Recht Ordentlich

Daniel Andrae/Thomas M. Schimmel

Ein Jurist und ein Politikwissenschaftler unterhalten sich über politische, juristische und gesellschaftspolitische Fragen aller Art.

  1. Alltäglicher Rassismus – R.O. #5.3

    APR 15

    Alltäglicher Rassismus – R.O. #5.3

    Gibt es institutionellen Rassismus in deutschen Verwaltungen – und wie entsteht er? Diese Frage steht im Mittelpunkt der neuen Folge des Podcasts Recht Ordentlich, in der Thomas und Daniel eine aktuelle Studie des Politikwissenschaftlers Gert Pickel diskutieren: „Rassismus in deutschen Institutionen und institutioneller Rassismus in Deutschland". Der Podcast beschäftigt sich mit rechtlichen und gesellschaftspolitischen Fragen an der Schnittstelle von Verwaltung, Hochschule und Öffentlichkeit. In dieser Folge kommen zwei Perspektiven zusammen: die des Rechtswissenschaftlers und die des Sozialwissenschaftlers. Im Gespräch gehen die beiden weit über eine bloße Wiedergabe von Studienergebnissen hinaus. Sie arbeiten heraus, dass rassistisches Handeln in Verwaltungen selten auf expliziter Feindseligkeit beruht, sondern häufig aus verfestigten Stereotypen erwächst, die im Rahmen behördlicher Ermessensspielräume wirksam werden – oft ohne dass die Handelnden dies als Rassismus benennen würden. Besonders aufschlussreich ist die Diskussion über institutionelle Verantwortung: Welche Rolle spielen Führungskräfte dabei, rassistische Routinen zu normieren oder zu unterbinden? Reichen bestehende Rechtsnormen – darunter das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz und Artikel 1 des Grundgesetzes – aus? Und welche Konsequenzen hat es, wenn aus der Politik selbst Deutungsmuster kommen, die Stereotype bestärken? Die Folge berührt auch hochschulpolitische Dimensionen: Wie kann Sensibilisierung für Diskriminierung curricular verankert werden, und wie lässt sich die fehlende Diversität in Verwaltungsstudiengängen strukturell adressieren? Recht Ordentlich, Staffel 5, Folge 3 – ein Gespräch über Vorurteile, die wir alle kennen, über Gesetze, die allein nicht genügen, und über die Frage, was es bedeutet, wenn über jedem Büroeingang tatsächlich stünde: Die Würde des Menschen ist unantastbar..   Link zur angesprochenen Studie: https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffentlichungen/2026/inra-studie.pdf?__blob=publicationFile&v=3

    35 min
  2. Reformierbar nur durch Katastrophe? R.O. #5.2

    MAR 31

    Reformierbar nur durch Katastrophe? R.O. #5.2

    Sind demokratische Systeme aus sich heraus reformierbar? Oder bedürfen tiefgreifende gesellschaftliche Transformationen eines radikalen Bruchs, um überhaupt möglich zu werden? In dieser Episode analysieren Daniel und Thomas die strukturellen Defizite gegenwärtiger politischer Systeme und diskutieren, ob tiefgreifende Reformen ausschließlich durch kriseninduzierte Umbrüche – historisch häufig in Form von Kriegen – realisierbar sind. Sie sprechen dabei u.a. über -              Die Systemische Stagnation und überlegen, welche warum etablierte Institutionen Reformen nur unzureichend implementieren können. -              Die Theorie des Schock‑Effekts und die These, dass ein gewaltsamer Systembruch als notwendiger Katalysator für grundlegende Neuordnungen fungieren muss. -              Eine mögliche „Dritten Republik“ die mit grundlegenden Veränderungen des politischen und administrativen Systems den Anforderungen von Digitalisierung, Globalisierung und demografischem Wandel gerecht wird. -              Und historische Vergleichspunkte, z. B. von der deutschen Wiedervereinigung über die Nachkriegsordnung bis zu aktuellen Konflikten (Ukraine, Nahost) – die möglicherweise die Thesen des Schock-Effekts bestätigen. Eine spannende Diskussion über die Reformierbarkeit unseres Systems. Der von Daniel erwähnte Artikel ist zu finden unter: https://dash.harvard.edu/server/api/core/bitstreams/7312037d-dde2-6bd4-e053-0100007fdf3b/content

