
Bühne aufs Ohr. Eine Reise durch die geistlichen Spiele des Mittelalters
Theater im Mittelalter Ein eigenes Theatergebäude mit einer beleuchteten Bühne und einem dunklen Zuschauerraum, in welchem das Publikum schweigend sitzt und das Schauspiel verfolgt – so mag Theater heute funktionieren, nicht aber im Mittelalter! Dort gibt es oft mehrere einzelne Bühnen unter freiem Himmel, zwischen denen das Publikum im Laufe des Stückes hin und her wandert. Das ‚Drama des Mittelalters‘, die sogenannten geistlichen Spiele, knüpfen nicht an die antike Theatertradition an, sondern sind eng mit der Liturgie verwandt. Religiöse Stoffe werden zu kirchlichen Festtagen als großes Spektakel inszeniert. Doch um biblische Inhalte auf die Bühne zu bringen, brauchen sie eine neue Form: Die Geschichten werden ausgewählt und neu arrangiert, weiter- und umerzählt, und dabei auch mit eigenen Sinndimensionen aufgeladen. Dabei müssen verschiedene Fragen beantwortet werden, etwa: Wie wird der Bühnenraum organisiert? Wie stark soll das Publikum in das Geschehen mit einbezogen werden? Oder: Darf man Gott überhaupt auf der Bühne darstellen? Im Sommersemester 2023 haben sich die Germanistik-Studierenden der FAU auf eine historische Spurensuche begeben und versucht, anhand von den Textzeugnissen, die uns heute noch überliefert sind, die mittelalterlichen Spektakel vor ihren inneren Augen wieder neu zu inszenieren. Und wir haben uns gedacht: Wir wollen auch Sie an unserer Reise in die Vergangenheit teilhaben lassen und die dramatische Textform in ein modernes Medium übertragen: den Audio-Podcast! Um welche geistlichen Spiele wird es gehen? Das Alsfelder Passionsspiel mit den Paralleltexten. Hrsg. v. Johannes Janota. Tübingen 2004 (Hessische Passionsspielgruppe. Edition im Paralleldruck 2). Das Egerer Fronleichnamsspiel. Hrsg. v. Gustav Milchsack. Tübingen 1881 (Bibliothek des Litterarischen Vereins in Stuttgart 156). Das Heidelberger Passionsspiel. Mit den Paralleltexten der ‚Frankfurter Dirigierrolle‘, des ‚Frankfurter Passionsspiels‘, des ‚Alsfelder Passionsspiels‘ und des ‚Fritzlarer Passionsspielfragments‘. Hrsg. v. Johannes Janota. Tübingen 2004 (Hessische Passionsspielgruppe. Edition im Paralleldruck 3). Das Hessische Weihnachtsspiel. In: Das Drama des Mittelalters. Bd. 3: Passionsspiele, Weihnachts- und Dreikönigsspiele, Fastnachtspiele. Hrsg. von Richard Froning. Darmstadt 1964, S. 902–939. Das Innsbrucker Osterspiel. Hrsg. v. Henrike Lähnemann. Auf Grundlage der Edition von Eduard Hartl (1937) neu herausgegeben. Oxford 2015 (hier online abrufbar). Alle Informationen zur Überlieferung finden Sie im Handschriftencensus. Ein paar Literaturtipps zum Weiterlesen Barton, Ulrich: Inszenierung und Transzendierung von Räumlichkeit im Passionsspiel. In: Orte der Imagination – Räume des Affekts. Die mediale Formierung des Sakralen. Hrsg. v. Elke Koch u. Heike Schlie. Paderborn (2016), S. 439–460.Bergmann, Rolf: [Art.] Spiele, Mittelalterliche geistliche. In: Reallexikon der Deutschen Literaturgeschichte. Bd. 4. 2. Aufl. Berlin u. New York 1984, S. 64–100.Bergmann, Rolf: Katalog der deutschsprachigen geistlichen Spiele und Marienklagen des Mittelalters. München 1986.Bockmann, Jörn u. Regina Toepfer (Hgg.): Ambivalenzen des geistlichen Spiels. Revisionen von Texten und Methoden. Göttingen 2018.Eming, Jutta: Sprache und Gewalt im spätmittelalterlichen Passionsspiel. In: Blutige Worte. Internationales und interdisziplinäres Kolloquium zum Verhältnis von Sprache und Gewalt in Mittelalter und Früher Neuzeit. Hrsg. v. Claudia Jarzebowski u. Jutta Eming, Jutta. Göttingen 2007 (Berliner Mittelalter- und Frühneuzeitforschung 4), S. 31–52.Freise, Dorothea: Geistliche Spiele in der Stadt des ausgehenden Mittelalters. Frankfurt 2002.Goetz, Hans-Werner: Gott und die Welt. Religiöse Vorstellungen des frühen und hohen Mittelalters. Teil 1, Band 1: Das Gottesbild. Berlin 2011.Huwiler, Elke, Elisabeth Meyer u. Arend Quak (Hgg.): Wat nyeus verfraeyt dat herte ende verlicht den sin. St
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