KlarKommen Podcast

Bossi und Nick

In diesem Podcast berichten wir - Bossi und Nick - über unsere persönlichen Erfahrungen mit unserer Sucht und unseren Begleiterkrankungen. Dieser Podcast entstand mithilfe der Projektförderung der AOK aus der Gruppe „Clean? Klar?! Kommen! – Selbsthilfe Wiesloch“. Falls Ihr aus dem Raum Wiesloch und Umgebung kommt, an einer Suchterkrankung leidet und unter 40 seid, wollen wir euch herzlich in unsere Gruppe einladen. Erreichen könnt ihr die Gruppe per E-Mail: sehi.wiesloch@gmail.com Hilfe findet ihr hier: Telefonseelsorge 08000 110111 Sucht und Drogen Hotline 01806 313031

  1. Aug 19

    #73 - Urlaub und Ausmisten

    In der heutigen Folge besprechen Bossi und Nick, wie sie ihren so unfassbar dringend notwendigen Urlaub verbracht haben oder noch verbringen werden. Für Bossi standen die ein oder anderen bürokratischen Aufgaben an, welche sich in den letzten Wochen und Monaten angesammelt haben. Aber diese Ablenkung als Ausgleich nutzt er auch gerne und ein wenig Spaß macht es ihm auch.Den Keller auszumisten und dabei unfassbar viel Papiermüll zu sammeln, zeigt ihm nicht nur wie viel er auch gelernt hat (Unterlagen zum Lernen), sondern auch, wie gut es sich anfühlen kann ohne schlechtes Gewissen und Druck im Nacken den Keller auszuräumen, weil er nicht das Lernen oder andere Aufgaben prokrastiniert. Aber auch schöne und erholsame Momente mit seiner Partnerin konnte er in den Niederlanden  sammeln und warum er sogar immer mehr Pro Pauschalreise wird, erfahrt ihr in der Folge.Auch Nick hat den Urlaub dringend gebraucht, nach den letzten Monaten war einfach alles zu viel. Die Zeit nutzte er direkt, um täglich fast 8 Stunden in sein Hobby zu investieren, das 3D Modelling. Aber er fragt sich, ob es auch bisschen krankhaft ist, Urlaub zu nehmen, um dann 8 Stunden zu arbeiten? Bossi hat dazu eine spannende Sichtweise. Auch hat er die Erkenntnis, dass das Trauern irgendwie selbst zu einem kommt und es hat ihm auch gezeigt, was ihm die letzten Monate vor allem in seinem Umfeld gefehlt hat. Lustigerweise hat Nick aber auch die Zeit im Urlaub dazu genutzt, um bei ihm zuhause ein wenig auszumisten. In diesem Zusammenhang erklärt er, wie schwer es ihm fällt, gewisse Dinge wegzuwerfen und vor allem, was das mit seiner Kindheit zu tun hat.  Beide merken dann, dass sie aufgrund ihrer Kindheit gewisse Verhaltensweisen gelernt haben, die mit dem Thema Konsum, Besitz und Co zusammenhängen.