    37 min
  3. Kapitalismus vs. Glück? R.O. #4.9

    JAN 20

    Kapitalismus vs. Glück? R.O. #4.9

    Warum sind die Deutschen so unglücklich? Während Finnland im Glücksranking auf Platz 1 steht, dümpelt Deutschland weit abgeschlagen auf Platz 20. Daniel und Thomas gehen in dieser Folge der Frage nach: Was läuft schief in unserem System? Von leeren Schwimmbädern über Tech-Milliardäre bis zur Krise der Demokratie – die beiden nehmen kein Blatt vor den Mund. Kann ein kapitalistisches System überhaupt glückliche Menschen hervorbringen? Brauchen wir einen radikalen Systemwechsel? Und was haben Trumps Grönland-Drohungen mit dem Ende des Völkerrechts zu tun? Eine provokante Diskussion über Gemeinwohl versus Egoismus, die Macht der Tech-Konzerne und die Frage, ob Europa einen eigenen Weg gehen kann. Von der finnischen Sauna bis zur globalen Dystopie – diese Folge hat es in sich! Perfekt für alle, die mehr wollen als oberflächliche Tagespolitik. Jetzt reinhören – und danach: nachdenken! Die vierte Staffel endet mit einem Paukenschlag. Die fünfte kommt bestimmt! Wir bitten, die Tonqualität zu entschuldigen. Eines der Mikrophone gab während der Aufzeichnung den Geist auf. Bei dem in dieser folge erwähnten Roman handelt es sich um "Mona und Salinger" von Frederic Beigbeder (https://www.perlentaucher.de/buch/frederic-beigbeder/oona-und-salinger.html). Das Titelbild dieser Folge zeigt eine Wandmalerei im Tiroler Umhausen (Österreich). Das Bild von Christian Diaz Orejarena und Kornelia Kugler ist eine Stilmischung von Lüftlmalerein, einer traditionellen Bauernmalerei in den Alpen, und lateinamerikanischen Muralismo, einer gesellschaftskritischen Kunstform. Es thematisiert Landschaftszerstörung durch Klimawandel, moderne Lebensweise und Tourismus im Ötztal. Die Motive der Wandmalerei wurden in partizipativen Veranstaltungen mit Schüler*innen und Bürger*innen entwickelt.

    39 min
  4. Abschied – R.O. #4.8

    JAN 6

    Abschied – R.O. #4.8

    Wann ist der richtige Zeitpunkt, Abschied zu nehmen? In der ersten Folge des neuen Jahres sprechen Daniel und Thomas über eine der schwierigsten Fragen im Berufsleben – und in der Politik. Eine Reflexion über berufliche Veränderungen, Abschiede, Neubeginn, Gestaltungswillen und die Frage: Wann hält man fest und wann lässt man los? Aber keine Sorge: Vom Podcast verabschiedet sich Daniel nicht! Das erwartet euch: 🔹 Persönliche Einblicke: Daniel verlässt nach fast 10 Jahren die Hochschule Meißen und wechselt als Kanzler nach Leipzig. Wie fühlt sich der Abschied von Studierenden, Kolleg:innen und vertrauten Strukturen an? 🔹 Politik und Macht: Warum halten sich manche Politiker viel zu lange im Amt? Von Helmut Kohl über Jens Spahn bis Angela Merkel – wir analysieren, wann Abschied zum Problem wird und wann er gelingt. 🔹 Die Frage der Amtsbegrenzung: Sollte es auch für Bundeskanzler eine zeitliche Begrenzung geben? Und warum trifft Helmut Schmidt nach acht Jahren nur noch "Entscheidungen aus Erfahrung" statt Politik zu gestalten? 🔹 Berufliche Neuanfänge: Alle 6-8 Jahre der Job wechseln oder 20 Jahre bleiben? Was ist gesünder für die persönliche Entwicklung? 🔹 Die Kunst des richtigen Timings: Vom Abschied in der Kneipe bis zum Auszug aus dem Elternhaus – wann ist eigentlich der richtige Moment zu gehen? Diese Folge ist mehr als eine Reflexion über berufliche Veränderungen. Es ist ein ehrliches, manchmal emotionales Gespräch über Abschiede, Neubeginn, Gestaltungswillen und die Frage: Wann hält man fest und wann lässt man los? 🎧 Jetzt reinhören! Neue Folge von Recht Ordentlich – eurem Podcast über Recht, Politik und Gesellschaft. 📅 Nächste Folge: 21. Januar über Kapitalismus | Danach startet im März Staffel 5! 💬 Eure Themenvorschläge und Feedback sind immer willkommen!

    36 min

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