Radio IBYKUS

Uwe Alschner und Siggi Ober-Grefenkämper

Der Podcast über Klassik in Poesie, Musik und Kunst im allgemeinen ganzmenschsein.substack.com

  1. Jun 5

    Das Jahrhundertgedicht

    Herzlich Willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer, hier zur 18. Ausgabe von Radio Ibikus auf OS Radio 104,8. Mein Name ist Uwe Alschner und gemeinsam mit meinem Kollegen Siggi Ober-Grefenkämper bringe ich Ihnen alle vier Wochen dieses Programm rund um die Klassik und die klassische Kultur. Heute geht es in unserer Sendung um einen Dichter der Neuzeit. Es geht um Paul Celan, der unter dem Namen Paul Antschel am 23. November 1920 in Czernowitz [in der heutigen Ukraine] geboren wurde und der 1970 in Paris starb Gegenstand der heutigen Sendung ist Celans Gedicht “Die Todesfuge” beziehungsweise das spannungsgeladene Verhältnis von Paul Celan zur Szene der deutschen Schriftsteller und Poeten nach dem Zweiten Weltkrieg, also in der Nachkriegszeit im sogenannten entnazifizierten Deutschland. Dazu hören wir ein Programm von Ralf Schauerhammer, der uns schon in verschiedenen Produktionen unterstützt hat mit den Dichterpflänzchen. Heute ist das Projekt von Ralf Schauerhammer persönlich geschrieben und wir haben es gemeinsam vertont. Bevor wir nun einsteigen, hören wir noch ein paar Takte Musik und dann geht’s los. Das Jahrhundertgedicht - Eine Kollage Im Jahre 1999, ein Jahr bevor das 20. Jahrhundert zu Ende ging, begann der Literatur- und Kulturwissenschaftler Wolfgang Emmerich, dessen Forschungsschwerpunkt die Literatur- und Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts war, seine Biographie von Paul Celan mit den Worten: Paul Celan gilt als der bedeutendste Lyriker deutscher Sprache seit 1945. Seine Todesfuge ist ein, ja vielleicht das Jahrhundertgedicht. Über den Entstehungszeitpunkt notierte Celan im Herbst 1960: “Als ich im Mai 1945 die Todesfuge schrieb, hatte ich damals, in der Izwestia, wie ich mich zu erinnern glaube, die Berichte über das Lemberger Ghetto gelesen.” Todesfuge Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends wir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachts wir trinken und trinken wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibt der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein goldenes Haar Margarete er schreibt es und tritt vor das Haus und es blitzen die Sterne er pfeift seine Rüden herbei er pfeift seine Juden hervor lässt schaufeln ein Grab in der Erde er befiehlt uns spielt auf nun zum Tanz Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts wir trinken dich morgens und mittags wir trinken dich abends wir trinken und trinken Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibt der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein goldenes Haar Margarete Dein aschenes Haar Sulamith wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng Er ruft stecht tiefer ins Erdreich ihr einen ihr andern singet und spielt er greift nach dem Eisen im Gurt er schwingts seine Augen sind blau stecht tiefer die Spaten ihr einen ihr andern spielt weiter zum Tanz auf Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts wir trinken dich mittags und morgens wir trinken dich abends wir trinken und trinken ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete dein aschenes Haar Sulamith er spielt mit den