Wie entsteht unsere Wahrnehmung von Themen wie Klima, Migration oder Wahlen – und welchen Einfluss haben Medien dabei wirklich? In dieser Folge von Media WHAT?! beschäftigen wir uns mit dem Konzept der Medienframes und der Frage, wie Medien durch Sprache, Bilder und Schwerpunktsetzung unsere Interpretation von Ereignissen prägen. Wir erklären, was unter Framing verstanden wird und warum die Art der Darstellung oft entscheidender ist als die Information selbst. Anhand anschaulicher Beispiele zeigen wir, wie unterschiedliche Begriffe, Metaphern und Perspektiven zu völlig verschiedenen Bewertungen desselben Sachverhalts führen können. Grundlage dafür ist unter anderem die Framing-Theorie nach Robert Entman, die beschreibt, wie Medien Probleme definieren, Ursachen zuschreiben, moralische Bewertungen vornehmen und Lösungsvorschläge nahelegen. Ergänzend werfen wir einen Blick auf die Agenda-Setting-Theorie von McCombs und Shaw. Dabei geht es um die Frage, warum bestimmte Themen in der öffentlichen Wahrnehmung als besonders wichtig erscheinen, während andere kaum Beachtung finden. Wir erklären, wie politische Agenda, Medienagenda und Publikumsagenda zusammenwirken – und warum Medien zwar nicht bestimmen, was wir denken, aber sehr wohl, worüber wir nachdenken. Außerdem sprechen wir darüber, warum Framing kein bewusster Manipulationstrick sein muss, sondern ein unvermeidbarer Bestandteil jeder Kommunikation ist. Gleichzeitig zeigen wir, wie Framing auch auf Social Media entsteht – durch Algorithmen, Influencer, Kommentarspalten und virale Inhalte. Zum Abschluss geben wir praktische Tipps, wie ihr Medienframes erkennen könnt, warum wir alle anfällig für vereinfachte Narrative sind und weshalb ein bewusster, reflektierter Medienkonsum heute wichtiger ist denn je.