In dieser Folge besuche ich den Zeitzeugen Walther Fischer (*1927), der schon in den 80er Jahren Mitbegründer des AK Energie war und der 1. grüne SPD-Vorsitzende wurde. Er empfängt mich mit diesen aufgeschriebenen Gedanken: „Mit diesem Text fasse ich zusammen, was mir wichtig ist. Mein Credo. Was ich liebe, was ich hasse, wenn ich es in Worte fasse, bleib’ ich damit nicht allein, kann es anderen weitergeben, freundlich ins Bewusstsein heben, fühl’ mich ein. Als Philosoph in die Welt hineingeboren, hat jeder Mensch ein Weltbild. Die Schöpfungs-Geschichte der Bibel war vor dem Hintergrund des antiken Weltbilds ein genialer Entwurf. Aber heute wissen wir: Am Anfang war nicht „Himmel und Erde“ sondern der Urknall, der mysteriöse Einbruch einer unvorstellbar riesigen Menge Energie, die Raum und Zeit gebar. Nun folgt ein Ausflug in die Astrophysik.Der macht Sinn, weil unsere Geschichte viel interessanter ist, als die biblische Schöpfungs-Geschichte. Der Astronom Hubble erkannte 1926, dass sich alle Sterne im All beschleunigt voneinander entfernen. Wenn man diese Expansion mit einer Gleichung beschreibt, die Zeit rückwärtslaufen lässt, schrumpft das All, vor 13,8 Mrd. Jahren auf einen Punkt. Damals geschah also der Urknall. Ein kleiner Teil der Energie verdichtete sich zu den drei leichtesten Atomen: hauptsächlich Wasserstoff, wenig Helium und Spuren von Lithium. Die Atomphysiker kennen Temperatur und Druck, die dazu nötig sind. Materie ist hoch verdichtete Energie. Die Gase zerstoben im All, sammelten sich dann durch ihre Schwerkraft an einzelnen Stellen, die durch ihre vermehrte Schwerkraft weitere Atome anzogen. Im Innern großer Mengen reichten Druck und Temperatur zur Fusion von zwei Wasserstoff-Atomen (H2) zu einem Helium Atom (He), das aber etwas leichter ist als die zwei H2, aus denen es entstand. Der „Massenschwund“ entweicht als Licht. Der Stern leuchtet, bis sein Wasserstoff ganz zu He verbrannt ist. Bis dahin hält der Strahlungdruck des Lichts die Gase gegen ihre Schwerkraft in der Schwebe. Ohne Licht stürzt das He auf seinen Schwerpunkt zusammen. Bei großen Sternen reicht diese Bewegungsenergie zur Fusion des He zu allen, auch den schwersten chemischen Elementen. Der Massenschwund aller Atome entweicht gleichzeitig in einem gewaltigen Lichtblitz -als„Supernova“. Die Atome werden als Wolken von Sternenstaub verteilt und durch ihre Schwerkraft zu Planeten verdichtet. Unsere Erde und wir sind aus Sternenstaub.,,, ...Darwin veröffentlichte1869 sein Buch über die Entstehung des Lebens, mit dem Wettkampf der Lebewesen um Nahrung als Antrieb der Evolution. Wenig später folgte ein zweites Buch, in dem er Fähigkeit zu Kooperation als weiteren Antrieb der Evolution nachreichte. DNA - Im Jahr 2000 gelang die Entschlüsselung unserer DNA mit zwei überraschenden Ergebnissen: 1. Unsere DNA teilen wir zu 99% mit den Schimpansen. 2. In nur einem % steckt die Mutation zum sprachfähigen Bewusstsein, dem reflektierten logischen Denken und der künstlerischen Phantasie. Wir sind also viel näher mit der Affenherde verwandt, als Darwin wissen konnte. Sie vererbten uns das Spannungsfeld zwischen Nächstenliebe und Nationalismus. Nun ein Sprung auf heute: Die Demokratie braucht das 1% zur verantwortlichen Gestaltung der Zukunft...." (Die komplette Rede kann hier leider nicht vollständig wiedergegeben, aber gerne angefragt werden) Links: - zum Stadtwerk - https://wohnquartier-stadtwerk.de - zum Arbeitskreis Energie - https://ak-energie.mitmachstadt-herrenberg.de/wordpress/der-ak-energie/ - Die nächsten Termine von Walther Fischers AK Philosophie finden statt am 9.7. / 10.9. / 8.10. / 5.11., um 19Uhr, im Stadtwerk Musik zu Beginn: Musikverein Stadtkapelle Herrenberg - Reflections of this time Komposition während des Gesprächs: „Life in a nutshell" von Anton Kowalski Dieser Podcast wird gefördert im Rahmen des Bundesprogramms 'Demokratie leben!' durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.