Der AI Austria Podcast

Bernhard Landrichter; Ruben Hetfleisch

🎙 Der AI Austria Podcast! KI-News, die man wirklich hören will – ungefiltert, meinungsstark und mit Humor. Zwei der jüngsten KI-Pioniere aus Wien sprechen über das, was in der Welt der Künstlichen Intelligenz gerade wirklich passiert: Hype vs. Realität, große Tech-Konzerne, Startups, Politik und die unbequemen Fragen dazwischen. Mit spannenden Gästen, die sich unverblümten Fragen stellen müssen, klaren Standpunkten und einer guten Portion Selbstironie. Keine Buzzword-Schlachten. Keine Marketing-Folien. Dafür ehrliche Diskussionen, echte Einschätzungen und manchmal auch ein bisschen Chaos.

Episodes

  1. Jul 23

    Token-Falle: Warum KI teurer wird, obwohl Modelle billiger werden

    In dieser Solo-Folge diskutieren Ruben und Berni über die heißesten KI-Themen der Woche: das neue chinesische Frontier-Modell Kimi K3, explodierende Token-Kosten in agentischen Workflows – und die große Frage, ob Europa in der globalen KI-Wertschöpfungskette noch irgendwo wirklich mitzureden hat. 🇨🇳 Kimi K3 zeigt: China holt nicht nur auf – es überholt: Das neue Modell von Moonshot AI schlägt sich in Benchmarks auf Augenhöhe mit den besten amerikanischen Frontier-Modellen – zu einem Drittel der Kosten und als Open-Weight-Modell lokal hostbar. Was das für europäische Unternehmen bedeutet, die Unabhängigkeit von US-Clouds anstreben, ist klar: Die chinesische KI-Industrie ist kein Nachahmer mehr, sondern ein ernstzunehmender Taktgeber. 💸 Token-Kosten werden zur Kostenfalle für Unternehmen: Was früher eine fixe SaaS-Gebühr war, wird zunehmend zu variablem Usage-Pricing – und durch agentische Workflows explodieren die tatsächlichen Kosten pro Aufgabe. Während manche Entwickler bereits 500–800 Dollar monatlich an KI-Tools ausgeben, hinken viele CFOs und Geschäftsführer in Europa noch mit einem veralteten IT-Budget-Mindset hinterher. 🏗️ Europas eigentliches Problem ist nicht das Modell – es ist die Infrastruktur: 70 Prozent der europäischen Datenverarbeitung läuft auf amerikanischem Stack. Modelle wie Kimi K3 können lokal gehostet werden – aber Europa fehlt die Recheninfrastruktur dafür. Europas Chance liegt nicht im Bau eigener Frontier-Modelle, sondern im Aufbau einer souveränen Cloud- und Application-Schicht, die unabhängig von US- und China-Playern funktioniert.

  2. Jul 2

    LLMs sind überschätzt – sagt der Professor mit 40.000 Zitationen

    In dieser Episode sprechen wir mit Andreas Holzinger, Professor für Digital Transformation an der BOKU Wien, über sein Lebensthema: Human-Centered AI. Andreas forscht seit Jahrzehnten daran, wie KI nicht gegen den Menschen entwickelt werden sollte, sondern mit ihm – und erklärt, warum das Expertenwissen eines Försters genauso wertvoll ist wie jeder Datensatz, warum LLMs allein nicht die Zukunft sind, und weshalb er sich manchmal mehr Hausverstand und weniger künstliche Intelligenz wünscht. 🔁 KI braucht den Human-in-the-Loop – nicht trotzdem, sondern deshalb: Während die Tech-Welt lange davon träumte, den Menschen vollständig aus KI-Entscheidungen herauszuhalten, kämpft Andreas Holzinger seit über einem Jahrzehnt für das Gegenteil. Human-Centered AI bedeutet für ihn: Das Fachwissen einer Biologin oder eines Försters muss aktiv in KI-Systeme einfließen – als sogenannte „Knowledge Injection" – weil Daten allein nie das ganze Bild liefern. ⚠️ Erklärbarkeit ist keine Kür, sondern Pflicht: Ein Algorithmus, der ein Ergebnis liefert, das niemand nachvollziehen kann, ist in sicherheitskritischen Bereichen gefährlich – egal wie gut seine Performance ist. Andreas zeigt anhand von Medizin, Recht und autonomem Fahren, wo fehlende Transparenz zum echten Risiko wird, und warum Vertrauen in KI-Systeme nur durch Nachvollziehbarkeit entstehen kann. 🌍 Die Zukunft der KI liegt nicht in Texten, sondern in der Physik: LLMs sind mächtig – aber sie verstehen keine physische Welt. Andreas plädiert für einen Paradigmenwechsel hin zu KI-Systemen, die echtes Kontextwissen über reale Umgebungen besitzen und mit physikalischen Gesetzen arbeiten können. Denn die wirklich schweren Probleme der Menschheit – Ernährung, Klima, Gesundheit – lassen sich nicht mit Sprachmodellen allein lösen.