Schlangen Er ruft spielt süßer den Tod der Tod ist ein Meister aus Deutschland er ruft streicht dunkler die Geigen dann steigt ihr als Rauch in die Luft dann habt ihr ein Grab in den Wolken da liegt man nicht eng Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts wir trinken dich mittags der Tod ist ein Meister aus Deutschland wir trinken dich abends und morgens wir trinken und trinken der Tod ist ein Meister aus Deutschland sein Auge ist blau er trifft dich mit bleierner Kugel er trifft dich genau ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete er hetzt seine Rüden auf uns er schenkt uns ein Grab in der Luft er spielt mit den Schlangen und träumet der Tod ist ein Meister aus Deutschland dein goldenes Haar Margarete dein aschenes Haar Sulamith Iswestia vom 23. Dezember 1944 Auszug: Im September 1941 wurde auf Befehl des Generalmajors der SS Katzmann in Lemberg ein Ghetto errichtet, von den Deutschen “Judenlag” genannt – jüdisches Lager. Das Ghetto lag am Stadtrand. Das Lagergebiet war mit Zaun und Stacheldraht umgeben. Niemand durfte das Ghetto verlassen. Zur Arbeit wurden Juden immer unter Bewachung geführt. Im Lager befanden sich 136 000 Menschen. Die Bevölkerung war Plünderungen ausgesetzt. Die Lagerbedingungen im Ghetto waren schrecklich. Die Leute schliefen auf dem blanken Boden und unter freiem Himmel, mit den Juden ging man schlimmer um als mit dem Vieh. Die Deutschen führten in der Stadt Massenrazzien nach Juden durch. Sie schonten weder Männer noch Frauen noch Kinder. Die Erwachsenen wurden einfach ermordet, die Kinder übergab man Hitlerjugend-Einheiten als Zielscheiben beim Schießen… Aus dem zweiten Teil des Iswestia-Artikels vom Lager Janowska bei Lemberg. Die Erschießungen wurden dort von einem Todesorchester begleitet; ein Todestango wurde gespielt. Professor Stricks, Insasse des Lagers, leitete zusammen mit dem Dirigenten Mundt das Orchester. Auf der rechten Seite des Bildes sehen Sie den Leiter des Lagers in der weißen Uniform… Ich bitte, Ihre Aufmerksamkeit auf die Punkte zu richten. Rechts ist Obergruppenführer Gebauer, der Leiter des Lagers, in weißer Uniform. Hinter ihm steht sein Hund Rex. Dieser Hund ist uns aus vielen Protokollen bekannt. Er war abgerichtet, lebende Menschen zu zerreißen. Todestango war der Titel, unter dem Paul Celans “Todesfuge” erstmals 1947 auf Rumänisch in Bukarest veröffentlicht wurde. Im Sommer 1942 waren Paul Celans Eltern deportiert worden. Sein Vater starb im Lager, wahrscheinlich an Typhus, seine Mutter wurde sofort erschossen. In einem Brief vom 12. November 1959 schrieb Celan an Ingeborg Bachmann: “…dass die Todesfuge auch dies für mich ist: eine Grabschrift und ein Grab… Auch meine Mutter hat nur dieses Grab.” Rose Ausländer Ins Leben Nur aus der Trauer Mutterinnigkeit strömt mir das Vollmass des Erlebens ein. Sie speist mich eine lange, trübe Zeit mit schwarzer Milch und schwerem Wermutwein. Rose Ausländer und Paul Celan hatten sich 1941 im Ghetto von Czernowitz kennengelernt, sie schätzte Celans Gedichte sehr und sagte 1972: »Dass Paul die Metapher “schwarze Milch”, die ich in meinem 1925 geschriebenen, jedoch erst 1939 veröffentlichten Gedicht ‘Ins Leben’ geschaffen habe, für die ‘Todesfuge’ gebraucht hat, erscheint mir nur selbstverständlich, denn der Dichter darf alles als Material für die eigene Dichtung verwenden.