Nerdfunk (m4a)

Matthias Schüssler, Kevin Rechsteiner, Christian Schmid

Radio Stadtfilter spricht Tech – von A wie Apple bis Z wie Zuse

  1. 2h ago

    Wie man in Dänemark Super-Admin wird

    Ein Passwort mit sechs Nullen und zwei Siebnern: Das war für Kevin einst maximale Sicherheit. Matthias hingegen fand, er schlage jedem Hacker ein Schnippchen, wenn er im Wort «Maschendrahtzaun» das T durch ein Pluszeichen ersetze. Und wer erinnert sich noch an Windows 98? Dort konnte man sich der Passworteingabe nach dem Start durch einen Klick auf den «Abbrechen»-Knopf entziehen. Heute rächt sich solcher Schlendrian bitter: Wir lesen, dass in Dänemark Millionen von Personendaten abhandenkamen, weil ein Administrator anscheinend das Passwort «123456» benutzte. Die Frage im Titel beantwortet sich daher einfach: Indem man das Passwort «123457» benutzt. In dieser Folge setzen wir bei den unschuldigen Zeiten in den 1990er-Jahren an und unternehmen eine Zeitreise durch die Geschichte der Passwortsicherheit: von den ersten Mailkonten und Excel-Listen voller Zugangsdaten über immer absurdere Passwortregeln bis zu Passwortmanagern und Zwei-Faktor-Authentifizierung. Wir erinnern uns an die Papierlisten der Banken, erklären, weshalb auch ein sechsstelliger Sicherheitscode vor Phishing nicht unbedingt schützt, und diskutieren den ewigen Konflikt zwischen Sicherheit und Bequemlichkeit. Zum Schluss blicken wir in eine Zukunft, in der wir uns keine Passwörter mehr ausdenken müssen. Fingerabdruck, Gesichtserkennung, «Windows Hello» und Passkeys versprechen mehr Sicherheit bei weniger Aufwand. Verspricht das maximalen Komfort bei maximaler Sicherheit? Wir bleiben skeptisch.

  2. Sep 15

    Terminator steht noch nicht auf der Fussmatte

    Übers Wochenende konnte man den Eindruck bekommen, die Menschheit stünde kurz vor der Auslöschung. Doch nicht die Klimakatastrophe, der mögliche Zusammenbruch der Biodiversität oder die neuen rechten Potentaten werden uns mit ihren Kriegsgelüsten vom Angesicht der Erde tilgen. Nein, es ist die künstliche Intelligenz, die sich angeblich kein Stück um unser Wohlergehen sorgt. Am Anfang stand die Warnung eines ehemaligen Forschers beim KI-Unternehmen Anthropic. Jacob Coxon schrieb auf X, dass «die Menschen, die KI entwickeln, ernsthaft glauben, dass sie uns alle bis zum Ende des Jahrzehnts töten könnte». Nicht nur Anthropic-Chef Dario Amodei stimmte zu und forderte mehr Regulierung und ein langsameres Tempo bei der Entwicklung, sondern in der Folge auch Sam Altman, Demis Hassabis und Elon Musk. Manche Medien sprangen freudig auf: Manche (wie die FAZ, Euronews und Watson) räumten den Untergangsprophezeiungen viel Raum ein. Andere (wie «The Guardian») stellten sich auf den Standpunkt, die «Terminator-Szenarien würden von den wirklichen Gefahren ablenken». Unsere These: Die Extinktionsfrage ist nicht völlig absurd – aber sie ist derzeit die am schlechtesten belegte aller grossen KI-Gefahren. Gerade deshalb lohnt sich die Frage, warum ausgerechnet sie die Debatte dominiert. Darüber diskutieren wir: Was sind sie denn, die wirklichen Gefahren? Was können wir dagegen tun? Und warum findet es anscheinend niemand fragwürdig bzw. scheinheilig, wenn diejenige, die die Entwicklung so rasant vorantreiben, nun so auftreten, als hätten sie nichts mit der Sache zu tun?

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