Mösenbüro

Christin Spormann, Heide Hammer

Wir besetzen das Büro neu. Im Mösenbüro analysieren wir die Welt aus einer kompromisslos feministischen Perspektive. Wir zerlegen patriarchale Strukturen in der Politik, schauen uns Trends in der Popkultur an und üben lautstark Gesellschaftskritik – direkt aus Wien. Unsere Agenda im Büro: * Morning Meeting Hottake: Wir starten mit einer scharfen Analyse der aktuellen Schlagzeilen. Schnell, direkt und ohne Blatt vor dem Mund. * Mitarbeiter*in des Monats: Wir holen Personen vor den Vorhang, die den Diskurs prägen, Widerstand leisten oder schlichtweg gefeiert werden müssen. * Die Kaffeepause: Unser Interview-Format. Wir laden Expert*innen und spannende Persönlichkeiten zum Deep Talk ein – bei einer Melange und viel Tiefgang. Hier wird Solidarität nicht nur großgeschrieben, sondern praktiziert. Wir liefern den Deep Dive zu den Themen, die brennen, versuchen dabei klüger zu werden und knüpfen unsere Sisterhood Netze enger. Shoutout: Der Name des Podcasts ist inspiriert von RawCat's Song Mösenbüro https://rawc.at/galerie-und-musikvideos/ Impressum: https://moesenbuero.podigee.io/imprint

Episodes

  1. Sep 27

    #7 mit Viktoria Spielmann über Care Arbeit, die Grünen, Politikerinnendasein & warum one struggle one fight zu wenig ist

    Auf der Jesuitenwiese im Wiener Prater gibt’s zum Ausklang des Sommers das Volksstimmefest der KPÖ. Vicky Spielmann trifft man dort meist beim KZ-Verband, oft hinter der Theke. Wem diese Zusammenstellung zurecht schräg erscheint, war noch nie dort – keine Sorge, kommt verlässlich jedes Jahr wieder. Unsere heutige Gästin ist Viktoria Spielmann, von der Hochschulpolitik über Gewerkschaftsarbeit bis zum Wiener Gemeinderat war sie Politikerin der Grünen. Wir kennen sie auch als politische Aktivistin, die sich pointiert feministisch, klassenkämpferisch und menschenrechtszentriert zeigt, „extrem stabil“ würde Christin in ihrer harten Berliner Jugend gesagt haben. Bei Gewerkschaften ist der Arbeitskampf nicht weit oder sollte zumindest um die Ecke lugen. Wir haben Mitarbeiterinnen des Monats (im Plural!), die das in einem bislang ungewöhnlichen Feld durchgezogen haben: Sport, Eishockey. Zugegeben die Missstände waren auch immens. Wer hätte gedacht, dass österreichische Nationalspielerinnen im Trainingscamp nicht genug zu essen kriegen und die Trikots ihrer männlichen Kollegen auftragen müssen? Wir plädieren also auch diesmal für wenig eitle Allianzen, Neugier und Queer-Feminismus, dem nichts heilig (vollkommen) ist, schon gar nicht die eigene Partei oder sonstige Schablonen. Shownotes: Antonia Matzka – Kapitänin der österreichischen Eishockey Frauennationalteams https://www.instagram.com/amatzka16/?hl=de https://www.younion.at/themen/themen-2026/oesterreichs-eishockey-frauen Viktoria Spielmann https://de.wikipedia.org/wiki/Viktoria_Spielmann Pierre Bourdieu: Ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital, soziales Kapital. 1983 Paul Willis: Learning to Labour. How Working Class Kids Get Working Class Jobs. 1977 Mascha Madörin – Feministische Ökonomie https://de.wikipedia.org/wiki/Mascha_Mad%C3%B6rin Irland führt dauerhaft Grundeinkommen für Künstler ein Fredi Ferková https://www.instagram.com/schla_wienerin/?hl=de Das wurde aus Techno #MeToo = Abschiedsrede von Viktoria Spielmann im Wiener Gemeinderat: https://www.wien.gv.at/mdb/ltg/2025/ltg-041-w-2025-04-24-036.htm Sookee https://sookee.de/

    #7 mit Viktoria Spielmann über Care Arbeit, die Grünen, Politikerinnendasein & warum one struggle one fight zu wenig ist
  2. Aug 30

    #6 mit Kübra Atasoy über Asyl in Not, linke Blind Spots und warum es schwieriger geworden ist über Gewalt zu sprechen

