GPT-6 Astra und der Wettbewerb um Coding-Agenten dominieren den Tag – SWE-2, Copilot und Nvidia Sol-Pi zeigen, wie schnell sich Kosten und Fähigkeiten verschieben. Dazu: Destillationsangriffe auf Frontier-Modelle, CPU-Engpässe durch Agenten-Workloads und Googles Datenkauf aus Insolvenzverfahren. Der Wettbewerb um Coding-Agenten erreicht heute eine neue Intensität. Mit GPT-6 Astra präsentiert OpenAI ein Modell, das Entwickler-Workflows, autonome Computer-Use-Aufgaben und Cybersecurity auf einer Plattform vereint – und als erstes OpenAI-Modell die kritische Cybersecurity-Capability-Stufe des unternehmenseigenen Preparedness Framework erreicht. Astra erzielt 57,9 % auf Terminal-Bench 4.0 und 74,1 % auf DeepSWE v1.1, ist über ChatGPT Plus, Pro, Business und Enterprise sowie die OpenAI API, Microsoft Azure und AWS Bedrock verfügbar. Direkt daneben platziert sich Cognition mit SWE-2: Das auf Kimi K3 post-trainierte, 2,8-Billionen-Parameter-Modell erreicht 50,0 % auf FrontierCode 1.1 Main – innerhalb eines Prozentpunkts von Fable 5.1 – und tut dies laut Cognition zu einem Viertel der Kosten von GPT-6 Astra. Entscheidend ist der neue RL-Algorithmus, der alle Reasoning-Effort-Stufen in einem einzigen Trainingslauf optimiert: SWE-2 medium benötigt im Schnitt 53 Schritte pro Aufgabe, während SWE-1.7 noch 127 Schritte brauchte – eine Reduktion von 58 % bei gleichzeitig 81 % niedrigeren Kosten. Dass Fähigkeiten und Kosten so schnell verschoben werden können, verändert die Infrastruktur, auf der diese Agenten laufen. CPU-Engpässe sind laut The Pragmatic Engineer die neueste Ressourcenknappheit, ausgelöst durch den erhöhten Tool-Nutzungs-Overhead von AI-Agenten-Workloads – nach der GPU-Knappheit und der Speicherknappheit das nächste Glied in der Kette. Nvidia adressiert die Kostenproblematik von einer anderen Seite: Sol-Pi ist eine eigenständige Extension für den Pi-Agenten, die über vier Mechanismen – Action Fusion, ObservationPack, Evidence-Preserving Reducer und Online Context Compact – Token-Verbrauch und Modellanfragen senkt, ohne Aufgaben zu kürzen oder Belege zu verbergen. Alle Mechanismen sind opt-in und nutzen ausschließlich öffentliche Pi-APIs. Auf der Infrastruktur-Ebene weiter oben öffnet Vercel seinen AI SDK Harness Layer für GitHub Copilot: Über den neuen `@ai-sdk/harness-github-copilot`-Adapter lässt sich Copilot neben Claude Code, Codex, Cursor und sieben weiteren Agenten ohne Code-Änderungen einbinden – ein deutliches Signal, dass Interoperabilität zwischen Coding-Agenten zur Standardanforderung wird. Wie man diese immer dichter werdende Agenten-Landschaft überhaupt bewertet, ist die Frage, die Chatbot-Arena-Gründer Anastasios Angelopoulos im TheSequence-Interview stellt. Seine zentrale These: Cost-per-Task verdrängt Price-per-Token als relevante Vergleichseinheit für Agentic AI – eine Metrik, die SWE-2 und Sol-Pi explizit bedienen. Arena plant zudem, bald auch Harnesses und Tools in das Ranking einzubeziehen. Ergänzt wird das Bild durch eine praktische Konsequenz auf Entwicklerseite: Shopify kehrt von React Native zu separaten Swift- und Kotlin-Codebases zurück – mit der expliziten Begründung, dass Coding-Agenten inzwischen genug Implementierungs-, Übersetzungs-, Test- und Review-Arbeit übernehmen können, sodass der Doppelaufwand für native Plattformen nicht mehr der entscheidende Faktor ist, der er 2020 noch war. Die drei von Shopify maintainten React-Native-Bibliotheken react-native-skia und flash-list finden neue Homes; rest…