Freie Rede

taz Panter Stiftung

“Freie Rede” ist ein Podcast der taz Panter Stiftung, in dem Stimmen aus den internationalen Workshops und weiteren Projekten mit kritischen Journalistinnen aus Deutschland und weltweit zu hören sind. Beispielsweise waren Teilnehmer:innen der Osteuropa- und EU-Migrationsprojekte zu Gast bei den Podcasts dieser Reihe. Die Beiträge sind auf englisch oder in Originalsprache mit deutscher Übersetzung. Die taz Panter Stiftung engagiert sich seit 2008 für unabhängige Presse und kritischen Journalismus, legt einen besonderen Wert auf den Austausch und die Vernetzung über Grenzen hinweg, sowie auf die Förderung von Nachwuchsjournalist:innen. Weitere Podcasts, die von der taz Panter Stiftung unterstützt werden, sind “Klima Update”, der von der Ökologie- und Wirtschaftsredaktion der taz produziert wird, und “Katerfrühstück”, ein Podcast der taz Panter Stiftung von und für junge Menschen.

  1. 22h ago

    Exilstimmen: Vernetzen, Brücken bauen, Öffentlichkeit schaffen (Live-Podcast)

    Bereits zum dritten Mal vernetzt die taz panterstiftung Journalist:innen aus Osteuropa und dem Südkaukasus, die von autoritären Regime ins Exil gezwungen wurden. „Wie Exil zur Kraftquelle wird“ – unter diesem Motto hat die taz panterstiftung 2025 eine zweijährige Workshop-Reihe ins Leben gerufen, die Exiljournalist:innen und -aktivist:innen aus Osteuropa und dem Südkaukasus zusammenbringt. Das Format: Pro Jahr finden zwei Präsenzworkshops statt – einer in Berlin, der zweite in einem Land mit einer großen Diaspora von Exiljournalist:innen aus Osteuropa. Dabei achten wir bewusst auf eine vielfältige Zusammensetzung der Gruppe: Mindestens ein Drittel der Teilnehmenden lebt nicht in dem Land, in dem der jeweilige Workshop stattfindet. Denn Exilerfahrungen unterscheiden sich erheblich – je nachdem, welches Land zum neuen Lebensmittelpunkt geworden ist. Auch 2026 setzen wir die Exil-Workshops fort. Bereits zum dritten Mal bringen wir Medienschaffende zusammen, die aufgrund autoritärer Regime ihre Heimat verlassen mussten und ihre journalistische Arbeit aus dem Exil fortsetzen. Der erste Workshop fand vom 6. bis 8. Juli 2026 in Berlin statt, der zweite folgt vom 16. bis 18. September 2026 in den Niederlanden. Der Großteil der Workshops findet unter vertraulichen Bedingungen statt. Viele der Teilnehmenden sind weiterhin von transnationaler Repression betroffen oder arbeiten unter erheblichen Sicherheitsrisiken. Deshalb schaffen wir geschützte Räume für Austausch, Weiterbildung und Vernetzung. Ein wichtiger Bestandteil der Workshops sind deshalb öffentliche Veranstaltungen, die wir gemeinsam mit Kooperationspartnern organisieren. Den Auftakt bildet am 7. Juli 2026 um 19.30 Uhr die Veranstaltung ⁠„LCB Diplomatique“ im Literarischen Colloquium Berlin (LCB) am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Bezirk Steglitz-Zehlendorf (direkt an der S-Bahn Wannsee)⁠. Die Diskussion verlief auf Deutsch, Englisch und Russisch und kann hier abgerufen werden. Auf der Bühne: Die Historikerin und Journalistin Ksenia Lutskina lebt nach ihrer Freilassung aus politischer Gefangenschaft wie so viele belarusische Autor·innen mittlerweile im Exil, die ukrainische Journalistin Oksana Pugachova haben die Kriegsereignisse im Osten der Ukraine nach Lettland verschlagen, und die georgische Lyrikerin Eka Kevanishvili ist als Journalistin für Radio Free Europe in Tbilisi immer stärkeren Repressionen ausgesetzt. Wie kann man unter den gegebenen Umständen, „under pressure“, Unabhängigkeit und Integrität bewahren? Kann das Exil zur Kraftquelle werden?