  2. Aug 5

    #72 - Abschweifen gehört einfach dazu

    Kurzer Disclaimer: Diese Folge entstand wenige Tage nach dem Anschlag auf den Berliner CSD. Verständlicherweise geht es Nick aufgrund dieser Ereignisse nicht gut. Wir werden die Geschehnisse in dieser Folge weder einordnen noch platzieren, da wir uns nicht in der Position sehen, der Verantwortung dieses Themas gerecht zu werden. Uns ist jedoch wichtig klarzustellen: Wir distanzieren uns ausdrücklich von jeder Form von Hass und Hetze, die durch diese Tat zusätzlich befeuert wird. Ebenso verurteilen wir die Instrumentalisierung dieses Anschlags für politische oder ideologische Zwecke. Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Familien und Freund:innen sowie bei allen queeren Menschen. Obwohl wir anfangs eine klare Frage haben, nämlich, ob wir lieber drinnen oder draußen sind, schaffen wir es wieder, sehr gut abschweifen. Es gehört einfach dazu. Nick merkt, dass das Zuhause, also drinnen, für ihn den Vorteil hat, dass er sich gezielt die Reize aussuchen kann, denen er ausgesetzt ist. Meistens… wenn die Nachbarn nicht gerade eine Party feiern. Zuhause ist für ihn  mit Sicherheit verknüpft.Bossi merkt, dass es ihn eher nach draußen ruft, was häufig eher eine Flucht aus einem stressigen Alltag und Umfeld ist. Draußen zu sein bedeutet für ihn, die Reize, denen er ausgesetzt ist, zu reduzieren. Was aber auch nicht gleich heißt, dass er dem Drinnen nichts abgewinnen kann. Bei dem vielen Reden über Drinnen und Draußen schleicht sich eine kleine … eher große Abschweifung ein, so dass Themen wie Identität und Diversität in der Selbsthilfe in den Fokus rücken. Es ist unglaublich wichtig, dass die Selbsthilfe divers ist und es auch bleibt, so dass ich Menschen mit Migrationserfahrung oder aus dem queeren Spektrum voneinander lernen können und sich über deren Herausforderungen, denen sie sich aufgrund der Sexualität oder Nationalität stellen müssen, austauschen können.

  3. Jul 22

    #71 - Ansprüche haben & Auszeit gönnen

    In der aktuellen Folge sprechen wir mal wieder nur über uns und aktuelle Themen. Nachdem so viele Gast-Folgen und Hauptthemen veröffentlicht wurden, kamen aktuelle Themen etwas zu kurz. Nick bemerkt, dass er bereits bei der Halbzeit seines Praktikums angekommen ist und hat nach langem hin und her seinen Chef die alles entscheidende Frage gestellt “suchst du Mitarbeiter”. Direkt verstanden hat er es nicht, aber dafür müsst ihr erstmal die Folge hören, um das zu verstehen. Eine direkte Antwort auf die Frage gab es nicht … sofort… Wie diese ausgefallen ist, erfahrt ihr in der Folge.  Kleiner Spoiler: Er muss sich nun grundlegend mit der Situation befassen, auf Jobsuche zu  gehen und ganz vielen Fragen stellen, die das Ganze nochmal erschweren.  Großes Thema sind Ansprüche, die man an eine Arbeit stellt, stellen darf, stellen soll und stellen muss.  Selbst Bossi muss zugeben, dass Sprüche wie “Stell dich nicht so an” tief in ihm verankert sind, vor allem wenn es um die Arbeit geht. Bei Bossi allerdings stand was ganz anderes auf dem Plan, das alljährliche Sommerfest in der Suchtklinik Freiolsheim, in der er auf Langzeit war. Für ihn immer wieder ein Highlight, vor allem das Austauschen mit anderen, sich darauf besinnen “wo er herkommt”. Aber irgendwie war diesmal alles anders und das ist nicht mal übertrieben! Neuer Klinikleiter, Bezugstherapeut ist weg, keiner da, den er aus seinem “Langzeitsemester” kennt und das Gruppenaustausch Angebot? Abgeschafft…  Zum Glück aber hat er in weiser Voraussicht seine Sachen gepackt, um danach eine kleine Fahrradtour anzuschließen mit natürlich super legalem Wild-Campen *hust* Es ist ja nicht das erste Mal, dass Bossi genau so eine Tour macht, aber auch hier ist diesmal etwas anders. Nämlich eine Erkenntnis, die sich im Laufe der Episode erschließt.  Was und warum tun ihm solche Touren gut und welche Learnings aus der letzten Episode konnte er auf der Tour umsetzen? Hört euch die Folge an, dann werdet ihr es erfahren und die ein oder andere naive Frage von Nick wird zusätzlich beantwortet.

