Zerhackt und Hochgefahren

Marc Hasselbach

Marc Hasselbach ist nicht nur Digitalexperte – er ist Unternehmer, Macher, Kämpfer. Vom Sozialarbeiter zum Medienpädagogen, vom Einzelkämpfer zum Multiplikator: Er weiß, wie es ist, sich in der digitalen Welt durchzubeißen – ohne Plan, ohne Budget, aber mit Haltung. Dieser Podcast richtet sich an alle, die im digitalen Wandel nicht untergehen, sondern wachsen wollen – egal ob als Soloselbstständige, Handwerksbetrieb oder soziale Einrichtung. Mit direkter Sprache, klarer Haltung und ohne B******t zeigt Marc, wie Digitalisierung funktioniert, wenn man keine Zeit für B******t hat. Der Name ist Programm: "Zerhackt" steht für die radikale Vereinfachung komplexer Themen. "Hochgefahren" für den Mut, sich zu transformieren. Marc bringt über 500 Podcast-Episoden Erfahrung mit – und vor allem: echtes Unternehmerblut.

  1. Sep 18

    Nicht noch eine App: Wo ist der digitale Raum für Selbsthilfe?

    Worum es in dieser Folge gehtDie Pandemie hat digitale Selbsthilfe in Deutschland beschleunigt. Sie hat die Präsenzgruppe aber nicht ersetzt. Digitale und hybride Formen können Menschen erreichen, wenn lange Wege, eingeschränkte Mobilität, Sorgearbeit, Schichtarbeit oder fehlende lokale Gruppen eine Teilnahme vor Ort erschweren. Gleichzeitig schaffen sie neue Hürden: Technik, fehlende Privatsphäre, unklare Datenverarbeitung und die Frage, wer einen digitalen Raum wirklich trägt. Im Mittelpunkt steht deshalb nicht der nächste Toolvergleich. Es geht um die Frage, was aus einem Video-Link, einem Chat oder einer Community einen vertrauensvollen Raum macht. Eine digitale Selbsthilfegruppe braucht mehr als funktionierende Software: verlässliche Menschen, klare Regeln, geschützten Zugang, möglichst wenige personenbezogene Daten, Teilhabe ohne Kamerazwang und Unterstützung im Hintergrund. Die Folge blickt besonders auf die Suchtselbsthilfe. Öffentliche Kommunikation, Podcasts und Social Media können Scham verringern und erste Orientierung geben. Professionelle digitale Suchtberatung kann beim nächsten Schritt helfen. Beides ist jedoch nicht dasselbe wie eine geschützte Selbsthilfegruppe, in der Betroffene und Angehörige sich regelmäßig und auf Augenhöhe austauschen.Themen dieser Episode Was Corona in der digitalen Selbsthilfe dauerhaft verändert hat Warum digitale Selbsthilfe Präsenz erweitert, aber nicht ersetzt Die Unterschiede zwischen Selbsthilfegruppe, Community, Podcast und professioneller Beratung Warum Suchtselbsthilfe ein besonderer Prüfstein für digitale Räume ist Datenschutz als Beziehungsschutz: Zugang, Pseudonyme, Screenshots und Vertraulichkeit Warum ein bekanntes Tool noch kein Vertrauensraum ist Die Vision eines digitalen dritten Raums für SelbsthilfeZentrale Gedanken zum Mitnehmen Ein Link ist noch kein Raum. Datenschutz ist in der Selbsthilfe nicht nur Bürokratie. Er schützt Beziehungen und die Freiheit, etwas Persönliches sagen zu können. Öffentliche Sichtbarkeit kann eine Brücke sein. Geschützter Austausch braucht einen anderen Ort. Selbsthilfe braucht digital nicht mehr Funktionen, sondern mehr Verlässlichkeit.Weiterführende Informationen NAKOS: Digitale Selbsthilfe NAKOS: Datenbank für digitale Selbsthilfegruppen und Communities gesund.bund.de: Digitale Selbsthilfe Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen: Digitale Angebote der Sucht-Selbsthilfe DigiSucht: Professionelle digitale Suchtberatung DHS: „Digitale Brücken“ – Podcasts und Social Media in der Sucht-Selbsthilfe NAKOS-Handreichung: Digitale Treffen von Selbsthilfegruppen

