Störfrequenz

Holger Elias

Störfrequenz ist dein akustisches Gegensignal zur politischen Reizüberflutung. Holger Elias, langjähriger Journalist und ehemaliger Reuters-Korrespondent, nimmt dich mit hinter die Kulissen von Schlagzeilen, Systemroutinen und medialen Verzerrungen. Mit präziser Sprache, kritischem Blick und gelegentlich satirischem Ton analysiert er das, was andere lieber ausblenden. Politik. Wirtschaft. Kultur. Machtverhältnisse. Und das, was sie verschweigen. In jeder Folge: journalistische Reflexion – ohne PR-Filter. Störfrequenz – weil der zweite Blick oft der wichtigste ist.

  1. Oct 4

    Holger Elias – Wenn der neue Führer spricht

    Holger Elias analysiert in seinem Werk »Wenn der neue Führer spricht« die psychologischen, sozialen und medialen Mechanismen der modernen Massenpsychologie unter dem Einfluss digitaler Medien. Die Texte beleuchten die historische Kontinuität kollektiver Dynamiken von Gustave Le Bon bis Sigmund Freud sowie die Ursachen für autoritäre Regressionsprozesse und das Wiedererstarken von Führersehnsüchten. Dabei wird gezeigt, wie Plattformen, Algorithmen und dieKulturindustrie den Einzelnen in scheinbarer Autonomie steuern und Konformität erzeugen. Zugleich plädiert der Autor für demokratische Widerständigkeit, kritische Medienkompetenz und Bildung zur Mündigkeit,um der Entmündigung im digitalen Zeitalter entgegenzuwirken. Buch-Informationen: Titel: Wenn der neue Führer spricht. Die Psychologie der Masse im Zeitalter der Medienmacht - 264Seiten, Hardcover, ISBN: 978-3-565-75764-0 Autor: Holger Elias Verlag: Kritik & Kontext (2026) Gliederung: Das Werk gliedert sich in fünf Hauptteile: Die Genealogie der Masse Postfaschismus und neuer Autoritarismus Die fragmentierte Ich-Masse Die andere Masse Codiert. Gesteuert. Gesehen. (Wie Medien wirken) Website des Autors: https://holger-elias.de/Buchbestellungen bei Lehmanns (Thalia Fachinformationen): https://www.lehmanns.de/shop/sozialwissenschaften/96453885-9783565757640-wenn-der-neue-fuehrer-sprichtHinweis zu dieser Einführung per Video: Das Material wurde teilweise mit KI bearbeitet.