  4. Jun 24

    #69 - mit Emotionen klarkommen

    In der heutigen Folge geht es um unser aller liebstes Thema …  Emotionen … oder doch Gefühle? Vielleicht von beidem etwas? So ganz wissen wir es auch nicht, weswegen es auch in dieser Folge keine Antwort auf die Frage geben wird, was der Unterschied zwischen den beiden ist. Was wir jedoch, ganz in unserem Stil, d.h. mit der ein oder anderen Abschweifung, beantworten können, ist, in welchen Gefühlen wir Experten und Anfänger sind.  Experte in einem Gefühl kann dabei vieles bedeuten. Zum Beispiel, dass man das Gefühl oft hat, aber überhaupt nicht mag. Auch kann es bedeuten, dass man mit einem Gefühl, das man sehr ungern fühlt, gut umgehen kann.  Aber was bedeutet es, Anfänger in einem Gefühl zu sein? Dass man es selten fühlt und sich wünschen würde, es häufiger zu fühlen? Oder vielleicht, dass man mit dem Gefühl "immer noch nicht richtig” umgehen kann? Was auch immer “richtig” bedeuten mag.  Selbst wenn wir Probleme mit dem Fühlen von Gefühlen haben sollten, darüber sprechen und diese zu intellektualisieren können wir sehr gut, auch wenn wir nicht auf alle Fragen eine Antwort finden :-).  Den Beitrag von Nick, über den wir in der Folge sprechen, findet ihr unter dem folgenden Link: https://www.junge-selbsthilfe-blog.de/wut-muss-gelernt-sein/ Auch gemeinsam haben wir uns im Blog Gedanken zum Thema Wut gemacht. Den Beitrag, den Bossi, Buchstabenspielerin (Gästin) und Nick (Blue) verfasst haben, findet ihr unter dem folgenden Link: https://www.junge-selbsthilfe-blog.de/monatsthema-april-wie-gehe-ich-mit-wut-um/

  5. Jun 3

    #67 - Gästeliste - Ich will alleine bluten

    In der heutigen Folge stehen weder Bossi noch Nick im Mittelpunkt. Wie der Titel es schon vermuten lässt, sind wir heute zu dreit.Unser Gast Parrik ist Teil unserer Selbsthilfegruppe und berichtet darüber, wie es bei ihm zu einer Substanzgebrauchsstörung gekommen ist und welche Rolle dabei sein unbehandeltes ADHS, seine Behinderung und das Ankommen im Unialltag gespielt haben. Dabei zeigt sich, wie in vielen Suchtkarrieren, dass der Weg in die Abhängigkeit ein schleichender Prozess ist, der im Rahmen von kontrollierten Experimenten und gemeinschaftlichen Gatherings einen schönen Anfang nehmen kann und dennoch recht schnell in einen Zustand mündet, der nichts mit der “Magie” des Anfangs zutun hat.  Was dabei besonders “hilfreich” sein kann, ist der eigene Rationalisierungsapparat, der nie um eine Ausrede verlegen ist, den Konsum aufrechtzuerhalten. Auch der Glaubenssatz, dass man als männlich sozialisierte Person am liebsten alleine blutet, ist nicht besonders hilfreich dabei, sich Hilfe zu suchen bzw. aktiv danach zu fragen.   Wie und in welcher Form Parrik es trotz dieses Glaubenssatzes geschafft hat, den Teufelskreis zu verlassen bzw. nicht tiefer in den Sog gezogen zu werden und sich aktiv um Hilfe zu bemühen, erfahrt ihr in der aktuellen Folge. Mehr von Parrik: Spotify: https://open.spotify.com/artist/4R6KBA7dmXchDL0ODtIiLI?si=lbnwuWQWSGmJie8TjrVCeQ Soundcloud: https://on.soundcloud.com/TxSCFqFWHSZouvXayO YouTube Music: https://youtube.com/channel/UCTL8ow3Bj6P3T-46wZ_k-mA?si=bYHpqlbjAzt7KTw1

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