« Aus dem Alten Testament, Klagelieder, Jeremia 4. Kapitel - zitiert nach der Lutherbibel: Zions Fürsten waren reiner als der Schnee und weißer als Milch... Nun aber ist ihre Gestalt so dunkel von Schwärze, dass man sie auf den Gassen nicht erkennt; ihre Haut hängt an den Knochen, und sie sind so dürr wie ein Holzscheit. Den durchs Schwert Erschlagenen ging es besser als denen, die vor Hunger starben. Immanuel Weißglas ER Wir heben Gräber in die Luft und siedeln Mit Weib und Kind an dem gebotnen Ort. Wir schaufeln fleißig, und die andern fiedeln, Man schafft ein Grab und fährt im Tanzen fort. ER will, dass über diese Därme dreister Der Bogen strenge wie sein Antlitz streicht: Spielt sanft vom Tod, er ist ein deutscher Meister, Der durch die Lande als ein Nebel schleicht. Und wenn die Dämmrung blutig quillt am Abend, Öffn’ ich nachzehrend den verbissnen Mund, Ein Haus für alle in die Lüfte grabend: Breit wie der Sarg, schmal wie die Todesstund. ER spielt im Haus mit Schlangen, dräut und dichtet, In Deutschland dämmert es wie Gretchens Haar. Das Grab in Wolken wird nicht eng gerichtet: Da weit der Tod ein deutscher Meister war. Aus einem Brief von Immanuel Weißglas Im Jahre 1975 an Gerhart Baumann: “Im Bereich der Dichtung kommt es – mag auch der Umriss einer Metapher von einem Gebilde ins andere herüberleuchten – immer nur auf Gewinn und Verlust im rein Künstlerischen an. Und die “Todesfuge” ist tief verankert im lyrischen Bewusstsein unserer Zeit. Parallelismen bezeugen keineswegs irgendeine Priorität.” Margarete ist der Name des “Gretchens” in Goethes Faust. Mit 13 Jahren hatte Celan die Inselausgabe von Goethes Faust geschenkt bekommen und begeistert gelesen, woran er sich später noch gerne erinnerte. Die liebevolle Margarete ist es, die Faust am Ende des zweiten Teils aus dem Pakt mit dem Teufel erlöst. Sulamith war die Geliebte Salomons im Hohen Lied des Alten Testaments, aber auch der Name einer deutschsprachigen Zeitschrift zur Beförderung der Kultur und Humanität unter der jüdischen Nation. Sie war den Idealen Moses Mendelssohns verpflichtet und propagierte ein säkulares, tolerantes und weltoffenes Judentum. Musik: “Dunkel war die Nacht” von Benjamin Geier Paul Celan schreibt in einem Brief an den Schriftsteller Hans Bender im November 1954: »Im Zusammenhang mit der Frage nach dem Warum meines Dichtens habe ich mich auf meine erste Begegnung mit der Poesie zu besinnen versucht: ich war sechs Jahre alt und konnte “Das Lied von der Glocke” “aufsagen”. Wer weiß, ob nicht der Eindruck, den das auf meine Zuhörer machte, alles Weitere ausgelöst hat.« Aus Paul Celans Aufsatz “Edgar Jené und der Traum vom Traum” von 1948 Hier gedenke ich eines Gesprächs mit einem Freunde, dem Kleists “Marionettentheater” zugrunde lag. Wie sollte doch jene ursprüngliche Anmut wiedererlangt werden, deren Bestand das letzte, also wohl auch höchste Kapitel der Menschheitsgeschichte überschreibt? Auf dem Wege - so deutete mein Freund - einer vernunftmäßigen Läuterung unseres unbewussten Seelenlebens könnte jene Ursprünglichkeit wiedergewonnen werden, die am Anfang war, und die auch am Ende diesem Leben seinen Sinn geben und es lebenswert machen würde. In dieser Anschauung fielen Anfang und Ende zusammen… Wie sollte nun das Neue, also das Reine entstehen? Aus den entferntesten Bezirken des Geistes m

