Maschinenhort

Johannes und Sascha

Der erste hörbare Wellnessbereich für Menschen mit automobilen Emotionsstörungen. Johannes (auf Instagram "johannes_Maennerhort") und Sascha (auf Instagram "Der_Maschinenraum") sprechen über Autos, die es so wohl nie wieder geben wird. Echte Gefühle - jeden Freitag neu in Deinem Autoradio.

  1. 5d ago

    Ab 4000 U/min geht die Oper los

    Folge 99. Also fehlen nur noch wenige Meter bis zur magischen 100 und wir machen vorher natürlich noch einen Umweg ins Jahr 1999. Die Vengaboys laufen im Radio, das Abi rückt näher, der Führerschein wird zum wichtigsten Projekt des Lebens und langsam dämmert einem, dass zwölf Jahre Schule irgendwann tatsächlich vorbei sind. Automobil war 1999 ebenfalls ziemlich stark: Porsche bringt den ersten 911 GT3, Nissan den Skyline R34, Honda den S2000 und BMW den ersten X5. Autos, die damals teilweise so weit weg wirkten wie ein Einfamilienhaus mit Hubschrauberlandeplatz und heute plötzlich auf persönlichen „hätte ich irgendwann gerne mal“ Listen auftauchen. Womit wir bei Hannes wären. Der durfte am Wochenende zum ersten Mal einen schwarzen Porsche 964 Turbo fahren. Bad Boys Porsche. Bis ungefähr 3.500 Touren passiert nicht viel. Dann wacht der Lader auf und, wie sein Besitzer vorher sehr treffend erklärt: Ab 4000 geht die Oper los. Hannes steigt danach mit einem neuen Lebensziel aus. Sascha erlebt wenige Tage später etwas Ähnliches. Ein Interessent für einen Stellplatz im Maschinenraum kommt mit einem handgeschalteten Audi R8 vorbei. Wenige Minuten später sitzt Sascha selbst am Steuer und stellt fest: Das ist ziemlich genau so gut, wie man gehofft hat. Und wieder passiert etwas, das wahrscheinlich jeder kennt, der dieses Hobby lebt: Man trifft einen Menschen zum ersten Mal, redet fünf Minuten über Autos und hat anschließend das Gefühl, sich seit zehn Jahren zu kennen. Ähnlich läuft es bei einem vermeintlich kurzen Termin in Saschas Nachbarschaft. Ein grüner Range Rover Classic steht zum Verkauf. Sascha sagt zu Hause: „Ich bin eine Viertelstunde weg.“ Dreieinhalb Stunden später sitzt er immer noch mit dem Verkäufer in der Garage. Denn natürlich besitzt der Mann zusätzlich einen originalen Cayenne Transsyberia und einen völlig unvernünftigen Bentley Arnage. Was soll man da machen? Vielleicht ist genau das eine der schönsten Seiten unseres Hobbys. Hannes hält an, als ein junges Paar mit einem alten G Modell Hilfe braucht. Er spricht den Besitzer des gelben Audi A2 an, den er seit Monaten bewundert. Und an der Ampel reicht manchmal ein ehrliches „geile Karre“, damit aus zwei grimmig dreinschauenden Autofahrern plötzlich zwei Leute werden, die sich gegenseitig angrinsen. Mehr davon. Zwischendurch erinnern wir uns an Ende der 90er, erste eigene Kohle, Zivildienst, MiniDisc und dieses alte eBay Gefühl, wenn man fünf Sekunden vor Auktionsende mit röchelndem Modem auf „Gebot abgeben“ klickte und hoffte, dass das Internet schnell genug war. Und dann wäre da noch der vierte Polo. Ein weißer 86C Steilheck Fox. Zehn Jahre feucht in einer Garage gestanden. Viel Rost. Preisvorstellung: 700 Euro. Hannes entscheidet vernünftig: Den kaufe ich nicht. Dann bietet sein Kumpel 50 Euro für die Anhängerkupplung. Der Verkäufer sagt: Dann nehmt das ganze Auto mit. Und damit besitzt Hannes plötzlich für 50 Euro eine Anhängerkupplung mit Polo drumherum. Natürlich wird das Auto gewaschen. Natürlich werden originale Radkappen montiert. Natürlich sitzt Hannes später mit Verdünnung und Lappen da, um bei einem 50 Euro Auto die weißen Zierleisten wieder sichtbar zu machen. Und natürlich fällt der Abschied danach wieder schwer. Weil genau da das Problem anfängt: Sobald man ein Auto nach Hause bringt, sauber macht und seine erste kleine Geschichte damit erlebt, ist es eben nicht mehr irgendein alter Polo. Dann ist es deiner. Auch wenn es nur kurz ist. Folge 99. Zwischen Vengaboys, MiniDisc, Porsche Turbo, R8, gelbem Audi A2 und einer Anhängerkupplung, an der versehentlich noch ein ganzes Auto hing. Und nächste Woche? 100! Viel Spaß mit der neuen Folge Maschinenhort.

