Macher Ost

Leipziger Volkszeitung

Eine Region zwischen traditioneller Industrie und origineller Start-up-Szene, getragen von hemdsärmeligen Unternehmern und modernen Gründerinnen. Das ist Mitteldeutschland! Im Wirtschaftspodcast der Leipziger Volkszeitung stellen Redakteurin Susanne Reinhardt und Start-up-Experte Marco Weicholdt Menschen vor, die die Region mit ihrem Engagement und ihrem Enthusiasmus prägen. Alle vier Wochen sprechen sie mit Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Forschung, Industrie und Kultur – mit Menschen, die den Osten machen. Feedback: wirtschaftszeitung@lvz.de Impressum: https://www.lvz.de/Abo/Servicetexte/Impressum

Episodes

  1. 03/19/2024

    Handel in der Innenstadt: „Die Stimmung ist gemischt“

    Thomas Oehme, Vorsitzender des City Leipzig Marketing e.V., über den stationären Handel in der Leipziger Innenstadt, den Einfluss von Online-Shops und über neue Ideen wie Pop-up-Stores und Eventshopping. Außerdem geht es im Gespräch mit dem Moderatoren-Duo Marco Weicholdt und Susanne Reinhardt um diese Fragen: Wie verändert sich die City und wie wird sie sich weiter verändern? Wie groß ist der Leerstand? Welchen Einfluss haben Großveranstaltungen auf die Umsätze und welche neuen Ansätze neben Handel und Gastronomie oder Mixed Use wie im Neo gibt es? Ein kurzer Auszug aus der Folge mit Thomas Oehme unter anderem über … … die aktuelle Stimmung im Handel und das Konsumverhalten: Die Stimmung ist wie bei einem guten Cocktail: gemischt. Das Konsumverhalten ist gedämpft. Vor allem Besucher und Besucherinnen der Stadt sind von Bedeutung. Es sind die Touristen, auch Business- und Tagestouristen, die wir verstärkt ansprechen müssen und das Umland. … den stationären Handel und wie er von Online-Shops beeinflusst wird: Der Online-Handel ist eine feste Säule, aber auch dort ist der Konsum zurückgegangen. Aber beides ist verzahnt und das ist auch nicht mehr zu lösen. Große Ketten probieren sich mit Online-Showrooms, um nicht mehr alle Produkte vor Ort bereithalten zu müssen. Das können kleinere Händler nicht. Für die ist es wichtig, online auffindbar zu sein, ein gutes Google-Ranking zu haben. Auch, weil die Menschen ihre Shopping-Trips planen. Da muss klar sein, wie sind die Öffnungszeiten wirklich. Diese Verlässlichkeit kann das Internet bieten. Der Vorteil der Innenstadt ist die sofortige Verfügbarkeit. Man kann es direkt mit nach Hause nehmen. Wir leben da viel von Touristen, weil die noch Impulskäufe tätigen, sich etwas gönnen, was sie gerade im Schaufenster sehen. Davon leben die Geschäfte in den großen Städten. Das ist ein großer Vorteil, den wir haben. Bei den Leipzigern selbst geht es mehr in Richtung Bedarfskauf. … Leipzigs Kaufkraft: Leipzig ist arm, aber sexy. Unter den 15 größten deutschen Städten sind wir aktuell, glaube ich, auf Rang 14 in der Einzelhandelskaufkraft. Wir müssen Gas geben. Aber die Landkreise Nordsachsen und Leipzig sind in Sachsen mittlerweile die Landkreise mit der meisten Kaufkraft. … den Leerstand in der Leipziger City: Die absolute Leerstandsquote wird gerade von unserem City Manager Robin Spanke, der das gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung in Auftrag gegeben hat, ermittelt. Ich denke, diese wird noch einstellig sein und so bei acht, neun Prozent der Handelsflächen in der Innenstadt liegen. Das ist durchaus ein gebräuchlicher Wert. Wir haben Städte oder auch Einkaufscenter, die haben mittlerweile ganz andere Leerstandsquoten. … Trends im Innenstadthandel: Der Leerstand an sich ist keine Kenngröße, mit der man wirklich arbeiten kann, weil die Geschäftsformate sich immer wieder verändern. Es gab eine Zeit, da hat man Megastores sehr gern gehabt, da waren kleinere und mittlere Flächen nicht so beliebt. Jetzt geht der Trend wieder zu größeren Flächen. Zur Person: Thomas Oehme ist Vorsitzender des City Marketing Leipzig e. V. und im Hauptberuf Geschäftsführer der Promenaden Hauptbahnhof Leipzig. Er weiß, was Gewerbetreibende und Gastronomen in der Leipziger City beschäftigt. Feedback und Anregungen gern an: wirtschaftszeitung@lvz.de

