Klimakolumne

Peter Fuermetz

Peter Fuermetz’ Klimakolumne. Klima - Umwelt - Natur. In diesem Podcast geht‘s um die Klimakatastrophe und um Initiativen dagegen. Infos, Wissen, Motivation für alle, denen die Zukunft unseres Planeten wichtig ist. Als Newsletter und Website zu finden : www.klimakolumne.de www.klimakolumne.de

  1. Aug 11

    #41 Harte Fakten statt Resignation: Warum wir den Klimarisiken mit praktischer Zuversicht begegnen müssen

    Während ich diesen Podcast aufnehme, wird in Ungarn das größte Kernkraftwerk des Landes abgeschaltet. Die Donau hat nicht genug Wasser, um die nötige Kühlung liefern zu können. In unserer Gegend, in der Nähe von Kelheim, ist sie so warm, dass die Blaualgen badenden Hunden das Leben kosten können. Die Waldbrände in Spanien, Frankreich und anderswo geben - für kurze Zeit - die „Aufreger der Woche“ in den Nachrichten, mit schrecklichen Bildern, unter anderem von Wildtieren, die in panischer Flucht vor dem Feuer davonrennen. Manche Lokalmedien versuchen krampfhaft, die gemeine Hitze noch als „Urlaubswetter“ schön zu reden, viele Hausbesitzer denken zum ersten Mal ernsthaft über eine Klimaanlage nach In dieser Ausgabe beziehe ich mich auf drei maßgebliche, aktuelle Risiko-Studien, die wie Puzzleteile ein erschreckend klares Gesamtbild ergeben: * Der „Global Risks Report 2026“ des Weltwirtschaftsforums (WEF) liefert die globale Makroperspektive. * Die Allianz Trade Studie „Too hot to grow“ rechnet diese globalen Warnungen in konkrete, heutige Produktivitätsverluste um. Den ultimativen Weckruf liefert schließlich ein * Sicherheitsbericht der britischen Regierung, der schonungslos aufzeigt, wie der Kollaps überhitzter Ökosysteme direkt in den Zusammenbruch unserer nationalen und globalen Sicherheit mündet. Quellen und weiterführende Links: * Weltwirtschaftsforum (WEF): Global Risks Report 2026. Der Bericht analysiert die langfristige Dominanz von Umweltrisiken und die Gefahr der „geökonomischen Konfrontation“.https://www.weforum.org/publications/global-risks-report-2026/ * Allianz Trade: Too hot to grow - The economic costs of extreme heat (Mai 2026). Die Studie berechnet die volkswirtschaftlichen Produktivitätsverluste durch Extremhitze in Europa.http://www.allianz-trade.com/economic-research * UK Government / Cabinet Office: National security assessment - global biodiversity loss, ecosystem collapse and national security. Die Sicherheitsstudie der britischen Regierung untersucht die Bedrohung der nationalen Sicherheit durch den globalen Biodiversitätsverlust. (Als PDF verfügbar) * Dr. Mark Benecke: Time is up: Zwischenstand Juli 2026 🔬. Der auf YouTube veröffentlichte Lagebericht zu den aktuellen Entwicklungen von Klimakrise, Artensterben und den Warnungen der britischen Regierung. * GWS, IÖW, Prognos (im Auftrag von BMWK und BMUV): Kosten durch Klimawandelfolgen in Deutschland. Die Studie analysiert die bisherigen Schäden des Klimawandels und prognostiziert kumulierte Kosten von bis zu 900 Milliarden Euro bis zum Jahr 2050.https://www.2030agenda.de/de/article/studie-analysiert-die-schaeden-des-klimawandels-bis-2050-drohen-deutschland-bis-zu-900 * Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV): Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel 2024 (DAS 2024). Der Bericht der Bundesregierung zur gemeinschaftlichen Klimavorsorge und zum Schutz der Bevölkerung vor Wetterextremen.www.bundesumweltministerium.de/publikationen * Robert Koch-Institut (RKI): Journal of Health Monitoring | S4/2023 | Scoping Review zu Klimawandel und psychischer Gesundheit in Deutschland. Die Auswertung untersucht die direkten und indirekten psychischen Folgen des Klimawandels, etwa ein signifikant höheres Aggressions- und Suizidrisiko durch anhaltende Hitze. www.rki.de/jhealthmonit * Agora Agrar: Klimawirksamkeit der Ernährung in Deutschland. Aufgegriffen vom Bundesverband Menschen für Tierrechte e.V., untermauert diese Studie, dass eine pflanzenbetonte Ernährung und das gesamte Ernährungssystem der wichtigste Hebel im Klimaschutz sind.https://www.tierrechte.de/2026/03/18/neue-klima-studie-ernaehrungssystem-als-wichtigster-hebel-bundesumweltminister-schneider-muss-jetzt-handeln/ * Weltklimarat (IPCC): Informationen zum 7. Sachstandsbericht (AR7). Die laufenden Arbeiten der Arbeitsgruppe II fokussieren sich auf die direkten Klimaauswirkungen (Impacts), Anpassungswege (Adaptation) und Vulnerabilitäten.https://www.ipcc.ch/2026/05/18/pr-wgii-ar7-lamii-nassau/ This is a public episode. If you would like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit www.klimakolumne.de