  2. Sep 25

    Vier Gänge für ein Halleluja

    Folge 98. Also zurück ins Jahr 1998. Britney Spears taucht auf, Buffalo Plateauschuhe werden plötzlich gesellschaftsfähig, das Nokia 5110 wird zum Telefon der Stunde und eine SMS ist noch so teuer, dass man sich vor dem Absenden tatsächlich überlegen muss, was man sagen möchte. Google wird gegründet, aber kaum jemand weiß, wofür man das eigentlich brauchen soll. Der Audi TT erscheint. Der Smart auch. Ford bringt den Focus, Opel den Astra G und Deutschland erlebt einen politischen und automobilen Generationenwechsel: Helmut Kohl geht, Gerhard Schröder kommt. Der W140 verlässt die Bühne und plötzlich fährt der Kanzler Audi A8. 1998 fühlte sich ohnehin nach Veränderung an. Sascha macht seinen Führerschein und erlebt einen dieser Momente, die man offenbar auch nach fast 30 Jahren noch exakt im Kopf hat. Ein kleiner Fehler bei Gelb, der Prüfer könnte ihn durchfallen lassen und entscheidet sich stattdessen für Menschlichkeit. Bestanden. Und plötzlich gehört die Welt dir. Auto nehmen. Fenster runter. Musik an. Einfach losfahren. Ohne Standortfreigabe, ohne WhatsApp und ohne dass nach drei Minuten jemand fragt, wo man eigentlich bleibt. Man fuhr einfach durch den Ort, schaute, wer irgendwo herumstand, hielt an der Tankstelle und hoffte, zufällig jemanden zu treffen. So funktionierte Social Media damals. Hannes erinnert sich derweil an seinen ersten Golf und eine Zeit, in der man mit selbst gedruckten Clubaufklebern, Riffelblech aus dem Baumarkt und einem Schaltsack aus einem Opel Tigra das Gefühl hatte, gerade Rennsportgeschichte zu schreiben. Dann kommen wir zur Gegenwart und zu Saschas neuestem Ärgernis: privaten Parkplatzwächtern, die offenbar hinter Bäumen darauf warten, dass jemand drei Minuten ohne Parkscheibe zur Post geht. 40 Euro später entsteht spontan die Idee für eine neue Rubrik: Frag den Hortanwalt. Nebenbei sprechen wir über Auto Influencer, Einladungen, Meinung und die Frage, wie glaubwürdig zehn Videos über dasselbe Auto eigentlich noch sind, wenn alle zehn Leute exakt dasselbe daran großartig finden. Und dann kommt Hannes' Auto der Woche. Oder besser gesagt: seine dritte Steilheck Eskalation. Ein Polo 86C. Jadegrün. Schiebedach. 500 Euro. Standort Bochum. Entfernung nach Leipzig: ungefähr 500 Kilometer. Der Verkäufer versichert: Er läuft. Was er nicht erwähnt: Er hat am Vorabend bei minus 12 Grad noch schnell normales Wasser bis oben in den Kühlmittelbehälter gekippt. Das Kühlsystem ist einfach komplett eingefroren. Jeder vernünftige Mensch hätte spätestens jetzt gesagt: Vielen Dank, schönen Tag noch. Hannes sagt: Die Karre kommt mit. Irgendwann läuft der Polo tatsächlich. Mehr oder weniger. Er schafft 80. Bergauf 60. Die Heizung funktioniert nicht. Die Batterie lädt offenbar nicht und Hannes fährt in Winterjacke und Mütze Richtung Leipzig, während seine Freunde im warmen Skoda hinterherfahren. Zwischendurch Halt bei Big Boost Burger. Natürlich springt der Polo danach wieder nicht an. Weitere 300 Kilometer später folgt schließlich die Erkenntnis: Die Batterie war völlig in Ordnung. Die Pole waren einfach nicht festgeschraubt. Festziehen. Motor an. Heizung an. Polo fährt. Manchmal liegen zwischen einem kompletten Desaster und einem funktionierenden Auto zwei lose Schrauben. Am Ende bekommt auch dieser Polo sein Happy End. Er wird gepflegt, technisch wieder auf die Beine gestellt und landet schließlich bei Hannes' Freund Tim, der ihn bis heute fährt. Damit ist die Steilheck Trilogie abgeschlossen. Vorerst. Denn natürlich gibt es noch einen vierten. Dazu gibt es 1998, Tamagotchis, Furby, erste Führerscheine, Audi TT, Smart, Titanic, Modern Talking, Falco, Big Lebowski, Onkelz, Parkplatztickets, Fasten Hannes und ziemlich viel von dem Zeug, das damals vollkommen normal war und heute wie eine andere Welt wirkt. Eine Stunde Maschinenhort zwischen Nokia 5110, Riffelblech Tuning und minus 12 Grad im Polo. Viel Spaß beim Hören.