    43 min
  2. 09/29/2023

    Erneuerbare Energien: Eine klare Richtung fehlt

    Durch die Krisen der vergangenen Jahre soll es ganz schnell gehen mit der Transformation zur grünen Energie. Patrick Kather, Vorstand enviaM, über die Schwierigkeiten dieses Prozesses und Lösungsansätze. Das Thema Energieversorgung wird derzeit nicht nur im Rahmen der Debatte um das sogenannte Heizungsgesetz heiß diskutiert. Ob Industriestrom, Photovoltaik oder E-Mobilität – kaum ein Bereich des täglichen Lebens kommt derzeit darum herum, sich um zukünftige Herstellung, Transport oder Verbrauch Gedanken zu machen. In der ersten Reihe: die Energieversorger. Das Moderatoren-Duo Marco Weicholdt und Susanne Reinhardt holte sich daher als Gast für die aktuelle Folge des Wirtschafts-Podcasts „Macher Ost“ den Vorstand Erzeugung und Vertrieb der envia Mitteldeutsche Energie AG, Patrick Kather, ins Studio. Als Vertreter der Energiebranche sprach er über die Themen ... … aktuelle Bedingungen der Energieversorgung: „Der Krieg in der Ukraine hat viel ausgelöst, ob wir das wollen oder nicht wollen. Das hat sich auch die Politik nicht so ausgesucht. Da mussten wir agieren, ruckartig auf das System einwirken, Dinge neu erfinden, Bezahlbarkeit, Existenzängste, Versorgungssicherheit und auch ‚Grün‘ zusammenbringen. Das ist schon nicht so einfach. [...] Was wir nicht vergessen dürfen: Sowohl in der Corona-Krise als auch Ukraine- Krise, da passiert viel ‚hinter den Gardinen‘, das sieht man gar nicht: Wochenendarbeit oder die Kollegen in den Leitwarten, die wegen Corona nicht raus durften, ihre Familien nur alle vier Wochen gesehen haben.“ … Erneuerbare Energien: „Was uns fehlt, sind auch Rahmenbedingungen. Wie schnell soll es gehen? Wer hat Vorrang? Das ist noch nicht so klar, auch hier in der Region. Wir brauchen teilweise zehn, zwölf Jahr für den Bau eines Wasserkraftwerks Das Wirtschaftsministerium sagt ‚super Idee‘. Dann kommt das Umweltministerium: ‚Für die Fische ist das nicht so eine gute Idee.‘ Das sind alles berechtigte Punkte, aber dadurch haben wir auch noch keine ‚Straßenschilder‘. Da fehlt die Richtung. [...] Beim Kapital mache ich mir die wenigstens Sorgen. Was wir machen, ist richtig und das denken auch die Kapitalinvestoren.“ ... Wärmepumpe: Es gibt ja einen Grund, warum eine Wärmepumpe auf einmal dreimal so viel kostet. Das ist nicht, weil die Technologie wertvoller geworden ist. Es ist einfach ein Symbol von ‚Es gibt zu wenig‘. Wir haben auch viel zu wenig Handwerker und Installateurskapazitäten. Und da machen wir den zweiten Fehler in der Geschwindigkeit und in der Koordination. … Industriestrompreise: „Das ist eine ganz schwierige Debatte, weil am Ende das System trotzdem die Kosten tragen muss. Das ist eigentlich verkappt eine Verteilungsdebatte. Und es ist eine Wette: darauf, dass die Unternehmen, die diesen Industriestrompreis bekommen, auch in Deutschland bleiben, hier Wertschöpfung haben und entsprechend etwas zur Gemeinschaft beitragen durch Steuern. [...] Wir müssen aufpassen, dass wir keine Trennung zwischen ‚Was ist Großindustrie?‘ und ‚Was sind kleine und mittlere Unternehmen?‘ vornehmen. [...] Wenn ich Unternehmer wäre und ich hätte noch einen gewissen Handlungsspielraum, dann ist die eine Maßgabe, so schnell es geht selbst zu dekarbonisieren. [...] Sei es durch Energie einsparen oder zu gucken, wo wie viel verbraucht wird, mit Energiedienstleistern sprechen: Wie kann ich mich ein Stück weit selber versorgen?“

