Honigraum

Markus Habermehl

Honigraum — Bienen, Fragen, Antworten. Der ehrliche Imker-Podcast für Hobbyimker, die mehr wissen wollen als das, was im Imkerverein erzählt wird. Echte Praxis aus Markus Habermehls Imkerei seit 2025.

  1. 4h ago

    Warum manche Bienen sanftmütig sind und andere aggressiv

    Warum bleibt das eine Volk ruhig, wenn du dich näherst, während dich das Nachbarvolk schon von Weitem angreift? Markus Habermehl geht dieser Frage in dieser Honigraum-Folge auf den Grund und zeigt, dass Sanftmut vor allem eine Sache der Genetik ist, aber nicht nur. Der größte Faktor ist für Markus die Vererbung, vor allem über die Königin und ihre Anpaarung. Sanftmut gilt als vererbbares Merkmal und deshalb als eines der wichtigsten Zuchtziele überhaupt. Eine sanftmütige Linie mit guter Anpaarung führt eher zu ruhigen Völkern, eine schlechte Anpaarung eher zu Stechlust. Wetter, Umwelt und Zeitpunkt Auf die Grundveranlagung setzen sich äußere Auslöser drauf: schwüles Wetter, Gewitterstimmung, Wind, Trachtlücken, Räuberei-Druck, Erschütterungen durch Rasenmäher oder Mähroboter, dauernde Störungen am Stand und sogar die Tageszeit. Markus beobachtet, dass viele Völker morgens und bei gutem Flugwetter entspannter sind, abends dagegen eher gereizt. Der Imker als Auslöser Der zweite große Hebel bist du selbst. Hektische Bewegungen, gequetschte Bienen, ein falsch geöffneter Deckel, zu wenig oder gar kein Rauch, dazu Mundgeruch, Parfüm, Schweiß und dunkle, raue Kleidung, all das kann ein Volk zusätzlich reizen. Markus empfiehlt deshalb ruhiges, langsames Arbeiten, gezieltes Smoken und einen möglichst schonenden Umgang mit den Waben. Bleibt ein Volk trotz allem dauerhaft aggressiv, sieht Markus die Lösung in der Umweiselung. Meistens steckt dann ein genetisches Problem dahinter, etwa eine schlechte Anpaarung oder der Verlust der ursprünglichen Königin. Eine neue, sanftmütige Königin macht das Volk langfristig wieder umgänglich, du musst nur den Mut haben, diesen Schnitt zu machen, statt dich Jahr für Jahr mit einem stechigen Volk zu arrangieren.

  2. 1d ago

    Wintervorbereitung beginnt im August: der Fehler, den fast jeder macht

    Ob ein Bienenvolk den Winter übersteht, entscheidet sich nicht im Winter. Es entscheidet sich im August. Diese These stellt Markus Habermehl an den Anfang dieser Honigraum-Folge, und sie erklärt gleich den häufigsten Fehler in der Wintervorbereitung: zu spät anzufangen. Der Grund liegt in der Biologie. Sommerbienen leben nur wenige Wochen, sammeln und pflegen die Brut, dann sind sie verbraucht. Winterbienen dagegen leben mehrere Monate, tragen das Volk durch die kalte Jahreszeit und haben einen völlig anderen Stoffwechsel mit mehr Reservestoffen. Genau diese Winterbienen werden im Spätsommer und Frühherbst aufgezogen, also im August. Wenn dann die Rahmenbedingungen nicht stimmen, sind die Winterbienen von Anfang an geschwächt, egal was im Oktober noch unternommen wird. Zwei Stellschrauben entscheiden laut Markus über gesunde, langlebige Winterbienen: Die Varroa-Belastung rechtzeitig senken, nicht erst im Herbst. Früh genug füttern, damit das Volk beim Ansetzen der Winterbienen bereits gut versorgt ist. Der typische Fehler: Wintervorbereitung erst im Oktober oder November zu starten. Zu diesem Zeitpunkt sind die Winterbienen längst angelegt und durch eine späte Varroa-Behandlung oder zu spätes Füttern womöglich schon geschädigt. Im Spätherbst bleibt dann nur noch Kontrolle und Restentmilbung übrig, die eigentliche Weichenstellung ist längst gelaufen. Sein eigener Zeitplan: Fütterung spätestens ab dem 1. August, die Varroa-Behandlung jetzt im Spätsommer erledigen. Interessant ist außerdem sein Hinweis auf Studien, die Zuckerwasser gegenüber Invertzuckerfutter im Vorteil sehen, weil die Bienen das Futter dabei selbst umarbeiten.