    Nicht noch eine App: Wo ist der digitale Raum für Selbsthilfe?
  2. Aug 26

    Der fehlende digitale dritte Raum

    Früher war man im Internet nicht nur, um etwas zu konsumieren. Man war da. Im IRC. Im Forum. Beim Internetradio. Auf irgendeinem kleinen Server mit Menschen, deren echten Namen man manchmal nicht einmal kannte – und mit denen trotzdem Gemeinschaft entstand. Heute sind wir stärker vernetzt als je zuvor. Gleichzeitig bestehen große Teile unseres digitalen Lebens aus Feeds, Bühnen, Reichweite, Personal Branding und Doomscrolling. Jeder Klick wird gemessen, jeder Moment verwertet und selbst „Authentizität“ wird zur Strategie. Was dabei verloren gegangen ist, könnte der digitale dritte Raum sein: ein Ort zwischen Zuhause und Arbeit, an dem niemand etwas von uns will. Kein Kauf. Kein Like. Kein Algorithmus. Kein Zweck. Ein Ort, an dem Menschen einfach sein, reden, ausprobieren, schweigen und wiederkommen dürfen. In Episode 26 von Zerhackt und Hochgefahren geht es deshalb nicht um nostalgische Internetromantik, sondern um eine ziemlich aktuelle Frage: Warum bauen wir technisch immer mächtigere digitale Systeme – aber kaum noch digitale Orte, an denen Menschen wirklich gerne sind? Es geht um Internetradio und IRC, Klarnamen und Pseudonyme, Fediverse und offene Protokolle, das Casino-Prinzip von Social Media, digitale Dorfplätze, Werkstätten und Sommerfeste – und um eine FOSDEM-Konferenz, die gezeigt hat, wie sich ein echter digitaler Raum tatsächlich anfühlen kann. Vielleicht brauchen wir nicht noch eine Plattform. Vielleicht brauchen wir wieder einen Ort.

  3. Aug 17

    Digitale Unsichtbarkeit

    Ihr sucht Fachkräfte. Die Stellen sind offen. Das Team ist dünn. Bewerbungen kommen zu selten. Und was passiert online? Eine Stellenanzeige auf der Webseite. Vielleicht eine Jobbörse. Vielleicht Kleinanzeigen. Dazwischen: ein Sommerfest, ein Gruppenfoto und monatelang Funkstille. Genau darüber spreche ich in dieser Folge von Zerhackt & Hochgefahren. Denn eine offene Stelle lässt sich nicht erst an dem Tag kommunizieren, an dem jemand gekündigt hat. Menschen wollen vorher wissen, wer ihr seid, wie ihr arbeitet und wie sich Arbeit bei euch tatsächlich anfühlt. Content ist deshalb nicht einfach Marketing. Gerade bei Fachkräftemangel ist er Teil der Personalstrategie. Es geht nicht darum, jeden Tag belanglosen Content herauszuhauen oder irgendwelchen Social-Media-Trends hinterherzulaufen. Es geht darum, das sichtbar zu machen, was ohnehin jeden Tag vorhanden ist: euer Wissen, eure Haltung, eure Arbeitsweise, eure Entscheidungen, eure Probleme, eure Erfahrungen und die Fragen, die euch Menschen ständig stellen. Ich spreche darüber, warum einzelne Stellenanzeigen kaum Arbeitgeberbindung aufbauen,weshalb fünf Posts pro Woche noch keine Sichtbarkeitsstrategie ergeben,warum Qualität nicht vor, sondern durch regelmäßiges Veröffentlichen entsteht,wie aus einem Gespräch Dutzende sinnvoller Inhalte entstehen können,warum soziale Einrichtungen, Handwerksbetriebe, Beratungen und andere Unternehmen unglaublich viel zu erzählen hätten – es aber oft nicht tun,und weshalb ihr eure Kommunikation ändern müsst, wenn nicht Kunden, sondern Mitarbeitende euer eigentliches Problem sind. Denn gute Arbeit allein erzeugt keine Aufmerksamkeit. Menschen müssen euch kennenlernen können, bevor sie eure Stellenanzeige sehen. Und manchmal ist die entscheidende Frage deshalb nicht: „Wo sollen wir unsere Stellenanzeige posten?“ Sondern: „Warum sollte jemand bei uns arbeiten wollen – und wo kann er das heute schon sehen?“ 🎙️ Zerhackt & HochgefahrenDigitale Sichtbarkeit, Kommunikation und der ganz normale Wahnsinn dazwischen.