    57 min
  2. May 14

    Poesie bewirkt durch ihre Uneindeutigkeit, dass der Mensch in Geist und Gemüt gebildet wird

    Herzlich Willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer, hier auf OS Radio 104,8 zur 17. Ausgabe von Radio IBYKUS, unserem Klassik-Format. An jedem ersten Donnerstag im neuen Monat präsentieren wir Ihnen Texte und Musik, die in ihrem Inhalt klassisch, also zeitlos universelle Prinzipien behandeln oder ausdrücken. Wir, das sind mein Kollege Siggi Ober-Grefenkämper und ich, Uwe Alschner, wir freuen uns, dass Sie auch heute wieder eingeschaltet haben zu einer Sendung, die den zweiten Teil der Lesung von Elisabeth Hellenbroichs Text “Don Quixote. Ein Erziehungsroman von Miguel de Cervantes”, für Sie bereithält. Den ersten Teil konnten Sie bereits hören und können Sie auch nachhören und zwar auf unserer Seite ganzmenschsein.substack.com unter der Rubrik 'Radio IBYKUS' oder überall dort, wo Sie sonst Podcasts hören. Bevor wir in die Lesung heute einsteigen, hören wir zunächst noch einmal eine musikalische Interpretation des Stoffes um den Ritter von der traurigen Gestalt, wie Don Quixote zuweilen auch genannt wird. Bereits im ersten Teil haben wir begonnen, eine Aufnahme des Komponisten Richard Strauss aus dem Jahr 1933 zu hören, der die Berliner Staatskapelle selbst dirigierte. Enrico Mainardi interpretierte damals als Solist am Cello den Don Quixote, während Karl Reitz den Sancho Pansa auf der Bratsche erklingen ließ. Wir beginnen gleich mit der sechsten Variation, in der Strauß die Begegnung Quixotes mit seiner verehrten Dulcinea interpretiert. Die Dulcinea ist für Cervantes das Symbol für die Republik Spanien und auch wenn die Republik Spanien ein Traum bleiben sollte, ihr galt Quixotes und Cervantes Liebe. Get full access to Ganz Mensch sein at ganzmenschsein.substack.com/subscribe

    57 min
  3. Apr 2

    ”Don Quixote“ - Wie Cervantes kleine Menschen groß machte

    Herzlich Willkommen, liebe Hörer, zur 16. Ausgabe von Radio IBYKUS, dem Klassik-Format hier auf OS-Radio 104,8. Mein Name ist Uwe Alschner und gemeinsam mit meinem Kollegen Siggi Ober-Grefenkämper präsentieren wir Ihnen an jedem ersten Donnerstag im Monat die Klassik in etwas anderer Weise. Klassik, das bedeutet das zeitlos Gültige. Wann immer sich die Menschheit in ihrer Geschichte diesen Prinzipien gewidmet hat und sie gesucht, beschrieben und angewendet hat, folgten Zeiten kultureller und wirtschaftlicher Blüte. Das war im antiken China so, im Indien der Vedas, im alten Griechenland und vor allem in der goldenen Renaissance Italiens im 15. und 16. Jahrhundert. Wir möchten mit diesem Format einen Beitrag dazu leisten, dass auch in unserer Zeit wieder Bedingungen entstehen können, die den Fokus erneut auf das Schöne, Gute und Wahre richten. Auch und gerade wenn es draußen in der Welt, drunter und drüber zu gehen scheint, ist es notwendig, sich dem Schönen zu widmen. Das wusste bereits Friedrich Schiller. Er hat vor bald 235 Jahren in seinen ästhetischen Briefen ausführlich beschrieben und begründet, dass es die Schönheit ist, durch welche die zwei grundlegenden menschlichen Gaben, nämlich die Wahrnehmungsfähigkeit mit den Sinnen, also das Gefühl, und die Wahrnehmungsfähigkeit mit dem Verstand, also die denkende Vernunft, zu ihrer vollen Blüte und zum harmonischen Einklang miteinander entwickelt werden. Charakterbildung wäre ein anderes Wort für dasselbe Ergebnis. Heute möchten wir Ihnen ein besonderes Beispiel dieser Kunst vorführen, denn es ist die Kunst, die als Ausdrucksform auf Gefühl und Verstand gleichermaßen wirkt. Sie tut es, wenn sie die Schönheit, die Gerechtigkeit und die Wahrheit in ihrem jeweiligen Ideal zu ihrem Gegenstand macht. Und die Beispiele für solche Kunst sind ebenfalls vielfältig und zeitlos. Unser heutiges Beispiel ist über 400 Jahre alt und steht am Anfang der spanischen Hochkultur. Die Rede ist von Miguel de Cervantes Roman Don Quixote, dessen erster Teil im Jahre 1605 erschien. Bevor wir Ihnen die besondere Qualität und seine zeitlos gültigen Komponenten durch die Lesung eines Aufsatzes von Elisabeth Hellenbroich aus dem Jahr 1985 vorstellen, hören wir aber zunächst noch die Einführung zu einer musikalischen Interpretation des Don Quixote durch Richard Strauss, die dieser im Jahr 1901 als »Fantastische Variation eines ritterlichen Themas« komponierte. Wir hören eine Aufnahme, in der der Komponist die Berliner Staatskapelle im Jahr 1933 persönlich dirigierte und in der Enrico Mainardi am Cello den Part des Ritters von der traurigen Gestalt interpretiert. Im Verlauf der Lesung werden weitere Variationen von Strauss die Abschnitte auflockern. Don Quixote — Ein Erziehungsroman von Miguel de Cervantes Von Elisabeth Hellenbroich Get full access to Ganz Mensch sein at ganzmenschsein.substack.com/subscribe

