Paläotalk

Luan Thomas

Paläontologie ist mehr als Dinosaurierknochen ausbuddeln in der Wüste – es ist eine faszinierende Reise in die Vergangenheit zu uralten Ökosystemen oder gigantischen und seltsamen Kreaturen, die heute ausgestorben sind. „Paläotalk“ will diesen Wundern der Urzeit auf die Schliche kommen - und das mit zahlreichen Forscher:innen aus allen erdenklichen Bereichen. Moderiert vom Journalisten Luan Thomas ist jede Folge eine Zeitreise zurück in die Vergangenheit. Fachlich fundiert, unterhaltsam erzählt und voller Aha-Momente. . . . . ©Bildcopyright: Joschua Knüppe ©Musikcopyright: Oskar Schillings

  1. 31. Bavariscyllium – Ein rätselhafter Hai stellt die Evolution auf dem Kopf

    2D AGO

    31. Bavariscyllium – Ein rätselhafter Hai stellt die Evolution auf dem Kopf

    Vor rund 150 Millionen Jahren schwamm in den tropischen Lagunen des heutigen Bayerns ein Hai, der heute das Bild der frühen Haievolution verändert. Bavariscyllium, nur etwa 25 Zentimeter lang und gefunden im berühmten Solnhofener Plattenkalken, vereint Merkmale verschiedener moderner Haigruppen – ohne sich eindeutig einer heute lebenden Ordnung zuordnen zu lassen. Besonders auffällig ist ein bartelartiges Sinnesorgan im Kehlenbereich, das möglicherweise mechanische Reize wahrnehmen konnte. Vergleichbare Strukturen finden sich heute nur bei wenigen Ammenhaiartigen. Gleichzeitig besitzt Bavariscyllium anatomische Merkmale, die an Katzenhaie erinnern. Die Zahnform deutet auf einen unspezialisierten Generalisten hin, der vermutlich kleinen Beutetieren nachstellte. Gerade diese Mischung verschiedener Eigenschaften macht den Hai wissenschaftlich so spannend – und zeigt, dass die frühen Vertreter moderner Haie deutlich variantenreicher waren als bislang angenommen. Gemeinsam mit dem Paläontologen Sebastian Stumpf vom Naturhistorisches Museum Wien sprechen wir über diese neuen Untersuchungen und warum Bavariscyllium die bisherige Vorstellung zur Evolution und Datierung moderner Haigruppen ins Wanken gebracht hat. Sebastians Studie zu Bavariscyllium findet ihr hier: https://www.nature.com/articles/s42003-025-09272-5 Und noch mehr Paläotalk gibt es auf Instagram: ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠https://www.instagram.com/palaeotalk⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠ . . ©Bildcopyright: NHM Wien

    42 min
  2. 30. überLeben in der Eiszeit – Als zottelige Wollhaarmammuts durch Essen wanderten

    MAY 8

    30. überLeben in der Eiszeit – Als zottelige Wollhaarmammuts durch Essen wanderten

    Mit der Sonderausstellung „ÜberLeben in der Eiszeit“ wird das Ruhr Museum zum Schauplatz einer faszinierenden Reise in die jüngere Erdgeschichte. Vom 20. April 2026 bis zum 10. Januar 2027 erzählen auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein rund 350 Exponate – darunter spektakuläre Originalfunde wie der Mammutschädel von Haltern, lebensgroße Rekonstruktionen und seltene Pflanzenfossilien – vom Leben in einer Zeit extremer Klimaschwankungen. Gewaltige Eismassen formten die Landschaften Nordrhein-Westfalens, während sich in wärmeren Phasen artenreiche Lebensräume entlang von Rhein, Lippe und Ems entwickelten. Im Zentrum steht die beeindruckende Tierwelt der Eiszeit: Wollnashörner und Mammuts treffen auf Flusspferde und Waldnashörner, Riesenhirsche auf Höhlenhyänen. Die Ausstellung zeigt, wie unterschiedlich Tiere auf Kälte und Wärme reagierten – und welche Strategien über Erfolg oder Aussterben entschieden. Gemeinsam mit dem Paläontologen Achim Reisdorf werfen wir in dieser Folge Paläotalk einen Blick auf dieses wechselhafte Ökosystem und darauf, was uns die Eiszeit über Anpassung, Klimawandel und das Überleben in extremen Lebensräumen lehrt. Mehr Information zur Sonderausstellung „ÜberLeben in der Eiszeit“ gibt es hier: https://ruhrmuseum.de/ausstellungen/aktuell/ueberleben-in-der-eiszeit Und noch mehr Paläotalk gibt es auf Instagram: ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠https://www.instagram.com/palaeotalk⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠ . . ©Bildcopyright: Ruhr Museum / Christoph Sebastian