    Aus dem Urlaub zurück holen wir die Akten hervor, die uns Sorgen bereiten und legen keine wieder beiseite, bis wir sie abgearbeitet haben. Wir schütteln uns den Sand aus den Sandalen, beginnen da, wo wir im Juli aufgehört haben - beim Thema Flucht und Asyl - und sprechen mit Kübra von Asyl in Not im Mösenbüro über das Massengrab im Mittelmeer, und alle beteiligten. Warum Asyl in Not aber nicht den Kopf in den Sand steckt und stattdessen ein Büro in Dakar aufbaut erfährt ihr in der Kaffeepause. Kübra lehrt uns dabei als Werkzeug über Verfolgte und Verfolger*innen: Durch Wissen, Erfahrung und kontinuierliche Arbeit kann Gewalt besprochen und durchbrochen werden. Und damit die Ohnmacht uns nicht handlungsunfähig macht hat sie am Ende noch einen kleinen Tipp für uns: die Überwindung der Scham gelingt vielleicht auch auf der Tanzfläche. Shownotes: Asyl in Not https://asyl-in-not.org/ SPENDEN für Asyl in Not https://asyl-in-not.org/spenden/ Oder spende einfach direkt an das Spendenkonto: IBAN AT14 2011 1841 8594 1400 BIC GIBAATWWXXX | paypal.me/asylinnot Kübra Atasoy: Unterdrückung ist kein dialektischer Begriff. Wie liberaler Antirassismus Herrschaftsverhältnisse verschleiert. In: Denialism. Antisemitismus und sexualisierte Gewalt aus feministischer Perspektive, hrsg.v. Livia Erdösi, Ana Hoffner Ex-Prvulovic*, Nora Sternfeld. Berlin 2025. ÖH Referat für ausländische Studierende und antirassistische Politik https://www.oeh.ac.at/referate/referat-fuer-auslaendische-studierende-und-antirassistische-politik/ The Platypus Affiliated Society https://platypus1917.org/ Platypus Wien https://www.platypus.wien/index/ Girls & Gods https://www.goldengirls.at/films/girlsandgods Inna Schewtschenko https://de.wikipedia.org/wiki/Inna_Schewtschenko Meike Lauggas https://www.meikelauggas.at/ we_do! ombudsstelle film & fernsehen https://www.ombudsstellefilm.com/ vera* Verein Vertrauensstelle Kunst und Kultur https://vertrauensstelle.at/

    #6 mit Kübra Atasoy über Asyl in Not, linke Blind Spots und warum es schwieriger geworden ist über Gewalt zu sprechen
  3. May 31

    #3 mit Denice Bourbon über Comedy, Arbeiter:innenklasse, das Jenka Prinzip und warum wir mehr Humor brauchen

    Wir sprechen über Großzügigkeit und Humor, über das Lustprinzip und Partys mit hunderten Gäst:innen, über feministische Anfänge und Kontinuitäten und über den 10 Jahres Rhythmus, um nicht an irgendeinem Sessel kleben zu bleiben. Denice Bourbon setzt wie die Borg (im Star Terk Universum) auf Assimilation – wer mit Her Queerness in Kontakt kommt, erliegt ihrer Faszination und wird Teil einer Szene. Und auch hier gilt: Widerstand ist zwecklos! Shownotes: Vengaboys https://www.youtube.com/watch?v=8sGFjp62LYg&t=4s Jan Böhmermann lüftet ein Geheimnis: https://open.spotify.com/episode/1WCjuTvnfW14gUBLRfSoPu Stefanie Sargnagel https://www.stefaniesargnagel.at/ Burschenschaft Hysteria https://burschenschafthysteria.at/ Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes https://www.doew.at/ Publikationen zum deutschnationalen Korporationswesen (Burschenschaften): ​Anderas Peham: „Durch Reinheit zur Einheit“. Zur Kritik des deutschnationalen Korporationswesens in Österreich unter besonderer Berücksichtigung antisemitische Traditionslinien und nationalsozialistischer Bezüge https://www.doew.at/cms/download/6or5r/peham_burschenschaften.pdf Bernhard Weidinger: „Im nationalen Abwehrkampf der Grenzlanddeutschen“. Akademische Burschenschaften und Politik in Österreich nach 1945 https://library.oapen.org/handle/20.500.12657/33275 Judith Götz: Fipu-Blog Burschenschaften: Ehrensache Antifeminismus. Der Kampf deutschnationaler Burschenschaften gegen geschlechterpolitischen Wandel https://www.derstandard.at/story/2000096943730/burschenschaften-ehrensache-antifeminismus Unter dem Titel „Legends of Entertainment“ traten die drei feministischen Künstlerinnen Denice Bourbon, Christiane Rösinger und Stefanie Sargnagel vom 12. Dezember 2019 bis zum 1. Januar 2023 gemeinsam auf. In ihrem Reisebericht „Von Wien nach Rojava“ erzählen die Autorin Stefanie Sargnagel, die Wissenschaftlerin und Aktivistin Judith Goetz, die Journalistin Muzayen Al-Youssef, sowie die Grünen-Politikerin Heidi Sequenz von einer Delegation der linken feministischen Organisationen im Nordosten Syriens. Im Zentrum stehen Bilder, Begegnungen und feministische Utopien. Denice Bourbon verabschiedet sich nach 10 Jahren aus ihrer Kolumne „Lesbennest“ inn den an.schlägen: https://anschlaege.at/lesbennest-i-will-always-love-you/ PCCC https://www.instagram.com/pccc.comedy/?hl=de