    57 min
  4. Mar 18

    Ist der Mensch des Menschen Wolf? Oder hat er ein existenzielles Interesse am Vorteil des Anderen?

    Guten Abend und herzlich willkommen zur 15. Ausgabe von Radio Ibikus, dem Klassik-Format bei OS-Radio 104,8, mit dem die Sendeverantwortlichen Uwe Alschner und ich, Sigi Obergräfenkemper, an jedem ersten Donnerstag im Monat in die Welt der Klassik eintauchen. Passend dazu hören Sie im Hintergrund unsere Erkennungsmelodie »Freude schöner Götterfunken« aus dem Schlusssatz von Beethovens berühmter neunter Symphonie, der Vertonung von Friedrich Schillers Gedicht »Ode an die Freude«, die Sie auch heute wieder am Anfang und Ende unseres Radiomagazins begleiten wird. Dass man in der Klassik auch angewandte Philosophie durch Literatur findet, die darauf abzielt, den Menschen durch Schönheit und Wahrheit sittlich zu veredeln, kommt unserem heutigen Thema sehr entgegen. Denn wir sprechen in den nächsten 57 Minuten über das Streben nach Glück oder der Glückseligkeit. Eine universelle Sehnsucht der Menschen, womöglich seit Urgedenken. Worin liegt der Schlüssel zum Glück? Was ist der Unterschied zwischen Glück und Glückseligkeit? Wie weit muss ich in der Geschichte der Menschheit zurückgehen, um darauf eine Antwort zu finden? Oder ist das Streben nach Glück nur ein modernes Phänomen? Fragen über Fragen, die mein Kollege Uwe Alschner, der im letzten Monat schon zwei große Vorträge zu diesem spannenden Thema gehalten hat, mir sicherlich ausführlich beantworten kann. Herzlich willkommen, Uwe, in der 15. Ausgabe von Radio IBYKUS. Get full access to Ganz Mensch sein at ganzmenschsein.substack.com/subscribe

