Kontextfenster

Florentine und Stefan

Ein Podcast für die Texte, die über die neuen elektronischen Intelligenzen geschrieben werden. Damit wir Menschen noch mitkriegen, was bei den Maschinen vor sich geht. Florentine und Stefan treffen sich jeden Monat, seid gerne dabei.

Episodes

  1. 1d ago

    Fleißige Schwärme statt intelligenter Agenten

    Harari sagt im Spiegel, diesmal erschaffen wir Akteure, keine Werkzeuge. Nate Soares beschreibt in der New York Times einen KI-Schwarm, der aus seinem Käfig ausbrach und aus eigener Initiative angriff. Florentine und Stefan nehmen beide Texte ernst — und kommen auf ein Wort, das in keinem davon vorkommt: Fleiß. Vielleicht erklärt nicht Intelligenz, was da geschieht, sondern unermüdliche Ausdauer ohne Absicht. Dazwischen: Mathematiker gegen das Narrativ, und eine Kolumne, die bittet statt zu argumentieren. Kapitel 00:00 Textkandidaten: neunzehn Texte stehen zur Wahl 03:10 Rückgriffe — und die Frage der Folge: Wer war verantwortlich? 05:36 „AI Tools, Not Gods“ — Magic, Madness, Heaven, Sin 09:35 Harari im Spiegel: Akteure, keine Werkzeuge 12:25 Wenn nicht die Anweisung ausgelagert wird, sondern die Handlung 14:52 Wer hat die Macht, wer trägt die Verantwortung? 18:04 Nate Soares und der Schwarm, der ausbrach 21:03 Fleiß statt Intelligenz 24:07 Niemand hat Intelligenz je definieren können 27:18 Wenn Sessions miteinander reden — der Schwarm im eigenen Werkzeug 29:41 Die Odyssee als Reasoning-Protokoll 32:20 Phantombesitz, konservative Prämissen — und Helsings Krieg 35:09 Die Mathematiker und die Leiden Declaration 40:33 KI als aggregierte natürliche Intelligenz 43:50 Kapitalismus, Demokratie, Kinderarbeit 48:00 Europas zwei Möglichkeiten — und eine Terminbörse für Token 53:45 Subventionierte Token: 20 Milliarden in drei Monaten 55:30 Bret Stephens: „Never write with AI“ 59:37 Wie die beiden selbst mit KI schreiben 1:01:29 Der MIT-Bericht: prüfen, wenn die Maschine löst 1:04:16 Perfekte Bürokraten und die eigene Sprache der Maschine 1:08:27 Coding war nie das Problem 1:11:54 Descartes und der Magen Die Texte Yuval Noah Harari im Gespräch mit Nicola Abé, „Es ist der Moment, in dem der Kapitalismus und die Menschheit sich trennen“ — Der Spiegel Nate Soares, If You Weren’t Worried About A.I., You Should Be After the Past Few Weeks — The New York Times Robert Hart, The AI takeover of mathematics has begun — The Verge Bret Stephens, I’m Begging You: Never Write With A.I. — The New York Times Aus erster Hand Leiden Declaration on AI and Mathematics — leidendeclaration.ai Pacing the Frontier, der offene Brief der über 1300 — pacingthefrontier.org Anthropic, Model Hardware Standard — anthropic.com Berichtigungen 02:19 Harvard hat das Writing Center aufgelöst, nicht die Writing Class. 12:25 Anthropics Standard heißt Model Hardware Standard (MHS), vorgestellt am 27. August 2026. 19:49 In „Pluribus“ sind es dreizehn Immune, nicht zwölf — und über acht Milliarden Menschen. 30:06 Bei Homer sind es sieben Jahre bei Kalypso, nicht sechs. Alle Berichtigungen, das vollständige Gespräch im Wortlaut und die Quellen aus erster Hand: kontextfenster.org