    41 min
  3. 06/21/2023

    (E-)Autoland Deutschland in der Transformation - wie das Mutterland des Automobils in Sachen Nachhaltigkeit aufholen will

    Das Mutterland des Automobils war lange Zeit führend bei Innovationen. Gerade bei der E-Mobilität aber waren deutsche Hersteller zwischenzeitlich abgehängt. Nun wollen sie aufholen - auch in Sachen Nachhaltigkeit. Die Zahl der neu zugelassenen Elektroautos steigt in Deutschland seit Jahren kontinuierlich an. Laut Statista erreichte die Neuzulassung von Pkw mit reinem Elektroantrieb im Jahr 2022 mit mehr als 470 000 einen neuen Rekordwert. Zwischen Januar und Mai dieses Jahres waren es bereits mehr als 167 000 Neuzulassungen. E-Autos gelten als umweltfreundlich und sollen in den nächsten Jahren Verbrennerautos ablösen. Doch wie nachhaltig sind die elek- trisch betriebenen Fahrzeuge wirklich? Welche Schwierigkeiten gibt es bei der Produktion von E-Autos und ist das „Verbrenner-Aus“ 2035 realistisch? Das Moderatoren-Duo Marco Weicholdt und Susanne Reinhardt holte sich daher als Gast für die aktuelle Folge des Wirtschafts-Podcasts „ Macher Ost“ den Standortleiter des Dräxlmaier Batteriewerks in Leipzig, Karsten Wilhelm, ins Studio. Als Vertreter der Automobil-Zuliefererbranche sprach er über die Themen ... … Innovation in der Automobilbranche: „Die Digitalisierung und Elektronik hat inzwischen eine ganz andere Ebene im Fahrzeug erreicht – ähnlich wie es vom Nokia 3210 zum iPhone passiert ist, passiert es gerade im Fahrzeug. Das Cockpit der großen Premiumfahrzeuge ist inzwischen mehr als ein Bildschirm, der neue Funktionen mit reinbringt. Das Erlebnis Fahren soll immer interessanter werden und zugleich den Fahrer unter- stützen.“ … den Status quo des „Autolands Deutschland“: „Wir sind da grundsätzlich gut unterwegs. Was nicht heißt, dass man nicht besser sein könnte. Gerade asiatische Fahrzeughersteller zeigen uns, was die Benchmark sein könnte. Trotzdem haben wir eigene Themen und zeigen die auch in der Automobilwelt. Deutsche Fahrzeuge werden weiterhin gut am Markt angenommen.“ … die Klimabilanz von E-Autos und Verbrennern: „Der CO2-Fußabdruck bei E-Autos ist ein anderer als bei Verbrennerfahrzeugen und bei den Rohmaterialien zur Produktion von Akku und Elektromotor mit seltenen Erden erstmal größer. Hintenraus kann er ausgeglichen werden im Vergleich zum Verbrenner.“ … neue Technologien für die Batterieproduktion: „Jeder Rohstoff, der aus der Erde geholt wird, erzeugt Aufwand. [...] Die Alternative zu entwickeln, kann auch ein Auftrag für uns Zulieferer sein.“ … rechtliche Standards bei der Herstellung von Batterien: „Es gibt ganz klare Richtlinien vom Fahrzeughersteller über den Zulieferer bis hin zu denen, die Materialien fördern. Und die werden entsprechend kontrolliert. So können wir sicherstellen, dass das Produkt auf dem Weg entstanden ist, wie wir uns das unter menschenrechtlichen Bedingungen vorstellen. Da sind wir auch in der Beweispflicht gegenüber dem Fahrzeughersteller.“