    58 min
  5. Feb 6

    Paul Robeson: Ein Leben für klassische Werte

    Freude, schöner Götterfunken! Guten Abend und herzlich willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer, hier auf OS-Radio 104,8 am ersten Donnerstag im Monat, dem angestammten Sendeplatz unseres Klassik-Formates Radio IBYKUS. Mein Name ist Siggi Ober-Grefenkämper und gemeinsam mit meinem Kollegen Uwe Alschner bin ich sendeverantwortlich für die nächsten 57 Minuten. Wir nehmen sie auch in der 14. Ausgabe von Radio IBYKUS mit auf eine Reise durch die Welt der Klassik. Warum wir uns seit über einem Jahr freuen, Ihnen regelmäßig klassische Themen näher zu bringen, hat sicher verschiedene und nicht ganz unwichtige Gründe. Denn klassische Musik und Literatur sind auch im Jahr 2026 noch von zentraler Bedeutung für unsere Gesellschaft. Zum einen vermittelt die Klassik zeitlose Werte. Zum anderen bietet sie kognitive Vorteile, da die Beschäftigung damit Gehirnfunktionen wie Gedächtnis, Konzentration, Aufmerksamkeit und räumliches Denken fördert und so ein besseres Einordnen und Bewerten der Umwelt ermöglicht. Eine Studie belegt sogar, dass die ruhigen Wellen von 'Beethovens ‘Mondscheinsonate’ oder Mozarts ‘Eine kleine Nachtmusik’ nicht nur kulturellen Wert, sondern auch eine nachgewiesene Wirkung auf den Stressabbau haben und mehr emotionale Stabilität in einer zunehmend digitalen Welt bieten. Das Erarbeiten und Studieren von klassischer Musik und Texten kann also als Gegenentwurf zur ständigen digitalen Reizüberflutung gesehen werden und hat sich auch im therapeutischen Einsatz unter dem Begriff »Restauration – Wiederherstellung« etabliert. Dass die vorgenannten positiven Eigenschaften nicht der einzige Anreiz sind, warum sich unser Team mit Klassik beschäftigt, sondern sich auf spannende, informative und lehrreiche Geschichten aus unterschiedlichen Epochen hinter dem Thema verbergen und sogar verbinden können, erfahren Sie nach der ersten Musik, die mein Kollege Uwe Alschner Ihnen jetzt aus seiner Playlist ankündigt. Hallo lieber Uwe, auf was dürfen wir uns freuen? Ja, hallo lieber Siggi, hallo liebe Hörerinnen und Hörer zu Radio IBYKUS. Wir hören jetzt ‘Joshua Fit the Battle of Jericho’ und zwar in einer Aufnahme mit Paul Robeson. Liebe Hörerinnen und Hörer von OS Radio 104,8, weiter geht es in dem Klassikformat Radio IBYKUS mit Uwe Alschner und mir, Siggi Ober-Grefenkämper. Zum heutigen Thema gibt es eine kleine Vorgeschichte, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte. In der letzten Sendung spielte mein Kollege ein Stück des US-amerikanischen Schauspielers und Sängers Paul Robeson und erzählte anschließend unseren jungen Studiogästen etwas aus Robesons Leben, dem ein reges Gespräch darüber zwischen Uwe und den Jungs folgte. So entstand die Idee, die spannende Lebensgeschichte von Robeson, der mit ‘Ol’ Man River’ aus dem Musical ‘Showboat’ 1936 Weltruhm erlangte, in den Mittelpunkt der heutigen Sendung zu stellen. Zu diesem Zeitpunkt war mir noch nicht klar, was der afroamerikanische Sänger mit unserem Thema Klassik zu tun hat, beziehungsweise ihn damit verbindet. Wie gut, dass ich von Uwe Alschner, der sich intensiv mit der Person Robeson und seiner Geschichte befasst hat, mehr über die Zusammenhänge erfahren kann. Hallo lieber Uwe, auch von mir nochmal ein persönliches herzlich willkommen. Ich freue mich darauf, mit dir in die Welt von Paul Robeson einzutauchen. Get full access to Ganz Mensch sein at ganzmenschsein.substack.com/subscribe

    57 min
  6. Jan 1

    “Das könnt ihr euch auch mal gut anhören!”

