DER TUT WAS Podcast - was Hunde sichtbar machen

Jule Rettberg

DER TUT WAS Podcast – was Hunde sichtbar machen ist für Menschen, die ihren Hund lieben, aber ihn nicht immer verstehen. Jule Rettberg spricht über Hunde als Sozialpartner, über Bedürfnisse, Grenzen, Überforderung, Beziehung, Alltag und das, was Verhalten sichtbar macht. Kein Sitz-Platz-Fuß-Podcast, keine schnellen 5 Tipps, kein „Der Hund muss funktionieren“. Sondern ehrliche Gedanken, Geschichten aus der Hundeschule und neue Blickwinkel auf Mensch und Hund.

  1. Sep 29

    #16 Ich dachte, es sei Hundeerziehung.

    Fünf Dinge, die ich heute nie wieder tun würde. Heute wird es persönlich. Ich erzähle euch von fünf Dingen, die ich mit meiner ersten Hündin Momo gemacht habe und bei denen ich heute ganz klar sagen würde: Das würde ich nie wieder tun. Ich habe ihr Futter an Gehorsam geknüpft. Ich habe sie aus Wut und Empörung körperlich „unterworfen“. Ich habe sie mit einem Spiel immer weiter hochgedreht, obwohl ihre Kommunikation längst gezeigt hat, dass etwas nicht stimmt. Ich habe Futterentzug als Strafe eingesetzt. Und ich habe sie auf Anweisung eines vermeintlichen Experten angebunden, allein gelassen und bin schließlich sogar mit dem Auto weggefahren. Manches davon habe ich aus Überzeugung getan. Manches, weil ich es so gelernt habe. Und manches, obwohl sich mein eigenes Gefühl schon damals dagegen gewehrt hat. Hinter diesen völlig unterschiedlichen Methoden steckte für mich rückblickend immer dieselbe Vorstellung: Mein Hund weiß, was ich will. Wenn er es trotzdem nicht tut, dann widersetzt er sich – und ich muss konsequenter oder härter werden. Heute stelle ich andere Fragen: Kann mein Hund das gerade überhaupt? Was hat er verstanden? Wie hoch ist seine Erregung? Welche Bedürfnisse spielen eine Rolle? Was habe ich trainiert – und was vielleicht nicht gut genug gemanagt? Und vor allem: Was braucht mein Hund, um sich anders verhalten zu können? Eine sehr persönliche Folge über Fehler, Verantwortung, Hundeerziehung und darüber, wie sehr sich der Blick auf einen Hund verändern kann. Timestamps 00:00 Heute wird’s persönlich 01:02 Futter nur gegen Leistung – Nahrung als Druckmittel 05:09 „Unterwerfung“ – als Empörung zu körperlicher Gewalt wurde 09:37 Der Leuchtturm – wie ich Momo immer weiter hochgedreht habe 14:50 Futterentzug als Strafe 19:27 Festbinden, weggehen, wegfahren – die Geschichte, die mir heute am schwersten fällt 24:18 Was hinter all diesen Methoden steckte – und was ich heute anders mache

  2. Sep 15

    #14 Futterbeutel: So fängst du wirklich an

    Dein Hund findet den Futterbeutel langweilig, läuft zwar hinterher, bringt ihn aber nicht zurück – oder möchte ihn auf keinen Fall wieder hergeben? Dann geht es wahrscheinlich noch gar nicht ums Apportieren. In dieser Folge erfährst du, wie der Futterbeutel für deinen Hund zunächst überhaupt Bedeutung bekommt und warum du nicht mit „Bring“ und „Aus“ starten solltest. Ich zeige dir Schritt für Schritt, wie aus einem Stoffbeutel eine sinnvolle, definierte Beute werden kann: vom Füttern aus dem Beutel über die ersten gemeinsamen Spiele bis hin zu Regeln, Kooperation und Jagdkontrolle. Außerdem sprechen wir darüber, warum Beute sich vom Hund wegbewegen muss, weshalb mehrere Futterbeutel Konflikte verhindern können und wann du bei Ressourcenverteidigung unbedingt aufhören solltest, allein weiterzuprobieren. Denn gute Futterbeutelarbeit beginnt nicht damit, dass dein Hund dir etwas perfekt in die Hand legt. Sie beginnt mit Bedeutung, gemeinsamer Freude, Kommunikation und der Erfahrung: Mit meinem Menschen kann ich sinnvoll Beute machen. Timestamps/Kapitelmarken: 00:00 – Warum dein Hund nicht einfach „keine Lust aufs Apportieren“ hat 00:36 – Der Hund als Beutegreifer und die Idee einer sinnvollen Ersatzbeute 01:57 – Warum das Futter dem Beutel einen echten Wert gibt 03:02 – Objektfixierung ist nicht dasselbe wie Beziehung 03:52 – Warum der Futterbeutel ein Hundeleben lang wichtig bleiben darf 04:22 – Frühe Prägung und Parallelen zur jagdlichen Ausbildung 06:00 – Schritt 1: Den Napf durch den Futterbeutel ersetzen 08:30 – Schritt 2: Draußen füttern, ohne etwas zu verlangen 09:36 – Schritt 3: Erste Spiele – und warum Beute vom Hund wegläuft 10:23 – Es geht noch nicht ums Zurückbringen 11:39 – Gemeinsames Spiel, Beziehung und erste Regeln 15:09 – Warum du mehrere Futterbeutel brauchst 17:19 – Ressourcenverteidigung: Wann es gefährlich werden kann 18:09 – Kein Tauschen, kein Zwang: Abgeben beginnt im Kopf 19:53 – Leine und Management, wenn dein Hund mit dem Beutel abhaut 23:07 – Die Futterbeutelarbeit von der Wohnung nach draußen übertragen 24:27 – Wie aus der definierten Beute Jagdkontrolle entstehen kann 26:52 – Das klare Ende: Beute machen, fressen und ruhen 29:01 – Motivation statt Futterbeutel-Junkie 30:00 – Alle Schritte noch einmal im Überblick