  3. 4d ago

    Imker werden: würde ich es wieder so machen?

    "Würde ich wieder anfangen? Sofort." Mit diesem Satz beendet Markus Habermehl die aktuelle Folge des Honigraum-Podcasts, nachdem er ein Jahr Imkerei schonungslos durchleuchtet hat: Was seit dem Start 2025 funktioniert hat, was er heute anders machen würde, und welche Fehler jeder Einsteiger vermeiden kann. Los ging es mit drei Völkern statt einem, und genau das hat sich als klügste Entscheidung erwiesen. Als eines davon fast einging, waren es die beiden anderen, die Markus bei der Stange hielten. Auch der Standort mitten im eigenen Garten war richtig, auch wenn der steile Hang bis heute den Zugang zu den Beuten erschwert. Weniger stolz ist Markus auf seine Einkäufe. Ein schief geratener Beutenbock, zu viele unterschiedliche Beutentypen und Teile von verschiedenen Herstellern, dazu Anschaffungen, die er im Nachhinein für überflüssig hält. Aus dieser Erfahrung heraus plant er eine Checkliste für Anfänger, die nur die wirklich notwendige Grundausstattung auflistet, kein Marketing-Beiwerk. Bei der Varroa-Behandlung bleibt er seiner bisherigen Strategie mit Oxalsäure-Streifen treu, ergänzt sie künftig aber um einen Ameisensäure-Verdunster. Bei der Königinnenzucht hat er sich bewusst gegen komplexe Systeme entschieden: Bannwabe, Bogenschnitt und Eistreifen reichen ihm völlig. Am deutlichsten war sein Learning bei der Futterkontrolle. Künftig will er früher und systematischer wiegen, um das Winterfutter rechtzeitig im Blick zu haben. Und noch etwas betont er ausdrücklich, obwohl er selbst einen Podcast dazu macht: Bücher und Videos ersetzen keinen erfahrenen Imker, der neben dir am offenen Volk steht und dir zeigt, worauf es ankommt. Sein Fazit trotz aller Fehlkäufe und Umwege bleibt eindeutig positiv. Sein Rat an alle, die selbst mit der Imkerei anfangen wollen: klein starten, Verantwortung übernehmen, keine Angst vor Fehlern haben, und sich möglichst jemanden an die Seite holen, der schon weiter ist.