    Vier Gänge für ein Halleluja
  3. Sep 18

    1997: mit dem Steilheck-Porsche zu D&W

    Du brauchst ein Fahrzeug mit Stil und Charakter. Ein Baby zum Liebhaben. Eines, das gepflegt, gestreichelt, betankt und manchmal auch mit erstaunlich viel Geld bei Laune gehalten werden möchte. Die Worte stammen von Ralf Richter. Und deshalb beginnen wir Folge 97 diesmal mit einem Abschied von einem Schauspieler, dessen Filme, Figuren und Sprüche uns seit Jahrzehnten begleiten. Im Hort wird er jedenfalls weiterleben. Danach reisen wir standesgemäß ins Jahr 1997. Super kostet 1,67 Mark. Der Golf 4 wird vorgestellt. Porsche bringt den 996. Die Mercedes A Klasse kippt beim Elchtest um. Tamagotchis müssen gefüttert werden, Ralf Schumacher fährt seine erste Formel 1 Saison und irgendwo verbrennt sich gerade ein Teenager beim Blondieren mit Wasserstoffperoxid die Kopfhaut. Also eigentlich eine ziemlich gute Zeit. Automobil entdecken wir dabei einige Dinge wieder, die heute plötzlich viel interessanter wirken als damals. Den Alfa 156. Den frühen Audi TT ohne Heckspoiler. Den ersten Toyota Prius. Und einen Porsche 996 4S, den Hannes gerade im Männerhort gesehen hat und der innen offenbar aussieht, als hätte ein Schreiner freie Hand bekommen. Graues Leder. Echtholz. Überall. Türgriffe, Mittelkonsole, Lüftungsdüsen, Handbremse, Lenkrad. Doch selbst das wird diese Woche noch übertroffen. Denn Hannes hat eine Tür geöffnet, von der wir nicht wussten, dass sie noch existiert. Hinter einem ganz normalen Bosch Dienst steht offenbar seit rund 30 Jahren ein Stück deutscher Tuninggeschichte nahezu unberührt herum. Alte D&W Verkaufswände. Lenkräder. Schaltknäufe. Doorpins. Powerrohre. Auspuffanlagen. Domstreben. Tachofolien. Jeansjacken. Neon Aufkleber. Doppelscheibenwischer in Regenbogenfarben. Original verpackt. Mit D Mark Preisen. Hannes betritt diesen Raum mit einem leeren Kofferraum und verlässt ihn ungefähr so, wie andere Menschen nach einem Lottogewinn einen Porsche Händler verlassen würden. Nur mit mehr Doorpins. Ein Teil dieser Zeitkapsel wird künftig im Männerhort stehen und einiges davon werden wir wahrscheinlich nächstes Jahr mit zur Retro Classics nach Stuttgart nehmen. Zwischendurch fährt Sascha einen CLK 430 und erinnert sich wieder daran, warum Autos um die Jahrtausendwende manchmal genau die richtige Menge Technik hatten. V8, gute Sitze, echte Langstreckenqualitäten und keinerlei Interesse daran, den Fahrer alle 30 Sekunden zu erziehen. Dann verabschiedet sich allerdings auch ein Auto aus dem Hort. Der blaue Cayenne 955 hat einen neuen Besitzer gefunden. Meerblau, beige innen, Handschalter, höhergelegt und auf All Terrain Reifen. Ein Projekt, das irgendwann einfach fertig war. Und dann steht plötzlich jemand davor, der genau dieses Auto genauso liebt, wie man es sich für einen Käufer wünschen würde. Vielleicht ist das die beste Art, ein Auto zu verkaufen. Nicht weggeben. Weitergeben. Der Nachfolger steht allerdings schon bereit. Dunkelgrün, etwas verbrauchter, technisch deutlich komplizierter und bislang mit einer Motorhistorie, bei der andere Menschen längst die Nummer ihres Therapeuten gewählt hätten. Natürlich mögen wir ihn deshalb jetzt schon. Hannes wiederum erzählt noch von einem weiteren Polo 86C Steilheck, den er eigentlich überhaupt nicht brauchte, natürlich trotzdem kaufte, vollständig putzte und anschließend in gute Hände weitergab. Grau metallic, rote Fox Innenausstattung und ursprünglich sogar noch mit DIN Kennzeichen. Also exakt die Art Auto, bei der man sagt: Den kann ich nicht behalten. Und zehn Minuten später sucht man bereits nach Felgen. Zum Schluss wagen wir ausnahmsweise sogar einen Blick nach vorne. Welche Autos wollen wir irgendwann noch besitzen? Aston Martin. Bentley. Jaguar. Audi A2. Phaeton. A8 D2. Golf VR6. Passat 35i VR6. 124er Kombi. Porsche 964. Opel Kadett B Coupé. Vernünftig wird es also auch in Zukunft nicht. Viel Spaß mit der neuen Folge Maschinenhort.