  2. Jun 30

    Unser Fenster nach Kirgistan: das Land im Schatten Russlands

    Kirgistan ist das erste Land in Zentralasien, das von den jüngsten EU-Sanktionen gegen Russland betroffen ist. Die EU begründet den Schritt damit, dass sanktionierte Waren über Kirgistan nach Russland gelangt seien. Begünstigt wird dies durch die Eurasische Wirtschaftsunion, der Kirgistan gemeinsam mit Russland, Belarus und Kasachstan angehört. Welche Folgen haben die Sanktionen für das Land? Darüber spricht Moderator Tigran Petrosyan in der neuen Folge des Podcasts „Freie Rede“ mit der unabhängigen ⁠Journalistin Mahinur Niyazova aus Bischkek.⁠ „Es ist kein Geheimnis, dass viele Unternehmen von diesen Handelsströmen profitiert haben. Deshalb haben die neuen Beschränkungen auch wirtschaftliche Folgen für unser Land. Der Re-Export ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen und macht inzwischen einen bedeutenden Teil der wirtschaftlichen Entwicklung Kirgistans aus“, sagt Niyazova. Der russische Einfluss in Kirgistan ist groß. Russland investiert in Schulen und Universitäten, eröffnet Kulturzentren und baut seine ⁠Präsenz in den Medien aus. ⁠Fast jedes Jahr verschärfen die russischen Behörden den ⁠Druck auf Arbeitsmigrant:innen aus Kirgistan⁠ – mit Razzien, Festnahmen, strengeren Kontrollen und Abschiebungen. Das sorgt regelmäßig für große Besorgnis. Gleichzeitig ist das Land wirtschaftlich stark von der Arbeitsmigration nach Russland abhängig: Viele Familien leben von den Geldüberweisungen ihrer Angehörigen, die dort arbeiten. „In den vergangenen zwei Jahren ist ein weiteres Thema hinzugekommen: die Rekrutierung kirgisischer Staatsbürger in Russland für den Krieg in der Ukraine. Nach Berichten werden viele von ihnen unter Druck gesetzt, Militärverträge zu unterschreiben und anschließend an die Front geschickt“, sagt Niyazova. ⁠Osteuropa gehört zu den Schwerpunkten der taz panterstiftung⁠, die dorthin blickt, wo der Zugang zu Informationen immer schwieriger wird – Russland und Belarus gehören dazu. Am letzten Tag im Monat erscheint eine neue Podcastfolge von „Unser Fenster nach u.a. Russland/Belarus“ im Podcastformat „Freie Rede“ der ⁠⁠taz panterstiftung⁠⁠.

  3. May 31

    Unser Fenster nach Belarus: über Gefängnis, Repression und Hoffnung

    „Im vergangenen Jahr habe ich genau einen einzigen Apfel gegessen.“ Mit diesem Satz beschreibt der Friedensnobelpreisträger Ales Bialiatski das Leben in einem belarusischen Gefängnis. „Nachts werden die Betten heruntergeklappt, tagsüber bleibt fast nichts außer Betonwänden. Es ist kalt. Das Essen besteht meist nur aus Brei und Suppe. Das Leben im Gefängnis ist ein ständiger Kampf ums Überleben“, erzählt der belarusische Menschenrechtler. Diese Folge von „Freie Rede“ ist die Aufzeichnung einer Podiumsdiskussion beim Internationalen Journalismusfest in Innsbruck. Im Gespräch mit Tigran Petrosyan spricht Bialiatski über das System der Repression in Belarus — und darüber, wie sehr die Gefängnisse des Landes noch immer von der sowjetischen und stalinistischen Lagerlogik geprägt sind. „Man lebt dort nicht einfach in einer Zelle, sondern in einer Strafkolonie“, erzählt er. „Die Gefangenen schlafen in Baracken mit 50 bis 100 Menschen. Arbeit ist verpflichtend. Wer sich weigert, riskiert zusätzliche Strafen.“ Ales Bialiatski ist Gründer der Menschenrechtsorganisation Wijasna und seit Jahrzehnten eine der wichtigsten Stimmen für Demokratie und politische Freiheit in Belarus. Kurz nachdem er 2022 den Friedensnobelpreis erhielt, verurteilte ihn das Lukaschenko-Regime zu zehn Jahren Haft. Im Dezember 2025 kam er gemeinsam mit mehr als hundert weiteren politischen Gefangenen frei. Vom 8. bis 10. Mai war Ales Bialiatski zu Gast beim Internationalen Journalismusfest in Innsbruck. Die Podiumsdiskussion wurde von der taz Panter Stiftung und der ERSTE Stiftung Wien ermöglicht. ⁠Osteuropa gehört zu den Schwerpunkten der taz panterstiftung⁠, die dorthin blickt, wo der Zugang zu Informationen immer schwieriger wird – Russland und Belarus gehören dazu. Am letzten Tag im Monat erscheint eine neue Podcastfolge von „Unser Fenster nach u.a. Russland/Belarus“ im Podcastformat „Freie Rede“ der ⁠taz panterstiftung⁠.