  4. 4d ago

    Cremiger Honig herstellen

    In dieser Folge des Honigraum-Podcasts erklärt Markus Habermehl, wie du aus normalem Honig streichzarten Cremehonig machst. Der Schlüssel ist, die Kristallisation gezielt zu steuern, statt sie dem Zufall zu überlassen. So entsteht statt grobem, hartem Honig eine feine, glatte Konsistenz. Was Cremehonig ist Jeder Honig kristallisiert früher oder später. Cremehonig ist nichts Zugesetztes, sondern derselbe Honig mit feiner Kristallstruktur statt grober. Genau diese Struktur lässt sich steuern, und darum geht es in dieser Folge. Impfen mit Impfhonig Der zentrale Schritt ist das Impfen. Markus gibt einen kleinen Anteil sehr fein kristallisierten Impfhonig dazu, der die feine Struktur für die neue Charge vorgibt. Vorhandener Cremehonig lässt sich dafür erneut verwenden. Wichtig ist, dass der Impfhonig wirklich fein kristallisiert ist. Richtig rühren, ohne Luft einzuschlagen Der Honig soll langsam und gründlich bewegt werden, ohne viel Luft einzurühren. Markus empfiehlt Rührspiralen oder spezielle Rührgeräte, bei kleinen Mengen geht auch Handrühren. Robuste Edelstahlwerkzeuge sind geeignet, einfache Akkuschrauber oder Bohrmaschinen dagegen nicht zuverlässig genug. Temperatur und Timing Temperatur ist entscheidend: Honig nie über 40 Grad erhitzen, sonst leidet die Qualität. Das Rühren und Kristallisieren gelingt kühl am besten, oft um 14 Grad. Zu warm bleibt der Honig flüssig, zu kalt wird er schwer rührbar. Abgefüllt wird, wenn die Oberfläche gleichmäßig cremig ist. Qualität vor Menge Zum Schluss betont Markus den Qualitätsanspruch: Cremehonig muss vollständig glatt sein, ohne spürbare Kristalle. Überzeugt das Ergebnis nicht, wird es nicht abgefüllt. Mit einem einfachen Kreislauf aus Planen, Umsetzen, Prüfen und Verbessern wird jede Charge ein Stück besser.

  5. Jul 17

    Königin zeichnen: Praxis-Tipps, die kein Lehrbuch erklärt

    In dieser Folge des Honigraum-Podcasts erklärt Markus Habermehl, warum er seine Bienenköniginnen zeichnet und wie das in der Praxis wirklich abläuft. Für ihn hat das Markieren vor allem zwei Gründe: Die Königin lässt sich bei der Durchsicht schneller finden, und über die Farbe erkennst du sofort ihr Alter. Warum Königinnen zeichnen Eine gezeichnete Königin spart Zeit und Stress. Statt jede Wabe minutenlang abzusuchen, findest du den markierten Punkt viel schneller, und das ganze Volk wird dabei weniger gestört. Zusätzlich sagt dir die Farbe auf einen Blick, aus welchem Jahr sie stammt. Der internationale 5-Jahres-Farbcode Für die Markierung gilt ein internationaler Farbcode, der sich alle fünf Jahre wiederholt: Weiß, Gelb, Rot, Grün und Blau. Markus nutzt dafür einen Merkspruch, damit die Reihenfolge sitzt. So erkennst du an der Farbe zuverlässig das Alter der Königin, ohne in Aufzeichnungen blättern zu müssen. Die Königin sicher fangen Beim Fangen setzt Markus auf ruhiges, langsames Arbeiten. Er bevorzugt ein Fangröhrchen statt der Klammer, weil das Risiko sinkt, die Königin zu quetschen. Wichtig ist ein sauberer Ablauf: erst sicher fixieren, dann in Ruhe markieren. Werkzeuge und Markierungsarten Markus beschreibt seine bevorzugten Hilfsmittel: Fangröhrchen, Käfig, Zeichenkolben, Stirnlupe und kleine Leimfläschchen. Zum Markieren nennt er drei Wege: den Lackstift, das aufgeklebte Opalitblättchen und nummerierte Marken, teils mit UV-Kennzeichnung. Der Punkt kommt sauber auf den Thorax, nicht auf Kopf oder Hinterleib. Wenn die Markierung fehlt Ein Praxis-Tipp, den kein Lehrbuch so klar sagt: Ist die Königin plötzlich unmarkiert oder nicht zu finden, prüfe zuerst das Brutbild, bevor du von einem Verlust ausgehst. Frische Eier und junge Larven zeigen, dass eine Königin da ist. Eine fehlende Markierung kann auch an einer stillen Umweiselung liegen, das Volk hat sich unbemerkt eine neue Königin herangezogen.