    1997: mit dem Steilheck-Porsche zu D&W
  4. Sep 11

    Es ist 1996: Porsche-Klassenfahrt nach Polen. Die non approved Folge

    Folge 96. Also reisen wir natürlich erst einmal zurück ins Jahr 1996. Fettes Brot erklärt uns, dass die Freundin weg ist, Sascha macht seinen 125er Führerschein und entdeckt mit einer alten Honda CB 125 zum ersten Mal diese besondere Form von Freiheit, bei der man einfach sagt: Ich bin in vier Stunden wieder da. Und dann war man vier Stunden weg. Kein Standort teilen. Kein „Wo bist du?“. Kein Handy, das im Minutentakt vibriert. Dafür 11 kW, ungefähr 1.300 Mark Kaufpreis und das sichere Gefühl, mit 16 Jahren gerade die halbe Welt erobert zu haben. Hannes hatte damals statt Motorrad ein sündhaft teures Mountainbike. Ost West Verständigung auf Maschinenhort Art. 30 Jahre später beginnt bei ihm gerade die nächste Generation Mobilität. Nathan besteht die Theorieprüfung mit null Fehlern und während der Sohn erstaunlich entspannt bleibt, steht der Vater auf dem DEKRA Gelände kurz vor dem Nervenzusammenbruch. Danach folgen die ersten Fahrübungen auf abgesperrtem Gelände. Mit Schaltung natürlich. Noch ist schließlich nicht alles verloren. Wir sprechen außerdem über SLK, Boxster, Alarm für Cobra 11, Command & Conquer, Duke Nukem, leere iPads beim Schornsteinfeger und darüber, warum ein Satz wie „Geht nicht, mein iPad ist leer“ eigentlich für erstaunlich viele Lebenssituationen geeignet ist. Und dann geht es endlich nach Polen. Non Approved. Vier Tage, ein komplett belegtes Hotel und eine Horde Porsche Fahrer, die sich irgendwo zwischen Klassentreffen, Familienurlaub und kontrolliertem Wahnsinn bewegt. Schon die gemeinsame Anreise macht Hannes glücklich. Dann stehen morgens im ersten Licht weit über hundert Porsche nass vom Tau auf einer Wiese, über ihnen Lichterketten, daneben Kaffee, Zigaretten und Menschen, die man teilweise ein Jahr lang nicht gesehen hat und trotzdem sofort wieder das Gefühl hat, gestern erst gemeinsam an der Bar gesessen zu haben. Natürlich wird auch gefahren. Durch Polen, zur Rennstrecke, auf einen Ponyhof, in dessen Reithalle plötzlich eine komplette Porsche Meute steht, während die Maschinenhort 90er Playlist läuft. Und überall wieder diese Erfahrung, die Hannes an Polen so liebt: Menschen stehen am Straßenrand, winken, filmen, zeigen Daumen hoch und freuen sich einfach über Autos. Zwischendurch muss Hannes noch eine Aufgabe übernehmen, auf die er ungefähr so gut vorbereitet ist wie wir auf diesen Podcast: eine Versteigerung moderieren. Also macht er das, was er am besten kann. Mit maximaler Überzeugung völligen Unsinn erzählen. Funktioniert erstaunlich gut. Für acht Kunstwerke und Porsche Skulpturen kommen am Ende rund 7.500 Euro für einen guten Zweck zusammen. Selbst der Versteigerungshammer findet noch einen neuen Besitzer. Und dann war da noch eine Rechnung offen. Seit Jahren behauptet Schinki, dass er eine echte Prinzenrolle mit verbundenen Augen selbstverständlich von den günstigen Alternativen unterscheiden könne. Drei Kekse. Drei Kandidaten. Augen zu. Schinki entscheidet sich für Aldi. Vier Jahre Diskussion beendet. Mehr Genugtuung kann ein Mann für wenige Euro kaum kaufen. Bei all dem Unsinn gibt es aber auch diese Momente, die hängen bleiben. Eine Videobotschaft von Janni, der diesmal nicht dabei sein konnte. Ein junger Hörer, der Hannes einfach am Buffet anspricht und sich für den Podcast bedankt. Und einige Nachrichten von Menschen, die uns erzählen, dass Maschinenhort gerade dann gut tut, wenn das Leben selbst nicht besonders leicht ist. Vielleicht ist genau das inzwischen ein ziemlich wichtiger Teil dieses Podcasts geworden. Eine Stunde pro Woche wie an der Tankstelle mit Freunden stehen. Über Autos reden. Über vollkommen belanglose Dinge lachen. Abschweifen. Wieder zurückkommen. Und für einen Moment den Rest draußen lassen. 1996, erste Freiheit auf zwei Rädern, 150 Porsche in Polen, ein Keksduell mit historischem Ausgang und zwei Männer, die immer noch nicht wissen, wann man eigentlich einen Podcast beenden sollte. Viel Spaß mit der neuen Folge Maschinenhort.