  3. Sep 8

    #13 Wann braucht dein Hund Hilfe – und wann solltest du dich raushalten?

    Wann solltest du deinem Hund helfen – und wann ist es besser, ihn etwas selbst lösen zu lassen? Darauf gibt es keine pauschale Antwort. Denn manchmal braucht dein Hund die Möglichkeit, auszuprobieren, Fehler zu machen und selbst eine Lösung zu finden. Genau daraus können Selbstwirksamkeit, Selbstvertrauen und echte Lernprozesse entstehen. Und manchmal versucht dein Hund längst, dir zu sagen: „Ich kann das gerade nicht. Hilf mir.“ Nur bekommen wir Menschen diese Kommunikation nicht immer mit. In dieser Folge geht es darum, warum wir in Lernsituationen häufig zu früh eingreifen – und in schwierigen Alltagssituationen oft viel zu spät. Ich erzähle dir unter anderem von einer Hundebegegnung, bei der vermeintlich schlechte Leinenführigkeit eigentlich Kommunikation war, von Futterbeuteln, die auch mal zu schwer versteckt sein dürfen, und von Ashoka, der mich wegen drei heruntergefallener Maiswaffeln um Hilfe gebeten hat. Die wichtigste Frage ist nicht: „Soll ich meinem Hund helfen oder nicht?“ Sondern: Was ist das hier gerade für eine Situation – eine Lernchance oder ein Moment, in dem mein Hund meine Unterstützung braucht? Kapitelmarken 00:00 Wann helfen – wann selbst lösen lassen?00:30 Lernumfeld oder Alltagssituation?01:18 Warum Fehler Helfer sind03:40 Beispiel: Sitz, Bleib und Futterbeutel05:09 Wann Hilfe beim Lernen sinnvoll wird06:25 Warum wir im Alltag oft zu spät helfen08:13 Was macht das mit der Beziehung?09:45 Ashoka und die Maiswaffeln12:38 Was du aus der Folge mitnehmen solltest14:34 Wenn Hunde gelernt haben, nach Hilfe zu fragen