    Holger Elias – Wenn der neue Führer spricht
  2. 12/14/2025

    STÖRFREQUENZ: 1984½ – Die Akte der Freiwilligen

    „1984½ – Die Akte der freiwilligen Bürger“ ist ein politisches Radiostück zwischen Moritat, Kabarett und musikalischem Hörspiel – inspiriert von George Orwells 1984, aber radikal in die Gegenwart verlängert. Kein Remake, keine Nacherzählung, sondern eine analytische Zuspitzung: Was geschieht, wenn Unterdrückung nicht mehr befiehlt, sondern erklärt? Wenn Macht nicht droht, sondern optimiert? Wenn Freiheit nicht genommen, sondern freiwillig abgegeben wird? Im Zentrum steht Winston S., ein unscheinbarer Sachbearbeiter im „Ministerium für Digitale Selbstoptimierung“. Seine Arbeit besteht darin, Bürger zu bewerten: Profile, Scores, Standards. Er ist kein Held, kein Widerständler – sondern Teil eines Systems, das ohne Gewalt auskommt und dennoch tief in das Leben der Menschen eingreift. An seiner Seite Jule, eine Kollegin, die mit kleinen Fehlern im System Räume für Menschlichkeit offenhält. Und Herr Oberin, der Sprachverwalter, der erklärt, wie Denken heute zu klingen hat, damit es nicht stört. Ein dunkler Erzähler führt durch die Handlung, kommentiert, ordnet ein, legt frei. Dialoge sind auf ein Minimum reduziert, die eigentliche Erzählung geschieht in Songs: bitterböse Moritaten, kalte Lehrlieder, zynische Chöre. Musikalisch bewegt sich das Stück im Geist von Brecht/Weill/Dessau: verstimmtes Klavier, Tuba, Klarinette, Banjo, sparsame Rhythmen – getragen von einer dunklen Baritonstimme, die eher entlarvt als verführt. „1984½“ erzählt von einer Gesellschaft, in der Überwachung zur Dienstleistung geworden ist, Sprache vereinfacht wird, um Denken zu begrenzen, und Anpassung als Tugend gilt. Die Bürger sind keine Opfer – sie sind Mitwirkende. Sie singen selbst das Lied ihrer freiwilligen Unterwerfung. Die große Bedrohung ist nicht der Tyrann, sondern der Standard. Dieses Radiostück will nicht beruhigen, sondern irritieren. Es will nicht belehren, sondern sichtbar machen. Es fragt, wo wir heute stehen – und wie bequem Unfreiheit sein kann, wenn sie freundlich daherkommt. Eine politische Radiomoritat für alle, die ahnen, dass Kontrolle heute leise spricht.

    STÖRFREQUENZ: 1984½ – Die Akte der Freiwilligen
  3. 08/17/2025

    Die langen Schatten der Nan-a-Maru

    Ein unscheinbarer Fund im Keller des argentinischen Obersten Gerichtshofs hat ein verdrängtes Kapitel der Vergangenheit neu aufgerissen: Tausende Mitgliedsbücher der Deutschen Arbeitsfront, Propagandafotos und Nazi-Symbole lagerten dort jahrzehntelang unbeachtet. Was wie ein kurioser Zufall wirkt, entpuppt sich als Spiegelbild der argentinischen Erinnerungspolitik – geprägt von Verdrängung, selektiver Aufarbeitung und politischer Instrumentalisierung. Die Kisten waren bereits 1941 im Zuge von Polizeirazzien sichergestellt worden, doch statt transparenter Aufarbeitung verschwanden sie im Gerichtskeller. Historiker sprechen von Verschleierung. Präsident Javier Milei inszeniert die späte Wiederentdeckung nun als Akt der Transparenz, doch Kritiker sehen darin vor allem Imagepflege. Denn Argentinien war nach 1945 nicht nur Zufluchtsort für NS-Verfolgte, sondern auch für Täter wie Eichmann oder Mengele – ein ambivalentes Erbe, das bis heute fortwirkt. Der Fund wirft daher zentrale Fragen auf: Sind Archive Orte der Aufklärung oder der politischen Selbstrechtfertigung? Geht es um historische Verantwortung – oder um ein Marketingprojekt für eine Regierung, die sich weltoffen geben will, während sie das Gedenken zugleich ökonomisiert? Die „Störfrequenz“-Folge zeigt, wie eng Erinnerung, Macht und Schweigen verknüpft bleiben. Und wie brüchig der Versuch ist, Geschichte mit Ausstellungen und Pressekonferenzen zu bändigen, solange die eigentlichen Konflikte nicht öffentlich verhandelt werden.

    Die langen Schatten der Nan-a-Maru

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Störfrequenz ist dein akustisches Gegensignal zur politischen Reizüberflutung. Holger Elias, langjähriger Journalist und ehemaliger Reuters-Korrespondent, nimmt dich mit hinter die Kulissen von Schlagzeilen, Systemroutinen und medialen Verzerrungen. Mit präziser Sprache, kritischem Blick und gelegentlich satirischem Ton analysiert er das, was andere lieber ausblenden. Politik. Wirtschaft. Kultur. Machtverhältnisse. Und das, was sie verschweigen. In jeder Folge: journalistische Reflexion – ohne PR-Filter. Störfrequenz – weil der zweite Blick oft der wichtigste ist.