    Es ist 1996: Porsche-Klassenfahrt nach Polen. Die non approved Folge
  5. Sep 4

    Keksduell, Polen und ein DTM Calibra

    Folge 95. Was liegt also näher, als erst einmal zurück ins Jahr 1995 zu reisen? Scatman John läuft im Radio, Eurodance besteht zuverlässig aus einer attraktiven Frau und einem Rapper, Windows 95 revolutioniert den heimischen PC Wagen und irgendwo versucht gerade jemand, mit ShowView seinen Videorekorder zu programmieren. Die Playstation erscheint, Street Fighter übernimmt Kinderzimmer und wer damals einen Film sehen wollte, musste entweder ins Kino oder ungefähr bis zur nächsten Eiszeit auf die Videothek warten. Automobil war 1995 ohnehin ein ziemlich gutes Jahr. BMW Z3, Fiat Barchetta, MGF, Alfa Spider, Sharan und Galaxy: Autos durften plötzlich wieder Spaß machen und vor allem völlig unterschiedlich aussehen. Selbst ein Familienvan konnte einen VR6 haben und dunkelgrün metallic sein. Verrückte Zeiten. Hannes bereitet sich derweil auf Non Approved in Polen vor. Rund 150 Porsche, ein komplett ausgebuchtes Hotel und vermutlich mehr frisch gewaschene Elfer als auf manchem Werksparkplatz. Allerdings beschäftigt ihn vorher eine wissenschaftlich deutlich bedeutendere Frage: Erkennt Schinki mit verbundenen Augen wirklich den Unterschied zwischen Original, Aldi und Ja? Wir werden es herausfinden. Außerdem tauchen wir in eine Welt ein, bei der selbst wir kurz das Gefühl hatten, vollkommen normale Hobbys zu haben. Beim 1 zu 18 Treffen im Männerhort entstanden komplette Miniaturwelten mit D&W, Tankstellen, Werkstätten, Driftspuren und Autos, die bis zur letzten Schraube umgebaut wurden. Türen werden aus geschlossenen Modellen herausgesägt, Motoren nachgebaut und aus einem T6 entsteht einfach eine Doppelkabine, weil es sie als Modell nicht gibt. Matze setzt noch einen drauf und baut Hannes’ T3 im Maßstab 1 zu 43 so exakt nach, dass selbst Aufkleber, Scheinwerferreinigungsdüsen, BMX Räder und das winzige Skateboard auf dem Fahrradträger stimmen. Und als wäre das noch nicht genug, rollt plötzlich ein echter DTM Opel Calibra von 1995 in den Männerhort. Seit seinem letzten Renneinsatz nicht mehr gewaschen, mit originalem Kies aus dem Rennbetrieb noch im Splitter und einem Innenraum, den man bis heute nicht fotografieren darf. Mehr 1995 geht eigentlich nicht. Zum Ende wird es diesmal etwas nachdenklicher. Wir sprechen darüber, wie Social Media das Gefühl erzeugt, Menschen zu kennen, die wir tatsächlich nur aus Videos, Posts und öffentlichen Auftritten kennen. Man verfolgt jemanden über Jahre, kennt Autos, Geschichten, Werkstatt und vermeintlich sogar den Alltag und irgendwann sagt der eigene Kopf: Den kenne ich. Aber Vertrautheit durch Präsenz ist eben nicht dasselbe wie persönliche Nähe. Vielleicht lohnt es sich gerade in einer Zeit, in der wir anderen Menschen jeden Tag stundenlang auf Bildschirmen begegnen, diesen Unterschied gelegentlich wieder bewusst zu machen. Dazwischen gibt es natürlich noch Oldtimer Markt, 5.000 Spotify Follower, Geburtstagsgrüße, Lego Kunstwerke, Hotelzimmer mit zwei Schnarchern und die Frage, warum ein guter Doppelkeks eigentlich immer oben zerbricht. Eine Stunde Maschinenhort zwischen 1995 und 2026. Habt euch lieb und viel Spaß beim Hören.