  4. Sep 1

    #12 Warum der Futterbeutel so krass geil ist

    Wie krass genial ein Futterbeutel eigentlich ist, wurde mir bei einer ziemlich simplen Waldrunde mit Shoki nochmal bewusst. Denn während wir eigentlich einfach gemeinsam Spaß hatten, brauchten wir plötzlich all das, was Hunde oft jahrelang einzeln „trainieren“: Sitzen und warten.Distanz aushalten.Impulskontrolle.Rückruf.Frustrationstoleranz.Orientierung.Freigabe.Selbstständiges Arbeiten.Ressourcen abgeben.Und immer wieder miteinander kommunizieren. Nur war nichts davon Selbstzweck. All diese Fähigkeiten waren Teil einer echten gemeinsamen Aufgabe: unserer Ersatzjagd. In dieser Folge geht es deshalb nicht nur um Futterbeutel. Es geht um die Frage, was nach dem Erlernen der Grundlagen eigentlich kommen sollte. Warum lassen wir erwachsene Hunde immer wieder das ABC schreiben, obwohl sie längst komplexere Aufgaben lösen könnten? Ich spreche darüber, warum Futterbeutelarbeit für mich kein klassisches Belohnungssystem ist,wie aus einzelnen Übungen sinnvolle Absprachen werden,warum Management und Verantwortung Voraussetzung für Freiheit sind,was Selbstwirksamkeit gerade auch für ältere Hunde bedeuten kann,warum Ersatzjagd natürliche Bedürfnisse aufgreift,weshalb ein Hund den Futterbeutel nicht apportieren muss, damit die Arbeit wertvoll ist,was das freiwillige Abgeben einer Ressource mit Kooperation und Rollenklarheit zu tun haben kann,warum Fehler für Entwicklung notwendig sind,und warum ich mir wünsche, dass Mensch und Hund draußen nicht einfach nur dieselbe Strecke laufen, sondern wirklich gemeinsam unterwegs sind.Und ganz nebenbei erzähle ich auch, warum meine eigenen Aufgaben eher simpel sind und ich ziemlich froh bin, dass Elli und Annett mit dem Dummy Adventure an deutlich kreativeren Herausforderungen arbeiten. Vielleicht fragst du dich nach dieser Folge beim nächsten Spaziergang nicht mehr nur: „Was muss mein Hund heute üben?“ Sondern: „Was könnten wir heute gemeinsam erleben?“ Kapitel / Timestamps 00:00 Warum der Futterbeutel so krass genial ist00:28 Was ist eigentlich ein Futterbeutel?01:16 Mit Shoki im Wald: Unsere Ersatzjagd beginnt02:55 Wie viel „Training“ plötzlich nebenbei passiert03:29 Futterbeutel verstecken – und erstmal weitergehen05:13 Erst Verantwortung übernehmen, dann loslassen06:21 Management: Was kann mein Hund wirklich leisten?07:31 Blickkontakt, Freigabe und Verantwortung übergeben08:19 Suchen, finden und freiwillig abgeben09:35 Selbstwirksamkeit – gerade auch für einen alten Hund10:51 Die Beute wird gefressen11:25 Wie komplex eine simple Futterbeutelrunde eigentlich ist13:55 Warum wir mit erwachsenen Hunden nicht ständig das ABC üben sollten17:25 Bei Shoki geht es nicht mehr um Erziehung, sondern Beziehung19:59 Warum Ersatzjagd so viel mehr ist als Beschäftigung22:52 Der Hund muss den Futterbeutel nicht apportieren24:18 Was passiert, wenn der Hund seine Beute freiwillig abgibt?27:59 Warum die Fütterung die Ersatzjagd abschließt29:31 Gehen wir wirklich gemeinsam mit unserem Hund spazieren?30:55 Outro

  5. Aug 25

    #11 Trockenfutter: Was auf der Verpackung wirklich steht – und was nicht

    Trockenfutter kaufen, Sack umdrehen, Rückseite lesen, fertig – so einfach ist es leider nicht. Jule spricht mit Futter-Dennis darüber, warum Zutatenlisten, Prozentangaben und Nährstofftabellen auf Verpackungen oft weniger verraten, als man denkt: von versteckten Kohlenhydraten über schwankende Zusatzstoffgehalte bis zu der Frage, warum ein teures Futter nicht automatisch das bessere ist. Es geht nicht darum, Trockenfutter schlechtzureden – Jule und Dennis füttern es selbst –, sondern darum, wie du als Halter:in eine informierte statt eine gefühlte Entscheidung triffst. Und warum echte Sicherheit am Ende weniger mit Marketing und mehr mit unabhängigen Messwerten zu tun hat. Futterdennis-Kurs jetzt buchen 00:00 – Intro & Rückblick auf die letzte Folge01:04 – "Ich lese doch die Rückseite" – der Alltagsglaube ans Etikett02:09 – Wie wenig die Verpackung wirklich über Qualität verrät04:04 – Zutatenliste & Splitting: Wenn Kohlenhydrate sich hinter Fleisch verstecken09:08 – Zusatzstoffe, Chargenschwankungen & die Kupfer-Warnung16:07 – Bioverfügbarkeit: Warum nicht jede Kupferverbindung gleich wirkt20:14 – Monoprotein-Etiketten & Stiftung Warentest als Maßstab23:29 – Allergien: Ausschlussdiät statt Bluttest25:48 – Der naturalistische Fehlschluss: Warum "natürlich" nicht automatisch besser ist28:05 – Omega-3 ist nicht gleich Omega-330:09 – Der Preis-Mythos: Warum teuer nicht hochwertig heißt33:26 – Die Grenzen der Stiftung Warentest selbst36:45 – Wenn Hunde sich holen, was ihnen fehlt38:51 – Wie Jule & Dennis ihre eigenen Hunde füttern44:29 – Drei Kernfragen für den Futterkauf48:54 – Der neue Kurs & Abschluss

  6. Aug 18

    #10 Was passiert, bevor jemand laut wird?