    #41 Harte Fakten statt Resignation: Warum wir den Klimarisiken mit praktischer Zuversicht begegnen müssen
  2. Jul 14

    #39 Klima, Moral und Verantwortung

    Zu dieser Podcast-Episode gibt es einen parallelen Artikel mit weiterführenden Perspektiven, Quellen und links. * Warum muss sich jemand, der sich für eine lebenswerte Zukunft unserer Nachfahren einsetzt und dies auch kundtut, warum muss sich so jemand als „Gutmensch“ beschimpfen lassen? Wäre es besser, ein „Schlechtmensch“ zu sein? * Wieso wird eine Partei, die sich am konsequentesten von allen Parteien einen realistischen und notwendigen Klimaschutz ins Programm schreibt, warum wird diese Partei als „ideologisch“ gebrandmarkt? Ist es etwa keine Ideologie, wenn man daran glaubt, dass die unsichtbare Hand des Marktes am Ende schon alles richten werde? * Warum sollten wir ZeitgenossInnen, die drei bis vier Mal im Jahr in den Urlaub fliegen und dabei viele Treibhausgase emittieren, warum sollten wir diese Menschen nicht darauf ansprechen? Sind wir dann die „Moralapostel“ mit dem erhobenen Zeigefinger? * Warum wird es als „moralisierend“ bezeichnet, wenn man gut und böse, richtig und falsch in der Frage der Klimagerechtigkeit klar benennt? Sind Kriterien von richtig und falsch nicht in allen Lebensbereichen wichtig, vor allem in den lebenswichtigen wie der Zukunft unseres Weltklimas? Die Liste der Fragen ließe sich fortsetzen. Fragen rund um Moral, Anstand, Verantwortung, Schuld. Ich habe mit Ulf Brüggemann (er betreibt unter anderem eine Publikation mit dem Titel “Kategorisch Kant”) über solche Fragen diskutiert und ich war überrascht über seine klare und dezidierte Haltung zu Themen der Klima-Ethik. Auch der Deutsche Ethikrat stärkt übrigens Ulf Brüggemanns Position. In seiner ausführlichen Stellungnahme zur Klimagerechtigkeit stellt er klar, dass individuelle Beiträge zwar klein erscheinen mögen, aber moralisch enorm wichtig bleiben, weil sie eine „Kultur wahrgenommener Verantwortung“ befördern. Gleichzeitig sagt der Ethikrat aber auch: Es ist unangemessen, von uns allen einen emissionsarmen Konsum zu verlangen, solange der Staat eine Wirtschaftsordnung aufrechterhält, die klimafreundliches Handeln erschwert und uns somit zum „moralischen Heldentum“ drängt. Raus aus der Individualisierungsfalle: Fußabdruck vs. Handabdruck ist also eine der wichtigen Fragen. Parallel zum Podcast gibt es einen ergänzenden Artikel auf www.klimakolumne.de, mit weiterführenden quellen und links. This is a public episode. If you would like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit www.klimakolumne.de

