»Ich möchte es wohl«, antwortete der kleine Prinz, »aber ich habe nicht viel Zeit. Ich muss Freunde finden und viele Dinge kennenlernen.«»Man kennt nur die Dinge, die man zähmt«, sagte der Fuchs. »Die Menschen haben keine Zeit mehr, irgendetwas kennenzulernen. Sie kaufen sich alles fertig in den Geschäften (das Geschäft: shop/store / 商店). Aber da es keine Kaufhäuser (das Kaufhaus: department store / 百货商场) für Freunde gibt, haben die Menschen keine Freunde mehr. Wenn du einen Freund willst, so zähme mich!« »Was muss ich tun?«, sagte der kleine Prinz.»Du musst sehr geduldig (geduldig: patient / 有耐心的) sein«, antwortete der Fuchs. »Du setzt dich zuerst ein wenig abseits von mir ins Gras. Ich werde dich aus den Augenwinkeln anschauen, und du wirst nichts sagen. Die Sprache ist die Quelle der Missverständnisse (das Missverständnis: misunderstanding / 误解). Aber jeden Tag wirst du dich ein bisschen näher setzen können...« So machte der kleine Prinz den Fuchs mit sich vertraut (vertraut machen: to make familiar/tame / 变得熟悉、建立羁绊). Und als die Stunde des Abschieds nahte:»Ach!«, sagte der Fuchs... »Ich werde weinen.«»Das ist deine Schuld«, sagte der kleine Prinz, »ich wünschte dir nichts Böses, aber du wolltest, dass ich dich zähme...«»Gewiss«, sagte der Fuchs.»Aber du wirst weinen!«»Gewiss«, sagte der Fuchs.»Also hast du nichts gewonnen!«»Ich habe etwas gewonnen«, sagte der Fuchs, »wegen der Farbe des Weizens.« Dann fügte er hinzu:»Geh die Rosen wieder ansehen. Du wirst begreifen (begreifen: to understand/comprehend / 明白、领悟), dass die deine einzigartig ist in der Welt. Du kommst wieder her, um mir adieu zu sagen, und ich werde dir ein Geheimnis (das Geheimnis: secret / 秘密) schenken.« Der kleine Prinz ging, um sich die Rosen wieder anzusehen:»Ihr seid gar nicht wie meine Rose, ihr seid noch nichts«, sagte er zu ihnen. »Niemand hat euch gezähmt und ihr habt niemanden gezähmt. Ihr seid wie mein Fuchs war. Er war nur ein Fuchs wie hunderttausend andere. Aber ich habe ihn zu meinem Freund gemacht, und jetzt ist er einzigartig in der Welt.«Und die Rosen waren sehr verlegen (verlegen: embarrassed / 尴尬的、难堪的).»Ihr seid schön, aber ihr seid leer«, sagte er noch. »Man kann nicht für euch sterben.« Und er kam zum Fuchs zurück.»Adieu«, sagte er...»Adieu«, sagte der Fuchs. »Hier ist mein Geheimnis. Es ist ganz einfach: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.« »Das Wesentliche (das Wesentliche: the essential/the core / 本质、最重要的东西) ist für die Augen unsichtbar«, wiederholte der kleine Prinz, um es sich zu merken.»Die Zeit, die du für deine Rose verloren hast, sie macht deine Rose so wichtig.«»Die Zeit, die ich für meine Rose verloren habe...«, sagte der kleine Prinz, um es sich zu merken.»Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen«, sagte der Fuchs. »Aber du darfst sie nicht vergessen. Du bist zeitlebens (zeitlebens: for a lifetime / 一辈子、终生) für das verantwortlich (verantwortlich: responsible / 负责任的), was du dir vertraut gemacht hast. Du bist für deine Rose verantwortlich...«»Ich bin für meine Rose verantwortlich...«, wiederholte der kleine Prinz, um es sich zu merken. „Kapitel 34 zusammengefasst: Der kleine Prinz lernt, dass man Geduld braucht, um jemanden zu zähmen, denn Sprache führt oft zu Missverständnissen. Durch dieses Ritual zähmt er den Fuchs. Als der Abschied naht, ist der Fuchs traurig, aber er sagt, er habe wegen der Farbe des Weizens trotzdem gewonnen. Der Prinz besucht die Rosen erneut und erkennt, dass sie leer sind, weil es keine Bindung gibt – seine Rose hingegen ist einzigartig, weil er Zeit für sie geopfert hat. Zum Schluss verrät der Fuchs sein Geheimnis: ‚Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.‘ Und man bleibt für immer verantwortlich für das, was man gezähmt hat.“