    43 min
  4. 03/16/2023

    Künstliche Intelligenz und Co. – Freund oder Feind von Unternehmern und Mitarbeitern?

    Viele Menschen würden gern einen Blick in die Zukunft werfen. Was nach Glaskugel und Kartenlegen klingt, ist seit einigen Jahren eine interdisziplinäre Forschungsrichtung: die Zukunftsforschung. Dabei handelt es sich nicht um Esoterik, sondern um methodenbasierte Überlegungen zu Fragen möglicher zukünftiger Entwicklungen. Zukunftsforscher wie der Leipziger Kai Gondlach ziehen je nach Thema Experten auf den entsprechenden Gebieten – beispielsweise Textilindustrie oder erneuerbare Energien – zu Rate und entwerfen mögliche Szenarien für die Entwicklung in den nächsten fünf, zehn oder auch 50 Jahren. Immer mit dem Ziel, sich frühzeitig auf die prognostizierten Entwicklungen einstellen zu können und Lösungen für etwaige Probleme zu finden. Die Hosts Marco Weicholdt und Susanne Reinhardt sprechen in der aktuellen Folge des Wirtschaftspodcasts Macher Ost mit Kai Gondlach über mögliche Entwicklungen in der Zukunft. Sie reden unter anderem über die Themen Künstliche Intelligenz, verzerrte KI-Anwendungen, Nachhaltigkeit, Innovationen, Fachkräftemangel und Energiespeicherung. Zur Person: Kai Gondlach (*1987) ist selbstständiger Zukunftsforscher, ein gefragter Redner über Zukunfts- und Innovationsthemen und Mitherausgeber des Bestsellers „Arbeitswelt und KI 2030“ (Springer Gabler). Von 2015 bis 2019 war der studierte Zukunftsforscher, Soziologe und Politik-/Verwaltungswissenschaftler, als Senior Research Fellow im 2b AHEAD ThinkTank verantwortlich für den Aufbau einer Forschungsabteilung der Leipziger Denkfabrik und leitete zahlreiche Trendstudienprojekte für überwiegend wirtschaftliche Auftraggeber – darunter unter anderem Daimler, Siemens Deutschland, s.Oliver und E.ON. Er baute das Innovationsmanagement in einem Verlags-Startup auf und sammelte Strategie- und Beratungserfahrung bei der Deutschen Bahn AG sowie einigen Berliner Beratungsunternehmen. Feedback und Anregungen gern an: wirtschaftszeitung@lvz.de

    55 min

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Eine Region zwischen traditioneller Industrie und origineller Start-up-Szene, getragen von hemdsärmeligen Unternehmern und modernen Gründerinnen. Das ist Mitteldeutschland! Im Wirtschaftspodcast der Leipziger Volkszeitung stellen Redakteurin Susanne Reinhardt und Start-up-Experte Marco Weicholdt Menschen vor, die die Region mit ihrem Engagement und ihrem Enthusiasmus prägen. Alle vier Wochen sprechen sie mit Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Forschung, Industrie und Kultur – mit Menschen, die den Osten machen. Feedback: wirtschaftszeitung@lvz.de Impressum: https://www.lvz.de/Abo/Servicetexte/Impressum