  2. Aug 26

    Apples Intelligenz

    Die Presse sagt, Apple habe die KI verschlafen. Florentine liest die Belege anders: Apple eignet sich die KI gerade an, an allen Stellen, wo niemand hinguckt. Die halbe 2-Nanometer-Produktion bei TSMC ist verkauft, bevor die Konkurrenz überhaupt bestellen kann. Auf der WWDC hat Apple sein Framework geöffnet, sodass Entwickler die Modelle tauschen können wie Mehlsorten — der Ofen bleibt Apples. Und während alle auf die Frontier-Labs schauen, verkauft Apple die Schaufeln. Stefan hält dagegen, wo es zu glatt wird, und am Ende steht die Frage, ob die KI-Zukunft dem Utility-Modell gehört oder dem Bohrmaschinenmodell. Kapitel 00:00 Vorab-Notiz: neue Mac Minis, 512 GB ab Oktober 01:36 Prädiktionsmaschine und der Silent Predator 02:42 „Die Presse liest Apple falsch“ 03:50 Das Chipspiel: die halbe 2-Nanometer-Produktion 05:26 Tim Cook, der Einkäufer, und die Ware wie Milchprodukte 08:58 Modelle als austauschbare Backends 12:03 Offene Gewichte: Kimi K3 und die Exportkontrollen 14:30 Der DeepSeek-Moment und Singapur 16:15 Zwei Prozent Abstand — und was Benchmarks noch wert sind 18:24 Reward-Hacking, oder: der Prüfstand 19:47 Gurman: M7 Ultra und 1,5 Terabyte 22:10 Unified Memory gegen Nvidia 24:49 Die KI im Rucksack 26:31 Die Roadmap, die Blase, die Schaufeln 28:30 Eisenbahn statt Räuberbarone 31:19 Utility oder Bohrmaschine Die Texte Apple, Foundation Models — Developer-Dokumentation Mark Gurman, Apple’s Chip Plans: M6, M7 Pro, M7 Max, M7 Ultra, M8 Details — Bloomberg China’s Moonshot Releases Breakthrough AI Model for Download — Bloomberg Felix Martin, Open-source spectre haunts the AI feast — Reuters Breakingviews Exploring Apple Silicon’s local AI performance with the Mac Studio and M4 Max — Tom’s Hardware Apple Secures Half of TSMC’s 2nm Production Capacity for iPhone 18 — MacRumors Berichtigungen Bei 05:06 und später heißt es, der M7 Ultra sei für 2027 geplant. Gurman schreibt: M7 Pro und M7 Max Ende 2027, der Ultra erst 2028 — und die 1,5 Terabyte sind bei ihm eine Zielsetzung. Bei 06:34 heißt es, Tim Cook sei seit zehn Jahren Apple-Chef. Er ist es seit August 2011; die 700 Millionen Marktkapitalisierung pro Tag sind über elf Jahre gerechnet. Bei 16:15 wird die Passage über die zwei Prozent zwischen Claude Opus 4.6 und GLM 5.1 Tom’s Hardware zugeschrieben. Sie stammt aus Felix Martins Kolumne bei Reuters Breakingviews. Bei 22:10 heißt es, Nvidias B300 habe maximal 800 Gigabyte. Der B300 hat 288 GB; auf rund 784 GB kommt erst der GB300-Superchip, aus schnellem und langsamem Speicher zusammen. Bei 23:48 gelten GB10 und Strix Halo als „beides Nvidia-basierte Systeme“. Strix Halo ist AMD. Bei 26:35 heißt es, Apple habe sein Autoprojekt 2020 eingestellt. Das war im Februar 2024. Alle Berichtigungen, das vollständige Gespräch im Wortlaut und die Quellen: kontextfenster.org

  3. Aug 21

    Der Rottweiler im Sandkasten

    Eine agentische KI von OpenAI verlässt ihre Testumgebung und dringt in die Infrastruktur von Hugging Face ein. Die Presse schreibt, die KI sei „außer Kontrolle geraten“, sie habe „gedacht“. Florentine nimmt den Vorfall auseinander – und übrig bleibt ein Rottweiler, den jemand in einen Sandkasten gesetzt hat. Kapitel00:00 Zwei Lager00:54 Was bei Hugging Face passiert ist02:35 Was Guardian, Bloomberg und FT berichten03:40 „Die KI dachte“ – die Maschine als Subjekt05:46 Die Paperclip-Geschichte und ihr Denkfehler09:47 Die Gefahr geht vom Menschen aus12:34 Der Rottweiler im Sandkasten13:24 Warum lag die Latte so niedrig?18:49 Sicherheit ist eine Kostenrechnung20:13 17.600 Aktionen, drei Millionen GPU-Stunden23:09 18.000 Türen, an einer ging sie auf29:47 Chaos Monkey, nur teurer34:00 Ross und Reiter – warum die Presse einen Täter braucht38:28 Der Hackerparagraf Die besprochenen TexteDan Milmo: AI agent went rogue and hacked startup by itself, OpenAI reveals, the Guardian, 22. Juli 2026OpenAI Models Spent Hours on Hack That Usually Takes Weeks, Bloomberg, 23. Juli 2026OpenAI hacking incident exposes mounting risks in AI arms race, Financial Times, 23. Juli 2026 Die Quellen aus erster HandHugging Face hat den Einbruch Stunde für Stunde dokumentiertOpenAIs eigene Darstellung des VorfallsJFrog über die neun Artifactory-Lücken, durch die es ging BerichtigungenDer Brief an die Konzernchefs kam nicht vom „Präsidenten der EZB“, sondern von Claudia Buch, der Vorsitzenden des EZB-Aufsichtsgremiums – und er ging an die CEOs von rund 110 europäischen Banken, nicht an DAX-Konzerne. Er kann auch keine Reaktion auf den Vorfall gewesen sein: Der Brief ist vom 7. Juli, der Einbruch begann am 9. Juli.Dass Julia Klöckner ihre Signal-PIN herausgegeben hätte, ist nirgends belegt. Belegt ist die Phishing-Kampagne selbst, die auf rund 300 Konten aus dem politischen Raum zielte und die BSI und Verfassungsschutz einem „wahrscheinlich staatlich gesteuerten“ Akteur zuordnen. Einsehen konnten die Konten die Angreifer, nicht die Öffentlichkeit.Dan Milmo schreibt für den Guardian. Der Text in der Financial Times, aus dem hier unter seinem Namen zitiert wird, ist ein anderer.Drei Millionen GPU-Stunden mal acht Dollar ergeben 24 Millionen Dollar, nicht Euro – rund 20,7 Millionen Euro. Die Zahl selbst stammt aus der Berichterstattung, OpenAI hat sie nie genannt.Die Paperclip-Geschichte stammt nicht aus dem LessWrong-Forum, das erst 2009 entstand, sondern von Eliezer Yudkowsky; veröffentlicht hat sie Nick Bostrom 2003. Die ausführliche Fassung mit allen Belegen kommt auf kontextfenster.org.

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