  4. Jul 15

    Die digitale Drei-Klassen-Gesellschaft

    Es gibt eine neue Spaltung – und sie geht mitten durch die Unternehmerwelt. Nicht arm gegen reich. Nicht analog gegen digital. Sondern: Wer im digitalen Raum eine Stimme hat – und wer schweigt, obwohl er etwas zu sagen hätte. In dieser Episode spricht Marke Hasselbach über das digitale Dreiklassenmodell – ein Phänomen, das in Diskussionen über Digitalisierung völlig übersehen wird: 🔹 Erste Klasse: Die, die sich Sichtbarkeit kaufen. Mit Budget, Agentur und Werbekampagnen auf Google, Instagram und LinkedIn. Funktioniert – solange das Geld fließt. Doch was passiert, wenn die Aufmerksamkeit nur gemietet ist? 🔹 Zweite Klasse: Die, die sich Sichtbarkeit selbst aufbauen. Mit eigenen Inhalten, echtem Wissen und Ausdauer. Kein perfekter Content – aber authentischer. Ein digitaler Wissensschatz, der bleibt. 🔹 Dritte Klasse: Die größte und unsichtbarste Gruppe. Sie haben eine Webseite, einen Google-Eintrag – aber kommunizieren nicht. Technisch vorhanden, kommunikativ unsichtbar. Nicht aus Unfähigkeit, sondern aus Überforderung. Marke zeigt, warum digitale Unsichtbarkeit nicht neutral ist – sie hat reale wirtschaftliche Folgen. Warum nicht das beste Unternehmen gewinnt, sondern das sichtbarste. Und warum die Lösung nicht „mehr Content" heißt, sondern digitale Souveränität: Das vorhandene Fachwissen endlich sichtbar machen. Mit konkreten Beispielen aus der Praxis, greifbaren Metaphern und einem klaren Appell: Du musst kein Influencer werden. Nicht täglich posten. Nicht dein Privatleben teilen. Aber dein Wissen verdient es, gefunden zu werden. Für alle Selbstständigen, kleinen Betriebe, Berater:innen und lokale Dienstleister, die das Gefühl haben, digital den Anschluss zu verlieren – obwohl sie verdammt gute Arbeit machen.

About

Marc Hasselbach ist nicht nur Digitalexperte – er ist Unternehmer, Macher, Kämpfer. Vom Sozialarbeiter zum Medienpädagogen, vom Einzelkämpfer zum Multiplikator: Er weiß, wie es ist, sich in der digitalen Welt durchzubeißen – ohne Plan, ohne Budget, aber mit Haltung. Dieser Podcast richtet sich an alle, die im digitalen Wandel nicht untergehen, sondern wachsen wollen – egal ob als Soloselbstständige, Handwerksbetrieb oder soziale Einrichtung. Mit direkter Sprache, klarer Haltung und ohne B******t zeigt Marc, wie Digitalisierung funktioniert, wenn man keine Zeit für B******t hat. Der Name ist Programm: "Zerhackt" steht für die radikale Vereinfachung komplexer Themen. "Hochgefahren" für den Mut, sich zu transformieren. Marc bringt über 500 Podcast-Episoden Erfahrung mit – und vor allem: echtes Unternehmerblut.