    Keksduell, Polen und ein DTM Calibra
  6. Aug 28

    1994, Leggings und 175 im Polo

    Wir beginnen diese Folge dort, wo früher vieles besser, manches schlimmer und Autos auf jeden Fall bunter waren: im Jahr 1994. Helmut Kohl war Kanzler, Marusha machte Techno endgültig gesellschaftsfähig, Wet Wet Wet erklärte uns, dass Liebe überall sei und auf deutschen Straßen erschienen gleichzeitig Audi A8, BMW E38, Audi RS2, Polo 6N, Opel Tigra, Ford Puma und einige andere Autos, bei denen man heute kurz innehält, wenn einem überhaupt noch eines begegnet. Dazu liefen Pulp Fiction, Speed und Forrest Gump im Kino, Michael Schumacher wurde erstmals Formel 1 Weltmeister und das Wochenende von Imola schrieb mit Ayrton Senna und Roland Ratzenberger eines der dunkelsten Kapitel des Motorsports. 32 Jahre später ist vieles moderner. Nur Mobilfunk in Brandenburg offenbar nicht. Hannes war nämlich vier Tage auf der Wilden Möhre verschollen. Mit VW Bus, Techno, Campingplatz und einer Leggings, die deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient hätte als sein Motörhead Shirt. Dazu gab es veganes Gyros, Awareness Teams, Donnerbalken über Mülltonnen, sehr naturverbundene Mitmenschen und die Erkenntnis, dass Kunstpelz auf einem alternativen Festival offenbar komplizierter sein kann als gedacht. Und weil Maschinenhort immer noch ein Autopodcast ist, kommen wir irgendwann tatsächlich wieder bei Fahrzeugen an. Wir sprechen über kommende Events, ein völlig ernst gemeintes 1:18 Autotreffen im Männerhort, einen Porsche 911, der einen Höhenweltrekord auf einem Vulkan aufgestellt hat, und über Saschas Thunderbird, der jetzt tatsächlich in der aktuellen OLDTIMER MARKT steht. Für Sascha ungefähr das automobile Äquivalent dazu, früher zum ersten Mal seinen eigenen Namen in der Zeitung zu lesen. Nur besser, weil ein Thunderbird danebensteht. Hannes bringt außerdem die Geschichte von Pololinchen mit. Ein Polo 86C Steilheck aus erster Hand, mit wenigen Kilometern, DIN Kennzeichen, vier Gängen und einem bisherigen Aktionsradius zwischen Rewe, Kirche und Arzt. Dann kam Hannes. Ultimate in den Tank, Kuschelrock ins Kassettenradio und das erste Mal Autobahn. Aus 55 PS wurden gefühlt 155, aus dem Senioren Polo ein tiefer kleiner Traum auf 13 Zoll und aus einem vermeintlich billigen Kleinwagen eines dieser Autos, an denen plötzlich sehr viel Herz hängt. Bis der Männerhort wegfiel und der Polo verkauft werden musste. Die gute Nachricht: Er landete genau bei den richtigen Leuten, wurde technisch und optisch komplett auf links gedreht und begegnete Hannes Jahre später am Wörthersee wieder. Manche Autos verkauft man eben. Los wird man sie trotzdem nicht. Nebenbei knackt Saschas S500L die 200.000 Kilometer und bedankt sich standesgemäß mit einer Motorkontrollleuchte. Und als wäre das noch nicht genug Eskalation für eine Folge, gibt es endlich die Nachricht, auf die wirklich niemand gewartet hat: Der Maschinenraum bekommt eine Scheuersaugmaschine. 1994, wilde Möhren, DIN Kennzeichen, Oldtimer Markt, 175 km/h im Polo und ein goldener Phaeton Fahrer, der aussieht, als hätte er in den 90ern im Erotikgeschäft sehr gutes Geld verdient. Eine vollkommen normale Stunde Maschinenhort. Egal, was ihr untenrum tragt: Viel Spaß beim Hören.