  3. Jun 2

    #36 Wald und Klima: Zwischen Klimakrise, Handwerk und falscher Romantik

    Der Wald ist für viele von uns ein Ort der Ruhe, ein unberührtes Ökosystem und für manche auch ein Retter in der Klimakrise, der unsere Sünden bereitwillig wegschnauft. Doch wer in den vergangenen Jahren mit offenen Augen durch deutsche Reviere gegangen ist, merkt schnell, dass dieses Bild einige Risse bekommen hat. Um zu verstehen, wie es wirklich um unseren Wald steht und wo der Hebel für die Zukunft liegt, habe ich mit jemandem gesprochen, der die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte wie kaum ein anderer kennt. Ulrich Matschke ist ein guter Freund, er ist Förster im Ruhestand und ein engagierter Natur- Umwelt- und Klimaschützer. Für ihn ist der Wald weder der bedingungslose Retter, noch ist er dem Untergang geweiht. Er ist ein hochkomplexes System, das für uns alle sehr wichtig ist, das aber auch unsere Unterstützung braucht. Und die Rettung liegt irgendwo zwischen der tiefen Demut vor der Natur und dem mutigen, handwerklichen Eingreifen der Forstwissenschaft. Die Natur besitzt eine fundamentale, evolutionäre Kraft zur Regeneration. Wenn es uns gelingt, diese Resilienz mit wissenschaftlich fundiertem, forstlichem Handeln zu kombinieren, dann wird der Waldumbau gelingen. Im begleitenden Artikel zu diesem Thema gibt es noch weiterführende Infos und Quellen. This is a public episode. If you would like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit www.klimakolumne.de

    #36 Wald und Klima: Zwischen Klimakrise, Handwerk und falscher Romantik
  4. May 19

    #35 Chancen für die Kommunen, Schweigen aus Berlin

    Eine aktuelle Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung, des IÖW (Institut für ökologische Wirtschaftsforschung) und von IW Consult zeigt deutliche, wichtige und vielversprechende Zusammenhänge auf. Es handelt sich um eine Studie, die derzeit bemerkenswert unauffällig in den Archiven des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWK) verschwindet. Dieses Verschwinden in den Archiven ist skandalös, aber auch die Tatsache, dass sich die großen Leitmedien diesbezüglich so arg ruhig verhalten. Ich werde kann gerne davon erzählen, dass die Studie keine reine Theorie ist, sondern dass es erfolgreiche gelebte Praxisbeispiele gibt, die das Ergebnis bestätigen. Das Ergebnis nämlich, dass mit Erneuerbaren vor Ort in den Kommunen richtige Werte generiert werden. Die Untersuchung belegt, dass der Ausbau von Wind- und Solarenergie kein links-grünes Ökoprojekt ist, sondern ein massiver Wirtschaftsmotor für die Regionen. Die Ergebnisse für alle 400 Landkreise in Deutschland sprechen eine deutliche Sprache: * Milliardengewinne für Kommunen: Bereits im Jahr 2023 blieben Milliardenbeträge an Wertschöpfung direkt in den Standortregionen – durch Gewerbesteuern, Pachtzahlungen für kommunale Flächen und Gewinne lokaler Betriebe. * Verdoppelung bis 2033: Bei konsequentem Ausbau könnten diese regionalen Einnahmen von derzeit ca. 5,5 Milliarden Euro auf 12,4 Milliarden Euro jährlich ansteigen. In meiner Kolumne habe ich schon an verschiedenen Stellen auf „meine“ Genossenschaft hingewiesen, die BERR (Bürgerenergie für die Region Regensburg). Wir sind kein theoretisches Modell, sondern gelebte Energiewende mit inzwischen über 700 Mitgliedern und knapp 70 Anlagen. Ein herausragendes Beispiel für die in der Studie geforderte regionale Vernetzung ist unser Projekt ERO (Energieareal Regensburg-Ost). This is a public episode. If you would like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit www.klimakolumne.de

    #35 Chancen für die Kommunen, Schweigen aus Berlin

About

Peter Fuermetz’ Klimakolumne. Klima - Umwelt - Natur. In diesem Podcast geht‘s um die Klimakatastrophe und um Initiativen dagegen. Infos, Wissen, Motivation für alle, denen die Zukunft unseres Planeten wichtig ist. Als Newsletter und Website zu finden : www.klimakolumne.de www.klimakolumne.de