischen Autor:in Georgia Bruce verbindet Motive aus Franz Kafkas Romanfragment "Das Schloss" mit Albert Camus’ "Der Mythos des Sisyphos" und seinem Bild vom endlosen Kreislauf des Mühsals – erzählt aus der Perspektive eines trans Mannes auf der Suche nach Akzeptanz. Während weltweit trans- und queerfeindliche Gewalt zunimmt und die bloße Existenz queerer Körper infrage gestellt und kriminalisiert wird, widmet sich Jules Head der Sisyphos-Arbeit, die es bedeutet, trans zu sein und der Absurdität der Welt angesichts des einfachen Wunsches, sein zu dürfen. Camus beschreibt Sisyphos als einen Menschen, der inmitten seiner Mühen einen Moment der Freiheit findet. Was bedeutet es, in einer Welt, die verzweifelt nach Vollendung strebt, für immer unvollendet zu bleiben? Was, wenn es gar nicht darum geht, den Felsblock über den Gipfel zu stoßen, Zutritt zum Schloss zu erlangen und im Dorf anerkannt zu werden? Wenn wir uns Sisyphos glücklich vorstellen können – können wir uns dann auch einen trans Mann in Frieden vorstellen? Mehr Informationen und Karten für "Das Schloss oder Wir müssen uns K. als einen glücklichen Menschen vorstellen" erhalten Sie hier: https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/das-schloss Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

    Audioeinführung "Das Schloss"
  2. May 27

    Audioeinführung "Sturm auf Berlin"

    Im März 1920 steht die junge Weimarer Republik vor einer ihrer größten Herausforderungen. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Inkrafttreten des Versailler Vertrags weigern sich Teile des Militärs, sich aufzulösen. Das Freikorps Marinebrigade Ehrhardt marschiert auf Berlin, um die demokratisch gewählte Regierung zu stürzen. Der sogenannte Kapp-Putsch zwingt die Reichstagsabgeordneten zur Flucht – doch ein landesweiter Generalstreik vereitelt den Staatsstreich. Rund 100 Jahre später, im August 2021, führt eine Bundestagsabgeordnete ehemalige Elite-Soldaten durch den Reichstag. Wollte diese Gruppe das Parlament gewaltsam stürmen? Seit 2024 stehen 25 Angeklagte der sogenannten Gruppe Reuß an drei Standorten vor Gericht – darunter Ex-Soldaten, eine frühere Abgeordnete und Richterin, ein Adliger sowie ein Ex-Polizist. Der dokumentarische Theaterabend untersucht, was geschieht, wenn der Staat von innen, aus Parlament, Justiz, Militär und Polizei angegriffen wird: ein Stück über Rechtsextremismus, Verschwörungserzählungen und die Fragilität der Demokratie. Regisseurin Marie Schwesinger arbeitet an der Schnittstelle von Dokumentartheater und Journalismus. Seit 2021 recherchiert sie zu Rechtsextremismus und begleitete zahlreiche Prozesse als Prozessbeobachterin. "Sturm auf Berlin" stützt sich auf über 1200 Seiten Protokollnotizen, die Schwesinger während der laufenden Verhandlung in Frankfurt anfertigte. Mehr Informationen und Karten für "Sturm auf Berlin" erhalten Sie hier: https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/sturm-auf-berlin Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

    Audioeinführung "Sturm auf Berlin"
  3. May 13

    Audioeinführung "Drei Schwestern"

    In der Welt der drei Schwestern verrinnt die Zeit zwischen Realitätsferne und Sehnsucht nach einer verklärten Vergangenheit. Sie träumen von ihrer Kindheit, als ihr Vater, der General, noch lebte und Europa noch in Ordnung zu sein schien. Olga, die Älteste, opfert sich – mit ständigen Kopfschmerzen – für ihren Beruf als Lehrerin auf, Mascha, die verheiratet ist, sehnt sich nach einer leidenschaftlicheren Liebe und stürzt sich in eine Affäre und Irina, die Jüngste, glaubt, dass nur Arbeit der Schlüssel zu einem besseren Leben ist, schläft aber lieber die Hälfte des Tages. Doch die Dekadenz der Mittelstandslangeweile kann schnell von der gesellschaftlichen Wirklichkeit eingeholt werden: Die Regisseurin Mateja Koležnik versetzt Tschechows vorrevolutionäres Szenario mitten in das Militärgelände, welches im Stück nur im Hintergrund eine Rolle spielt. Die drei Töchter des toten Generals leben im Obergeschoss dieses Militärkomplexes, um sie herum werden rege Kriegsstrategien geplant, eine Privatsphäre haben sie nicht mehr und Birkenwälder existieren nur noch auf Fotografien. Als sich die Parallelwelt trotz allen Verdrängungswillens nicht mehr aufrecht halten lässt, wird Moskau zum Ziel der notwendigen Flucht, ein Sehnsuchtsort ist es längst nicht mehr. Mateja Koležnik zählt zu den renommiertesten Regisseurinnen Sloweniens. Sie erzählt mit psychologischer Präzision und atmosphärischer Schärfe von Rissen zwischen dem Außen- und dem Innenleben der Menschen. Sie inszeniert regelmäßig am Burgtheater Wien und am Berliner Ensemble. 2023 war sie mit ihrer Bochumer Inszenierung "Kinder der Sonne" beim Berliner Theatertreffen eingeladen. Mehr Informationen und Karten für "Drei Schwestern" erhalten Sie hier: https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/drei-schwestern Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