    What the f**k?! Ich bin sauer. Und zwar richtig. Eine Hundebegegnung im Wald, zwei Minuten erbetene Rücksichtnahme – und ein Mensch, der entscheidet, dass unsere Grenze für ihn nicht zählt. In dieser Folge nehme ich die Situation auseinander: Was bedeutet es eigentlich, einem Hund Raum zu geben? Wann ist eine Hundebegegnung wirklich Training – und wann schlicht Überforderung? Warum kann Ausweichen eine verdammt kompetente Entscheidung sein? Und was passiert, wenn unser Handlungsspielraum immer kleiner wird? Dabei wende ich mein Rot-Gelb-Grün-Prinzip nicht nur auf Hunde an, sondern auch auf mich selbst: Wann war ich noch handlungsfähig? Wann brauchte ich Kooperation? Wann entstand Ohnmacht – und warum wurde ich schließlich laut? Es geht um Führung und Selbstführung, Grenzen und Grenzüberschreitungen, Rücksichtnahme auf andere Mensch-Hund-Teams und um die feinen Signale, die lange vor einer Eskalation da sind. Denn kein Hund wird einfach aus dem Nichts laut.  Die Frage dieser Folge: Was passiert, bevor jemand laut wird – dein Hund, der Hund gegenüber oder vielleicht auch du selbst? 00:00 – What the f**k?! Warum sind Hundehalter so?01:18 – Was passiert ist08:58 – „Auch eine Hundeschule muss das können“13:13 – Kompetenz entsteht nicht durch Aushalten15:42 – Rot-Gelb-Grün: Wann Lernen möglich ist17:57 – Warum Ausweichen kein Versagen ist21:05 – Führung und Selbstführung21:30 – Wie geht es eigentlich dem anderen Hund?26:43 – Rot-Gelb-Grün auf mich selbst angewendet30:54 – „Arschloch“ und meine eigene Verantwortung32:00 – Was bedeutet es, Raum zu haben?33:25 – Grenzen, Ohnmacht und die Mann-Frau-Ebene36:36 – Die feinen Signale unserer Hunde38:41 – Was passiert, bevor jemand laut wird?

  7. Aug 11

    Der Malinois läuft schon durch Köln – machen wir mit Welpen zu wenig?

    „Der Malinois von meinem Bekannten ist 13 Wochen alt, läuft durch Köln und es ist überhaupt kein Problem.“ Diese Frage kam diese Woche in meiner Welpengruppe – verbunden mit der Sorge: Jule, machen wir vielleicht zu wenig? Und ich finde diese Sorge richtig wichtig. Denn wenn wir sagen: „Geh mit deinem Welpen nicht einfach spazieren“, meinen wir nicht: Bleib zu Hause und mach bloß nichts mit deinem Hund. Ganz im Gegenteil. Wir überlegen ziemlich genau, was ein junger Hund wann und wie kennenlernen und lernen soll – und vor allem in welchem Kontext. In dieser Folge spreche ich darüber, – was heißt eigentlich„es läuft gut“?,– warum klassische Spaziergänge gerade am Anfang schnell zu ziemlich schlechten Trainingssituationen werden,– wie dein Hund Umwelt erleben kann, ohne jedem Reiz hinterherzulaufen,– warum Beobachten und Nichtstun wichtige Fähigkeiten sind,– wie wir Abschalttraining aufbauen,– wann Leinenführung sinnvoll trainiert werden kann,– warum Wiederholung auch das verstärkt, was wir eigentlich gar nicht haben wollen,– wie du deinen Hund gezielt auf DEIN späteres Leben vorbereitest,– und wie dir unser Grün-Gelb-Rot-Modell dabei hilft, Überforderung frühzeitig zu erkennen. Außerdem erzähle ich von Sandra und ihrem Dackel Buddy. Sandras Ziel war von Anfang an klar: Sie möchte mit ihrem Hund entspannt mit dem Zug nach Paris fahren und dort ihre Tochter besuchen. Also haben wir nicht darauf gewartet, dass Buddy irgendwann zufällig „alltagstauglich“ wird. Wir haben überlegt, was er dafür können und aushalten muss – und genau diese einzelnen Fähigkeiten Schritt für Schritt aufgebaut. Darum geht es mir in dieser Folge: genau zu wissen, was du machst – und achtsam damit zu sein, was du noch nicht machst, damit du dir nichts verbaust. 00:00 Der Malinois läuft durch Köln – machen wir zu wenig?01:29 Was heißt eigentlich „Es läuft gut“?02:13 Warum wir nicht einfach spazieren gehen05:36 Abschalttraining: Umwelt erleben statt Reizen hinterherlaufen09:35 Erst beobachten, dann die Umwelt aktiv erkunden13:35 Wann und wo Leinenführung trainieren?15:23 Sandra & Buddy: Schritt für Schritt bis nach Paris20:23 Wiederholung ist Verstärkung22:55 Bereite deinen Hund auf DEIN Leben vor25:50 Grün, Gelb, Rot: Wann Lernen möglich ist

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