    1994, Leggings und 175 im Polo
  7. Aug 21

    300.000 Kilometer und eine wilde Möhre

    Diese Folge beginnt mit einer Farbliste, die ungefähr so spannend klingt wie der deutsche Straßenverkehr inzwischen aussieht: weiß, grau, schwarz, silber und dazwischen gelegentlich ein Auto, bei dem irgendwann tatsächlich jemand mutig das Kreuz bei „Gelb“ gesetzt hat. Damit sind wir auch schon mitten im ersten Thema. Wo sind eigentlich all die Farben geblieben? Warum war Gelb einmal eine Performance Farbe? Weshalb sehen selbst vermeintlich langweilige Autos plötzlich großartig aus, nur weil sie nicht aussehen wie ein Büroparkplatz? Und warum löst ein alter Audi A2 in Quietschgelb inzwischen mehr Freude aus als manches neue Auto mit 500 PS? Danach gibt es endlich die Auflösung des wohl beklopptesten Maschinenhort Gewinnspiels bisher. Die am Furkapass versteckte Porsche Zündspule wurde tatsächlich gefunden. Simon und Tom sind dafür kurzerhand einen Tag in die Schweiz gefahren, haben das Ding vom Vordach des Belvedere geholt, waren ganze 15 Minuten vor Ort und sind anschließend wieder nach Hause gefahren. Für drei Kästen Bier. Wir möchten an dieser Stelle ausdrücklich festhalten: So viel Konsequenz verdient Respekt. Hannes knackt währenddessen mit Elfie die magische Marke von 300.000 Kilometern. Und statt in Trauer zu verfallen, stellt sich eher Erleichterung ein. Denn ein Porsche mit Steinschlägen, Bremsstaub, Insekten auf der Front und echten Geschichten ist am Ende vielleicht genau das, was ein Porsche sein sollte. Wer seine Kilometer für den nächsten Besitzer spart, hat möglicherweise etwas Entscheidendes nicht verstanden. Sascha wiederum war mit dem S500L in Österreich und ist endgültig der Meinung, dass eine zwanzig Jahre alte S Klasse eigentlich alles kann, was man braucht. Sie fährt leise, entspannt, verbraucht erstaunlich wenig und behandelt ihren Fahrer noch wie einen Erwachsenen. Kein Dauerpiepen, kein erzieherischer Eingriff, kein digitaler Hausmeister. Dafür echtes Leder, Holzlenkrad und das Gefühl, Manfred Krug sei gerade persönlich auf dem Beifahrersitz eingestiegen. Natürlich reden wir auch darüber, wie aus solchen Autos irgendwann mattschwarze Endverbraucherfahrzeuge mit sechs Auspuffrohren, Linglong Felgen und fragwürdigen AMG Emblemen werden. Der Grat zwischen dezent und Frankfurter Bahnhofsviertel ist manchmal sehr schmal. Im Männerhort wurde derweil erstmals richtig groß gefeiert. Mit Foodtruck, Burgern, rund 50 Leuten und einem Starkregen, der den Hof am Ende in ein kleines Binnengewässer verwandelte. Hannes verlor sein Handy knöcheltief in der Brühe, ein Honda NSX erzeugte eine Bugwelle und ganz nebenbei entstand die Idee, dass man den Männerhort vielleicht irgendwann tatsächlich als Eventlocation vermieten könnte. Dazu gibt es 90er Jahre Fernsehmoderatoren, Röhrenfernseher, Bobby Flitter, die Frage, ob DJs heute überhaupt noch auflegen, Paul Kalkbrenner mit Autoleidenschaft, Non Approved in Polen, Luft und Liebe in Leipzig und die Aussicht auf weiteres automobil angehauchtes Geocaching. Und während Sascha langsam zum Ende kommen möchte, packt Hannes schon wieder den Bulli. Ziel diesmal: vier Tage Technofestival bei der Wilden Möhre. Mit anderen Worten: 300.000 Kilometer Porsche, drei Kästen Bier und genug Themen für mindestens vier andere Podcasts. Haltet die Möhre hoch und viel Spaß mit der neuen Folge Maschinenhort.