    #3 mit Denice Bourbon über Comedy, Arbeiter:innenklasse, das Jenka Prinzip und warum wir mehr Humor brauchen
  4. Apr 26

    #2 mit Sheri Avraham über Community, Care & radical love und warum Fine Arts eine exkludierende Klassenfrage ist

    Klassenfragen, Gender und Kunst beschäftigen uns vorneweg und im Gespräch mit Sheri. Aspekte, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen, ergeben ein Ensemble, also vielmehr Ergänzungen als Widersprüche. An Sheris Biographie zeigt sich auch, dass gute soziale Infrastruktur einen wirklichen Unterschied machen kann. Wenn wir an einer universalistischen Zielperspektive festhalten wollen – einem guten Leben für alle – dann geht es um ein Ringen nach dem UND. Wir Profanisieren und feiern das Leben in einem Spannungsfeld von Care, Community, Individuum und Verantwortung mit dem Songtrack von Dana International. Denn Antisemitismus ist kein Babyelefant und rosa ist er auch nicht, trotz aller Pink-Washing Vorwürfe und Boycott Aufrufen gegenüber Israel. Shownotes: HERSTORY – Frauen und Queers in die Geschichtsbücher herstorypod.de Denice Bourbon: Cheers! Stories of a Fabulous Queer Femme in Action. Wien: zaglossus 2013. an.schläge. Das feministische Magazin https://anschlaege.at/ pccc* The Politically Correct Comedy Club https://www.instagram.com/pccc.comedy/ Sheri Avraham in der malmoe: Der 7. Oktober aus einer queeren arabisch-jüdischen Perspektive https://www.malmoe.org/2024/08/12/gefahren-einseitiger-geschichten/ Sheri Avraham in wina. Das jüdische Stadtmagazin: https://www.wina-magazin.at/auch-als-kuenstlerin-bleibe-ich-ein-arbeiterkind/ Sheri Avraham (Club Havara): ze_R0!Ayns https://www.instagram.com/club_havera?igsh=c29tOXVnNWZxdGhv&utm_source=qr Sheri Avraham im Jüdischen Museum Wien: https://www.jmw.at/events/sheri_avraham_mizrachi_futurism_situated_systems Sheri Anvraham am 26., 27. Und 29. Juni im Theater Hamakom: https://www.hamakom.at/produktionen/mizrachi-futurismus-2 Dana International: Diva – Winner of the ESC 1998 https://www.youtube.com/watch?v=4No1oClTp_E

    #2 mit Sheri Avraham über Community, Care & radical love und warum Fine Arts eine exkludierende Klassenfrage ist
  5. Mar 29

    #1 mit Nora Hasan über materialistischen Feminismus & Antirassismus und warum Solidarität keine Selbstinszenierung ist

    Noch haben wir uns nicht genügend an den Widersprüchen queer-feministischer Identitätspolitiken abgearbeitet. Da wir doch gemeinsam klüger werden wollen, hilft Nora uns mit materialistischem Feminismus auf die Sprünge. Und wir blicken uns um in der Stadt: Alle reden vom Antirassismus, doch wer tut was? Wer vom Zuckerfest, Pessach oder Ostern noch ein paar Kreuzer - Scheine, Plus am Konto - eins davon übrig hat, kann Gutes tun und Queerbase: https://friends.queerbase.at/spenden/ oder SOS Balkanroute: Paypal: team@sos-balkanroute.at unterstützen. Das macht die Seele zwar noch nicht gesund, doch wird hier Solidarität praktisch und darum geht es doch. Nora springt übrigens auch gern ins kalte Wasser und fordert mehr Mut und mehr Respekt! Shownotes: Queer Base Wien queerbase.at Angela Davis: Women, Race and Class. NYC: Random House 1981. Eleonora Roldán Mendívil (Hg.): Die Diversität der Ausbeutung. Zur Kritik des herrschenden Antirassismus. Berlin: Dietz 2023. Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Phänomenologie des Geistes. Moshe Postone: Nationalsozialismus und Antisemitismus. Ein theoretischer Versuch. In: Dan Diner (Hrsg.): Zivilisationsbruch. Denken nach Auschwitz. Frankfurt am Main 1988, S. 242ff., aus: Merkur. 1, 1982, S. 13–15. ders., Deutschland, die Linke und der Holocaust. Politische Interventionen. Freiburg: Ça ira 2005. Michel Foucault: H is for Heterotopia via Theoretical Puppets. https://www.youtube.com/watch?v=V5jVCJ5OVrc&t=188s Karl Held am Konkret Kongress 1993. https://www.youtube.com/watch?v=MC_96aKSFVE

    #1 mit Nora Hasan über materialistischen Feminismus & Antirassismus und warum Solidarität keine Selbstinszenierung ist

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