  4. Apr 20

    Syriens Justiz im Wandel: Hoffnung oder Stillstand?

    Vor über einem Jahr wurde das Regime von Baschar Al-Assad in Syrien gestürzt. Viel hat sich seitdem im Land verändert – nicht alles zum Guten. Bislang aber genau gleichgeblieben, ist das Rechtssystem in Syrien. Und damit auch die Gesetze, die während der fast jahrzehntelangen Assad-Herrschaft erlassen wurden. Syrien befindet sich heute in einer Übergangsphase. Die fast 55 Jahre Diktatur und fast zehn Jahre Bürgerkrieg hängen der Bevölkerung weiter nach. Viele Verbrechen sind in diesen Jahren geschehen – und sie blieben fast immer straflos. Nun suchen die Menschen im Land nach der Gerechtigkeit, die ihnen so lange verwehrt blieb. Andere suchen nach Gerechtigkeit für Verbrechen, die ihnen unter der neuen Regierung angetan wurden. Zwar zeigt die sich bemüht: Im vergangenen Herbst hatte etwa ein erster Prozess gegen Mitglieder Streitkräfte der syrischen Übergangsregierung begonnen. Es geht um den gewaltsamen Tod hunderter Alawitinnen und Alawiten im März 2025. Der Sprecher des Justizministeriums, Baraa Abdel Rahman, sprach damals von einem „Meilenstein für die Stärkung der Rechtsstaatlichkeit“. Doch kann das alte System überhaupt für Gerechtigkeit sorgen? Darüber spricht in diesem Podcast der taz panterstiftung die syrische Journalistin Clair Akkawi mit dem Richter Anwar Majni; der Menschenrechtlerin Mariana Karkoutly, und dem Aktivisten Bassam Al-Ahmad. Es ist die zweite Podcastfolge des Projekts „Her Turn – Supporting Syrian Female Journalists“, das im April 2025 angefangen hat. Die erste Podcastfolge drehte sich rund um das Thema Versöhnung. Beide Folgen wurden von der taz-Nahostredakteurin Lisa Schneider moderiert. Dieser Podcast erscheint in zwei Fassungen: Sie können ihn hier auf Deutsch hören oder in der arabischen Originalfassung auf der Plattform des syrischen Radiosenders Radio Arta (YouTube, Soundcloud, Facebook). Die Teilnehmerinnen haben auch regelmäßig in der Kolumne Trümmer und Träume geschrieben.

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“Freie Rede” ist ein Podcast der taz Panter Stiftung, in dem Stimmen aus den internationalen Workshops und weiteren Projekten mit kritischen Journalistinnen aus Deutschland und weltweit zu hören sind. Beispielsweise waren Teilnehmer:innen der Osteuropa- und EU-Migrationsprojekte zu Gast bei den Podcasts dieser Reihe. Die Beiträge sind auf englisch oder in Originalsprache mit deutscher Übersetzung. Die taz Panter Stiftung engagiert sich seit 2008 für unabhängige Presse und kritischen Journalismus, legt einen besonderen Wert auf den Austausch und die Vernetzung über Grenzen hinweg, sowie auf die Förderung von Nachwuchsjournalist:innen. Weitere Podcasts, die von der taz Panter Stiftung unterstützt werden, sind “Klima Update”, der von der Ökologie- und Wirtschaftsredaktion der taz produziert wird, und “Katerfrühstück”, ein Podcast der taz Panter Stiftung von und für junge Menschen.