    Freude, schöner Götterfunken! Herzlich willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer, liebe Kinder, zur 13. Ausgabe von Radio IBYKUS, der ersten Ausgabe im neuen Jahr 2026! Wir, das sind Uwe Alschner und Siggi Ober-Grefenkämper, wir heißen Sie herzlich willkommen und wünschen Ihnen ein glückliches, erfolgreiches und friedliches neues Jahr 2026! Die zwölfte Ausgabe im Dezember hatten wir begonnen mit einer Produktion des Vereins Dichterpflänzchen e.V. Das Programm hatte Frau Gabriele Liebig entworfen und entwickelt, und wir hatten daraus den ersten Teil mit einigen schönen Geschichten, unter anderem von Hans Christian Andersen, und auch die Geschichte aus Tausend und einer Nacht gehört, daneben Goethes Zauberlehrling, und wir wollen das heute fortsetzen. Wir müssen das heute fortsetzen, weil die Sendung insgesamt zu lang für eine Sendestunde gewesen wäre. Und so freuen wir uns heute mit Ihnen den zweiten Teil genießen zu gönnen. Genießen wollen wir das nicht alleine, sondern wir haben hier Gäste im Studio. Unsere Gäste, das sind Lias Rietenbach und Moritz Pieck aus Schledehausen. Eigentlich sollte auch noch Mathis Quast dabei sein. Mathis ist leider heute erkrankt und insofern wünschen wir ihm gute Besserung von dieser Stelle! Wir setzen das Programm, wie gesagt, gleich fort, diskutieren dann miteinander hier im Studio, hören aber erst noch ein paar Takte Musik von Paul Robeson. Und damit setzen wir den zweiten Teil nun fort. Sie erinnern sich? … “Es wurde ein großes Fest gefeiert und alle liebten Schehersad, weil sie durch ihren Mut und die Zauberkraft der Poesie das Land von einer schweren Plage befreit hatte.” Get full access to Ganz Mensch sein at ganzmenschsein.substack.com/subscribe

    57 min
  7. 12/05/2025

    Dichter können wirklich zaubern!

    Ein Programm von Gabriele Liebig Wollt’ ein Kind das Zaubern lernen“In” ist’s, und die Welt ist schlimm.Taschenmonster, Hokuspokus,Schwarze Künste, Magiertricks,Und im Umhang, ganz mit SternenSchwören sie: Simsalabim...Doch nach solcher ZaubereiIst bald klar: Vom MäuseschreiWird die Welt kein bißchen wärmer,Sondern kälter noch und ärmer. Zu der heitren, stillen Wonne,Zu der warmen, innren Sonne,Die in jedem Herzen lebt,Märchen und Geschichten webtSchon solange Menschen sind --Zaubern kann ein jedes Kind! Liebe Kinder, ihr seid sicher damit einverstanden, wenn ich euch jetzt eine Geschichte erzähle. Kennt ihr Julius und Dorothee? Nicht? Merkwürdig. Eigentlich müsstet ihr sie kennen. Julius und Dorothee sind nämlich ganz normale Kinder. Vormittags gehen sie zur Schule und nachmittags machen sie lauter interessante Dinge. Sie sind dicke Freunde, solange sie denken können. Wenn Sie zu Hause sind, lesen Sie alle möglichen Bücher und dann treffen Sie sich hinter dem Wäldchen an einem Platz, den nur Sie kennen, und erzählen sich die spannendsten Stellen aus dem Buch, das Sie gerade gelesen haben. Nun hatten Sie viele Fantasy-Bücher gelesen und waren zu dem Schluss gekommen, dass man in der heutigen Welt wohl nur zurechtkommt, wenn man zaubern kann. Sie beschlossen also, Unterricht zu nehmen. Zuerst hatten sie es mit einem herkömmlichen Zauberkurs versucht, aber das war bald zu langweilig. Denn im Grunde kam es bei all diesen Tricks nur darauf an, die Zuschauer geschickt zu betrügen. Von echter Zauberei keine Spur. Sie hatten aber nun einen besseren Lehrer gefunden. Er wohnte am Stadtrand in einem kleinen Häuschen und war schon ziemlich alt. Er hatte keine Familie, aber alle Kinder nannten ihn Großvater. Als sie zum Großvater kamen und ihm sagten, sie wollten zaubern lernen, krauste er die Stirn. »Über nichts wird so viel Unfug erzählt wie über das Zaubern. Das Dümmste ist ja wohl die Angewohnheit, irgendwelche Dinge verschwinden oder später wieder aus dem Ärmel oder einem Hut oder einer Kiste mit doppeltem Boden wieder auftauchen zu lassen.« Schon interessanter ist es, wenn man es schafft, ein Ding so zu verändern, dass es tut, was man ihm befiehlt. Aber das kann auch schiefgehen. Kennt ihr die alte Geschichte vom Zauberlehrling? Get full access to Ganz Mensch sein at ganzmenschsein.substack.com/subscribe

    57 min

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