    Audioeinführung "Drei Schwestern"
  4. Mar 19

    Audioeinführung "Das Bildnis des Dorian Gray"

    Wer bin ich, wenn niemand hinsieht? Und wer darf ich sein, wenn alle mich sehen? Dorian Gray ist jung, schön und begehrt. Sein Äußeres öffnet ihm Türen, verschafft ihm Anerkennung, schützt ihn. Was dieses Bild stört – Schuld, Begehren, Alter – verschwindet. Es landet in einem Gemälde, das niemand sehen darf. Dort wird sichtbar, was Dorian nicht zeigen will. Außen bleibt er makellos, innen zerfällt er. Oscar Wildes Roman zeigt eine Gesellschaft, die nur duldet, was schön aussieht. Abweichung ist nur erlaubt, solange sie sich dekorativ tarnt, uneindeutig bleibt. Wer dazugehören will, lernt, sich anzupassen, wer anderes begehrt, sich zu verbergen. Dorians Geschichte ist kein fernes, viktorianisches Märchen. Heute verschwinden Widersprüche in Zahlen, Profilen und Marktwert. Wir glätten Biografien, filtern Emotionen, denn: Sichtbar sein heißt bewertet werden, unsichtbar sein heißt verschwinden. Wie lebt man mit dem Abstand zwischen der eigenen Sehnsucht und dem eigenen Bild? Der norwegisch-finnische Regisseur Heiki Riipinen, ehemaliger Teilnehmer des Internationalen Regienachwuchsprogramms WORX am Berliner Ensemble, bringt "Das Bildnis des Dorian Gray" als modernes Mythenspiel auf die Bühne. Zwischen Begehren und Kontrolle, zwischen Selbstentwurf und Selbstverlust stellen er und sein Team sich die Frage: Was kostet es, man selbst zu sein? Mehr Informationen und Karten für "Das Bildnis des Dorian Gray" erhalten Sie hier: https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/das-bildnis-des-dorian-gray Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

    Audioeinführung "Das Bildnis des Dorian Gray"
  5. Jan 16

    Audiodeskriptive Einführung zu "Was ihr wollt"

    "Was ihr wollt" von William Shakespeare aus dem Englischen von Thomas Brasch Regie: Antú Romero Nunes Illyrien erscheint als Rettungsinsel nach dem Drama eines Schiffbruchs, doch dort ereignen sich Täuschungen über Identitäten und daraus folgende Liebeswirren: Die überlebende, gestrandete Viola glaubt ihren geliebten Zwillingsbruder Sebastian ertrunken und verkleidet sich als Cesario, um in den Dienst des Herzogs Orsino eintreten zu können. Orsino ist verrückt nach der trauernden, unzugänglichen Gräfin Olivia und schickt Cesario zu ihr als seinen Liebesboten. Olivia verfällt nun jedoch Cesario, nicht ahnend, dass es sich in Wahrheit um Viola handelt, die sich wiederum in Orsino verliebt hat. Als Violas Zwillingsbruder Sebastian dann noch quicklebendig auftaucht und aufgrund seiner Ähnlichkeit zur als Mann verkleideten Viola für Cesario gehalten wird, ist das Chaos der Illusionen perfekt. "Was ihr wollt" gibt die Bühne frei für das karnevaleske und auch grausame Spiel von Schein oder Sein, Täuschung oder Wahrhaftigkeit, Sucht oder Liebe – voll Wahnwitz, Melancholie und mit jeder Menge Musik. Die audiodeskriptive Einführung zu "Was ihr wollt" ist in Zusammenarbeit mit dem Berliner Spielplan Audiodeskription entstanden. Mehr Informationen zum barrierefreien Besuch am Berliner Ensemble unter https://www.berliner-ensemble.de/barrierefrei-erleben. Mehr Informationen, aktuelle Termine und weitere Hinweise zu Vorstellungen mit Audiodeskription unter https://www.berliner-ensemble.de/audiodeskription. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

    Audiodeskriptive Einführung zu "Was ihr wollt"

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