  6. Jul 15

    Räuberei verhindern: was am Bienenstand wirklich funktioniert

    In dieser Folge des Honigraum-Podcasts erklärt Markus Habermehl, wie Räuberei am Bienenstand entsteht, woran du sie am Flugloch erkennst und welche Maßnahmen wirklich helfen. Aus leicht erhöhtem Flugverkehr kann in kurzer Zeit ein ernstes Problem werden, das schwache Völker ausräumt und sich über den ganzen Stand ausbreitet. Wie Räuberei entsteht Räuberei passiert, wenn Bienen aus einem meist starken Volk in ein schwächeres eindringen und dessen Vorräte plündern. Besonders in trachtarmen Zeiten steigt der Druck. Typische Auslöser sind Trachtlücken, schlecht geschützte oder weisellose Völker, und, das betont Markus deutlich, der Imker selbst: offenes Füttern, herumstehender Honig und langes Arbeiten am offenen Volk. Woran du Räuberei erkennst Die Warnzeichen am Flugloch: hektisches Treiben, Kämpfe, tote Bienen, suchende Räuberbienen, aufgebrochene Wachsdeckel und leergeräumte Zellen. Der Unterschied zu normalen Sammlerinnen: Die kommen zielstrebig und beladen von der Tracht zurück, während Räuberbienen suchend und nervös am Stock herumkontrollieren. Die wichtigste Sofortmaßnahme Wird ein Volk beräubert, zählt für Markus vor allem eins: das Flugloch deutlich verengen, damit die Wächterinnen den Eingang wieder verteidigen können. Dazu die Arbeit am Stand sofort einstellen, nichts Süßes offen stehen lassen und das betroffene Volk in Ruhe lassen. So beugst du vor Am besten lässt du Räuberei gar nicht erst entstehen. Markus rät zu engen Fluglöchern in trachtarmen Zeiten, geschlossenem und spätem Füttern, sauberem Arbeiten ohne offene Süße und dem gezielten Schutz schwacher Völker. Vorbeugung ist hier deutlich einfacher als das Löschen eines Brandes, der schon lodert.

  7. Jul 14

    Imkerbedarf: warum ich nicht mehr alles kaufe, was die Versender empfehlen

    In dieser Folge des Honigraum-Podcasts erklärt Markus Habermehl, wie Marketing im Imkerbedarf funktioniert und warum er heute deutlich kritischer einkauft. Markus kommt aus dem Online-Marketing und weiß, wie über ein Problem erst ein Bedürfnis erzeugt wird, um dir die passende Lösung zu verkaufen. Genau diesen Blick legt er auf Kataloge, Shops und Starter-Sets. Wie Kataloge und Shops Bedürfnisse erzeugen Autorität und sozialer Beweis wirken: „Testsieger", „von Imkern empfohlen" oder ein günstig wirkendes Bundle klingen überzeugend. Für Markus sagt das aber nichts darüber aus, ob ein Artikel für dich persönlich wirklich nötig ist. Viele Starter-Sets enthalten Geräte, die im Alltag kaum benutzt werden. Welche Artikel Anfänger oft nicht brauchen Markus beschreibt typische Fehlkäufe: Spezialwerkzeug, das ein einfaches Grundwerkzeug genauso erledigt, und Zubehör, das nach dem ersten Jahr im Schrank liegt. Sein Maßstab ist nicht der Preis, sondern die Frage, wie oft du etwas wirklich in die Hand nimmst. Seine drei Kaufregeln 1. Kaufe erst, wenn das Problem wirklich da ist, nicht weil ein Katalog es dir einredet. 2. Investiere nur in die wenigen Dinge, die du oft nutzt und lange behältst. 3. Prüfe, ob du das Teil selbst bauen kannst, statt es fertig zu kaufen. Wofür sich Qualität lohnt Bei manchen Anschaffungen rät Markus klar zu Qualität: gute Beuten, ein Refraktometer, ordentliche Schutzkleidung, solides Werkzeug und ein guter Smoker. Genauso wichtig ist für ihn die Investition in Wissen, über Bücher, Schulungen und den Austausch mit erfahrenen Imkern. Lieber selber bauen Zum Schluss zeigt Markus, wie viel sich selbst bauen lässt: Fluglochkeile, Ablegerkästen oder Beutenböcke muss man selten kaufen. Bei Gittern und Zubehör lohnt sich vor allem der Blick auf die Passgenauigkeit.

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