    300.000 Kilometer und eine wilde Möhre
  8. Aug 14

    Drei Kästen Bier für eine Zündspule

    Hannes ist zurück vom Furkapass. 2.600 Kilometer Porsche in wenigen Tagen, zwölf Autos, sehr viel Benzin, sehr wenig Schlaf und die erneute Erkenntnis, dass ein Sonnenaufgang vor einer verlassenen Hotelruine in den Schweizer Alpen erwachsene Männer erstaunlich emotional machen kann. Ganz billig war die Reise allerdings nicht für alle. Denn die Schweizer Polizei erinnerte einen Teilnehmer freundlich daran, dass 26 km/h zu viel dort ungefähr so behandelt werden wie andernorts der Erwerb einer kleinen Eigentumswohnung. 987 Euro später war die Reisegruppe jedenfalls auffallend interessiert an Geschwindigkeitsbegrenzungen. Dafür entstand am Furkapass das vermutlich erste Maschinenhort Geocaching für Menschen mit Benzin im Blut: Auf dem Belvedere wartet irgendwo noch die defekte Zündspule eines Porsche 997. Wer sie findet, darf sie gegen drei Kästen Bier und Maschinenhort Ruhm eintauschen. Falls sie noch da ist. Falls sie nicht längst jemand für moderne Kunst gehalten hat. Sascha bekommt währenddessen die ersten Seiten seines Thunderbirds in der OLDTIMER MARKT zu sehen und stellt erneut fest, dass ein Auto eigentlich viel zu schön sein kann, um es einfach in eine dunkle Garage zu stellen. Was zwangsläufig in der Diskussion endet, warum wir alle eigentlich ein Industrieloft mit Glasgarage, Jukebox, Motorrad und völlig unnötigem Billardtisch brauchen. Und dann wird es tatsächlich seriös: Unser Generalkritiker Patrick berichtet vom Internationalen Osnabrücker Bergrennen. Sein Wolf GB08 Mistral bringt bei gerade einmal 530 Kilo über 400 PS auf die Straße und Patrick jagt ihn in weniger als einer Minute den Berg hinauf. Wir sprechen über Zehntelsekunden, kaputte Antriebswellen, Rennlizenzen, erstaunlich nahbaren Motorsport und darüber, warum Respekt im Rennwagen wichtig ist, Angst aber besser draußen bleibt. Danach wird es wieder normal Maschinenhort. Hannes schafft nämlich etwas, das in sechs Jahren Porsche Besitz praktisch unmöglich schien: Seine Frau fährt freiwillig mit ihm im Elfer in den Urlaub. Gepäck wird in sämtliche verfügbaren Hohlräume gestopft, Einkäufe zwischen Überrollkäfig und Sitzen verteilt und irgendwann kommt von der Beifahrerseite tatsächlich die Aufforderung: „Ja, mach mal.“ Also 250. Ihre anschließende Bewertung des Erlebnisses: „Okay.“ Mehr automobile Begeisterung war an diesem Tag nicht herauszuholen. Außerdem diskutieren wir, ob ein Twingo oder ein Golf 4 das bessere erste Auto ist, warum alte Kisten manchmal mehr Gefühle auslösen als moderne Traumwagen, weshalb Hannes für eine Dorfkirmes freiwillig 900 Kilometer fährt und warum Saschas Roundhouse Kick in fremden Hotelfluren weiterhin nicht zur Nachahmung empfohlen wird. Furkapass, Bergrennsport, Kirmes, Twingo, Thunderbird und eine Zündspule mit Bierprämie. Also eigentlich eine ganz normale Folge Maschinenhort. Viel Spaß beim Hören.

    Drei Kästen Bier für eine Zündspule

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Der erste hörbare Wellnessbereich für Menschen mit automobilen Emotionsstörungen. Johannes (auf Instagram "johannes_Maennerhort") und Sascha (auf Instagram "Der_Maschinenraum") sprechen über Autos, die es so wohl nie wieder geben wird. Echte Gefühle - jeden Freitag neu in Deinem Autoradio.

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