    1h 8m
  3. 28. Säugetiergebisse – Von Brechscheren und zahnlosen Säugetieren

    APR 17

    28. Säugetiergebisse – Von Brechscheren und zahnlosen Säugetieren

    Kaum ein Merkmal verrät so viel über ein Tier wie seine Zähne. Bei Säugetieren spiegeln Gebisse Ernährung, Lebensweise und evolutionäre Anpassungen wider – von scharfen Reißzähnen bei Fleischfressern bis hin zu komplexen Mahlzähnen bei Pflanzenfressern. Form, Abnutzung und Anordnung der Zähne liefern dabei nicht nur Hinweise auf die Nahrung, sondern auch auf Entwicklung, Wachstum und ökologische Nischen – wie beispielsweise bei Lesmesodon edingeri, einem Hyaenodonten aus Messel. In einer neuen Studie wurde die Zahnfunktion von Lesmesodon und seinem nahen Verwandten analysiert. Das Ergebnis: Lesmesodon hatte wahrscheinlich eine überwiegend insekten- und fleischfressende Ernährungsweise. Zudem zeigt die Studie, dass sich Gebisse von Insektenfressern funktionell deutlich unterscheiden können, obwohl sie äußerlich ähnlich angepasst erscheinen. In dieser Folge spricht Paläontologin Julia Ann Schultz von der Universität Bonn genau über diese Vielfalt und Funktion von Säugetiergebissen und darüber, wie sich aus fossilen Zähnen Rückschlüsse auf Verhalten und Umwelt ziehen lassen. Das Paper zu Lesmesodon und seiner Ernährungsweise findet ihr hier: https://palaeo-electronica.org/content/2025/5643-chewing-cycle-analysis-of-lesmesodon-edingeri Und noch mehr Paläotalk gibt es auf Instagram: ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠https://www.instagram.com/palaeotalk⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠ . . ©Bildcopyright: Joschua Knüppe

    48 min
  4. 27. Paranthropus – Unsere “Verwandten” mit dem Nussknacker-Gebiss

    APR 10

    27. Paranthropus – Unsere “Verwandten” mit dem Nussknacker-Gebiss

    Die Gattung Paranthropus, auch als „Nussknacker-Mensch“ bekannt, gilt als einer der markantesten Seitenzweige der frühen Homininen. Ihre Fossilien stammen aus einem Zeitraum von etwa 1,4 bis 2,8 Millionen Jahren und wurden bislang vor allem aus Süd- und Ostafrika beschrieben. Charakteristisch sind die massiven Kiefer und Zähne, die auf eine spezialisierte Ernährungsweise mit harter oder stark abrasiver Nahrung hindeuten. Eine nun in Nature veröffentlichte Studie erweitert dieses Bild grundlegend: Im Norden Äthiopiens wurde im Gebiet Afar erstmals ein Paranthropus-Fossil entdeckt – rund 1000 Kilometer weiter nördlich als bisher bekannte Fundorte. Der Fund besteht aus einem Teil eines Unterkiefers aus dem Forschungsgebiet Mille-Logya und wurde unter der Leitung von Zeresenay Alemseged entdeckt und gemeinsam mit dem Paläontologen Fred Spoor vom Natural History Museum London weiter untersucht. Mit Letzterem sprechen wir heute über die Bedeutung dieses außergewöhnlichen Fundes, seine Auswirkungen auf die Verbreitung von Paranthropus und darüber, wie neue Fossilien das Bild unserer frühen menschlichen Verwandten Schritt für Schritt erweitern. Hier das Paper, an dem Fred mitgewirkt hat: https://www.nature.com/articles/s41586-025-09826-x Und noch mehr Paläotalk gibt es auf Instagram: ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠https://www.instagram.com/palaeotalk⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠ . . ©Bildcopyright: atelier_daynes

    45 min
  5. 24. Diplodocus – Fossilisierte Melanosomen und Farbmuster bei Sauropoden

    MAR 20

    24. Diplodocus – Fossilisierte Melanosomen und Farbmuster bei Sauropoden

    Lange Zeit galt die Haut von Sauropoden als schlicht und farblich kaum differenziert. Neue Fossilfunde aus der Morrison-Formation in Montana stellen diese Annahme infrage. Erstmals gibt es Hinweise auf mögliche Farbmuster bei Sauropoden, basierend auf fossiler Haut juveniler Diplodociden aus der Mother’s Day Quarry. Die Haut zeigt zwei erhaltene Epidermisschichten mit unterschiedlichen Mikrostrukturen und Kohlenstoffdichten. In der äußersten Schicht finden sich längliche Körper, die als Melanosomen interpretiert werden, sowie weitere scheibenförmige Mikrostrukturen, deren genaue Funktion noch unklar ist. In dieser Folge von Paläotalk erläutert Dr. Emanuel Tschopp, Paläontologe und Sauropoden-Experte aus Berlin, welche Bedeutung diese Befunde für die Rekonstruktion von Dinosaurierhaut, Physiologie und möglicher Tarnung haben – und warum selbst unscheinbare Hautreste helfen, das Erscheinungsbild der größten Landtiere der Erdgeschichte neu zu bewerten. Das Paper zur Studie, über die Haut von Diplodocus findet ihr hier: https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=&ved=2ahUKEwi__72ho5WTAxXt9LsIHYH5DCQQFnoECBwQAQ&url=https%3A%2F%2Froyalsocietypublishing.org%2Frsos%2Farticle%2F12%2F12%2F251232%2F364075%2FFossilized-melanosomes-reveal-colour-patterning-of&usg=AOvVaw02x5n5RatT-RM_WV1wHpsb&opi=89978449 Und noch mehr Paläotalk gibt es auf Instagram: ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠https://www.instagram.com/palaeotalk⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠ . . ©Bildcopyright: Joschua Knüppe

    40 min

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Paläontologie ist mehr als Dinosaurierknochen ausbuddeln in der Wüste – es ist eine faszinierende Reise in die Vergangenheit zu uralten Ökosystemen oder gigantischen und seltsamen Kreaturen, die heute ausgestorben sind. „Paläotalk“ will diesen Wundern der Urzeit auf die Schliche kommen - und das mit zahlreichen Forscher:innen aus allen erdenklichen Bereichen. Moderiert vom Journalisten Luan Thomas ist jede Folge eine Zeitreise zurück in die Vergangenheit. Fachlich fundiert, unterhaltsam erzählt und voller Aha-Momente. . . . . ©Bildcopyright: Joschua Knüppe ©Musikcopyright: Oskar Schillings

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