  3. Jun 18

    Kapital ist feministisch – Nina Wöss über FundF und Female Founders

    In dieser Episode sprechen wir mit Nina Wöss, Investorin und Co-Founderin des Venture Capital Fonds FundF, der gezielt in Startups mit mindestens einer Frau im Gründungsteam investiert. Nina erzählt, wie aus Community-Arbeit rund um Female Entrepreneurship ein eigener 28-Millionen-Euro-Fonds wurde, warum Kapital das wirksamste Werkzeug für mehr Diversität ist – und wie KI die Spielregeln im Startup-Investing gerade grundlegend verändert. 💰 Kapital schlägt Mentoring: Mentoring-Programme für Gründerinnen sind wertvoll, aber nicht ausreichend. Nina erklärt, warum der eigentliche Game Changer der Zugang zu Kapital ist: Wer beim ersten Investment rausfällt, kommt nie zu einer Series B. FundF setzt genau dort an – mit einem strukturierten Deal-Flow aus dem Female-Founders-Netzwerk und dem klaren Ziel, die Lücke schon in der frühesten Finanzierungsphase zu schließen. 🛡️ KI macht klassisches SaaS fast uninvestierbar: Die Frage „Kann das Anthropic morgen selbst anbieten?" ist für FundF zum zentralen Auswahlkriterium geworden. Nina beschreibt, warum reine B2B-SaaS-Modelle ohne Hardware-Komponente, proprietäre Daten oder Patente unter enormem Druck stehen – und warum der Fonds deshalb verstärkt auf Hardware-Software-Kombinationen in Climate Tech und Health setzt, wo Verteidigbarkeit langfristig gesichert ist. 🪞 Ähnlichkeitsbias blockiert Diversität im VC-System: Der Grund, warum trotz guter Gründerinnen wenig Kapital fließt, ist kein böser Wille, sondern ein strukturelles Problem: Investitionsentscheidungen werden von Personen getroffen, die unbewusst in Teams investieren, die ihnen ähnlich sehen. Nina benennt offen, dass auch KI daran bisher wenig ändert – weil die neue Technologie sich im selben männlich dominierten System bewegt.

  4. May 21

    Kein Tabula Rasa: Wie die ÖBB KI wirklich einführt

    In dieser Episode sprechen wir mit Karin Wegscheider, CIO bei der ÖBB Personenverkehr, über ihre ungewöhnliche Karriere vom Sprachwissenschafts-Studium über IBM bis zur Spitze der IT eines der größten Mobilitätsunternehmen Österreichs. Karin teilt ihre Erfahrungen, wie man KI in einem Großkonzern mit Jahrzehnte alten Legacy-Systemen strukturiert einführt – ohne in Panik zu verfallen und ohne sich in sinnlosen Schnellschüssen zu verlieren. Ein offenes, ehrliches Gespräch über Komplexität, Verantwortung und die Zukunft öffentlicher Mobilität. 🗺️ KI braucht eine Landkarte, keine Panik: Statt einzelne Use-Cases unkontrolliert aus den Fachbereichen hochpoppen zu lassen, setzt die ÖBB auf eine strukturierte AI-Use-Case-Landkarte. Karin erklärt, warum fünf ähnliche Use-Cases mit fünf verschiedenen Implementierungen am Ende mehr kosten als nutzen – und warum ein geordneter Prozess kein Verhinderer, sondern ein Beschleuniger ist. 🧠 Erfahrungswissen sichern, bevor es in Pension geht: Eine der drängendsten Herausforderungen bei der ÖBB ist das implizite Wissen, das erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den nächsten Jahren mit in den Ruhestand nehmen werden. KI-gestützte Dokumentation – etwa durch mündliches Erklären im Tandem mit jüngeren Kolleginnen und Kollegen – soll dieses Wissen für alle verfügbar und nutzbar machen, bevor es verloren geht. ⚙️ Prozessautomatisierung ist unterschätzt – und KI macht sie mächtiger: Karin plädiert leidenschaftlich dafür, dass klassische Prozessautomatisierung noch längst nicht ausgereizt ist. KI gibt ihr eine neue Dimension, weil sie dort ansetzt, wo starre Entscheidungsbäume früher gescheitert sind. Der größte Hebel liegt nicht im öffentlichkeitswirksamen Chatbot, sondern in der stillen Effizienzsteigerung interner Abläufe.

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🎙 Der AI Austria Podcast! KI-News, die man wirklich hören will – ungefiltert, meinungsstark und mit Humor. Zwei der jüngsten KI-Pioniere aus Wien sprechen über das, was in der Welt der Künstlichen Intelligenz gerade wirklich passiert: Hype vs. Realität, große Tech-Konzerne, Startups, Politik und die unbequemen Fragen dazwischen. Mit spannenden Gästen, die sich unverblümten Fragen stellen müssen, klaren Standpunkten und einer guten Portion Selbstironie. Keine Buzzword-Schlachten. Keine Marketing-Folien. Dafür ehrliche Diskussionen, echte Einschätzungen und manchmal auch ein bisschen Chaos.

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